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Veröffentlicht am 17.03.2025

Wichtiger Ratgeber, aber etwas repetitiv

Women Living Deliciously
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Ich liebe Florence Given! Seit ich "Frauen schulden dir gar nichts" von ihr gelesen habe, folge ich ihr auf Instagram und bin ein großer Fan von ihr und ihren empowernden Videos. Deshalb wollte ich natürlich ...

Ich liebe Florence Given! Seit ich "Frauen schulden dir gar nichts" von ihr gelesen habe, folge ich ihr auf Instagram und bin ein großer Fan von ihr und ihren empowernden Videos. Deshalb wollte ich natürlich auch unbedingt ihr neues Werk "Women Living Deliciously" lesen.

Given ist forsch und nimmt kein Blatt vor den Mund – und genau das liebe ich an ihr. Und obwohl in der deutschen Übersetzung nicht immer alles genauso gut funktioniert wie im Englischen ("genussvolle Disruptionen" oder "köstliche Seligkeit" klingt einfach nicht so sexy), konnte mich das Buch ab der ersten Seite abholen.

Die Einteilung des Ratgebers in die drei Phasen jäten, pflanzen und blühen hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die erste Phase fand ich sehr spannend, da Given hier patriarchale Strukturen und die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen aufzeigt, was mich zum Nachdenken angeregt hat. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Standards wie Airbags oder auch Medikamentendosierungen immer auf Männer ausgerichtet sind?

Anschließend zeigt Given auf, wie wichtig es ist, sich von diesen Erwartungen loszulösen und stattdessen herauszufinden, was man selbst im Leben erreichen möchte, um das in die Tat umzusetzen. Ob das Buchen des "pinksten" Zimmers in jedem Hotel, unrasierte Achseln oder bewusstes "Cringesein": Given tut das, was sie glücklich macht, anstatt sich von der Gesellschaft vorschreiben zu lassen, wie sie sich als Frau zu verhalten hat.

Ich mag an Given, dass sie immer so unverblümt ist und direkt zum Punkt kommt – eigentlich. "Women Living Deliciously" ist für meinen Geschmack aber etwas zu repetitiv und langatmig. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass sie sich in ihren abstrakten Ideen verliert und immer wieder das gleiche sagt, nur mit anderen Worten.

Insgesamt ist "Women Living Deliciously" aber ein wichtiges Buch, das mir einige Denkanstöße gegeben hat. Ich liebe Florence Given, ihren Schreibstil und die liebevoll gestalteten Illustrationen im Buch, allerdings blieb ihr zweiter Ratgeber etwas hinter meinen Erwartungen zurück.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Schönes Buch mit wichtigen Themen

Will You Hold My Hand?
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"Will You Hold My Hand" war mein erstes Buch von Saskia Hirschberg. Ich hatte mich auf einige emotionale Szenen eingestellt, da das Thema "Mental Health" eine wichtige Rolle einnimmt. Und tatsächlich habe ...

"Will You Hold My Hand" war mein erstes Buch von Saskia Hirschberg. Ich hatte mich auf einige emotionale Szenen eingestellt, da das Thema "Mental Health" eine wichtige Rolle einnimmt. Und tatsächlich habe ich beim Lesen alle Emotionen durchlebt.

Der Einstieg in die Story ist mir sehr leicht gefallen. Sienna war mir sofort so sympathisch; gleichzeitig wird aber auch direkt deutlich, dass sie einiges durchgemacht hat.

Der Schreibstil ist total schön und flüssig. Besonders gut hat mir die bildliche Beschreibung Schottlands gefallen. Denn Schottland ist eine absolute Traumdestination für mich und ich hatte beim Lesen das Gefühl, selbst durch die malerische Natur und die belebten Straßen von Glasgow zu streifen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Sienna und Alick, deren erstes Aufeinandertreffen im Café mich zum Schmunzeln gebracht hat. Wie Sienna war mir auch Alick direkt sympathisch. Und wie Sienna hatte auch er es nicht immer leicht im Leben und hat sein Päckchen zu tragen.

Vielleicht gerade deswegen verstehen sich die beiden so gut und sie kommen sich schnell näher – etwas zu schnell für meinen Geschmack. Die beiden haben so eine tolle Chemie miteinander, aber das alles hat sich einfach sehr überstürzt angefühlt. Auch hat mich Siennas Verhalten manchmal etwas ratlos und wütend zurückgelassen, da sie von allen immer so viel Verständnis erwartet, selbst aber nicht gerade die rücksichtsvollste Person ist.

Toll fand ich die authentische Darstellung von Mental Health und Traumata. Ich hatte beim Lesen immer mal wieder einen Kloß im Hals oder ein paar Tränchen verdrückt, wenn Sienna von ihrer Vergangenheit und ihrer Trauer übermannt wurde und in ein tiefes Loch gefallen ist. Und auch Alicks Story hat mich so berührt. Es wird nichts beschönigt, und das hat mir so gut gefallen.

Insgesamt ist "Will You Hold My Hand" ein tolles Buch mit einer tiefgründigen Story und wichtigen Themen, das ich jedem ans Herz legen kann. 🩷

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Veröffentlicht am 19.04.2024

Spannender Mordfall auf Sylt

Gefährlicher Sog
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In "Gefährlicher Sog" von Sabine Weiss ermittelt Kriminalkommissarin Liv Lammers zum inzwischen achten Mal auf Sylt. Timur Roters, der zusammen mit seiner Frau Merret eine Jugendwohngruppe auf der Insel ...

In "Gefährlicher Sog" von Sabine Weiss ermittelt Kriminalkommissarin Liv Lammers zum inzwischen achten Mal auf Sylt. Timur Roters, der zusammen mit seiner Frau Merret eine Jugendwohngruppe auf der Insel geleitet hat, wird mit 23 Messerstichen übtötet – eine grausame Tat, für die es einige Verdächtigen gibt.

Für mich war es der erste Fall von Liv Lammers und da es sich um einen eigenständigen Band handelt, muss man die vorherigen Bücher der Reihe nicht lesen, um die Handlung zu verstehen. Es wird zwar immer wieder auch mal Bezug auf etwas genommen, das in vorherigen Bänden passiert ist – z.B. was mit Andreas passiert ist, dass er so ein unangenehmer Kollege geworden ist, oder auch die Sache bzgl. Sannas Erzeuger. Allerdings beeinträchtigt das das Lesevergnügen nicht.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr atmosphärisch; ich hatte beim Lesen wiederholt Gänsehaut und wollte das Buch zeitweise gar nicht mehr aus der Hand legen. Außerdem gut gefallen hat mir, dass Sabine Weiss immer wieder norddeutsche Begriffe verwendet, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte. Diese haben die Story nochmal so viel authentischer gemacht. Auch die Thematik um die Jugendwohngruppe fand ich sehr interessant und super recherchiert.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, waren die vielen Charaktere. Irgendwann hatte ich den Überblick verloren, da es so viele Jugendliche, Polizisten und Verdächtige gab, die gleichzeitig alle recht oberflächlich beschrieben wurden, sodass ich öfter Probleme hatte, die Charaktere auseinanderzuhalten. Auch die Sprünge zwischen den Charakteren innerhalb einzelner Kapitel fand ich zum Teil etwas verwirrend.

Den Mittelteil empfand ich durch die vielen Verdächtigen und Spuren als etwas langatmig, aber die Auflösung des Falls am Ende war total spannend. Zwar habe ich schon recht früh geahnt, wer für Timurs Tod verantwortlich ist, aber die genauen Umstände haben mich dann doch schockiert und sprachlos zurückgelassen. Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Fall von Liv Lammers.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Schottische Weihnachten

Christmas Cake und Glitzerschnee
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A Blithe Yule! In "Christmas Cake und Glitzerschnee" von Ursi Breidenbach begleiten wir die 33-jährige Münchnerin Jenny, als sie in der Vorweihnachtszeit für ein Forschungsprojekt nach Edinburgh reist. ...

A Blithe Yule! In "Christmas Cake und Glitzerschnee" von Ursi Breidenbach begleiten wir die 33-jährige Münchnerin Jenny, als sie in der Vorweihnachtszeit für ein Forschungsprojekt nach Edinburgh reist. Doch ihr beruflicher Trip nach Schottland entpuppt sich als viel mehr, als sie ihre Großmutter väterlicherseits kennenlernt und sich sogar verliebt. ❤️

Für mich war die Weihnachtsstimmung von Anfang an da – und das, obwohl Jenny überhaupt kein Weihnachtsfan ist. Umso witziger fand ich, dass sie direkt im ersten Kapitel in ihrem Hotelzimmer aufwacht, da im Erdgeschoss eine Weihnachtsparty samt Karaoke stattfindet. Das war einfach so ein toller und lustiger Einstieg in die Story.

Auch das Setting ist so bildhaft und toll beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst durch weihnachtlich dekorierten Straßen von Edinburgh zu schlendern. Und dann ist da noch die Wette von Jenny und ihrem Stief-Cousin Callum, die ich echt süß fand und die für weihnachtliche Stimmung gesorgt hat. 🎄🎅🏼

Jenny und Callum sind beide sehr sympathische Protagonisten, die jedoch nicht unterschiedlicher sein könnten. Doch Unterschiede ziehen sich ja bekanntlich an – und so kommen sie sich schnell näher. Die Chemie zwischen ihnen war für mich auch direkt spürbar, allerdings ging mir das alles zwischen den beiden viel zu schnell und hat sich etwas überstürzt und kitschig angefühlt. Ein klein wenig Drama gab es gegen Ende natürlich auch, das hat sich aber glücklicherweise in Grenzen gehalten hat. 🙂

Besonders gut gefallen hat mir aber Jennys Zusammenführung mit ihrer Großmutter und ihrer schottischen Familie. Auch wenn Jenny aufgrund der Erzählungen ihres Vaters einen Groll gegen ihre Großmutter hegt, lässt sie sich doch darauf ein und lernt diese kennen und lieben.

Insgesamt ist "Christmas Cake und Glitzerschnee" ein schöner Roman für zwischendurch, der mit seinem tollen Setting und sympathischen Charakteren weihnachtliche Stimmung versprüht.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Nett für zwischendurch

Der Nachbar
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Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein absoluter Lieblingsautor, wenn es um Psychothriller ging. Allerdings hatten mich seine letzten Werke eher enttäuscht – und "Das Kalendermädchen" im letzten Jahr war ...

Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein absoluter Lieblingsautor, wenn es um Psychothriller ging. Allerdings hatten mich seine letzten Werke eher enttäuscht – und "Das Kalendermädchen" im letzten Jahr war für mich sein bisher schwächstes Buch. Mit "Der Nachbar" wollte ich ihm dieses Jahr aber noch eine (letzte) Chance geben...

Der Schreibstil hat mir wie gewohnt sehr gut gefallen, da er sehr flüssig und rasant ist. Dadurch war ich sofort im Geschehen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Außerdem empfand ich Sarah mit ihrer etwas seltsamen Art, ihrem Dunkelbuch und ihrer Monophobie, also der panischen Angst vor der Einsamkeit, als interessante Protagonistin. Ich habe von Anfang an mit ihr mitgefiebert, als sie das beunruhigende Gefühl bekommen hat, beobachtet zu werden und niemals wirklich allein zu sein. Oder ist doch alles nur Einbildung?

Für mich war die Story spannend und sehr atmosphärisch und ich habe ständig mitgerätselt, wer der mysteriöse Nachbar sein könnte. Allerdings hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, dass die vielen Twists einfach too much sind. Die zahlreichen Wendungen sind zwar spannend, haben sich aber gleichzeitig auch sehr konstruiert und nicht wirklich glaubwürdig angefühlt. Und auch das Ende kam mir etwas zu plötzlich.

Insgesamt ist "Der Nachbar" ein guter Psychothriller für zwischendurch, der aber absolut nicht an Fitzeks frühere Werke herankommt. Da mir das Buch aber deutlich besser gefallen hat als "Das Kalendermädchen" im letzten Jahr, werde ich Fitzek noch eine weitere Chance geben. 🤭

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