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Veröffentlicht am 15.09.2016

Dünnes Buch

Das Mädchen mit dem Fingerhut
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Ein kleines Mädchen ...ganz allein in einem fremden Land!Die kleine Yiza wird aufgegriffen und in ein Heim gebracht. Dort büxt sie zusammen mit zwei Jungen, Schamham und Aidan, aus. Die drei Kinder schlagen ...

Ein kleines Mädchen ...ganz allein in einem fremden Land!Die kleine Yiza wird aufgegriffen und in ein Heim gebracht. Dort büxt sie zusammen mit zwei Jungen, Schamham und Aidan, aus. Die drei Kinder schlagen sich durch die fremde Welt und versuchen mit Diebstählen , und Einbrüchen zu überleben.

Eines vorneweg:Das Buch ist eher ein Büchlein. Mit 139 Seiten sehr dünn und eher gross gedruckt. Das Cover ähnelt beim Fühlen sehr rauem Zeichnungspapier und das Bild, des kleinen Mädchens sieht aus wie eben erst darauf gemalt.
Der Schreibstil ist klar, einfach gehalten und durch das Fehlen der direkten Rede ähnelt die Geschichte einer Erzählung.
Die aktuelle Thematik der Flüchtlingskinder hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Wie die kleine Yisa gibt es wohl momentan tausende Flüchtlingskinder, die sich alleine in einem fremden Land und ohne die Sprache zu beherrschen, durchschlagen müssen.
Das Motiv , warum die Kinder aus dem Heim türmen, blieb mir zwar schleierhaft, dafür ist die Flucht sehr genau und detailliert beschrieben.
Das Ende ist unerwartet und für mich nicht unbedingt befriedigend ...lässt es doch viel Raum für Spekulationen.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Familienbande

Das Unwetter
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50 Jahre sind Jon und Anna verheiratet und ihre drei Kinder organisieren zu diesem Anlass ein gemeinsames Wochenende in den Bergen. Im Berghotel Innsotra wollen Anette, Dorte und Karl nicht nur das Jubiläum ...

50 Jahre sind Jon und Anna verheiratet und ihre drei Kinder organisieren zu diesem Anlass ein gemeinsames Wochenende in den Bergen. Im Berghotel Innsotra wollen Anette, Dorte und Karl nicht nur das Jubiläum ihrer Eltern feiern. Sie freuen sich auch auf ein Treffen nach langer Zeit.

Ein Unwetter, mit einem nahe gelegenen Murenabgang, schneidet die Gruppe, die aus der Familie, dem Hotelier Ole und zwei Jägern, die auf der Jagd vom Unwetter überrascht wurden, von der Umwelt ab.

Die Familie, die sich nicht mehr oft sieht, muss sich damit auseinandersetzen, dass sie wohl oder übel für einige Zeit nah aufeinander sitzen. Dann geschieht etwas, was ihre Beziehung untereinander klärt.


Mit klaren Sätzen und leisen Untertönen zeichnet die Autorin ein Szenario, das sich niemand wünscht. Eine Gruppe, vorwiegend Mitglieder einer Familie, sitzt bei einem Unwetter in einem einsam gelegenen Berghotel. Jon und Anna, die mit ihren erwachsenen Kindern Dorte, Anette und Karl, sowie Schwiegersohn Jan Inge angereist sind. Sehr schnell sieht man, wie die einzelnen Mitglieder der Familie ticken und wie sie sich untereinander verstehen. Mir waren nicht alle Figuren sympathisch. Sie alle fügten sich jedoch passend in die Geschichte ein.

Wie es oft in Familien so ist, hängt viel Ungesagtes in der Luft und nun, in dieser Ausnahmesituation, kommt dieses ans Tageslicht. So weit, so gut und der Klappentext. Ich verstehe wohl einfach etwas anderes unter Konflikten. Denn was die Mitglieder dieser Familie für Konflikte haben, ist in meinen Augen nicht mal eine Reiberei. Kein böses Wort, keine Anschuldigungen und alle bleiben nett und höflich. Das hätte vielleicht der Handlung gutgetan, denn bedauerlicherweise plätschert diese in der ersten Hälfte leicht vor sich hin. Grandios wird es dann ab dann, als die Jäger und ihre Rucksäcke in die Handlung integriert werden. Das war dann ganz grosses Kino, wie die Handlung sich rasant entwickelt und wie sich die Familie zusammenrottet.

Was mir wirklich gefallen hat, ist die Art des Schreibstils. Setting bedingt spielt auch die Natur eine zentrale Rolle. Murenabgang, Unwetter und zentrales Thema, die Überpopulation von Wölfen, die den Einheimischen das Leben schwer machen, indem sie ihre Schafe reissen.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Jeder Tag in dem Hotel, also Freitag, Samstag und Sonntag, stellt einen Teil. Neun Figuren und ein Hund bestreiten die ganze Handlung. Langweilig wird es dadurch nicht. Mir hat dieser Roman gut gefallen, denn die Entwicklung, die die Story nimmt, hat mich überrascht.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Genremix

Blind Date
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Auf einem Datingportal versuchen Frauen ihren Mister Right zu finden. Sie ahnen nicht, dass sich ein Serienmörder genau dort sein nächstes Opfer sucht.

Als Mr. Right Now macht der Täter sich an alleinstehende ...

Auf einem Datingportal versuchen Frauen ihren Mister Right zu finden. Sie ahnen nicht, dass sich ein Serienmörder genau dort sein nächstes Opfer sucht.

Als Mr. Right Now macht der Täter sich an alleinstehende Frauen heran, vereinbart mit ihnen ein Date und tötet sie anschliessend.

Auch Paige, die von ihrem Exfreund Noah betrogen wurde, sucht ein neues Glück per Datingportal.

Ohne zu ahnen, dass Mr. Right Now Paige im Visier hat, melden sich ihre Mutter Joan, ihre beste Freundin Chloe und Cousine Heather ebenfalls an.


Wie gewohnt mischt Joy Fielding Liebe, Glamour und Morde zu einer Geschichte, die mit Recht nicht die Genreeinteilung Thriller trägt. Obwohl gemordet wird, macht das nur einen kleinen Anteil der Story aus. Manchmal entwickelt sich das Ganze fast in Richtung Denver-Clan. Intrigen, Seitensprünge, Trennungen und Partnerwechsel inklusive. Der Serientäter, der auf Datingportalen seine Opfer sucht, ist jedoch immer wieder präsent. Die Mischung fand ich sehr abwechslungsreich und hat mir gut gefallen. Die Verfolgung des Täters steht klar nicht im Fokus und damit hebt sich diese Geschichte vom üblichen Thriller-Schema ab.

Das Grauen auf ein Thriller-Level heben die Kapitel, in denen der Serientäter in Ich-Perspektive erzählt. Grausig, was so in seinem Kopf vor sich geht. Die Taten sind da eher sachlich beschrieben und sie triefen nicht vor Blut. Gefallen hat mir, wie Joy Fielding mit überraschenden Wendungen auftrumpft. Genau zum richtigen Zeitpunkt und dann, als die Geschichte beginnt sich im Kreis zu drehen. Weniger gefallen hat mir, wie klischeehaft die Figuren teilweise charakterisiert wurden. Noah zum Beispiel, der Exfreund von Paige, weicht nicht 5 Millimeter von seiner klischeehaften Charakterisierung ab und wurde dadurch leicht langweilig. Dasselbe bei Sam, einer Datingbekanntschaft von Paige oder Matt, dem Ehemann von Chloe. Tatsächlich kommen, wie oft bei Joy Fielding, die männlichen Figuren nicht gut weg und sind zudem arg schwarzweiss gestaltet.

Hervorragend hat mir das Ende gefallen, das unüblich für einen Thriller endet, aber sehr kreativ ist.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Spannende Reise!

The Woman in Suite 11
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Zufrieden lebt Lo Blacklock in New York mit ihrem Ehemann Judah Lewis und den beiden Söhnen. Die Jungs sind nun in einem Alter, dass sich Lo wieder einen Job suchen kann. Die Einladung in ein Nobelhotel ...

Zufrieden lebt Lo Blacklock in New York mit ihrem Ehemann Judah Lewis und den beiden Söhnen. Die Jungs sind nun in einem Alter, dass sich Lo wieder einen Job suchen kann. Die Einladung in ein Nobelhotel in Genf, um über dessen Eröffnung zu schreiben, kommt ihr da gerade recht. Dazu soll sie den Besitzer, den Milliardär Marcus Leidmann interviewen. Sie war zwar vor der Geburt der Söhne als Reisejournalistin tätig, ist aber nach den Vorkommnissen vor 10 Jahren auf dem Kreuzfahrtschiff Aurora immer noch traumatisiert. Da scheint ihr so ein Luxushotel in der Schweiz eine sichere Adresse zu sein. Doch die drei Tage im Grand Hotel du Lac am Ufer des Genfersees verlaufen alles andere als sicher und ruhig.


Muss man den vorderen Band "Woman in Cabin 10" kennen, bevor man die Fortsetzung, dieses Buch, liest? Ich denke, es ist auch möglich, ohne Vorkenntnisse zu lesen. Denn den ersten Band habe ich nämlich vor acht Jahren gelesen und wusste nicht mehr genau, warum es ging. Dazu ist die Zeitspanne zu gross. Trotzdem hatte ich keinerlei Verständigungsschwierigkeiten mit dieser ... sagen wir mal ... Fortsetzung. Diese Fortsetzung besteht aus teilweise gleichbleibenden Figuren und Umständen. Die kriminelle Tat ist in sich abgeschlossen.

Laura "Lo" Blacklock, die damals auf einem Kreuzfahrtschiff in grosser Gefahr schwebte, schrammt auch in diesem neuen Buch an etlichen Gefahren vorbei. Bekannte Figuren, neben Lo auch eine Schlüsselfigur aus dem ersten Band, sind auch wieder mit von der Partie. Lo, die sich gedrängt fühlt, dieser Figur zu helfen, gerät in brenzlige Situationen in einer ungewohnten Umgebung. Die Autorin konnte mich in Sachen Schuld und Täterfrage komplett überraschen.

Die Protagonistin gefiel mir wieder gut. Sie ist älter geworden, verheiratet und Mutter zweier Kinder. Dabei bewegt sie sich aber trotzdem immer noch mit einer leichten Naivität durch das Leben und gerät dadurch in etliche brenzlige Situationen. Lo ist jemand, der sich verpflichtet fühlt und ihren Mitmenschen helfen will. Was ihr dann schlussendlich manchmal mehr Leid als Freude bringt.

Ruth Ware hat mich mitgenommen auf eine Reise, die Lo zuversichtlich antritt. Da sie sich freut beruflich endlich "wieder in den Sattel zu schwingen", wie sie es nennt. Ruth Ware hat mich aber auch auf eine Reise mit unvorhergesehenen Wendungen, brisante Passagen, Spannung und Nervenkitzel entführt. Mir hat diese Reise gut gefallen und mich bestens unterhalten. Als Kritikpunkt muss ich eine leichte Langatmigkeit in der Einführung bemängeln. Und, dass diese Fortsetzung erst lange nach dem ersten Teil erscheint.

Ich bin ja schon lange ein Fan der Autorin und mit "The Woman in Suite 11" hat sie wieder mal bewiesen, weshalb das so ist.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Zum Miträtseln

Not Quite Dead Yet
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Das Halloween Fest im Central Park in Woodstock ist wie jedes Jahr ein bedeutendes Ereignis. Auch Jet Mason, die nach der Trennung von ihrem Freund J.J. wieder bei ihren Eltern lebt, nimmt daran teil. ...

Das Halloween Fest im Central Park in Woodstock ist wie jedes Jahr ein bedeutendes Ereignis. Auch Jet Mason, die nach der Trennung von ihrem Freund J.J. wieder bei ihren Eltern lebt, nimmt daran teil. Sie versteht sich zwar nicht gerade gut mit ihnen. Denn ihre Eltern geben ihr zu spüren, dass sie zu wenig ehrgeizig ist. "Ich mache das später" ist Jets Motto und ihren Eltern, die in Woodstock sehr einflussreich sind, geht das gegen den Strich.

Als die 27-Jährige nach dem Fest in der Villa ihrer Eltern überfallen wird, ändert sich alles. Plötzlich hat Jet keine Zeit mehr für "später". Denn die Kopfverletzung, die sie bei dem Ueberfall erleidet, verursacht ein Aneurysma. Eine Verletzung, an der Jet spätestens in sieben Tagen sterben wird. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, die Person zu finden, die sie überfallen hat und damit für ihren Tod verantwortlich sein wird.


Holly Jackson ist bekannt für ihre Jugendbücher. Mit diesem Buch hat sie für einmal einen Thriller für Erwachsene geschrieben. Leider hat die Autorin den Sprung in diese Liga nicht ganz geschafft. Denn Schreibstil, Charakterisierung und Stil der Geschichte ist eher für Jugendliche als für erwachsene Leser.

Die Protagonistin Jet ist 27 Jahre alt, verhält sich jedoch mehrheitlich wie ein pubertierender Teenager. Dies vor allem gegenüber ihren Eltern, gegenüber ihrem älteren Bruder und ihrem Umfeld. Die angedeutete Verliebtheit zwischen Jet und einer anderen Figur ist ebenfalls Jugendbuch-mässig.

Weiter darf man sich nicht zu viel erhoffen betreffend Logik. So schlägt Jet mit einem Hammer und mit lebensbedrohlicher Kopfverletzung munter Löcher in ein Betonfundament. Ihre ganze Kopfverletzung war komplett unrealistisch dargestellt und die medizinische Seite an den Haaren herbeigezogen.

Ich honoriere allerdings die Idee dahinter. Ich habe das so noch nie gelesen, dass eine Figur den eigenen Mord aufklärt. Auch der Rätselfaktor war hoch, denn die Autorin hat viele falsche Spuren gelegt. Die Frage, wer Jet und vor allem aus welchem Grund niedergeschlagen hat, war schon spannend.

Die Figuren wurden zu Beginn gleich in grosser Zahl und auf wenigen Seiten eingeführt. Da gab es bei mir die eine oder andere Unsicherheit, um den Ueberblick zu behalten. Zudem scheint die Autorin eine Vorliebe für Vornamen mit "J" zu haben. Jet, J.J. und Jack, gleich drei wichtige Figuren mit demselben Anfangsbuchstaben.

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