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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2025

Fantasy mit einem Hauch Romantik und starken Charakteren

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall
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In Simta ist Magie verboten, weshalb die Nightbirds das bestgehütete Geheimnis der Stadt sind, denn sie können mit einem Kuss ihre Magie weitergeben. Ein Attentat, dem die Frauen nur knapp entgehen, sorgt ...


In Simta ist Magie verboten, weshalb die Nightbirds das bestgehütete Geheimnis der Stadt sind, denn sie können mit einem Kuss ihre Magie weitergeben. Ein Attentat, dem die Frauen nur knapp entgehen, sorgt dafür, dass ihr glamouröses und behütetes Leben auf den Kopf gestellt wird. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer sie töten will und die Suche nach Antworten führt Matilde, Sayer und Æsa mitten hinein in die geheime Unterwelt von Simta.
Nightbirds ist eine spannende und geheimnisvolle Geschichte, die in einer magischen Welt spielt, die mit ihrem Glamour, politischen Intrigen und Handel im Verborgenen an das aufregende Jazz-Zeitalter erinnert. Kate J. Armstrong hat hier eine einzigartige, opulente Welt erschaffen, die sich im Verlauf der Geschichte immer weiter offenbart. Die Geschichte wird aus Sicht von Matilde, Sayer und Æsa erzählt, drei ganz unterschiedlichen Charakteren, sowohl was ihre Persönlichkeit, als auch ihre Herkunft und Magie betrifft. Von einem Moment auf den anderen reißt ein Ereignis sie aus ihrer Rolle als beschützte Nightbirds und sie sehen sich einer realen Bedrohung gegenüber. Doch anstatt an der Situation zu zerbrechen, beginnen die Frauen nach Antworten zu suchen, sie stellen das bestehende System immer mehr in Frage und wachsen an den Herausforderungen. Was als zaghaftes Bündnis beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einer starken Gemeinschaft. Die Dynamik der Frauen untereinander, ihr Hinterfragen der eigenen Rolle und ihr Abrücken von gesellschaftlichen Normen ist spannend zu beobachten und gibt der Geschichte eine zusätzliche feministische Note.
Alles in allem eine spannende und komplexe Geschichte, die voller Magie, Geheimnissen, Intrigen und Gefahren ist und zudem einen Hauch von Romantik enthält. Ein Fantasy-Debüt, das mit einer faszinierenden Welt, vielschichtigen Charakteren und einer wendungsreichen Geschichte aufwartet und ganz nebenbei ein magisches Beispiel für weibliche Solidarität bietet.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Ein düsterer und nervenaufreibender Thriller

Der Mädchenwald
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Auf dem Weg zu einem Schachturnier wird die dreizehnjährige Elissa betäubt und entführt. Als sie aufwacht, findet sie sich in einem dunklen Keller wieder. Ihre Lage scheint ausweglos, bis Elijah ihr Verlies ...

Auf dem Weg zu einem Schachturnier wird die dreizehnjährige Elissa betäubt und entführt. Als sie aufwacht, findet sie sich in einem dunklen Keller wieder. Ihre Lage scheint ausweglos, bis Elijah ihr Verlies entdeckt und sie heimlich besucht. Elijah lebt im Wald, seit er denken kann, und Elissa ist nicht die erste, die in den Keller unter der Hütte gebracht wird. Elissa begreift, dass sie nur mit Elijahs Hilfe entkommen kann, aber Elijah weigert sich, die Polizei zu rufen, denn er hat noch nie einen Freund gehabt. Und er will nicht, dass Elissa verschwindet...
Der Mädchenwald ist ein düsterer und spannender Thriller, dramaturgisch geschickt aufgebaut und voller unerwarteter Wendungen. Auf der einen Seite ist es die erschütternde Schilderung einer Kindesentführung, auf der anderen Seite ein verstörendes Katz-und-Maus-Spiel voller Täuschung, Manipulation und Verrat, erzählt aus drei Perspektiven, die mühelos ineinander übergehen und der Geschichte zusätzliche Dynamik verleihen.
Elissa ist ein aufgewecktes und mutiges Mädchen, das sich in ihrer Not und Verzweiflung auf ihr Schachtalent verlässt und eine Partie beginnt, von der ihr Leben abhängt. Ihr strategisches und kluges Handeln lässt sie sehr erwachsen erscheinen, doch auch Elijah erweist sich als herausfordernder und unberechenbarer Gegner. Während Elissa versucht, ihrer verzweifelten Lage zu entkommen, setzt Detective Superintendent Mairead MacCullagh alles daran, das Mädchen lebend zu finden, doch aufgrund ihrer persönlichen Situation lässt sie das Geschehen und die Angst der Mutter zu nah an sich heran und droht, ihre professionelle Distanz zu verlieren.
Es ist eine düstere Geschichte voller trügerischer Eindrücke und Erinnerungen, verwoben mit Märchenmotiven, unheimlichen Ereignissen und grausamen Bildern. Die psychologische Tiefe der Figuren lässt mit ihnen mitfühlen und für sie hoffen, so dass man förmlich an den Seiten klebt, zumal man das Gefühl nicht los wird, das ganze Ausmaß des Schreckens noch nicht erfasst zu haben.
Ein beklemmender und nervenaufreibender Thriller, der gekonnt mit der Erwartungshaltung der LeserInnen spielt, atmosphärisch dicht und absolut fesselnd.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Ein opulentes magisches Abenteuer

Der Sternenstaubdieb
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Loulie al-Nazari handelt mit magischen Relikten, die sie mit Hilfe des Dschinns Qadir aufspürt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Als sie auf Geheiß des Sultans mit Prinz Omar auf die Suche nach einer ...

Loulie al-Nazari handelt mit magischen Relikten, die sie mit Hilfe des Dschinns Qadir aufspürt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Als sie auf Geheiß des Sultans mit Prinz Omar auf die Suche nach einer legendären Wunderlampe gehen soll, gerät nicht nur Loulie in Gefahr, denn seit die Frau des Sultans von einem Dschinn getötet wurde, werden Dschinne im ganzen Land erbittert gejagt.
Der Sternenstaubdieb ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie, die von den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht inspiriert ist. Man muss sich erst an die Charaktere gewöhnen und sich in der Welt zurechtfinden, aber dann entfaltet die Geschichte einen Zauber, dem man sich nur schwer entziehen kann. Chelsea Abdullah schickt ihre sehr unterschiedlichen Protagonisten auf eine beschwerliche Reise voller Gefahren und Hindernisse, auf der sie mehr als einmal um ihr Leben fürchten, schwere Entscheidungen treffen und Verluste hinnehmen müssen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und die detailliert geschilderten Schicksale der Figuren berühren, lassen mitfühlen und mitbangen. Loulie und Qadir sind ein eingespieltes Team, ihre Verbundenheit ist spürbar und lässt hoffen, dass am Ende alles gut ausgeht, auch die Entwicklung von Prinz Mazen ist spannend zu beobachten, ebenso wie die taktischen Entscheidungen von Aisha.
Eine opulente Geschichte voller Magie, Geheimnisse und Intrigen, lebendig erzählt, wendungsreich und nach langsamem Beginn fesselnd bis zum Schluss.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Ein gut konstruierter und packender Spannungsroman

Das Haus in dem Gudelia stirbt
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Als eine Sturmflut über das kleine Dorf Unterlingen hereinbricht, müssen die Bewohner vor den Wassermassen fliehen und ihre Häuser verlassen. Nur Gudelia versteckt sich vor den Rettungskräften und weigert ...

Als eine Sturmflut über das kleine Dorf Unterlingen hereinbricht, müssen die Bewohner vor den Wassermassen fliehen und ihre Häuser verlassen. Nur Gudelia versteckt sich vor den Rettungskräften und weigert sich, ihr Zuhause zu verlassen, selbst als ihr Haus in den Fluten einzustürzen droht. Denn ihr Zuhause birgt ein dunkles Geheimnis, das sie um jeden Preis schützen muss.
Das Haus in dem Gudelia stirbt ist ein düsterer Krimi und ein packendes Familiendrama. Auf drei Zeitebenen entfaltet sich die Geschichte von Gudelia, die trotz Sturmflut in ihrem Haus ausharrt, von jeglicher Versorgung abgeschnitten ist und erbittert gegen Wassermassen, Verfall und Plünderung kämpft. Während das Wasser steigt und das Leben immer schwieriger wird, kommen verdrängte Erinnerungen und Geheimnisse ans Licht und offenbaren die ganze Tragik eines bewegten Lebens.
Thomas Knüwer erzählt von Familie, Verlust, Schuld und Vergeltung. Seine klare, wertfreie Sprache verleiht der Geschichte eine gewisse Melancholie, während das Geschehen ebenso mitreißt und in den Grundfesten erschüttert wie die allgegenwärtige Sturmflut.
Ein gut konstruierter Spannungsroman, atmosphärisch und packend bis zum Schluss.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Packender Zeeland-Krimi

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi
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Liv de Vries ist Hoofdinspecteur bei der Landespolizei und soll nach einem missglückten Einsatz in einem Vermisstenfall in Veere ermitteln, bis sich die Wogen geglättet haben. Gemeinsam mit ihrer neuen ...

Liv de Vries ist Hoofdinspecteur bei der Landespolizei und soll nach einem missglückten Einsatz in einem Vermisstenfall in Veere ermitteln, bis sich die Wogen geglättet haben. Gemeinsam mit ihrer neuen Kollegin Noemi Bogaar geht Liv ersten Hinweisen nach und stößt auf eine Verbindung zu Esmée, einem Mädchen surinamischer Herkunft, das vor vielen Jahren ebenfalls in Veere spurlos verschwunden ist. Was hat Rob van Loon damit zu tun? Und warum interessiert sich plötzlich die rechte Szene für ihn?

Die Toten von Veere ist ein spannender Zeeland-Krimi mit mehreren Handlungssträngen. Während Liv in ihrem Heimatort Veere ermittelt, bezweifelt die Rechtsmedizinerin Ann-Remi Blom, dass Willem de Ran eines natürlichen Todes gestorben ist und ermittelt auf eigene Faust. 1944 verschwindet die 16-jährige Mareike Cornelisse nach einem Bombenangriff spurlos. Ihr Bruder Henk macht sich auf die Suche und gerät in eine Widerstandsbewegung.
Maarten Vermeer lässt seine LeserInnen lange Zeit im Unklaren, ob und wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen. Stattdessen fördern die Ermittlungen immer neue Erkenntnisse zutage und offenbaren das ganze Ausmaß der politischen Verstrickungen und Brisanz, während die Rückblenden immer tiefer in die deutsch-niederländische Vergangenheit führen.

Ein gut durchdachter Krimi mit glaubwürdigen Charakteren und Ermittlungen, der trotz des beschaulichen Schauplatzes eine eher beklemmende Atmosphäre aufweist und mit einer vielschichtigen und wendungsreichen Geschichte von Anfang bis Ende fesselt. Die dramatische Auflösung lässt zudem auf eine Fortsetzung hoffen. Uneingeschränkte Empfehlung für diesen spannenden Krimi mit einem packenden und brisanten Thema und sympathischen Ermittlerinnen.

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