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Veröffentlicht am 24.03.2025

Spurensuche

Frau im Mond
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Die Zwillingsschwestern Lina und Lilit wachsen in Montréal auf, haben aber armenische Wurzeln. Erzählungen ihres Großvaters Maroun, machen die Schwestern neugierig. Da Lina familiäre Verpflichtungen zuhause ...

Die Zwillingsschwestern Lina und Lilit wachsen in Montréal auf, haben aber armenische Wurzeln. Erzählungen ihres Großvaters Maroun, machen die Schwestern neugierig. Da Lina familiäre Verpflichtungen zuhause hat, fängt Lilit an, in der Vergangenheit ihrer Großeltern zu graben und reist den Spuren ihrer Großmutter Anoush hinterher, die sie nie kennengelernt hat.

Der Autor hat einen sehr detaillierten, beschreibenden Schreibstil und schildert diese Familiengeschichte in allen Einzelheiten. Erzählt wird in Vergangenheit und Gegenwart. Mir war es etwas zu ausführlich erzählt. Die Geschichte ist mit vielen belegbaren Fakten gespickt, was das Lesen interessant gemacht hat. Es gibt aber auch einige Längen darin. Ich fand die Geschichte aber sehr liebevoll erzählt und der Autor schafft es, eine tolle Atmosphäre zu schaffen. Für die Geschwister war es eine nachvollziehbare, spannende Spurensuche, weil es um ihre Familie ging. Für mich als Leser war es eher eine distanzierte Betrachtung, wie die Großeltern der Zwillinge aufgewachsen sind und was sie in ihrer Heimat erlebt haben. So ganz packen konnte mich diese Spurensuche nicht.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Viola und Mimo

Was ich von ihr weiß
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Mimo soll wie seine Vorfahren ein Bildhauer werden und wird als Kind zu seinem Onkel nach Italien geschickt, um dort diesen Beruf zu erlernen. Er begegnet in Pietra d'Alba der quirligen Viola. Sie ist ...

Mimo soll wie seine Vorfahren ein Bildhauer werden und wird als Kind zu seinem Onkel nach Italien geschickt, um dort diesen Beruf zu erlernen. Er begegnet in Pietra d'Alba der quirligen Viola. Sie ist der jüngste Spross der sehr einflussreichen und vermögenden Familie Orsini. Obwohl es nicht standesgemäß ist, dass die beiden Kinder Umgang miteinander haben, entwickelt sich eine Freundschaft auf Lebzeiten.

Hier wird eine sehr intensive Freundschaft beschrieben, die ein ganzes Leben anhält. Es wird chronologisch erzählt, wobei ich vermisst habe, dass es keine genauen Zeitangaben gibt. Zwischen den Kapiteln sind nämlich immer Kapitel aus der Gegenwart eingefügt. Das hat meinen Lesefluss etwas gestört. Die Beschreibung der Freundschaft hat mir jedoch gefallen, es geht ständig hin und her. Mal sehen sich die beiden über Jahre nicht, doch sie treffen immer wieder aufeinander. Viola ist ein Freigeist, der seinen eigenen Weg sucht, wenn es sein muss, mit dem Kopf durch die Wand. Mimo ist etwas zurückhaltender beschrieben, hat aber durchaus die Fähigkeit sich durchzusetzen, obwohl er als kleinwüchsiger Künstler sehr oft angefeindet wird. Nebenbei bekommt man noch den Wandel der Zeit in Italien mit. Ein sehr harmonisches Buch über ein Paar, das eine lebenslange Freundschaft verbindet.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Alles fürs Kind

Halbinsel
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Annett bekommt einen Anruf, dass ihre Tochter Linn in einem Berliner Hotel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus kam. Sie macht sich aus Richtung Husum gleich auf den Weg, um nach ihr zu schauen und ...

Annett bekommt einen Anruf, dass ihre Tochter Linn in einem Berliner Hotel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus kam. Sie macht sich aus Richtung Husum gleich auf den Weg, um nach ihr zu schauen und nimmt sie kurzerhand mit nach Hause, damit sie sich erholen kann. Linn fängt ihr Leben an zu überdenken und will gar nicht mehr von daheim weg, was zu Spannungen in der Beziehung zu ihrer Mutter führt. Die Handlung des Buches beschränkt sich fast nur auf Nordfriesland, was mir gut gefallen hat. Da ich auf der Halbinsel Nordstrand schon Urlaub gemacht habe, kamen mir viele Schauplätze bekannt vor, wie z.B. die Wattwanderung zur Hallig Südfall. Daher finde ich auch den Buchtitel sehr gut gewählt. Das Buch beleuchtet eine Mutter-Tochter-Beziehung, die auf Geben und Nehmen beruht. Annett hat immer alles für ihre Tochter getan, damit es ihr gutgeht und Linn ist auch dankbar dafür. Durch die einzelnen Episoden im Buch merkt man, dass beide immer nachdenklicher werden und ihr Leben überdenken. Die Geschichte ist sehr gefühlvoll geschrieben. Es ist ein Buch der leisen Töne, das ohne Drängen und großen Vorwürfen auskommt und immer wieder die bedingungslose Liebe einer Mutter zu ihrem Kind aufzeigt. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, aber nicht mit dem Finger auf andere zeigt.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Der Raub

Ein ungezähmtes Tier
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Die Geschichte ist sehr wendungsreich aufgebaut. Zu Beginn schien es, dass es viel um Neid unter Nachbarn geht. Schnell merkt man, dass bei den Brauns vieles nur Fassade ist und die Nachbarn nur unnötig ...

Die Geschichte ist sehr wendungsreich aufgebaut. Zu Beginn schien es, dass es viel um Neid unter Nachbarn geht. Schnell merkt man, dass bei den Brauns vieles nur Fassade ist und die Nachbarn nur unnötig auf etwas neidisch waren, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Der Juwelenraub fügt sich als Appetithappen ein, indem der Countdown bis dahin runterläuft mit der Erwartung des Lesers, dass da im Verlauf noch was kommen muss. Es gibt immer wieder Wendungen und neue Einzelheiten im Alltag der Ehepaare und auch bei der Vorbereitung des Juwelenraubs. Man bekommt Stück für Stück einen Einblick, wie die Charaktere miteinander verknüpft sind, so dass es bis zum Ende sehr spannend bleibt, was überhaupt die Hintergründe der ganzen Story sind. Das Hörbuch wird von Torben Kessler gesprochen, der die passende Stimme für so einen Krimi hat. Mal düster, mal heiter, immer den Emotionen der Charaktere entsprechend, legt er eine gute Modulation an den Tag. Erzählt wird auf mehreren Zeitebenen, was beim Hören nicht immer so leicht war. Ich konnte dem Geschehen jedoch sehr gut folgen und fand den Roman sehr schlüssig aufgebaut. Die Spannung steigert sich kontinuierlich, bis am Ende die große Auflösung folgt.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Sehr intensiv

Ganz aus Splittern
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Chrissy lebt mit ihrer Mutter und Stiefvater in einem Problemviertel. Die Mutter ist tablettenabhängig, der Stiefvater gewalttätig. Aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen, soll sie an einer Sozialstudie ...

Chrissy lebt mit ihrer Mutter und Stiefvater in einem Problemviertel. Die Mutter ist tablettenabhängig, der Stiefvater gewalttätig. Aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen, soll sie an einer Sozialstudie teilnehmen und auf das beste Gymnasium der Stadt wechseln, um dort ihr Abitur abzulegen. Dort wird sie mit der Welt der Schönen und Reichen konfrontiert und lernt Alex kennen. Sohn aus reichem Hause und sehr an ihr interessiert. Doch was hat es mit der Studie wirklich auf sich?

Die Autorin hat das Milieu, indem Chrissy aufwächst anschaulich beschrieben, indem man in der ersten Buchhälfte ihr Leben und das Leben ihres besten Freundes Tjard verfolgen kann. Die beiden halten fest zusammen und sind immer füreinander da. Mir ging es etwas zu schnell mit Alex, das war sehr abrupt, aber dennoch hat sich eine gute Geschichte daraus entwickelt. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut, da ich mit mitgenommen gefühlt habe, die Geschichte logisch aufgebaut war und die Gefühle angesprochen wurden. Das Ende war heftig, aber durchaus realistisch beschrieben. Die Liebesgeschichte fügt sich harmonisch ein und war keineswegs kitschig. Den Schulübergang und das Kennenlernen von Alex hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es auf dem Boden der Tatsachen bleibt.

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