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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Das perfekte Doppelleben

Belladonnas
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Das Leben der in der Kindheit getrennten Zwillingsschwestern Chloe und Julie könnte nicht unterschiedlich sein. Während Julie ein armseliges Leben mit Depressionen und Mindestlohnjob führt, ist Chloe beliebtes ...

Das Leben der in der Kindheit getrennten Zwillingsschwestern Chloe und Julie könnte nicht unterschiedlich sein. Während Julie ein armseliges Leben mit Depressionen und Mindestlohnjob führt, ist Chloe beliebtes It-Girl und Influencerin. Als Julie beschließt, Chloe in ihrer schicken New Yorker Wohnung einen Besuch abzustatten, trifft sie dort aber auf ihre Leiche - und entscheidet spontan, das Leben ihrer Schwester einzunehmen. Doch schafft sie es, die Millionen von Followern und die New Yorker High Society von ihrer Schwindelei zu überzeugen?

Diese düstere Zwillingsgeschichte konnte mich anfangs sehr mit seiner Prämisse überzeugen. Ich fand super spannend, Antiheldin Julie dabei zu begleiten, wie sie ihren Plan austüftelt und sich in die Influencerwelt einschleußt. Dabei schafft es die Autorin, Kritik an der Internetkultur gekonnt in die Thriller-Handlung einzufädeln. Gerade die erste Hälfte der Geschichte war super spannend geschrieben und wirklich ein Pageturner.

Leider driftete die Geschichte im letzten Drittel komplett ab. Thematisch geht das Ende der Geschichte in eine ganz andere Richtung und verliert komplett den Faden. Die gute Vorarbeit aus dem Beginn des Buches ist dann wie weggefegt und es wird einfach komplett wild.

Ich kann also leider keine wirkliche Empfehlung für das Buch aussprechen, auch wenn mir weite Teile gefallen haben.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Leider zu wenig historische Einblicke

Der große Riss
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Um die Jahrhundertwende gibt es wohl kaum einen so aufregenden Ort wie Panama, wo zu dieser Zeit das umstrittene Megaprojekt des Panamakanals entsteht. Auch wenn vor allem einige Einheimische mehr als ...

Um die Jahrhundertwende gibt es wohl kaum einen so aufregenden Ort wie Panama, wo zu dieser Zeit das umstrittene Megaprojekt des Panamakanals entsteht. Auch wenn vor allem einige Einheimische mehr als kritisch auf das Bauvorhaben schauen, werden vor allem viele Menschen aus dem Ausland in das Land gezogen, weil sie sich lukrative Arbeit in und um den Kanal erhoffen. Eine Handvoll von ihnen und ihre Geschichten lernen wir in "Der große Riss" kennen.

Dank Donald Trump ist der Panamakanal seit einigen Wochen ja wieder etwas präsenter in den Medien, die deutsche Veröffentlichung dieses Buches kommt also zur perfekten Zeit, um sich die Bedeutung dieses Projekts, aber auch seine negativen Folgen noch einmal genau anzuschauen. Ich hatte mir von der Lektüre erhofft, mehr darüber zu erfahren, wie der Kanal Panama beeinflusst hat und was ihn historisch so bedeutend macht.

Natürlich lernt man auch so einiges in dem Buch. Vor allem der multikulturelle Charakter der Menschen, die um den Kanal lebten und arbeiteten, wird sehr gut herübergebracht. Besonders gut gefiel mir, wie auf die auf den ersten Blick nicht ganz offensichtliche Malaria-Problematik in der Handlung eingegangen wurde.

Trotzdem hatte ich mir doch etwas mehr in der Informationsvermittlung erhofft. Zwar fand ich die verschiedenen Figuren durchaus interessant, in manchen Fällen hatten ihre Schicksale aber nur absolut peripher mit dem Kanal zu tun. An einigen Stellen wusste ich tatsächlich nicht so recht, warum sie im Rahmen des Buches eine Rolle spielten. Der Panamakanal war eher der Hintergrund verschiedener Geschichten als selbst ein Charakter in der Geschichte.

Alles in allem war "Der große Riss" also für mich kein schlechtes Buch, ich bin nur leider mit den falschen Erwartungen in die Lektüre gegangen. Wer wirklich Fakten über den Panamakanal erfahren möchte, wird hier wahrscheinlich enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Die Frauen der Baleine

La Louisiane
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"La Louisiane" beschäftigt sich mit den realen Schicksalen verschiedener Frauen im 18. Jahrhundert, die relativ unvorbereitet von Paris in die namensgebende, damals französische Kolonie geschickt wurden. ...

"La Louisiane" beschäftigt sich mit den realen Schicksalen verschiedener Frauen im 18. Jahrhundert, die relativ unvorbereitet von Paris in die namensgebende, damals französische Kolonie geschickt wurden. Wir begleiten sie von ihren Anfängen in der Salpéterie in Paris - teils Strafvollzugsanstalt, teils Waisenhaus - über die anstrengende wochenlange Fahrt über den Atlantik bis hin zu ihren Leben in der späteren USA mit allen Hindernissen.

Dass junge französische Frauen teils unfreiwillig und meist unvorbereitet in die amerikanischen Kolonien gesendet wurden, ist wenig überraschend und trotzdem etwas, was mir unbekannt war. Dass sich Julia Malye mit diesen Geschichten auseinandersetzt, finde ich daher wirklich toll. Gerade zu Anfang des Buches konnten mich die historischen Zusammenhänge auch wirklich fesseln.

Leider nahm mein Interesse im Laufe des Buches etwas ab. Das lag für mich vor allem daran, dass vor allem nach der Ankunft in Louisiane es mir zu stark um die Beziehungen zwischen den Frauen ging und weniger um die doch durchaus sehr interessanten historischen Zusammenhänge. Zwar verstehe ich, dass ein guter historischer Roman beides schaffen muss, jedoch konnten mir die Figuren nie so wirklich ans Herz wachsen. Dabei spielte sicher auch eine Rolle, dass ich das ganze Buch über echte Probleme hatte, die Frauen auseinanderzuhalten, da sie für mich nicht einzigartig genug waren.

Gegen Ende konnte mich das Buch jedoch auch wieder etwas mehr überzeugen, was auch daran lag, dass auch die Ureinwohner Amerikas etwas Aufmerksamkeit bekamen, was mir im Rest der Geschichte schon etwas gefehlt hatte.

Ich denke, dass ich mit den falschen Erwartungen an das Buch gegangen bin. Die Geschichte hat definitiv mein Interesse für diese Epoche geweckt, konnte aber nicht ganz mein Wissensdurst zu diesem Bereich stillen. Wer mehr das Zwischenmenschliche mag, hat vielleicht etwas mehr Freude mit dem Buch.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Die Traumata der Eltern

In den Augen meiner Mutter
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Als Georgie noch ein Kind war, verließ ihre Mutter Nancy die Familie ohne große Erklärung und ohne Anhaltspunkt, wohin sie verschwunden ist. 20 Jahre ohne Kontakt später ist Georgie selbst schwanger und ...

Als Georgie noch ein Kind war, verließ ihre Mutter Nancy die Familie ohne große Erklärung und ohne Anhaltspunkt, wohin sie verschwunden ist. 20 Jahre ohne Kontakt später ist Georgie selbst schwanger und bekommt das erste Mal seit langem einen Tipp über Nancys Aufenthaltsort. Gemeinsam mit ihrem Bruder Dan begibt sie sich auf einen Roadtrip nach Schottland, während wir außerdem mehr über Nancy und ihr Sichtweise auf die Dinge erfahren.

"In den Augen meiner Mutter" ist eine wirklich berührende Geschichte über Mütter und ihre Kinder und zeigt, dass die Geschichten, die in unseren Familien erzählt werden, nicht immer so abgelaufen sind, wie wir es denken. Vor allem aus Nancys Sicht wird unheimlich gut über psychische Krankheiten, Minderwertigkeitskomplexe und sexueller Missbrauch geschrieben, sodass man auch wirklich im Laufe des Buches Entscheidungen nachvollziehen kann, die anfangs total verantwortungslos scheinen. Ich rechne dem Buch sehr hoch an, dass es schafft, diese wichtigen Thematiken zu verarbeiten.

Leider war mir der Schreibstil an vielen Stellen ein bisschen drüber. Damit meine ich nicht (wie manch andere), dass ich denke, dass die beschriebenen Ereignisse unrealistisch sind. Ich hätte mir nur an vielen Stellen doch etwas mehr Ernsthaftigkeit gewünscht. Stattdessen ist es vor allem gegen Ende total in einen Kitsch abgedriftet, den die Story überhaupt nicht nötig hatte und die wichtigen Themen etwas untergraben hat.

Trotz allem finde ich das Buch empfehlenswert, mit einem angemesseneren Schreibstil hätte das hier durchaus ein 5-Sterne-Buch werden können.

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Veröffentlicht am 23.06.2024

Der Glanz längst vergangener Zeiten

Die Perserinnen
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Im Iran der 70er Jahre lebten die Valiats als eine der bedeutendsten Familien des Landes in Saus und Braus. So geht es scheinbar auch erstmal weiter, als ein Großteil von ihnen aufgrund der Revolution ...

Im Iran der 70er Jahre lebten die Valiats als eine der bedeutendsten Familien des Landes in Saus und Braus. So geht es scheinbar auch erstmal weiter, als ein Großteil von ihnen aufgrund der Revolution in den Iran flüchten müssen. Doch ein eskalierendes Familientreffen in Aspen 30 Jahre später reißt alte Wunden wieder auf. Aus Sicht mehrerer Frauen der Familie erfahren wir nun, wie die Valiats zwischen glanzvoller Tradition und westlicher Zukunft das 21. Jahrhundert navigieren.

Zu Beginn konnte mich "Die Perserinnen" total überzeugen. Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie intensiv mit der Iranischen Revolution auseinandergesetzt, aber die Sichtweise dieser reichen Exilfamilie Jahrzehnte später hat mir extrem gut gefallen. Vor allem in der zentralen Figur Shirin wird unheimlich gut deutlich, wie traditionelle Familienwerte, westliche Ideologie und das Mindset von Wohlhabenden dabei aufeinandertreffen. Einschübe von Verwandten, die im Iran geblieben sind und dort ein sehr anderes Leben führen, bildeten dazu einen passenden Kontrast.

Leider hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass das Buch im weiteren Verlauf an Richtung verlor. Ich hatte lange Zeit Schwierigkeiten, die verschiedenen Frauen auseinanderzuhalten und bei einigen von ihnen waren mir ihre Probleme schlichtweg egal. Am Ende war mir nicht so richtig bewusst, welchen Punkt die Autorin mit dem allen machen wollte.

Ich hatte an einigen Stellen den Eindruck, dass mir die Lektüre sicher besser gefallen hätte, wenn ich mehr Wissen über den Iran und vor allem die Iranische Revolution hätte. Ob man das jetzt dem Buch vorwerfen kann, ist sicher streitbar, aber es ist sicherlich erwähnenswert.

Leider konnte mich "Die Perserinnen" nicht so sehr überzeugen, wie es der Beginn des Buches versprach. Wer sich aber für die Iranische Gesellschaft interessiert, könnte vielleicht mehr aus diesem Werk ziehen.

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