Sowohl Marie Biheron als auch Madeleine Basseporte sind reale historische Charaktere, die im 18. Jahrhundert in Frankreich lebten.
Die Autorin beschreibt die Geschichte der beiden Frauen auf verschiedenen ...
Sowohl Marie Biheron als auch Madeleine Basseporte sind reale historische Charaktere, die im 18. Jahrhundert in Frankreich lebten.
Die Autorin beschreibt die Geschichte der beiden Frauen auf verschiedenen Zeitebenen. Zum einen erfahren wir, wie sich die beiden kennenlernten, später wurden sie, wenn man der Autorin glauben darf, ein Liebespaar. Daneben erlebt man Marie Biheron als alte Frau, die von ihrem Enkel versorgt wird und nicht müde wird, am Leben teilzuhaben.
Die in der Kurzbeschreibung erwähnte Liebesgeschichte läuft im Roman nur am Rande mit, wird erwähnt aber nicht ausgeschmückt. Man erfährt eigentlich recht wenig darüber. Ausführlich erlebt man jedoch die beruflichen Tätigkeiten der beiden Frauen mit. Beide sind Künstlerinnen, jede auf ihre Art. Während Madeleine Blumen und Pflanzen malt, schneidet Marie schon in jungen Jahren Leichen auf und modelliert die inneren Organe in Wachs. Zwei interessante Frauen, ihre untypischen Berufe, die sie nicht ohne Probleme ausüben konnten, eine außergewöhnliche Liebe und das alles zu Zeiten der Französischen Revolution.
Christine Wunnicke schreibt gut und schildert Stimmungen und Ereignisse sehr treffend, aber sie schreibt auch zwischen den Zeilen...
Das Buch ist anders als ich dachte, an den besonderen Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, aber am Ende hat mir der Roman gut gefallen.
Bei diesem historischen Roman bin ich sehr zwiegespalten, was meine Meinung dazu angeht. Generell lese ich sehr gerne historische Romane, vor allem die Fugger interessieren mich sehr, da ich bisher noch ...
Bei diesem historischen Roman bin ich sehr zwiegespalten, was meine Meinung dazu angeht. Generell lese ich sehr gerne historische Romane, vor allem die Fugger interessieren mich sehr, da ich bisher noch nicht viel über diese Familie wusste. Im Roman geht es um die Nachkommen von Anton Fugger, insbesondere um Anna Jakobäa Fugger und ihre Familie. Sie lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Augsburg. Ihr Vater ist Alchimist, und Anna geht ihm gerne bei seinen Versuchen zur Hand. Es kommt zu einigen seltsamen Geschehnissen im Haus der Familie, und die abergläubischen Menschen damals wussten nicht recht, wie sie diese in ihr Weltbild einordnen sollten. Lediglich Anna durchschaut sehr früh, dass es sich hier um ein abgekartetes Spiel zwischen ihrem Onkel Christoph und dem Domprediger Petrus Canisius handelt. Christoph Fugger möchte die Zahl der Erben verkleinern, und deshalb sollen Anna und ihre Geschwister in einem Kloster verschwinden. Annas Mutter, ursprünglich Protestantin, lässt sich von Canisius zum katholischen Glauben bekehren. Ich muss sagen, Canisius' Beschreibung ist nicht dazu angetan, ihn in irgendeiner Weise anziehend zu finden. Dass Ursula Fugger sich derart auf seine Vorschläge einließ, ihm in gewisser Weise fast hörig war, ist mir daher schleierhaft. So recht sympathisch war sie mir nach den Schilderungen jedenfalls nicht, und ihre Handlungen konnte ich auch nicht nachvollziehen. Annas Vater dagegen ist gutmütig, aber seine ganze Leidenschaft gehört der Alchimie, und ich hatte das Gefühl, es interessiert ihn wenig bis gar nicht, was in der Familie vorging. Ihm war es wichtig, seine Bücher vor Canisius' Säuberungsaktionen in Sicherheit zu bringen.
Neben der Fugger-Familie und ihrem Umfeld erhält man auch Einblick in das Leben des Kürschners Kellenbenz und seiner Tochter. Als die Kleine eines Tages spurlos verschwindet, ist der Mann verzweifelt und begibt sich auf eine mühevolle und hoffnungslose Suche, die von Missverständnissen geprägt ist.
Ich muss gestehen, dass ich lange gebraucht habe, bis ich in die Handlung hineingefunden habe. Die ersten 200 Seiten haben sich ziemlich gezogen, und vieles, was hier stattfand, war ziemlich verwirrend und chaotisch. Erst nach und nach wurden mir die Zusammenhänge klar, wobei bis zuletzt viele Fragen für mich offen blieben. Ungefähr ab der Hälfte hatte mich die Geschichte dann gepackt, und ich habe sie zügig zu Ende gelesen.
Es gibt einige Zeitsprünge, von denen ich mir gewünscht hätte, sie wären als solche gekennzeichnet, denn wenn man so nahtlos weiterliest, ist man doch ziemlich irritiert, sich plötzlich in einer anderen Zeit wiederzufinden. Weitgehend ist der Schreibstil so, dass er zum 16. Jahrhundert passt, aber häufig bin ich über einzelne Begriffe gestolpert, die mir doch zu modern vorkamen
Die beschriebenen Charaktere hat es zwar zum Großteil wirklich gegeben, aber was an der Handlung real ist und was fiktiv, weiß ich nicht, denn dazu findet man kaum etwas im Internet. Die Teufelsaustreibungen des Jesuiten waren gruselig zu lesen, und wie gesagt, mir ist nicht klar, ob damals Derartiges stattfand. Annas Schicksal im Buch ist heftig und dramatisch, und auch hier würde mich interessieren, inwieweit es sich mit der Realität deckt. Nach Lektüre dieses Romans habe ich den Eindruck, dass die Fugger ein ziemlich chaotischer, rücksichtsloser und bigotter Haufen ohne Gewissen waren.
Die Aufmachung des Buches, mit der Karte von Augsburg vorne und diversen Erläuterungen, einem Verzeichnis der historisch belegbaren Personen und einem umfangreichen Literaturverzeichnis gefällt mir gut.
Da es aber so viel (für mich) Irritierendes im Roman gab, hat es leider nur für eine durchschnittliche Bewertung meinerseits gereicht.
Juno ist Performancekünstlerin. Im Alltag kümmert sie sich um ihren Mann Jupiter, der schwer an MS erkrankt ist. Ihre Nächte sind schlaflos, und sie verbringt die Zeit, indem sie im Internet mit Love-Scammern ...
Juno ist Performancekünstlerin. Im Alltag kümmert sie sich um ihren Mann Jupiter, der schwer an MS erkrankt ist. Ihre Nächte sind schlaflos, und sie verbringt die Zeit, indem sie im Internet mit Love-Scammern chattet. Allerdings durchschaut sie die Masche der Betrüger und erzählt ihnen alle möglichen Geschichten über sich. Dabei lügt sie das Blaue vom Himmel herunter. Als sie von Benu angeschrieben wird und ihm ebenfalls eine ihrer verrückten Geschichten auftischt, durchschaut er sie. So sind zwei Betrogene gleichzeitig Betrüger. Nun können sie mit offenen Karten spielen und ihr wahres Gesicht zeigen. In diversen Videochats zeigt ihr Benu seine reale Umgebung. Er lebt in Nigeria, und Juno beginnt, sich für das Land und die Situation der Menschen dort zu interessieren. Sie liest immer mehr Bücher über Nigeria, und die Videochats werden immer vertrauter. Und doch spielt Juno eine Rolle.
Ihrem Mann Jupiter erzählt sie nichts von ihren nächtlichen Chats. So ganz habe ich die Beziehung der beiden nicht verstanden, denn Jupiter bleibt für mich in der ganzen Erzählung eher verschwommen. Man erfährt, dass er ein Pflegebett zuhause hat und unterwegs auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Aus Juno bin ich nicht schlau geworden. Sie stellt sich den Kämpfen des Alltags. Da geht es um Geld, von dem immer zu wenig vorhanden ist, um Transporthilfen für ihren Mann, die sie organisieren muss und darum, wie sie ihm kleine Wünsche erfüllen möchte, was seine Essensvorlieben betrifft. Ihre wahre Leidenschaft gehört dem Tanzen, und manchmal fährt sie in die Berge, in ihre Heimat, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Juno ist anders, und ich habe den Eindruck, sie möchte gerne mit ihrem Aussehen provozieren. Sie hat einen außergewöhnlichen Kleidungsstil, auf ihre langen, schlanken Beine scheint sie stolz zu sein, denn diese finden mehrfach Erwähnung, und sie beginnt, sich Tattoos stechen zu lassen, wobei sie immer wieder auch mit ihrem Alter kokettiert. Da habe ich ab und zu Zweifel herausgehört, ob sich ihr Verhalten für ihr Alter noch schickt. Andererseits hat sie dann auch oft trotzig reagiert. Irgendwie passt das gar nicht zu ihr, diese Zweifel und dass sie sich von der Meinung anderer abhängig macht. Zwischendurch hat Juno auch ganz banale Träume oder freut sich an den kleinen Dingen des Lebens, so zum Beispiel, wenn sie zusammen mit Jupiter eine kleine Wildbiene beobachtet, die in das Insektenhotel vor dem Fenster eingezogen ist oder wenn sie sich vorstellt, einen Hund zu haben.
Stellenweise hatte ich ein Problem, Junos Chats mit Benu zu folgen. Die Antworten der beiden werden abgesetzt und zum Teil eingerückt gedruckt. Da jedoch nie der Name voransteht, konnte ich manchmal nicht wirklich zuordnen, wer nun welche Bemerkung gemacht hat. Vielleicht ist das im gedruckten Buch besser ersichtlich, im eBook waren gerade die Chat-Passagen eher verwirrend und abgehackt.
So richtig klar war mir auch die Situation mit Jupiter nicht, denn einerseits musste Juno immer zur Stelle sein, für ihn einkaufen, ihn begleiten, und wenn ich das richtig verstanden habe, bekam das Paar auch Pflegegeld. Andererseits lässt Juno ihren Mann dann tagelang allein, wenn sie in die Berge fährt, was ja eine gewisse Selbständigkeit seinerseits voraussetzt.
Der Roman hat einige Preise bekommen, so auch den Deutschen Buchpreis 2024 als bester Roman des Jahres. Ich persönlich bin hier etwas zwiegespalten. Der Schreibstil der Autorin ist schön und tiefgründig, und ich habe das Buch gerne gelesen und mit Faszination verfolgt. Es werden viele Themen angerissen, die zum Nachdenken anregen, so zum Beispiel Kolonialismus aber auch die Gefahr durch Betrüger im Internet. Aber vieles bleibt offen, und von der Handlung her hat mich der Roman nicht ganz überzeugen können, da hat mir irgendwie ein "roter Faden" gefehlt.
Die Altkanzlerin ist niedergeschlagen und mit sich unzufrieden, denn immer wieder gehen ihr Ereignisse aus der Zeit ihrer Regentschaft durch den Kopf, die sie, im Nachhinein betrachtet, nicht zufriedenstellend ...
Die Altkanzlerin ist niedergeschlagen und mit sich unzufrieden, denn immer wieder gehen ihr Ereignisse aus der Zeit ihrer Regentschaft durch den Kopf, die sie, im Nachhinein betrachtet, nicht zufriedenstellend lösen konnte. Ihr Mann und ihre Freunde raten ihr daher zu einer Therapie. Als sie zu ihrem ersten (und zugleich letzten) Termin bei Dr. Felix Fenstermacher erscheint, stellt sie zu ihrem Schrecken fest, dass es sich um eine Gruppentherapie handelt. Mit in der Gruppe sind eine Klimaaktivistin, ein Wutbürger, eine Katzenliebhaberin, eine Frau mit einer Virenphobie und ein Pantomime. Kurz nach der ersten Sitzung kommt der Therapeut bei einem Anschlag ums Leben; er wird samt seines Hausboots in die Luft gesprengt. So schnell wie die Therapie begonnen hat, endet sie auch wieder, aber dafür gibt es einen neuen Kriminalfall in Klein-Freudenstadt, um den sich Angela kümmern kann, und das tut sie wieder mit vollem Elan.
Von den ersten beiden Bänden der humorvollen Krimireihe um Miss Merkel habe ich die Verfilmungen gesehen, die mir recht gut gefallen haben, Band 3 kenne ich überhaupt nicht, und den vierten Band habe ich nun gelesen. Zwar bauen die Bände im Zeitablauf aufeinander auf, aber ich habe mich problemlos in der Handlung zurecht gefunden. Wichtige Details zur Vorgeschichte werden kurz erwähnt, und die grundlegende Situation hatte ich ja durch die beiden Filme bereits kennengelernt.
Die Charaktere, sowohl in Angelas privatem Umfeld als auch bei ihrer Therapie sind sehr verschieden und meist ziemlich überspitzt dargestellt, und es werden häufig Klischees bedient, die m. E. zum Teil etwas plump wirken. Bei Miss Merkel hatte ich weniger unsere Altkanzlerin vor Augen, sondern ich habe eher Katharina Thalbach vor mir gesehen, die Miss Merkels Rolle ja in den Filmen inne hat. Viele der Aktionen möchten auch so gar nicht zur ehemaligen Kanzlerin passen. Nur häufige Hinweise auf ihre Regierungszeit haben mir immer vor Augen geführt, wer für Miss Merkel (wie man ja auch schon am Namen sieht) Pate stand. Der Autor hat auch immer wieder kleine humorige oder spitzfindige Hinweise auf politische Ereignisse in die Geschichte eingefügt. Bei allem was Miss Merkel hier erlebt, wie auch schon in den vorherigen Bänden, habe ich mich gefragt, ob Frau Merkel diese Bücher selbst gelesen hat oder die Filme kennt. Da würde mich schon interessieren, was sie von dieser Darstellung hält. Zwar wurde nicht immer mein Humor getroffen, aber das Buch liest sich durchaus amüsant und kurzweilig. Spontan ging mir durch den Sinn, dass eigentlich alle Charaktere, die hier versammelt sind, eine Therapie bräuchten, wenn auch nicht bei Dr. Fenstermacher, denn das ist ja nicht mehr möglich.
Auf 224 Seiten bietet dieses Buch jede Menge Genießer-Rezepte, die dem Namen "Seelenfutter" absolut gerecht werden. Beim Durchblättern läuft einem schon vorab das Wasser im Mund zusammen, nur hat die Sache ...
Auf 224 Seiten bietet dieses Buch jede Menge Genießer-Rezepte, die dem Namen "Seelenfutter" absolut gerecht werden. Beim Durchblättern läuft einem schon vorab das Wasser im Mund zusammen, nur hat die Sache einen Haken, denn die Rezepte sind gut für die Seele, für die Hüften jedoch weniger.
Da gibt es schon sehr viel Frittiertes wie beispielsweise indische Samosas, gefüllt und in Butterschmalz frittiert oder "Chicken Crossies". Fett ist bekanntlich ein Geschmacksträger, und aus diesem Grund wird auch in den Rezepten mit reichlich Butter, Öl oder Sahne gearbeitet. Auch Käse-Liebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Ein typisches Beispiel an Üppigkeit sind die Krautwickel nach Omas Art. Sie werden mit einer Hackfleischmasse gefüllt, soweit kenne ich das auch von meiner Großmama, aber hier kommt dann noch eine gute Portion durchwachsener Räucherspeck dazu, und das wäre mir eindeutig zu viel des Guten.
Es sind durchaus auch gesündere Gerichte dabei, die wohlschmeckend sind, dabei aber nicht zu fett oder süß. Man findet beispielsweise auch so interessante Kombinationen wie Blumenkohl-Wok (mit Kakao) mit Orangenreis.
Im süßen Kapitel findet man originelle Rezepte wie beispielsweise die "Nougat-Cruffins". Dabei handelt es sich um Muffins aus Croissant-Teig.
Schön ist, dass auch speziell vegane Rezepte dabei sind, auch wenn sie nicht explizit als vegan ausgewiesen werden. Bei vegetarischen Rezepten ist als Kennzeichnung ein Blatt hinter dem Titel, und das schließt auch vegane Rezepte mit ein. Die Gerichte mit tierischen Bestandteilen kann man ja meist gut abwandeln und einen Teil der Zutaten entsprechend austauschen.
Das Buch enthält eine bunte Mischung und bietet für jeden Geschmack und jede Ernährungsform zahlreiche Anregungen. Wie bei vielen Kochbüchern ist es auch hier, dass ich nur eine kleine Auswahl an Gerichten ausprobieren werde. Vor allem die Käsegerichte werde ich weitgehend auslassen, denn da ich mich weitgehend vegan ernähre und Käse sowieso nicht gut vertragen würde, es bei veganen Käsealternativen auch nur wenig gibt, was mich wirklich überzeugt, wüsste ich nicht, wie ich diese Rezepte abwandeln könnte. Aber das ist halt Geschmackssache.