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Veröffentlicht am 30.03.2025

Absolute Lieblingsreihe - knorke Kwerz-Kwest

KoboldKroniken 5. Rumpels Rückkehr
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Wenn ein Buch gleich nach dem Auspacken für ein paar Tage verschwindet, steckt mit Sicherheit ein Kobold drin - denn die KoboldKroniken sind noch immer die absolute Lieblingsreihe meiner Kinder. Und ja, ...

Wenn ein Buch gleich nach dem Auspacken für ein paar Tage verschwindet, steckt mit Sicherheit ein Kobold drin - denn die KoboldKroniken sind noch immer die absolute Lieblingsreihe meiner Kinder. Und ja, ich gestehe, auch ich wurde koboldifiziert und musste unbedingt wissen, welche Kwest uns in "Rumpels Rückkehr" erwartet.
Was Daniel Bleckmann und Thomas Hussung mit den KoboldKroniken erschaffen haben, ist einfach nur genial. Die Geschichte um Dario Leone und seine Freunde baut sich in nun schon fünf Bänden auf und ist mittlerweile durchaus komplex. Daher dürfte ein Quereinstieg etwas schwer sein - aber davon sollte sich niemand abschrecken lassen! Die Bücher lesen sich ganz schnell und auch die Hörbücher - gelesen von Stefan Kaminski - sind so klasse, dass sie bei uns immer wieder gerne gehört werden.
Was uns in "Rumpels Rückkehr" erwartet? Na der Titel verrät schon, dass unser liebster Kobold zurückkehren wird. Wie verraten wir natürlich nicht, aber es warten der gefürchtete Tunnelbolg, kämpferische Zwerge, ein sprechendes Schwert und der fürchterliche Lindwurm Fafnir in Kwerz. Was, das ist noch nicht genug? Wie wäre es dann mit schleimigen, giftigen Kreaturen, die einen der berüchtigtsten Orte von Kwerz bewachen? Oder einem ganzen Haufen süßer Ümpfbabys?
Wir lieben den Kreaturenreichtum der Koboldwelt und die ausgefallenen Eigenheiten dieser Geschöpfe. Die Illustrationen von Thomas Hussung sind grandios kreativ. Sie wirken teilweise so echt, dass man sich wundert, warum man denn keine Asche oder Rebinorattenausscheidungen an den Händen hat. Auch die Comic-Elemente der Geschichte sind toll und machen das Lesen der Geschichte ganz leicht.
Die Story selbst hat unsere Erwartungen noch einmal übertroffen - spannend, actionreich und ich sag nur eines: Zeitreisen! Ja, Zeitreisen, die manchmal die Gehirnwindungen verzwirbeln und dennoch Sinn ergeben. Musste alles so kommen? Steht die Zukunft schon fest? Können unsere Heldinnen und Helden die Welt vor Azzrar und Fafnir retten? Das erfahren wir dann hoffentlich ganz bald im abschließenden 6. Band.
Bis dahin empfehlen wir die ganzen KoboldKroniken allen Kindern und all jenen, die Comic-Romane im Tagebuchstil und viele verrückte Kreaturen mögen.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Tiefgründige, fantastische Geschichte, die durch magische Details glänzt

Inkbound – Metty Jones und das Schicksalstattoo
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Ich bin richtig froh, "Inkbound - Metty Jones und das Schicksalstattoo" von Philippa Leathley unter all den vielen Neuerscheinungen für Kinder ab 10 Jahren entdeckt zu haben. Das Buch hebt sich durch ein ...

Ich bin richtig froh, "Inkbound - Metty Jones und das Schicksalstattoo" von Philippa Leathley unter all den vielen Neuerscheinungen für Kinder ab 10 Jahren entdeckt zu haben. Das Buch hebt sich durch ein eindrucksvolles und durchdachtes Magiesystem und interessante Charaktere ganz klar von der Masse ab.
Besonders beeindruckend ist Metty Jones, die an ihrem zehnten Geburtstag wie alle Kinder ihr Schicksalstattoo erhält. Ihr Wunsch nach einem außergewöhnlichen Schicksal wird erfüllt: ein Handschuh, der einen Totenschädel hält. Das kann nichts Gutes bedeuten, denn der Totenschädel allein steht schon für Tod oder Mord. Doch wird Metty wirklich einen Mord begehen oder für den Tod eines anderen Menschen durch Magie verantwortlich sein?
Das sollte jede und jeder ab etwa 10 Jahren selbst lesen, denn das Schicksal ist nicht so leicht zu durchschauen, wie man anfangs denken könnte. Metty hadert verständlicherweise mit ihrer Bestimmung und zweifelt immer wieder, ob sie ein guter oder schlechter Mensch ist.
Dabei muss man sich auch selbst beim Lesen immer wieder fragen: Was macht einen Menschen aus? Ab wann gilt man als gut oder schlecht? Ist jeder Mensch für sein Schicksal selbst verantwortlich oder wird man durch die Zuschreibungen anderer Menschen aufgrund der Herkunft oder anderer Merkmale manchmal in eine bestimmte Richtung gedrängt?
Alles keine leichten Gedanken, aber durch Mettys Schicksal und die vielen anderen interessanten Figuren für Kinder (und auch Erwachsene) in dieser Geschichte grandios aufbereitet.
Dabei macht das Lesen durch viele kleine magische Details sehr viel Spaß: fliegende Städte, Windfahrräder, Blitzreisen, Geistertelefone, ein lebender Wasserspeier und eine Maschine, die jedes nur erdenkliche Essen auf Knopfdruck bereitstellt. Fantastische Ideen, die durch die Tintenmagie in dieser Welt ermöglicht werden.
Dazu kommen Familiengeheimnisse von Mettys Verwandten, eine gefährliche Geheimorganisation und auch Verfolgungsjagden mit unterschiedlichsten magischen Gefährten, die für ordentlich Spannung sorgen. "Inkbound" ist das perfekte Buch für alle ab etwa 10 Jahren, die magische Welten mit vielen Geheimnissen und interessanten Persönlichkeiten lieben.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Das Land der Wünsch in Gefahr - spannend & fantastisch - mit den tollsten Wunschwesen der Welt

Wishkeeper, Band 2 - Die Reise nach Silversands
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Endlich geht es zurück nach Everwish - dem verborgenen Land, in dem aus unerfüllten Wünschen Wunschwesen werden: Lumix, Fireflashs, Neverlinge und Crimsons. Schon im ersten Band der Wishkeeper-Reihe von ...

Endlich geht es zurück nach Everwish - dem verborgenen Land, in dem aus unerfüllten Wünschen Wunschwesen werden: Lumix, Fireflashs, Neverlinge und Crimsons. Schon im ersten Band der Wishkeeper-Reihe von Barbara Laban haben diese liebenswerten Geschöpfe unsere Herzen erobert.
Auch die Wishkeeper Lexi, Milo und Talon freuen sich sehr, wieder nach Everwish zu reisen und zurück bei den Wunschwesen zu sein. Auf sie wartet eine wichtige Aufgabe, denn bei ihrem letzten Besuch konnten die Kinder die Crimsons noch nicht in ihre Heimat bringen. Das müssen sie nun endlich nachholen. Doch das bleibt nicht ihre einzige Herausforderung. Denn noch immer bedroht der Horroxer Tremoris Everwish, die Wunschlinge und alle anderen dort lebenden Wesen.
Es wird also wieder sehr spannend, ein wenig düster und durchaus gefährlich. Aber zu Beginn der Geschichte bleibt erst einmal genug Zeit, in dieser traumhaften Welt anzukommen und die unbekannten Orte Everwishs kennenzulernen. Flavia, die Heimat der Crimsons, ist zum Beispiel ein faszinierender Ort, bei dem allein die Fortbewegung mit Hilfe von Seilen Lust macht, selbst einmal nach Everwish zu reisen.
Durch Barbara Labans schöne Erzählweise hat man direkt das Gefühl, ganz nah an der Seite der drei Wishkeeper zu sein. Lexi, Milo und Talon sind gut ausgearbeitete Charaktere, die zwar Besonderes erleben, aber ganz normale Kinder mit realistischen Hintergründen sind. So gibt es auch Situationen, in denen die familiären Probleme der Kinder eine Rolle spielen, was der Geschichte eine gewisse Tiefe verleiht.
Trotz der ernsten Themen gibt es auch viele Momente, die beim Lesen einfach großen Spaß. Das liegt vor allem an den Wunschwesen, die ganz unterschiedliche Eigenschaften haben und alle auf ihre Weise liebenswert sind. Während die Crimsons vor allem Spaß haben wollen und Popcorn lieben, sind die Neverlinge zum Beispiel etwas ruhiger und genießen die Kälte des ewigen Eises.
So findet mit Sicherheit auch in "Wishkeeper. Die Reise nach Silversands" wieder jedes Kind, das dieses Buch liest, ein Lieblingswunschwesen - besonders auch wegen der schönen Illustrationen Alessia Trunfio. Alle, die die Reihe noch nicht kennen, sollten jedoch bei Band 1 "Das Land der verborgenen Wünsche" starten, da die meisten Erklärungen zu dieser fantastischen Welt, auf denen das zweite Abenteuer aufbaut, dort geliefert werden.
Wie auch beim ersten Band hat man beim Lesen das Gefühl, dass Wünsche wahr werden können. Daher geht eine Leseempfehlung an alle raus, die schon einmal davon geträumt haben, mit Seilen durch die Lüfte zu schwingen, eine unendlich lange Rutschpartie zu machen oder einen riesigen Berg Popcorn zu essen.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Ein Fuchsabenteuer der besonderen Art

Foxfighter - Angriff des Schattens (Band 1)
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Ich habe schon einige fantastische Bücher von Akram El-Bahay gelesen. "Foxfighter - Der Angriff des Schattens" ist ganz anders als die Bücher zuvor und doch liest es sich wieder wunderbar und hat ganz ...

Ich habe schon einige fantastische Bücher von Akram El-Bahay gelesen. "Foxfighter - Der Angriff des Schattens" ist ganz anders als die Bücher zuvor und doch liest es sich wieder wunderbar und hat ganz besondere magische Elemente.
Finn ist ein junger Fuchs, der bei einer Menschenfamilie aufgewachsen ist. Als er in den Wald ausgewildert wird, ist Finn plötzlich auf sich allein gestellt und hilflos. Aber eine Begegnung der besonderen Art ändert alles für ihn. Als eine junge Füchsin von einem gefährlichen Schattenwesen verfolgt wird, greift Finn mutig ein und rettet ihr so das Leben. Zum Dank führt sie ihn zu ihrer Familie. Dort entdeckt Finn, was es bedeutet, ein Fuchs zu sein. Aber die Gefahr, die vom Schattenwesen ausgeht, ist noch nicht gebannt und Finn erkennt, dass er eine ganz besondere Fähigkeit hat.
So entwickelt sich eine spannende, magische Tiergeschichte, die mich von der ersten Seite an fasziniert hat. Beim Lesen hat man tatsächlich das Gefühl, im Kopf eines Fuchses zu stecken und mit Finn zusammen die Fuchssinne zu entdecken. Die Streifzüge durch den Wald und später an anderen Orten geben einen guten Eindruck, was es bedeutet, ein Fuchs zu sein.
Dabei sind Finn sowie die anderen Füchse und Tiere als Figuren ausgesprochen gut ausgearbeitet und ein kleiner Igel namens Stachel hat es von jetzt auf gleich geschafft, mein Herz zu erobern. Man merkt auch, dass es unter Füchsen unterschiedliche Charaktere gibt und jeder Fuchs auf seine Weise einzigartig ist.
Die Geschichte vermittelt so eindrücklich, wie wichtig Freundschaft, Familie und Zusammenhalt sind, aber auch, wie schwierig es ist, mit Ausgrenzung umzugehen. Dabei ist mir ein Zitat besonders gut in Erinnerung geblieben: „Du bist nicht anders, nur du selbst“ (S. 89)
Die Gefahr, die vom Schattenwesen ausgeht und die im Laufe der Geschichte immer größer wird, schafft einen guten Spannungsbogen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Manche Entwicklungen waren für mich (als Erwachsene) etwas absehbar. Dennoch hat mir der Verlauf der Geschichte sehr gut gefallen und das Ende macht große Lust zu erfahren, wie es mit Finn, der Fuchsfamilie und dem Schattenwesen weitergeht.
Für alle ab etwa 10 Jahren, die Geschichten aus der Tiersicht mögen oder schon immer gerne einmal, wie ein Fuchs durch den Wald streifen wollten, ist "Foxfighter“ eine schöne, magische Tiergeschichte mit tollen Charakteren.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Packender, dystopischer Jugendroman

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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Es ist eine düsterer, dystopischer Ort, an den mich Sarah M. Kempen mit "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" entführt hat. Rußstadt ist genau das - eine Stadt voller Ruß. Kohle wird hier in jeder kleinen ...

Es ist eine düsterer, dystopischer Ort, an den mich Sarah M. Kempen mit "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" entführt hat. Rußstadt ist genau das - eine Stadt voller Ruß. Kohle wird hier in jeder kleinen und großen Maschine verbrannt - für Licht, zum Heizen, aber auch zum Waschen und Kochen. So ist die Luft vor allem in den unteren Armenvierteln konstant schlecht.
In dieser Stadt lebt Cleo mit ihrer Schwester Gwynnie etwas abseits von allen. Doch Cleo ist viel in den ärmeren Stadtteilen unterwegs, arbeitet in einer Fabrik und repariert im Geheimen kaputte Maschinen, denn das dürfen in Rußstadt nur Schornsteinfeger. Nachdem Cleo auch noch verbotener Weise einen Brand bekämpft, bekommt sie ganz überraschend die Chance, sich als Schornsteinfegerin zu beweisen. Doch das ist alles andere als leicht, denn die Rivalitäten sind groß und Cleo ist nur ein Mädchen aus dem Volk.
Ich muss gestehen, ich hätte nicht gedacht, dass mir eine Geschichte über eine Schornsteinfegerin so gut gefallen würde. Vor allem das Gesellschaftssystem ist sehr spannend und birgt einiges an Konfliktpotenzial: mächtige Industrielle, die mit geplanter Obsoleszenz und anderen Schachzügen die ärmere Bevölkerung ausbeuten und die Umwelt verschmutzen, eine Schornsteinfegergilde, die ebenso ihre Machtposition ausnutzt und das einfache Volk, das unter der Luftverschmutzung leidet und den Mächtigen ausgeliefert ist.
Cleo, als einzige Schornsteinfegerin aus dem Volk, nimmt da eine ganz besondere Stellung ein und es ist spannend ihre Entwicklung zu verfolgen. Als Hauptfigur hat sie mir ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist stark, hat zugleich auch Schwächen, ist hilfsbereit und möchte gegen alle Ungerechtigkeiten ankämpfen.
Ich war durchgehend gefesselt von Cleos Geschichte und konnte beim Lesen fast schon selbst den Ruß in der Luft spüren. Die Ungerechtigkeiten, die Cleo und die normale Bevölkerung erleben müssen, sind teilweise sehr boshaft und düster, sodass hier die Altersempfehlung ab 14 Jahren absolut passend ist.
Die dystopischen Elemente des Buches haben mir sehr gut gefallen und ich bin schon jetzt gespannt, wie Cleos Kampf gegen das ungerechte Gesellschaftssystem weitergehen wird und welche Veränderungen sie bewirken kann. Lediglich die technischen Details der Geschichte sind nicht ganz ausgereift, worüber ich jedoch hinwegsehen konnte, da mich die Story selbst einfach so gepackt hat. Deshalb empfehle ich "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" allen, die gerne dystopische Jugendromane lesen, in denen es um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten geht.

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