“Der Gourmet” ist Band 2 der “Washington Poe und Tilly Bradshaw ermitteln-Reihe", aber man kann die Bände unabhängig voneinander lesen.
Vor sechs Jahren brachten vor allem die hartnäckigen Bemühungen ...
“Der Gourmet” ist Band 2 der “Washington Poe und Tilly Bradshaw ermitteln-Reihe", aber man kann die Bände unabhängig voneinander lesen.
Vor sechs Jahren brachten vor allem die hartnäckigen Bemühungen von DS Washington Poe einen charismatischen, narzisstisch grausamen Gourmet und TV-Star-Koch ins Gefängnis - wegen Mordes an seiner eigenen Tochter, obwohl keine Leiche gefunden wurde. Nun taucht eine Frau auf, die behauptet die angeblich ermordete Tochter des besagten Kochs zu sein. Es scheint, als hätte jemand sie entführt, als wäre ihr die Flucht gelungen – eine DNA-Analyse betätigt ihre Identität. Aber das Ergebnis einer weiteren forensischen Untersuchung bringt Seltsames zu Tage, sodass Poe, zusammen mit Tilly (einer brillanten Crime-Analystin) nachzuforschen beginnt.
Parallel dazu entfaltet sich der perfide Plan des Star-Kochs, doch nur Poe kann nur Tilly und seine Chefin, DI Stephanie Flynn, davon überzeugen, sodass ihm mächtig Ärger droht.
Der Schreibstil ist lebendig, ausdrucksstark, schwarzhumorig. Die Dynamik zwischen den Figuren ist unterhaltsam und interessant. Die Handlung ist komplex, raffiniert, facettenreich, mit viel ländlichem Nordwestengland-Flair sowie einer plausiblen Auflösung!
Ich fand “Der Gourmet” eher rätselhaft als spannend, dennoch war es ein Vergnügen für mich in diesem atmosphärischen, amüsanten und gleichzeitig düsteren Krimi einzutauchen!
“Diamond Empress. A Million Reasons” ist Band 1 einer Trilogie.
Die junge Noemi hat ihr Leben während der letzten sechs Jahre gründlich vermasselt und nimmt jetzt einen Job als Pianistin an Bord eines ...
“Diamond Empress. A Million Reasons” ist Band 1 einer Trilogie.
Die junge Noemi hat ihr Leben während der letzten sechs Jahre gründlich vermasselt und nimmt jetzt einen Job als Pianistin an Bord eines Luxusliners an. Dort lernt sie den etwa gleichaltrigen Akrobaten Viktor kennen und als beide einer geheimnisvollen Einladung in die Schiffsbibliothek folgen, bekommen sie die Chance Teil einer Diebescrew zu werden – wenn sie die Aufnahmeprüfung meistern.
“Diamond Empress. A Million Reasons” beginnt direkt fesselnd und faszinierend verstörend: Man lernt die 24-jährige Noemi kennen, die (wegen diverser Enttäuschungen) himmelschreiend trotzig, zynisch und selbstzerstörerisch unterwegs ist. Sie ist sehr impulsiv sowie leichtsinnig, was allerdings nachvollziehbar geschildert wird: Alltägliches, Routine, Konventionen etc. langweilen und engen ihren freien, hochbegabten Geist ein, weshalb sie regelmäßig ein Gegenmittel braucht. Sie ist süchtig nach Nervenkitzel, danach zu provozieren, Verbotenes oder gar Illegales zu tun.
Nach wenigen Kapiteln betritt dann der völlig abgebrannte, ebenfalls moralisch graue, Viktor die Bühne bzw. den Times Square, wo er die Menschenmenge mit einer nicht genehmigten, akrobatischen Feuershow begeistert, um anschließend “den Hut herumgehen zu lassen”. Doch der cool und tough wirkende Straßenkünstler hat echte Schwächen und eine davon kommt ihm in die Quere, mit fatalen Folgen, aber das Blatt wendet sich erneut - er wird unverhofft Teil einer spektakulären Show auf einem Kreuzfahrtschiff.
Die beiden sind brillant charakterisiert, Sie sie haben bewegende Vorgeschichten, sind hoch interessant, voller Widersprüche, außergewöhnlich, dabei total überzeugend - und ihr Zusammenspiel ist unterhaltsam plus aufregend gestaltet. Ihre Innenleben (Ängste, Hoffnungen, Scham, Verzweiflung) werden ausgesprochen lebendig, emotional sowie greifbar geschildert. Auch die Nebenfiguren sind toll ausgearbeitet und die Diamond Empress, ein geradezu lächerlich luxuriöses Kreuzfahrtschiff, ist der perfekte Rahmen für das bunte Treiben der gewitzten Heist-Crew.
Auf dem Schiff müssen sich Noemi und Viktor nicht mehr um einen Schlafplatz, die nächste Mahlzeit oder ein geregeltes Einkommen sorgen, weshalb sie über Dinge nachdenken, die das Leben wirklich lebenswert machen: Vertrauen, Zusammenhalt, Freundschaft, emotionale Nähe - die Annäherung von Noemi und Viktor war mir zwar manchmal etwas zu gefühlsbetont, aber ich bin generell kein Fan von Liebesgeschichten, und insgesamt fand ich das Zwischenmenschliche bzw. die Found-Family-Elemente großartig umgesetzt!
Der Kopf der Diebesbande ist Ernest Ramon Ariel Walker-Petrakis, ein ebenso eleganter wie zwielichtiger Gentleman Ganove - er scheint im Geld zu schwimmen, was ist also seine Motivation? Kann man ihn trauen? Haben Noemi und Viktor eine Wahl? Schließlich geht es um 6,6 Millionen pro Kopf und die beiden haben sich während der letzten paar Jahre mehr schlecht als recht durchs Leben gemogelt.
“Diamond Empress. A Million Reasons” ist unwiderstehlich! Die filmisch erzählte Handlung sprüht vor Elan, sie ist psychologisch interessant, ereignis- sowie geistreich, humorvoll, rätselhaft, spannend und überraschend! Ich finde das Buch ist ein bisschen wie die Ocean’s- Heist-Filmreihe, nur jünger, elektrisierender, mysteriöser! Während der 100-tägigen Kreuzfahrt es geht von NYC nach Barcelona, in diesem Band über Neufundland, Grönland, Island und die Färöer-Inseln - ich kann es kaum erwarten, die Reise fortzusetzen, denn Band 1 endet mit einem Wahnsinns-Cliffhanger!
Der spektakulär atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die eindringlichen Schilderungen von erfreulichen, aufregenden und beklemmenden sowie emotional niederschmetternden Gefühlen und der Prolog haben ...
Der spektakulär atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die eindringlichen Schilderungen von erfreulichen, aufregenden und beklemmenden sowie emotional niederschmetternden Gefühlen und der Prolog haben mich direkt gepackt, nicht mehr losgelassen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte! Der Prolog erzählt von Freundschaft, Lebensfreude, Freiheit, dann plötzlich von Tod – was total neugierig macht!
Das englische Model Bea ist für Modeaufnahmen in Marrakesch, doch sie bekommt eine “Sinnkrise” und bummelt nach einem anstrengenden Job durch die Innenstadt, um den Kopf frei zu kriegen. Eine lebensbedrohliche Begegnung in einer abgelegenen Gasse verändert allerdings alles: ihr Rucksack inklusive Pass wird gestohlen, die Lage eskaliert und sie flüchtet, zusammen mit einer anderen Frau, in einen kleinen Küstenort. Dort kommt sie als Aushilfe in einem Surf-Hostel unter und die freigeistigen, feierwütigen Surfer sowie Surferinnen aus aller Herren Länder nehmen sie mit offenen Armen auf. Doch die idyllische Fassade bekommt allmählich Risse: Der Überfall, der sich in Marrakesch ereignete, überschattet Beas Zeit im Surf House, genau wie düstere Gerüchte um eine amerikanische Touristin, dann taucht ein mysteriöser Gast auf, der für Unruhe sorgt – am Ende des Sommers hat Bea genug von den Geheimnissen, den Lügen und den Todesfällen!
Die intensiven, greifbaren Beschreibungen der Umgebung (ich konnte die Gewürze quasi riechen, die Hitze fast spüren, genau wie das kühle Atlantik-Meerwasser) und von Beas emotionaler Achterbahnfahrt sind absolut mitreißend, außerdem ist die Handlung von Anfang an interessant sowie spannend!
Bea ist sehr sympathisch und faszinierend: sie ist rücksichtsvoll, umgänglich, aber wenn ihre Grenzen niedergetrampelt werden, bricht ihre kompromisslose Seite hervor, was ich total gefeiert habe, weil sie den Begriff “Selbstermächtigung” dann perfekt verkörpert!
Nach und nach lernt man die anderen, toll gezeichneten, Charaktere bzw. die komplizierte Dynamik zwischen ihnen kennen. Bea muss feststellen, dass es in der Surf-Gemeinde nicht so entspannt und harmonisch zugeht, wie es auf den ersten Blick scheint.
Verschiedene Perspektiven auf zwei Zeitebenen bringen graduell Enthüllungen mit sich, sorgen für Abwechslung sowie anhaltende Spannung. Die vielsichtige, ereignisreiche, tiefschürfende Handlung ist nonstop packend, auch wegen der kurzen Kapitel, die das Tempo verstärken. Es gibt viele gelungene Überraschungen, von denen ich nur eine habe kommen sehen, und zum Ende hin wird es ungemein nervenaufreibend, erschütternd sowie dramatisch!
Die junge Mercy ist eine absolute Außenseiterin: Eine schwere Kopfverletzung hat neurologische Schäden hinterlassen, die sie im Alltag behindern, denn sie leidet an einer Tageslichtphobie, Schwindelanfällen, ...
Die junge Mercy ist eine absolute Außenseiterin: Eine schwere Kopfverletzung hat neurologische Schäden hinterlassen, die sie im Alltag behindern, denn sie leidet an einer Tageslichtphobie, Schwindelanfällen, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen. Sie ist ungeschickt im Umgang mit anderen, sehr eigen bei der Wahl ihrer Kleidung, zudem ist sie eine Stalkerin, die nachts auf Beobachtungstour geht. Sie lässt Menschen, die Probleme haben, heimlich anonym kleine Nettigkeiten zukommen, Akte der Freundlichkeit. Eines Nachts lernt sie Louis kennen, der sich auch in die Leben anderer einmischt, allerdings sorgt er für Gerechtigkeit, indem er Lektionen erteilt. Mercy findet Gefallen an seinem Ansatz, sie werden ein Team, dann gerät die Selbstjustiz außer Kontrolle: was als aufregendes Abenteuer begonnen hat, wird zu etwas Bedrohlichem. Auch, weil der anfangs geduldige, verständnisvolle Louis fordernder und radikaler wird – sein wahres Gesicht zeigt ...
Mercy ist seltsam, aber interessant und sympathisch! Rückblicke in ihre Vergangenheit erklären nach und nach was ihr widerfuhr, warum sie tut, was sie tut.
Der flüssige, lebendige Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und die originelle, skurril düstere Handlung ist ereignisreich, fesselnd, clever sowie faszinierend verstörend gestaltet!
“Sie sieht, was du tust” hat mir insgesamt sehr gut gefallen, ich fand nur, dass die Schilderungen teilweise ziemlich ausführlich sind, wodurch die Handlung meiner Meinung nach eine Weile lang eher langsam voranschreitet. Innerhalb des letzten Drittels wurde es dann für mich so richtig spannend: nervenaufreibend gefährlich! Die außergewöhnliche Handlung mit Substanz hallt lange nach und überrascht mit gelungenen, erschütternden Wendungen!
Argentinien und Ägypten, 1884-1885: Die 18-jährige Inez lebt bei ihrer strengen Tante, denn ihre Eltern sind Abenteurer, die, zusammen mit ihrem Onkel, seit 17 Jahren größtenteils bei Ausgrabungen in Ägypten ...
Argentinien und Ägypten, 1884-1885: Die 18-jährige Inez lebt bei ihrer strengen Tante, denn ihre Eltern sind Abenteurer, die, zusammen mit ihrem Onkel, seit 17 Jahren größtenteils bei Ausgrabungen in Ägypten sind. Als sie von ihrem Onkel erfährt, dass ihre Eltern unter mysteriösen Umständen in der Wüste ums Leben kamen, macht sie sich auf den Weg, um herauszufinden, was passiert ist.
Doch bereits bei ihrer Ankunft in Alexandria geht einiges schief und auf dem Weg nach Kairo wird sogar noch schlimmer. Die Begegnung mit ihrem Onkel verläuft auch nicht wie verhofft: er und sein junger, attraktiver Assistent Whit versuchen beharrlich sie zur Rückreise nach Argentinien zu bewegen.
Die selbstbewusste, eigenständig denkende Inez lässt sich allerdings nichts sagen, sie wendet die eine oder andere List an, um sich durchzusetzen und nimmt die Anstandsregeln, die für junge, unverheiratete Frauen (aus gutem Hause) gelten, nicht so ernst. Sie ist entschlossen das Rätsel um den Tod ihrer Eltern zu lösen sowie einem düsteren Verdacht nachzugehen. Erzählt wird hauptsächlich aus Inez’ Sicht, aber auch Whit kommt sporadisch zu Wort.
“What the River knows” ist ein wirklich tolles Jugendbuch: die historischen Elemente (mit entsprechender Gesellschaftskritik), die Magie, die ägyptische Mythologie und das ereignis-sowie facettenreiche Geschehen sind absolut mitreißend! Der atmosphärische, lebendige, unterhaltsame Schreibstil, die abenteuerliche Handlung (die bewegend, ein bisschen romantisch, spannend, dramatisch sowie wendungsreich ist) und die interessanten, teilweise undurchsichtigen, Charaktere bzw. die Dynamik zwischen ihnen machen dieses Buch zu einem faszinierenden Leseerlebnis! Schade, dass Band 2 erst in sechs Monaten erscheint!