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Veröffentlicht am 15.09.2025

Schwieriger Mix

Protokoll eines Verschwindens
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Normalerweise mag ich es sehr gern, wenn der Autor auch das Hörbuch einspricht. Hier allerdings musste ich mich genau deshalb echt durch die 491 Minuten kämpfen. Das war leider sehr unglücklich gewählt! ...

Normalerweise mag ich es sehr gern, wenn der Autor auch das Hörbuch einspricht. Hier allerdings musste ich mich genau deshalb echt durch die 491 Minuten kämpfen. Das war leider sehr unglücklich gewählt! Nicht nur die Sprachmelodie gefällt mir hier nicht, auch die Aussprache ist oft sehr schwer erträglich für meine Ohren. Da werden aus so einigen i mal eben ü gemacht, beispielsweise zu würklich statt wirklich, ürgendwo statt irgendwo, stümmte statt stimmte, Gehürn statt Gehirn, Fürma statt Firma, Schürm statt Schirm, ürgendwann statt irgendwann. Mit dem G ist es ähnlich, das wird gern mal zum K, wie Klaube statt Glaube, klühend statt glühend.

Mein nächstes Problem ist die Story selbst. Es ist kein True Crime, wie ich das gewohnt bin und kenne. Hier hat der Autor quasi aufgefüllt. Nicht wirklich erfunden, aber doch auch keine belegten Fakten, sondern für ihn logische Schlussfolgerungen. Damit wird daraus ein etwas seltsamer und holpriger Krimi. Gefällt mir das? Nun, es verwirrt mich. Ich würde mir das nicht so wünschen. Allerdings gewöhnt man sich im Laufe der Zeit etwas daran. Die oft pathetischen Sätze passen aber weder zur Story, noch zum Genre.

Es ist anzunehmen, dass Alexander Rupflin damit erreichen wollte, dass man sich besser und tiefer hineinfindet, sich gefühlsmäßig auf die Story einlässt und für Isabella und Gabriel Zuneigung, Empathie empfindet. Bei mir klappt das aber eher semigut und gibt mir eher das Gefühl, dass etwas fehlt, als dass etwas aufgefüllt wurde. Insgesamt habe ich leider immer wieder den Faden verloren und musste mich neu in die Story hineinfinden. So richtig spannend war es an keiner Stelle für mich. Die Perspektiven von Täter, Angehörigen und Nachbarn ergeben für mich nicht das klare Bild, das eigentlich entstehen sollte und müsste. Ich habe auch bis zum Schluss nicht nachvollziehen können, wie der Täter darauf kommt, unschuldig zu sein oder warum er die Leiche einfach monatelang im Nebenzimmer liegen ließ.

Schade. Ich hatte mir da echt viel versprochen. Leider gefiel mir das Hörbuch nicht sehr gut. Aber auch als Print gelesen wäre mir das zu konfus gewesen. Daher reicht es leider nur für zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Zu wenig Sonnenhang, zu viel Selbstmitleid

Sonnenhang
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Katharina tritt mehr oder weniger auf der Stelle und ist nicht so glücklich, wie sie gerne wäre. Solo, kinderlos, langweiliger Job, Instagram ein Schauspiel, trifft sie es härter, als erwartet, als sie ...

Katharina tritt mehr oder weniger auf der Stelle und ist nicht so glücklich, wie sie gerne wäre. Solo, kinderlos, langweiliger Job, Instagram ein Schauspiel, trifft sie es härter, als erwartet, als sie mit Ende dreißig erfährt, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann. Alles fühlt sich sinnlos an und nur halbherzig nimmt sie das Angebot an, ehrenamtlich in der Seniorenresidenz Sonnenhang einmal die Woche mit den Bewohnern Spiele zu spielen.

Ich hatte mir hier ein tiefsinniges Werk erwartet, mit Personen, die mich mitreißen, die ich mag, die ich supporten möchte. Bekommen habe ich ein Wirrwarr, das kein bisschen unter die Haut ging und von den Senioren in der Residenz Sonnenhang hab ich eine winzige Prise erhalten. Da dies der Titel ist, wäre doch logisch, dass sich der Hauptteil der Story da abspielt. So ist es aber nicht.

Die Handlung hat für mich keinen roten Faden und die Figuren sind für mich so austauschbar, dass ich manchmal nicht mehr wusste, wer nun wer ist. Am Ende bin ich nicht bewegter als am Anfang und zudem frage ich mich, was mir Autorin und Werk wohl sagen wollten? Katharina hat mich wirklich nur genervt mit ihrer Lethargie und die Alten kamen für mich viel zu kurz. Dass eine Freundin mit zwei Kindern weniger Zeit für Katharina hat, sollte man verstehen können und nicht verurteilen. Die anderen sind nicht verantwortlich für Katharinas Situation. Gerade die Sache mit Schnittlauch ist für mich der Punkt, an dem sie endlich etwas hätte ändern müssen, zumal sie selbst merkte, wie sinnlos das war.

Manchmal haben nervige Protagonisten ja einen Sinn und tragen das Buch. Leider ist das hier nicht der Fall und ich weiß jetzt schon nur noch wenige Dinge der Story. Das ist schade und das raubt Lesezeit und Leselust. Mein Fall war das nicht. Zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ein Ort voller Psychos?

Die Schanze
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Ellen hat nach ihrer Trennung eine Hausarztpraxis in ihrem Heimatort übernommen. Sie gerät in Panik, als sie einen Toten an der Schanze hängen sieht. Sie kennt den Mann. Und sie war vor vielen Jahren aufgrund ...

Ellen hat nach ihrer Trennung eine Hausarztpraxis in ihrem Heimatort übernommen. Sie gerät in Panik, als sie einen Toten an der Schanze hängen sieht. Sie kennt den Mann. Und sie war vor vielen Jahren aufgrund eines schrecklichen Verbrechens aus diesem Ort geflüchtet. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auffällt, dass sie ein starkes Motiv hat, diesen Mord zu begehen.

Bis es so wirklich mal losgeht, vergeht einige Zeit, in der ich dachte, ich hätte mich im Titel geirrt. Die Beschreibungen sind mir an einigen Stellen viel zu detailliert und noch dazu klischeehaft. Insgesamt bläht das die Story unnötig auf. Besonders amüsant fand ich die bildhafte Beschreibung, wie beim Warten auf ein Taxi bei stürmischem Wetter Ellen eine Zeitung an die Beine geweht wurde. Irgendwie typische Filmszene, die man im wahren Leben niemals findet.

In Ellens Heimatort scheinen ausschließlich Psychos zu leben. Buchstäblich jeder und jede hat irgendein schreckliches Geheimnis und gerne noch zusätzlich eine unangenehme oder gar abartige Vorliebe. Das ist einfach alles zu drüber. In der Masse ist es außerdem ermüdend.

Das Ende ist gleichzeitig überraschend und vorhersehbar. Vielleicht hat man den Täter nicht sofort auf dem Schirm, sondern vermutet bei ihm eine andere Tat, dennoch war er sofort auf der Liste. Das macht dann auch keinen Spaß. Schlecht ist auch, dass mir Ellen nicht ein kleines bisschen sympathisch ist und ich nur immerzu dachte, zu ihr in die Praxis würde ich nicht wollen.

Für mich war das jetzt echt nix. Vergeudete Zeit, möchte ich fast sagen. Mehr als zwei Sterne kann ich nicht geben.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Nicht mein Fall

Velvet Winter
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Bisher kannte ich Theresa Baumgärtners Bücher nicht und ich sage es lieber gleich, ich bin nicht sehr zuversichtlich, dass ich ein weiteres von ihr haben möchte. Das Thema ist ein klein wenig an den Haaren ...

Bisher kannte ich Theresa Baumgärtners Bücher nicht und ich sage es lieber gleich, ich bin nicht sehr zuversichtlich, dass ich ein weiteres von ihr haben möchte. Das Thema ist ein klein wenig an den Haaren herbeigezogen, zumindest finde ich wenig Zusammenhang zu den Gerichten. Auch kann ich zwar verstehen, dass die aktuelle Generation auf Playlists steht, finde es aber etwas dreist, zu erwarten, dass jeder bei Spotify registriert ist. Nun denn. Es gibt jede Menge Text und Fotos, die nur am Rande mit Samt und Seide zu tun haben und gar nichts mit Rezepten.

Die Rezepte sind wenig überraschend und, wie bereits erwähnt, mir erschließt sich der Zusammenhang mit dem Thema leider so gar nicht. Sehr schnell hatte ich das erste große Fragezeichen über mir schweben. Es geht um Sauerteigbrot und –brötchen, aber da steht doch glatt, dass Hobbybäcker sich den gern weitergeben, aber keine Anleitung für einen eigenen Ansatz. Klar, ich hab das in diversen Büchern stehen, aber will ich die noch rauskramen, bevor ich loslege? Nein. Hab ich Sauerteigansatz, ob selbst gemacht oder von anderen Backbegeisterten, bereits im Kühlschrank? Auch nein.

Die Rezepte folgen dem klassischen Muster mit Zutatenliste und Zubereitungsschritten. Man kann die Anweisungen gut verstehen. Die Zutaten sind nicht sonderlich exotisch, auch wenn man vermutlich nicht immer alles im Vorrat hat, was verarbeitet wird. Auf die Angaben von Nährwerten und Zeitaufwand wurde verzichtet. Ich kann damit gut leben, weiß aber, dass dies von vielen als nicht zeitgemäß angesehen wird, ebenso wie die nicht vorhandenen veganen Varianten.

Insgesamt hat es hier mehr Fotos von Großbritannien und der Autorin, als Rezepte und Fotos zu den Speisen. Es mutet nach Werbung an und für den hohen Preis dieses Buches hätte ich mir doch mehr Fokus auf Rezepte gewünscht. Und mehr Bezug zum Titel. Oder einen anderen Titel für das ganze Buch. Ich wollte keinen England-Bildband, sondern ein Buch mit winterlichen Rezepten. Auch weiß ich nicht, warum in diesem Buch Bastelanleitungen sind. Man merkt es sicher – ich bin kein Fan dieses Buches. Für mich ist es leider nur zwei Sterne wert und das will echt was heißen.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Men’s Tears

Du kennst sie
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Sophie Braam ist Barkeeperin und erlebt dabei Dinge, die sie innerlich immer mehr brodeln lassen. Eines Tages bedient sich Mark Dixon ungefragt an ihrem besten Rotwein. Und nicht nur daran. Am Ende findet ...

Sophie Braam ist Barkeeperin und erlebt dabei Dinge, die sie innerlich immer mehr brodeln lassen. Eines Tages bedient sich Mark Dixon ungefragt an ihrem besten Rotwein. Und nicht nur daran. Am Ende findet man seine Leiche in einem Müllcontainer. Nora Martin ist Polizistin und kämpft gegen Vorurteile und Rassismus. Ausgerechnet sie wird auf den Fall angesetzt. Zwei besondere Frauen umkreisen sich, finden Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Doch es sterben noch mehr Männer!

Die ersten Seiten haben mich absolut in ihren Bann gezogen und mich auf diverse Arten köstlich unterhalten, auch auf morbide Weise. So unfassbar es scheint, so irrwitzig es ist, aber Sophie hatte schnell eine Menge Sympathiepunkte gesammelt. Ihre Darstellung der Männer und wie sie die Frauen sehen, ist vielleicht ein wenig überspannt, aber auch enorm treffend. Doch dann glitt die Story leider schlagartig etwas in eine Schiene, die mir weniger gefiel. Machte die Sache mit Mark noch Punkte und ergab einen, wenn auch schrägen, Sinn, so waren Sophies Gründe bald nur noch banal und nicht mehr logisch, schon gar nicht, um auf ihrer Seite zu sein. Gleichzeitig entwickelte sich Nora nicht so, wie ich es gehofft hatte. So hatte ich etwa in der Mitte des Buches einen echten Lesehänger. Über die eine oder andere Szene musste ich auch lachen, obwohl das höchstwahrscheinlich nicht von der Autorin beabsichtigt war.

Die Figuren sind definitiv außergewöhnlich. Es lässt sich ganz schwer sagen, ob das in diesem Fall gut oder schlecht ist. Die Sprachmelodie ist auffallend, besonders, oft sehr philosophisch, doch in so geballter Form und rund um Mord und Gewalt sehr gewöhnungsbedürftig. Einige Sätze sind überragend. Dumm nur, dass sie dann gleich mehrfach recycelt werden. Das macht sie dann wieder völlig kaputt. Es ist schwer, meine Kritik so zu verfassen, dass ich nicht spoilere. Mich stört an Sophies Verhalten, dass es nicht erkennbar ist, wann sie von der Angst, erwischt zu werden, zu dem Punkt kommt, unbedingt erwischt werden zu wollen. Bei Nora bin ich mir nicht wirklich klar geworden, ob oder wie sehr sie Dan liebt, oder ob es eher eine Zwecklösung ist, nicht allein sein zu müssen. Murph dagegen mochte ich sehr, auch wenn Nora ihn in ein Licht rückt, das nicht sehr vorteilhaft ist. Der Ansatz mit den Frauen ging leider irgendwann unter. Diese Geister hätten mehr Stimme bekommen sollen, das hätte das Buch gerettet.

Möglich, dass ich etwas nicht verstanden habe, aber ich staune nach wie vor, wohin die Story abgedriftet ist. Der Plot fing wirklich super vielversprechend an. Es war abzusehen, dass Sophie in keine Norm passt und morden wird, doch wie weit das dann geht, wer zu ihren Opfern wird, welche Motivation sie hat, was sie tut und nicht tut, das passt für mich nicht zum Anfang und macht aus dem Plot eine Story, die mir nicht gefallen hat. Es bleiben leider nur zwei Sterne.

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