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Veröffentlicht am 09.03.2025

perfide Spannung

Don't Let Her Stay
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" Don´t let her stay" von Nicola Sanders spielt in England in der Nähe von London.
Joanne ist mit dem etwa zwanzig Jahre älteren Richard verheiratet, lebt in luxeriöses Verhältnissen und hat eine kleine ...

" Don´t let her stay" von Nicola Sanders spielt in England in der Nähe von London.
Joanne ist mit dem etwa zwanzig Jahre älteren Richard verheiratet, lebt in luxeriöses Verhältnissen und hat eine kleine Tochter , Evi.
Aös ihr Mann eines Tages einen Brief bekommt, in dem seine Tochter Chloe aus erster Ehe ihren Besuch ankündigt, ist Joanne voller Vorfreude Richards Tochter kennen zu lernen. Sie möchte ihr eine gute Stiefmutter sein, vielleicht sogar eine Freundin werden?
Doch das Aufeinandertreffen der beiden Frauen gestaltet sich ganz anders als erhofft. Chloe ist Joanne gegenüber abweisend, sogar feindlich eingestellt. Ihrer kleinen Schwester gegenüber verhält sie sich sehr unsicher , aber auch gleichgültig, außer ihr Vater ist zugegen, dann wandelt sich ihr Verhalten . Sie ist zuckersüß ihrer Schwester gegenüber und freundlich distanziert Joanne gegenüber, weisst ihren Vater aber immer wieder auf Defizite seiner Frau hin, z.B. Vergesslichkeit, abweisendes Verhalten ihr gegenüber usw.
Die Situation im Haus wird immer angespannter, vor allem weil Joanne das Gefühl hat, Chloe ist nicht nur ihr gegenüber feindlich eingestellt.

Das Buch baut von Anfang an eine perfide Spannung auf. Man spürt die ganze Zeit die gegenseitige Feindseligleit der beiden Frauen und wartet nur darauf, dass es eskaliert und es zu einem schrecklichen Ereignis kommt.
Eine Stärke des Buches ist die Psychologie. Joanne hadert mit ihrem Verhalten, sowohl was das Verhältnis zu ihrer Stieftochter und ihrem Mann angeht, als auch an ihrem eigenen Verhalten. Ist wie wirklich ungerecht, sieht sie das Ganze Verhalten ihrer Stieftochter zu eng, ist sie wirklich so vergesslich, wie ihre Stieftochter sagt und vergisst Termine oder Verabredungen?
Was für ein Spiel wird hier gespielt ?
Das Ende ist dann sehr überraschend, allerdings in meinen Augen etwas konstruiert, was mich einen Punkt abziehen ließ.
Spannende Unterhaltung ist es aber allemal und ich kann das Buch Freunden subtiler Spannung gerne empfehlen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

konnte mich nur teilweise überzeugen

Ginsterburg
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"Ginsterburg" ist ein fiktiver Ort, der stellvertretend steht für andere Städte in Deutschland. Der Roman handelt auf drei Zeitebenen. 1935,1940 und 1945.
Der Nationalsozialismus greift immer mehr u sich ...

"Ginsterburg" ist ein fiktiver Ort, der stellvertretend steht für andere Städte in Deutschland. Der Roman handelt auf drei Zeitebenen. 1935,1940 und 1945.
Der Nationalsozialismus greift immer mehr u sich und die Menschen reagieren sehr unterschiedlich darauf. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie die Stimmung kippt, Menschen und auch Kinder und Jugendliche sich begeitern lassen, bis hin zum Krieg, der die Begeisterung zum Ende zusammenfallen ließ.

Was mich am meisten an diesem Buch gestört hat, war die schiere Anzahl an Charakteren , die hier agierten und die teilweise nur Nebenschauplätze einnahmen. Man verliert häufig den Überblick und fragt sich, was dieser Charakter hier eigentlich bedeuten sollte. Auch die sehr detailverliebte Art, in der das Geschehen oder manche Soituationen beschrieben wurde, ließ mich manchmal ermüden und ich erwischte mich dabei quer zu lesen.

Was gut eingefangen wurde, war die Stimmung und ihr Kippen. Wie die Propaganda funktionierte, die Leute und sogar die Kinder und Jugendlichen begeisterte.
Die allgemeine Ahnungslosigkeit zu Anfang fand ich allerdings etwas unrealistisch, denn das Eigentum der jüdischen Bevölkerung wurde ja von Dorfbewohner übernoimmen, dann den Holocaus zu legnen, ist wenig überzeugend.

Ein Buch, das den Leser fordert, nicht unbedingt durch den Inhalt, das sicher auch, aber dieses Thema ist schon oft behandelt worden,sondern durch eine gewisse Zähigkeit, die sich durch das ganze Buch zog .

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Veröffentlicht am 06.03.2025

ansprechender Genremix

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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„Middletide“ist das Debüt der Schriftstellerin und ich finde, es ist ihr gut gelungen.

Der Roman ist auf verschiedenen Zeitebenen geschrieben , die zu Anfang schon manchmal verwirrend sind. Der Roman ...

„Middletide“ist das Debüt der Schriftstellerin und ich finde, es ist ihr gut gelungen.

Der Roman ist auf verschiedenen Zeitebenen geschrieben , die zu Anfang schon manchmal verwirrend sind. Der Roman hat viele Rückblenden, die nicht immer klar bezeichnet sind.

„Middeltide“ ist der Roman von Elijah auf den er große Hoffnung gesetzt hat. Dafür hat er seine Heimat und seine Jugendliebe Nakita verlassen.Doch nach dem Tod seines Vaters kehrter zurück und führt ein einfaches naturverbundenes Leben am See.

Dort wurde in den Neunzigerjahren Jahren die ortsansässige Ärztin erhängt vorgefunden. Der zu Anfang angenommene Selbstmord entpuppt sich nach und nach als Mord. Verdächtigt wird Elijah.

Der Genremix Krimi und Liebesgeschichte hat mir gut gefallen. Auch wenn es eher ein ruhiges Buch ist, kommt im Laufe der Zeit Spannung auf.

Der Vergleich mit dem Buch „Der Gesang der Flusskrebse“war meiner Meinung nach nicht ganz zutreffend. Das Buch war schon besser, trotzdem hat mir auch dieses Buch gutgefallen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

interessant und erschreckend

Unter Grund
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Das Buch " Unter Grund" von Annegret Liepold zeigt erschreckend auf, wie ein junges Mädchen in die rechte Szene abgleitet.

Franka ist Referendarin und wohnt mit ihrer Klasse dem NSU Prozess um Frau Zschäpe ...

Das Buch " Unter Grund" von Annegret Liepold zeigt erschreckend auf, wie ein junges Mädchen in die rechte Szene abgleitet.

Franka ist Referendarin und wohnt mit ihrer Klasse dem NSU Prozess um Frau Zschäpe bei. Dabei kommen Erinnerung an ihre Jugend in ihrem Dorf zurück, als sie selbst rechtes Gedankengut vertrat.

Franka wuchs in einem kleinen Dorf in Süddeutschland auf. Ihr Vater, ihr größter Vertrauter ,starb als sie elf war. Ihre Familie geprägt durch eine dominante, wenig einfühlsame Großmutte und eine Mutter, die das Schweigen zur Hauptaufgabe machte. Die einzige Frau, die für die noch wichtig ist, ist die Schwester ihres Vater, die nach seinem Tod aus den USA zurückgekommt.
In der Schule ist Franka Aussenseiterin. Sie selbst, unsicher, wnig selbstreflektiert und ihr einziger Freund Leon, distanziert sich von ihr, als sie seinem Werben nicht nachgibt.Sie fühlt sich allein und ausgegrenzt und trifft in dieser Situation auf Patrick und Janna. Beide sind in der rechten Szene verortet. Dort findet Franka Verständnis und vermeintliche Freunde. Von nun an ist ihr Leben geprägt von Alkohol, rechten Parolen, wie der Auschwitzverleugnung und Fremdenhass bis hin zu Übergriffen, Grabschädung und anderen Anschlägen.

Das Buch beginnt langsam mit Frankas Familiengeschichte, die ich etwas ausschweifend fand. Da wäre etwas Straffung gut gewesen. Aber dann wird dieses Buch sehr interessant. Es wird aufgezeigt, wie einfach es ist , in eine Gemeinschaft zu geraten, die rechtes Gedankengut hegt und ihre Reden Taten folgen lässt. Gerde junge Menschen, die Orientierung suchen und keinen Halt haben durch Elternhaus oder Freunde, sind hier einfache Opfer, da ihre politische Einstellung noch nicht gefestigt ist und es ihnen eigentlich nur um Verständnis und Anerkennung geht und dann verselbständigen sich Sachen sehr schnell, um diese Anerkennung zu erlangen. Muster, die man in der Pubertät häufig findet, die ja eine Orientierungsphase ist, die aber gefährlich wird, wenn es in diese Richtung geht.

Alles in allem eine hochaktuelles Debüt, das am Anfang etwas mehr Straffung vertragen hätte.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

informativ und spannend

Das letzte Bild der Sara de Vos
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Informativ und spannend ist das Buch " Das letzte Bild der Sara de Voss." Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin der Geschichte mit Vergnügen gefolgt.

Einem amerikanischer Banker wird ein ...

Informativ und spannend ist das Buch " Das letzte Bild der Sara de Voss." Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin der Geschichte mit Vergnügen gefolgt.

Einem amerikanischer Banker wird ein Bild der Malerin gestohlen und eine täuschend echte Kopie wieder hingehängt. Der Leser folgt jetzt sowohl der Geschichte des Bankers und der Fälscherin, sowie Sara de Voss. Dieses wird sehr unterhaltsam und spannend in Szene gesetzt, wobei die Spannung auch nicht zu kurz kommt. Beginnend mit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, werden immer wieder Rückblenden in das Leben der Sara de Voss gezeigt, die kein einfaches Leben hatte.

Die Personen werden sehr gut gezeichnet , auch die Atmosphäre in der zeit , als Sara de Voss lebte, wird sehr gut transportiert. Dass man dabei noch eine Menge über Malerei erfährt, ist ein zusätzliches Bonbon.

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