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Veröffentlicht am 26.04.2025

Aufstieg und Fall der Stadt Varennes-Saint-Jacques

Das Licht der Welt
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"Das Licht der Welt" ist der zweite Band der Fleury-Saga von Daniel Wolf. Die Geschichte der fiktiven Stadt Varennes-Saint-Jacques, deren Bewohner und allem voran die Geschichte der Familie Fleury, wird ...

"Das Licht der Welt" ist der zweite Band der Fleury-Saga von Daniel Wolf. Die Geschichte der fiktiven Stadt Varennes-Saint-Jacques, deren Bewohner und allem voran die Geschichte der Familie Fleury, wird in diesem zweiten Band weiter geschrieben. Michel steht der Stadt als Bürgermeister vor und sein Sohn Remy tritt in diesem Band in den Vordergrund. Als Buchmaler geht er zuerst in Konfrontation mit dem örtlichen Abt und auch als er noch die erste bürgerliche Schule eröffnen möchte, ist der Konflikt mit dem Geistlichen komplett. Aber auch 1218 herrscht Krieg in Oberlothringen. Eine Fehde zwischen König Friedrich und Herzog Thiébaut. Auch Varennes leistet dem König Heerfolge. Und hier weiten sich die Konflikte zwischen den Fleurys und dem Wucherer Lefèvre weiter aus. In tiefer Abneigung stehen sich die Parteien in der Zeit danach gegenüber und es kommt zu folgenschweren Ereignissen, die zuerst Varennes behindern, dann als Messestadt aufblühen lässt und zuletzt zum tiefen Absturz führt. Denn aus Metz kommt ein weiterer mächtiger Gegner ins Spiel. Ist der erste Teil des Buches noch durch Michel Fleury geprägt, so übernimmt sein Sohn Remy immer mehr die Hauptrolle. Auch dieser zweite Band ist mit fast 1200 Seiten durchaus ein Wälzer, aber beim Lesen kam bei mir nie Langeweile auf. Im Gegenteil, der Werdegang der Fleurys, das Geschehen in der Stadt Varennes sowie die Konflikte zwischen den verschiedenen Parteien halten den Leser immer bei der Stange und sorgen für viele spannende Lesemomente. Man muss nicht zwingend den ersten Band der Saga gelesen haben um in diese Geschichte einzutauchen, aber natürlich ist es gut vorher "Das Salz der Erde" zu lesen, wenn man die Entwicklung der Protagonisten nachverfolgen möchte. An wenigen Stellen hätte man die Story vielleicht etwas straffen können, aber in Summe hat auch dieser zweite Band der Saga mir sehr gut gefallen und ich bin gerne den Fleurys 30 Jahre von 1218-1248 gefolgt.

Veröffentlicht am 10.03.2025

Wenn nachts die Wölfe heulen

Wölfe von Potsdam
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"Wölfe von Potsdam" ist der Auftaktband der Paula-Osterholz-Reihe von Frank Hagedorn. Paula Osterholz, eine junge Kommissarin, startet nach dem Tod ihrer heimlichen Liebe in Potsdam einen Neuanfang. Im ...

"Wölfe von Potsdam" ist der Auftaktband der Paula-Osterholz-Reihe von Frank Hagedorn. Paula Osterholz, eine junge Kommissarin, startet nach dem Tod ihrer heimlichen Liebe in Potsdam einen Neuanfang. Im dortigen Kommissariat will sie wie auch privat im Umfeld ihrer Familie vergessen und neu beginnen. Doch kaum angekommen wird sie sofort mit einem Mordfall konfrontiert. Gemeinsam mit ihrem neuen Partner Henry Wullitzer gilt es den Tod einer Besitzerin eines Gestütes zu klären. Als dann auch noch im Wald die Leiche eines unbekannten Wolfschützers aufgefunden werden, gilt es im neuen Team an mehreren Fronten zu ermitteln. Denn anscheinend treffen die gegnerischen Fronten von Tierschützer und Jäger aufeinander und es gibt schon kurz darauf die nächsten Toten. Frank Hagedorn lässt in diesem Krimi Paula Osterholz zum ersten Mal ermitteln. Dabei beschreibt er ihren Start im neuen Team, ihr Einleben in Potsdam, aber auch ihr Zusammenwachsen mit ihrem neuen beruflichen Partner. Denn dieser trägt ebenfalls so wie sie ein Päckchen aus der Vergangenheit. Der Auftakt beginnt vielversprechend, aber dann verflacht im Mittelteil die Spannungskurve doch ein wenig. Aber der Krimi findet auch wieder in die Spur und schließlich endet die Story sogar mit einem kleinen Cliffhanger. "Wölfe von Potsdam" ist für mich ein solider Beginn einer neuen Krimireihe mit Potential nach oben. Auf alle Fälle ist aber Stoff für weitere Bände gegeben und man darf neugierig sein wie es mit dem neuen Ermittlerpaar in Potsdam weitergehen wird.

Veröffentlicht am 01.03.2025

Der Frühsommer auf Gut Falkenbach nach der Wannseekonferenz

Der Schutz der Freundschaft
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"Der Schutz der Freundschaft" ist der elfte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Frühsommer 1942, die Wannseekonferenz in Deutschland ist wenige Monate her. Auf Gut Falkenbach kehrt Wilhelmine zurück ...

"Der Schutz der Freundschaft" ist der elfte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Frühsommer 1942, die Wannseekonferenz in Deutschland ist wenige Monate her. Auf Gut Falkenbach kehrt Wilhelmine zurück aus München und auch in der Munitionsfabrik von Ferdinand Lehmann gibt es Veränderungen. Ein neuer Lagerkommandant im dortigen Arbeitslager betritt die Bühne. Es ist der junge SS-Hauptsturmführer Viktor Sander. Obwohl er sich äußerst höflich und auch erstaunlich korrekt beim Amtsantritt verhält, gilt es für die Familien Falkenbach und Lehmann äußerst vorsichtig zu Werke zu gehen. Denn nach wie vor kann jeglicher Zweifel oder Widerstand im Deutschen Reich tödlich enden. Im Hintergrund hat nämlich Hauptsturmführer Breuer aus München immer noch ein Auge auf die Geschehnisse auf Gut Falkenbach. Ellin Carsta beschreibt in diesem elften Band weiter das Leben der Familien in Bernried am Starnberger See. Während die junge Wilhelmine als rechte Hand ihrem Vater zur Seite steht als dieser wieder die Pferdezucht vorantreiben will, gibt es immer mehr private Differenzen zwischen Damen- und Herrenwelt. Dorothea von Falkenbach fühlt sich von ihrer Familie im Stich gelassen und nicht ernst genommen. Bei den Lehmanns zerbricht immer mehr die Ehe von Ferdinand und Elisabeth, dies letztendlich zu Verrat führt. Diese Differenzen beschreibt die Autorin in diesem Band ausführlich, was aber für mich zu Längen führt. Viel mehr hätte ich mir hier auch mehr Kapitel über das Leben an der Front von Leopold und Gustav gewünscht. Bis auf kurze Abschnitte erlebt man aber diese beiden nur ergänzend im Briefwechsel mit zuhause. Daher tritt die Story teils auf der Stelle anstatt sie wirklich voranschreitet. Erst nach und nach durch entscheidende Abschnitte gibt es eine Fortentwicklung, über deren Auflösung man dann im Folgeband gespannt sein darf. In Summe empfinde ich diesen Band nicht ganz so überzeugend wie so manche davor, trotzdem bin ich immer noch interessiert an der Falkenbach-Saga und neugierig wie es mit den beiden Familien inmitten der Kriegswirren im Deutschen Reich weitergeht.

Veröffentlicht am 23.02.2025

Der Eberhofer macht das Dutzend voll!

Steckerlfischfiasko
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"Steckerlfischfiasko" ist der zwölfte Band der Eberhofer-Reihe von Rita Falk. Als der Eberhofer Franz zu einer Leiche im neu eröffneten Golfressort in Niederkaltenkirchen gerufen wird, hofft er noch auf ...

"Steckerlfischfiasko" ist der zwölfte Band der Eberhofer-Reihe von Rita Falk. Als der Eberhofer Franz zu einer Leiche im neu eröffneten Golfressort in Niederkaltenkirchen gerufen wird, hofft er noch auf einen gewöhnlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch seine Gebete werden nicht erhört. Denn es ist eindeutig Mord. Der Präsident des Golfclubs, und zugleich Steckerlfischbaron der umliegenden Volksfeste, wurde mit einem Golfschläger erschlagen. Natürlich sitzt ihm bei so einem brisanten Fall sofort der Polizeipräsident und der Richter Moratschek, sowie der örtliche Bürgermeister im Nacken und drängen ihn zu einer schnellen Aufklärung des brisanten Falles. Als hätte er nicht schon andere Sorgen, denn seine Susi will neue Bürgermeisterin von Niederkaltenkirchen werden und sein Sohn Pauli tanzt in Strumpfhosen im Kinderballett. Und so muss er in seiner beschaulichen niederbayerischen Welt mit seinem Freund Birkenberger Rudi wieder einige Ermittlungs- und Lebenskrisen meistern. Rita Falk schickt ihren komischen und auch durchaus zur rechten Zeit kauzigen Eberhofer Franz zum zwölften Mal ins Rennen. Natürlich begleiten ihn auch diesmal wieder alle bekannten Figuren aus dieser Reihe, obwohl so einige diesmal eher eine Nebenrolle einnehmen. Dafür knüpft der Protagonist weiter daran an seine Eigenheiten zu pflegen und auch sein Weltbild zu verteidigen. Bei so manchem kann man ihm das schon sehr nachempfinden, dem armen Kerl. Neuerungen sind halt nicht seine Sache. Und so hält auch dieser Band den Leser am Schmunzeln. Aber man muss auch ehrlicherweise sagen, dass vieles nach mittlerweile zwölf Bänden ein wenig auserzählt ist und sich diese Reihe langsam dem Ende neigen sollte. Nichtsdestotrotz ist Rita Falk wieder ein humoriger Band gelungen, der sich kurzweilig liest und einen unterhält.

Veröffentlicht am 08.02.2025

Der Kommissar und die Robbenfrau

Mord auf den Färöern - Der Kommissar und die Robbenfrau
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"Mord auf den Färöern" ist ein Krimi von Carola Christiansen. Kommissar Revur lebt und arbeitet auf den Färöer-Inseln im Nordatlantik. Normalerweise herrscht auf der Inselgruppe ein beschauliches Miteinander. ...

"Mord auf den Färöern" ist ein Krimi von Carola Christiansen. Kommissar Revur lebt und arbeitet auf den Färöer-Inseln im Nordatlantik. Normalerweise herrscht auf der Inselgruppe ein beschauliches Miteinander. Doch dann wird eine gehäutete Leiche zu Füßen der Statue der Robbenfrau aufgefunden. Der grausame Mord erschüttert die Inseln. Als kurz danach an einer weiteren Kultstätte die nächste Leiche aufgefunden wird, schaltet sich das Festland in Dänemark mit ein. Die Kommissarin Amalie Vinther wird nach Tórshavn entsandt, um die örtliche Polizei dort zu unterstützen. Die unterkühlte Polizistin ist anfangs überhaupt nicht von dem Auftrag begeistert, doch vor Ort entwickelt sich ein Fall, bei dem die Spuren bis in die Niederlande reichen. Die Autorin entführt den Leser mit diesem Krimi auf die Färöer-Inseln zwischen Schottland, Norwegen und Island. Der dortige Kommissar Revur zieht sich eigentlich gerne zurück wenn sich der Todestag seiner Schwester jährt. Doch diesmal bekommt er es mit einer Mordserie zu tun, bei der ihn anscheinend seine familiäre Vergangenheit einholt. So wie vor Ort das Klima rauh ist, so brauchte es auch für mich ein wenig um mit den Protagonisten warm zu werden. Sowohl Revur, als auch Amalie Vinther waren mir anfangs zu unnahbar und der Krimi brauchte auch einige Zeit um mich in seine Story zu ziehen. Doch so wie die Figuren im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchlebten, so ging es mir als Leser ebenfalls. Je weiter ich beim Lesen voranschritt, umso mehr tauchte ich in den Kriminalfall ein. Auch die Spannung, die anfangs noch überschaubar war, zog im Verlauf immer mehr an und so entwickelte sich dann ein fesselnder Krimi. Letztendlich für mich ein lesenswerter Krimi aus der Inselwelt des Nordens, der gegen Ende auch auf eine Fortsetzung mit einem nächsten Fall hindeutet.