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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2025

Alles fürs Kind

Halbinsel
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Annett bekommt einen Anruf, dass ihre Tochter Linn in einem Berliner Hotel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus kam. Sie macht sich aus Richtung Husum gleich auf den Weg, um nach ihr zu schauen und ...

Annett bekommt einen Anruf, dass ihre Tochter Linn in einem Berliner Hotel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus kam. Sie macht sich aus Richtung Husum gleich auf den Weg, um nach ihr zu schauen und nimmt sie kurzerhand mit nach Hause, damit sie sich erholen kann. Linn fängt ihr Leben an zu überdenken und will gar nicht mehr von daheim weg, was zu Spannungen in der Beziehung zu ihrer Mutter führt. Die Handlung des Buches beschränkt sich fast nur auf Nordfriesland, was mir gut gefallen hat. Da ich auf der Halbinsel Nordstrand schon Urlaub gemacht habe, kamen mir viele Schauplätze bekannt vor, wie z.B. die Wattwanderung zur Hallig Südfall. Daher finde ich auch den Buchtitel sehr gut gewählt. Das Buch beleuchtet eine Mutter-Tochter-Beziehung, die auf Geben und Nehmen beruht. Annett hat immer alles für ihre Tochter getan, damit es ihr gutgeht und Linn ist auch dankbar dafür. Durch die einzelnen Episoden im Buch merkt man, dass beide immer nachdenklicher werden und ihr Leben überdenken. Die Geschichte ist sehr gefühlvoll geschrieben. Es ist ein Buch der leisen Töne, das ohne Drängen und großen Vorwürfen auskommt und immer wieder die bedingungslose Liebe einer Mutter zu ihrem Kind aufzeigt. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, aber nicht mit dem Finger auf andere zeigt.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Der Raub

Ein ungezähmtes Tier
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Die Geschichte ist sehr wendungsreich aufgebaut. Zu Beginn schien es, dass es viel um Neid unter Nachbarn geht. Schnell merkt man, dass bei den Brauns vieles nur Fassade ist und die Nachbarn nur unnötig ...

Die Geschichte ist sehr wendungsreich aufgebaut. Zu Beginn schien es, dass es viel um Neid unter Nachbarn geht. Schnell merkt man, dass bei den Brauns vieles nur Fassade ist und die Nachbarn nur unnötig auf etwas neidisch waren, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Der Juwelenraub fügt sich als Appetithappen ein, indem der Countdown bis dahin runterläuft mit der Erwartung des Lesers, dass da im Verlauf noch was kommen muss. Es gibt immer wieder Wendungen und neue Einzelheiten im Alltag der Ehepaare und auch bei der Vorbereitung des Juwelenraubs. Man bekommt Stück für Stück einen Einblick, wie die Charaktere miteinander verknüpft sind, so dass es bis zum Ende sehr spannend bleibt, was überhaupt die Hintergründe der ganzen Story sind. Das Hörbuch wird von Torben Kessler gesprochen, der die passende Stimme für so einen Krimi hat. Mal düster, mal heiter, immer den Emotionen der Charaktere entsprechend, legt er eine gute Modulation an den Tag. Erzählt wird auf mehreren Zeitebenen, was beim Hören nicht immer so leicht war. Ich konnte dem Geschehen jedoch sehr gut folgen und fand den Roman sehr schlüssig aufgebaut. Die Spannung steigert sich kontinuierlich, bis am Ende die große Auflösung folgt.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Sehr intensiv

Ganz aus Splittern
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Chrissy lebt mit ihrer Mutter und Stiefvater in einem Problemviertel. Die Mutter ist tablettenabhängig, der Stiefvater gewalttätig. Aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen, soll sie an einer Sozialstudie ...

Chrissy lebt mit ihrer Mutter und Stiefvater in einem Problemviertel. Die Mutter ist tablettenabhängig, der Stiefvater gewalttätig. Aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen, soll sie an einer Sozialstudie teilnehmen und auf das beste Gymnasium der Stadt wechseln, um dort ihr Abitur abzulegen. Dort wird sie mit der Welt der Schönen und Reichen konfrontiert und lernt Alex kennen. Sohn aus reichem Hause und sehr an ihr interessiert. Doch was hat es mit der Studie wirklich auf sich?

Die Autorin hat das Milieu, indem Chrissy aufwächst anschaulich beschrieben, indem man in der ersten Buchhälfte ihr Leben und das Leben ihres besten Freundes Tjard verfolgen kann. Die beiden halten fest zusammen und sind immer füreinander da. Mir ging es etwas zu schnell mit Alex, das war sehr abrupt, aber dennoch hat sich eine gute Geschichte daraus entwickelt. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut, da ich mit mitgenommen gefühlt habe, die Geschichte logisch aufgebaut war und die Gefühle angesprochen wurden. Das Ende war heftig, aber durchaus realistisch beschrieben. Die Liebesgeschichte fügt sich harmonisch ein und war keineswegs kitschig. Den Schulübergang und das Kennenlernen von Alex hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es auf dem Boden der Tatsachen bleibt.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Ungeschönte Wahrheit

Bis die Sonne scheint
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Daniel steht im Jahr 1983 kurz vor seiner Konfirmation und er freut sich auf die Frankreichreise, die von seiner Schule geplant wird. Doch immer mehr häufen sich die Anzeichen dafür, dass seine Eltern ...

Daniel steht im Jahr 1983 kurz vor seiner Konfirmation und er freut sich auf die Frankreichreise, die von seiner Schule geplant wird. Doch immer mehr häufen sich die Anzeichen dafür, dass seine Eltern pleite sind. Fällt für ihn nun alles ins Wasser?

Christian Schünemann erzählt im Prinzip seine Familiengeschichte, aber mit anderen Namen. Der Autor erzählt seine Geschichte auf mehreren Zeitebenen, die sehr lange zurückreichen. So kann man sich ein gutes Bild davon machen, wie seine Eltern schon, bevor sie sich kennenlernten, stets versucht haben, den Schein zu wahren. Man kann ihnen nicht nachsagen, dass sie nicht alles versucht haben, um geschäftlich Fuß zu fassen. Es wird jedoch sehr deutlich, dass sie stets über ihre Verhältnisse gelebt haben und wie sich dies alles verkettet hat, wird in dieser Geschichte erzählt. Ich fand das Buch sehr aussagekräftig, da es zeigt, dass man nicht auf angeblichen Reichtum anderer neidisch sein muss. Man weiß nie, ob es alles nur Fassade ist. Eine unterhaltsame Familiengeschichte, wo man ab und zu auch mal den Kopf schütteln muss.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Listland

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Anna reist nach Sylt, um die 85-jährige Fenja Lorenzen zu interviewen. Obwohl sie sich angekündigt hat und zugesichert bekam, dass sie dort übernachten kann, ist Fenja bei ihrer Ankunft verschwunden. Sie ...

Anna reist nach Sylt, um die 85-jährige Fenja Lorenzen zu interviewen. Obwohl sie sich angekündigt hat und zugesichert bekam, dass sie dort übernachten kann, ist Fenja bei ihrer Ankunft verschwunden. Sie trifft im Haus auf Fenjas Tochter Elisa, mit der sie nach einem Unwetter einen interessanten Dachbodenfund macht. Was ist in den 30er Jahren im Listland vorgefallen?

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen, abwechselnd, erzählt. Die Charaktere bleiben übersichtlich und die Handlungsorte beschränken sich auf Nordfriesland. Mich hat es sehr gefreut, dass die Handlung auch in Friedrichstadt spielt, wo ich schon mehrmals in Urlaub war. Daher konnte ich mir viele Szenen gut vorstellen. Die Autorin hat die Geschehnisse rund um den 2. Weltkrieg mit der Gegenwart verwoben und aufgezeigt, was es für eine damalige Liebe bedeutet hat, dass der Krieg kurz bevorstand. Der Roman ist unterhaltsam und voller Emotionen geschrieben. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und es wird ein Stück Zeitgeschichte erzählt, die nie in Vergessenheit geraten sollte. Ich bin sehr auf den zweiten Teil gespannt, wenn man endlich erfährt, was aus Fenjas Schwester geworden ist.

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