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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2025

Ein unter die Haut gehendes Schicksal

Um jeden Preis
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Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Hera Lind in ihrem neuen Buch die Geschichte einer jungen Frau, die im Alter von 16 Jahren zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Sibirien verschleppt ...

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Hera Lind in ihrem neuen Buch die Geschichte einer jungen Frau, die im Alter von 16 Jahren zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Sibirien verschleppt wird.
Unter barbarischen Bedingungen und bei minus 50 Grad werden sie zur Zwangsarbeit herangezogen. Sie halten zusammen nach dem Motto: "Alle für einen, einer für alle." "Und egal was auch geschieht, wir bleiben um jeden Preis zusammen, keiner bleibt zurück." Ihre Hoffnung, irgendwann nach Westdeutschland, der Heimat ihrer Vorfahren, gelangen zu können, lässt sie die unvorstellbaren bitterkalten Winter, die menschenunwürdigen und -feindlichen Zustände und die vielen Schicksalsschläge überstehen.
Die Autorin berichtet von einem Schicksal, das mich fassungslos machte und mir mehr als einmal die Tränen in die Augen trieb. Wie viel unvorstellbares Leid und Elend kann ein Mensch überstehen, ohne daran zu zerbrechen?
Wie gewohnt zeichnet die Autorin die einzelnen Charaktere wieder detailliert und präzise. Die Handlung ist dramatisch, herzzerreißend und erschütternd. Mit einem lebendigen und bildgewaltigen Schreibstil führt Frau Lind durch diese Lektüre.
Auch wenn diese ungewöhnliche Geschichte schwer verdaulich ist, kann ich sie bedingungslos empfehlen. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Äußerst schwere Kost

Auf dem Schulweg verschwunden: Kinderschicksale | True Crime
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Erzählt wird von wahren Verbrechen, die sich in Sachsen ereigneten. Da ist der 10-jährige Michael, der auf dem Weg zur Schule verschwand. Trotz umfangreicher Suche der Polizei wird er nicht gefunden. Dafür ...

Erzählt wird von wahren Verbrechen, die sich in Sachsen ereigneten. Da ist der 10-jährige Michael, der auf dem Weg zur Schule verschwand. Trotz umfangreicher Suche der Polizei wird er nicht gefunden. Dafür erhalten die Eltern des Jungen anonyme Briefe, in denen der Täter endlich nach 8 Monaten verrät, wo das Kind zu finden ist. Wer ist er und wird man ihn stellen können?
Vor ihrer Haustür wird die sechsjährige Erstklässlerin Ayla in Zwickau in den Kofferraum eines Autos gezerrt. Der Täter ist schnell gestellt, doch das Kind bleibt verschwunden. Er ist der Polizei kein Unbekannter, hat er doch bereits im Alter von 17 Jahren schon einmal einen Mord begangen. Können die Ermittler Ayla noch lebend finden? Der Entführer hüllt sich in Schweigen.
Diese zwei ausgiebig behandelten Fälle lassen dem Leser das Blut in den Adern gefrieren. Was sind das für Menschen, die fähig sind, solch grauenhafte Taten zu begehen? Auch das Umfeld der Opfer mit seiner Hilflosigkeit und Ohnmacht wird von der Autorin nachvollziehbar in Szene gesetzt. Und wie diese Verbrechen das Leben der Angehörigen beeinträchtigten, bzw. zerstörten. Wie ist es möglich, dass eine zufriedenstellende Bestrafung durch bestehende Gesetzeslücken nicht erfolgen werden?
Ebenso werden noch weitere haarsträubende Verbrechen an Kindern umrissen, deren Vergeltung die Grausamkeit in keiner Weise aufzuwiegen vermag.
Gabi Thieme hat die Fälle akribisch recherchiert und zu Papier gebracht. Allen an True-Crime-Fällen interessierten Lesern kann ich dieses Buch sehr empfehlen. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Eine ergreifende Geschichte, die ans Herz geht

Geheimname Eisvogel
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Liz Kessler hat hier eine herzergreifende und spannende Geschichte geschrieben. Es geht zwei Schwestern und dem Schicksal jüdischer Kinder in den von den Nationalsozialisten besetzten Niederlanden.
Wir ...

Liz Kessler hat hier eine herzergreifende und spannende Geschichte geschrieben. Es geht zwei Schwestern und dem Schicksal jüdischer Kinder in den von den Nationalsozialisten besetzten Niederlanden.
Wir schreiben das Jahr 1942. Mila und Hannie werden von ihren Eltern zu einer Familie nach Amsterdam geschickt. Die beiden 12 und 15 Jahre alten Mädchen erhalten eine neue Identität, damit sie nicht mehr als Juden ermittelt werden können. Während Mila versucht, sich an die neue Situation anzupassen, will Hannie sich damit nicht abfinden. Ohne Wissen ihrer jüngeren Schwester wird sie erfolgreich im Widerstand unter dem Codenamen Eisvogel tätig. Bis ein Verrat und ein dadurch entstandenes Missverständnis alles ändern wird.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. In einem werden die Ereignisse im 2. Weltkrieg geschildert, im anderen geht es in die Gegenwart zu Liv. Die 13-jährige Liv soll für den Geschichtsunterricht einen Stammbaum ihrer Familie erstellen. Sie versucht verzweifelt, etwas über die Vergangenheit herauszufinden. Doch der einzige Mensch, der ihr dabei helfen kann, schweigt eisern.
Zwar handelt es sich in diesem Buch um ein fiktives Schicksal, das sich jedoch während der Nazizeit in den von Deutschland besetzten Niederlanden so wirklich hätte zutragen und der Wahrheit hätte entsprechen können. Mit ihrer bildhaften und mitreißenden Schreibweise ließ die Autorin mich bereits nach den ersten Seiten tief in die Handlung eintauchen. Sie hat die einzelnen Charaktere lebensecht und detailliert dargestellt. Unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse lassen den Spannungsbogen der Handlung stetig steigen, sodass es mir fast unmöglich war, das Buch aus der Hand zu legen.
Dieses Jugendbuch, das auch von der älteren Generation sehr gut gelesen werden kann, hat mich unglaublich berührt und schließlich auch zu Tränen gerührt.
Von mir gibt es 5 Sterne und eine glasklare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein großartiger historischer Roman

Das Pestkind
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In diesem Buch begibt sich der Leser in das Jahr 1648. Es ist das letzte Jahr des 30-jährigen Krieges.
In Rosenheim arbeitet die junge Marianne in der Brauerei ihrer Ziehmutter Hedwig Thaler. Obwohl Marianne ...

In diesem Buch begibt sich der Leser in das Jahr 1648. Es ist das letzte Jahr des 30-jährigen Krieges.
In Rosenheim arbeitet die junge Marianne in der Brauerei ihrer Ziehmutter Hedwig Thaler. Obwohl Marianne fleißig ist und hilft, wo sie nur kann, hat sie von Hedwig noch nie ein gutes Wort gehört. Lediglich Härte und Beschimpfungen werden ihr zuteil. Doch auch die Einwohner des Städtchens begegnen dem Mädchen mit Ablehnung und Anfeindungen und bezichtigen sie, eine Hexe zu sein. Denn Marianne war als Kind die einzige Überlebende einer Pestepidemie. Einzig der Pfarrer ist ihr freundlich zugetan und versucht, sie vor der unbarmherzigen Bevölkerung in Schutz zu nehmen. Dann wird eines Tages Hedwig Thaler erschlagen auf dem Hof aufgefunden. Und ein Unschuldiger des Mordes angeklagt.
Angelehnt an historische Ereignisse und Personen erzählt Nicole Steyer eine sehr bewegende und fesselnde historische Geschichte. Schon nach der ersten Seite ist man sofort mitten im Geschehen. Die Autorin schildert unglaubliche Verstrickungen und Ereignisse, die es zu dieser Zeit gab. Das Schicksal der Protagonisten ist sehr gut nachvollziehbar und erweckt teilweise ein Gänsehautgefühl. Die Wendungen in der Handlung sind nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung immer mehr ansteigt. Einmal angefangen, kann man mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Der Schreibstil führt lebendig und bildhaft durch diese Lektüre. Ich habe das Buch in zwei Nächten regelrecht verschlungen.
Mein Fazit: Freunden historischer Romane kann ich dieses mitreißende Buch ans Herz legen. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Sehr bewegender Abschluss der Reihe

Sturmjahre
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In diesem 5. und letzten Band der Sturmjahre-Saga geht es um Ian, der nach 9-jähriger Abwesenheit endlich wieder den Weg nach Hause findet. Und um Maisie Glenn, dem Mädchen, das er schon zu Schulzeiten ...

In diesem 5. und letzten Band der Sturmjahre-Saga geht es um Ian, der nach 9-jähriger Abwesenheit endlich wieder den Weg nach Hause findet. Und um Maisie Glenn, dem Mädchen, das er schon zu Schulzeiten gerne geärgert hat, und aus der inzwischen eine junge Frau geworden ist. Nachdem er sie etwas näher kennengelernt hat, geht sie ihm nicht mehr aus dem Sinn. Doch ein alter Fluch scheint auf Ians und Maisies Familie zu liegen, der eine nähere Beziehung zwischen den beiden zu verhindern scheint.
Lia Scott überzeugt auch in diesem Abschlussband durch einen ausdrucksstarken und einfühlsamen Schreibstil. Sie hat die einzelnen Charaktere lebensecht und detailliert beschrieben. Durch unvorhersehbare Wendungen und Geschehnisse bleibt die Handlung spannungsgeladen. Und so fiel es mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Ganz besonders hat mir auch dieses Mal gefallen, dass es immer wieder Rückblenden auf die Ereignisse in den vorhergegangenen Bänden gibt, die damit den thematischen Zusammenhang zu diesem Buch bildeten.
Auch dieser Finalband der Reihe war für mich eine Achterbahn der Gefühle. Was habe ich mit Ian und Maisie mitgefiebert und mitgehofft.
Auch wenn jeder Band in sich abgeschlossen ist, ist es doch ratsam, mit Band 1 "Ein Gefühl von Unendlichkeit" zu starten.
Mich hat die komplette Saga sehr berührt. Von mir gibt es, wie für alle Bände, eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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