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Veröffentlicht am 03.07.2018

Leichte Sommerlektüre - mit ein paar Abstrichen

Ein Ire zum Verlieben
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Der Liebesroman „Ein Ire zum Verlieben“ aus der Feder von Sandra Pulletz ist im Januar 2018 erschienen.

Laura flieht nach der Trennung von ihrem Freund Daniel zu ihrem Vater nach Irland, um Abstand zu ...

Der Liebesroman „Ein Ire zum Verlieben“ aus der Feder von Sandra Pulletz ist im Januar 2018 erschienen.

Laura flieht nach der Trennung von ihrem Freund Daniel zu ihrem Vater nach Irland, um Abstand zu bekommen und sich wieder zu sammeln. In Irland lernt Laura sogleich viele liebenswerte Leute kennen, darunter auch Dean, einen Mitarbeiter ihres Vaters. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen, müssen allerdings mit einigen Missverständnissen kämpfen.

Die Kapitel werden allesamt mit sehr schönen irischen Segenswünschen eingeleitet. Die Geschichte ist aus personaler Sicht von Laura geschildert und nachvollziehbar aufgebaut. Allerdings konnte der Schreibstil mich leider nicht wirklich überzeugen. Es werden zu viele irrelevante und selbstverständliche Handlungen der Protas beschrieben, dadurch wirkt es manchmal aufgesetzt und langatmig.

Die Charaktere kommen sympathisch und authentisch rüber, aber die Tiefe fehlt etwas und die Gefühle kamen bei mir als Leser nicht so wirklich an. Die Beschreibungen der Insel sind schön und wecken die Lust auf einen Urlaub dort.

Insgesamt ist es eine schöne, leichte Sommerlektüre oder mal für zwischendrin, aber das gewisse Etwas hat mir gefehlt.

Veröffentlicht am 29.06.2018

Ein bizarres Buch, bei dem ich nicht so genau weiß, ob ich es gut finden soll oder nicht.

Der Joker
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„Der Joker“ von Markus Zusak ist im November 2014 als Taschenbuch erschienen. Es ist ein Buch über Zivilcourage und darüber, dass jeder schon durch kleine Gesten und Hilfestellungen das Leben anderer und ...

„Der Joker“ von Markus Zusak ist im November 2014 als Taschenbuch erschienen. Es ist ein Buch über Zivilcourage und darüber, dass jeder schon durch kleine Gesten und Hilfestellungen das Leben anderer und auch sein eigenes verändern und zum Besseren wenden kann.

Ed ist ein junger Mann, der es in seinem Leben bisher nicht weit gebracht hat. Er kommt mehr als schlecht über die Runden, lebt in einer rauen Gegend, in einer verwahrlosten Hütte und macht sich nicht allzu viele Gedanken über seine Zukunft. Ein Banküberfall verändert sein Leben, zum ersten Mal tut er das Richtige und hilft damit, den Bankräuber zu stellen. Kurz darauf findet er in seinem Briefkasten eine Spielkarte – ein Karo-Ass. Darauf stehen 3 Adressen.
Neugierig geworden sucht er die Häuser auf und findet Menschen, die in festgefahrenen Situationen stecken und sich nicht selber helfen können. Da wird ihm klar, dass er dazu auserkoren ist, deren Lebensumstände zu verändern. Nur wie soll er es schaffen und was kommt nach dem Karo-Ass?

Die Geschichte ist aus Eds Perspektive geschrieben und der Leser erhält gute Einblicke in seine Gefühlswelt und seine Gedanken, ab und an wird der Leser direkt von Ed angesprochen und in die Geschichte mit einbezogen, allerdings wird dieser Stil nicht durchgängig beibehalten. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten (evtl. soll es Eds „einfachen“ Charakter widerspiegeln). In manchen Situationen erschafft der Autor durch kurze, teilweise unvollständige Sätze eine gewisse Spannung und Dynamik. Im ersten Moment mag dies irritierend sein, aber man gewöhnt sich dran.

Die Handlung ist etwas bizarr und nicht jede „gute Tat“, die Ed vollbringt erschließt sich mir. Manchmal sind es wirklich nur sehr kleine Hilfen, die er gibt, wo ich mich gefragt habe, ob das wirklich schon alles gewesen sein soll oder was genau das jetzt gebracht hat, ebenfalls sind ein paar brutale Szenen dabei, deren Sinn und Zweckmäßigkeit mir vollends abgehen und die meiner Meinung nach eine falsche Botschaft an den Leser senden. Denn ich denke nicht, dass Gewalt die Lösung ist.

Im Großen und Ganzen wird die eigentliche Message deutlich – jeder kann mit Kleinigkeiten Gutes tun und Leben verändern. Die Art und Weise, wie das erzählt wird, ist gewöhnungsbedürftig und sicherlich nicht jedermanns Sache. Auch ich war immer wieder hin- und hergerissen, ob ich das Buch jetzt mochte oder eher nicht. Die Charaktere sind sehr zwiespältig. Auf der einen Seite will man sie einfach nur schütteln und ihnen endlich etwas Sinn und Verstand einbläuen, und dann macht Ed wieder so wundervolle Sachen, wie Milla zu helfen, so dass man ihn doch eigentlich als sympathisch einstufen möchte.

Die Idee mit den Spielkarten und auch die Gestaltung der Kapitel mit den entsprechenden Spielkartenanfängen fand ich sehr gut.

Fazit:
Ein bizarres Buch, bei dem ich nicht so genau weiß, ob ich es gut finden soll oder nicht.

Veröffentlicht am 22.06.2018

Netter Zeitvertreib für zwischendurch.

Calendar Girl - Verführt (Calendar Girl Quartal 1)
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„Calendar Girl – Verführt: Januar, Februar, März“ ist der erste Teil der Calendar Girl-Reihe von Audrey Carlan und ist im Juni 2016 erschienen.
Mia Saunders Vater hat Spielschulden und davon nicht zu wenige. ...

„Calendar Girl – Verführt: Januar, Februar, März“ ist der erste Teil der Calendar Girl-Reihe von Audrey Carlan und ist im Juni 2016 erschienen.
Mia Saunders Vater hat Spielschulden und davon nicht zu wenige. Da er von den Eintreibern krankenhausreif geschlagen worden ist und jetzt im Koma liegt, ist es an Mia das Geld zu besorgen. Ihre einzige Chance schnell eine Million zu bekommen sieht sie darin, einen Job bei ihrer Tante als Escort Girl anzunehmen. Anfangs hasst sie die Vorstellung einen Monat lang einen wildfremden Mann zu begleiten, aber bereits ihr erster Kunde zeigt ihr die positiven Seiten dieses Jobs und Mias Gefühle geraten ziemlich durcheinander.
In dem Band eins werden die ersten drei Monate von Mias neuem Job als Escort Girl beschrieben. Die Idee hinter der Geschichte ist interessant und Mia lernt bereits in den ersten drei Monaten einige Menschen kennen, die ihr helfen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und an ihrer Aufgabe zu wachsen. Allerdings kommt Mia etwas nervig und nicht authentisch rüber. Auf der einen Seite ist sie total in Wes verliebt und hatte vor ihm lange Zeit keinen Partner, auf der anderen Seite ist sie auf einmal total sexgeil und will jedes männliche Wesen, das ihr begegnet, haben.
Der Schreibstil ist eher einfach und manchmal fast ein wenig einfältig. Da die Geschichte aus Mias Sicht geschrieben ist, ist schwer zu sagen, ob es an der Autorin liegt oder Mias „schlichte“ Gedanken widerspiegelt. Aber nichtsdestotrotz liest es sich gut und angenehm.
Obwohl es eindeutig ein erotischer Roman ist, kommt die Handlung dennoch nicht zu kurz und es werden auch Dinge wie Selbstliebe, Freundschaft und gesellschaftliche Vorurteile behandelt.
Fazit:
Netter Zeitvertreib für zwischendurch.

Veröffentlicht am 12.04.2018

Sage‘ Geschichte wird gut und sehr gefühlvoll erzählt, allerdings bleiben die anderen Charaktere zu unscharf. Der Cliffhanger wäre nicht nötig gewesen.

Berühre mich. Nicht.
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Sage ist nach Nevada gezogen, um dort zu studieren und vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Doch ihre Angst ist allgegenwärtig und die Erinnerungen verfolgen sie auf Schritt und Tritt. Des Weiteren hat ...

Sage ist nach Nevada gezogen, um dort zu studieren und vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Doch ihre Angst ist allgegenwärtig und die Erinnerungen verfolgen sie auf Schritt und Tritt. Des Weiteren hat sie kein Geld, um sich eine Wohnung zu leisten und niemanden, mit dem sie reden kann – nicht, dass sie überhaupt schon mal mit jemanden über das Geschehene gesprochen hätte – das hatte er ihr verboten.

Sage ist glücklich, als sie einen Job in der Uni-Bibliothek bekommt, bei dem sie keinen Menschenkontakt hat. Doch dann stellt sich heraus, dass Luca mit ihr dort zusammenarbeiten muss. Auf engstem Raum mit einem Mann, der auch noch düster wirkt und tätowiert ist. Das ist der absolute Albtraum für Sage und ihre Nerven liegen blank. Aber wenn sie den Job nicht verlieren will – was sie sich nicht leisten kann – muss sie über sich hinauswachsen und sich ihren Ängsten stellen. Dabei findet sie heraus, dass Luca nicht so ist, wie sie zuerst dachte und er ganz andere Gefühle als Angst in ihr auslöst.

„Berühre mich. Nicht.“ von Laura Kneidel ist der erste Teil der „Berühre mich nicht-Dilogie“ und ist im Oktober 2017 als Taschenbuch und als eBook erschienen.

Die Geschichte wird aus Sage‘ Sicht in der ersten Person geschildert. Ihre Gedanken und Ängste sind so von Anfang an für den Leser greifbar, auch wenn das ganze Ausmaß der vergangenen Ereignisse nicht erwähnt wird, sondern immer nur bruchstückhafte Erinnerungsfetzen beschrieben werden. Dennoch kann man sich ein gutes Bild davon machen, was Sage erleiden musste und weswegen sie so panisch auf andere Menschen – vor allem Männer – reagiert.

Sehr positiv an diesem Buch empfinde ich die langsame Entwicklung und Veränderung von Sage. Oftmals geht die Wandlung von so traumatisierten Personen in Büchern viel zu schnell, sobald sie den/die Richtige(n) getroffen haben, so dass es nicht authentisch wirkt. Sage dagegen macht winzige Fortschritte, nur um danach wieder einen herben Rückschlag wegstecken zu müssen, von dem sie sich dann erstmal erholen muss, bevor sie weiter an sich arbeiten kann. Ihre Beziehung zu Luca baut sich sehr langsam auf und der Leser erlebt jeden ihrer Zweifel, Hoffnungsschimmer, Rückschläge hautnah mit.

Nachteil an dieser langsamen Entwicklung ist eventuell für den Leser, dass sich die Ereignisse etwas ziehen und gerade in der Beziehung von Luca und Sage nicht viel passiert.

Durch die Ich-Erzählperspektive bleiben die Gefühle und Gedanken der anderen Charaktere etwas im Hintergrund. Sage hat zwar eine gute Beobachtungsgabe, aber die Autorin hat Luca sehr unnahbar und undurchschaubar gestrickt, so dass man seine Gefühlswelt nur schwer fassen kann. Das empfinde ich als schade, weil dadurch doch einiges verloren geht.

Der Schreibstil ist flüssig, eher einfach, aber gut zu lesen. Man taucht gleich von Beginn an in Sage‘ Welt ein und lebt, leidet, liebt mit ihr. Durch Dialoge hat der Leser die Möglichkeit, die Gedanken und Gefühle der anderen Charaktere in einer Geschichte mit Ich-Erzählperspektive besser kennenzulernen. Nur leider sind weder Sage noch Luca sehr gesprächig, so dass die Dialoge hier sehr knapp ausfallen und nicht viel preisgeben.

Wie so oft im NewAdult-Bereich erfüllen sich auch hier sämtliche Klischees: Bad Boy, der eigentlich selber zu tiefst verletzt ist und deswegen seinen weichen Kern hinter Tattoos und einer grimmigen Fassade versteckt, graues Mäuschen, das den Bad Boy begehrt, eine allerbeste Freundin, mit der man über alles reden kann, nur nicht über das eine, was einem das Leben schwermacht und zu guter Letzt die fehlende Kommunikation der Protagonisten, was dann in einem riesigen Konflikt endet. Wobei „endet“ es hier ganz gut trifft, denn dieser erste Teil der Geschichte endet mit einem blöden, mal wieder unnötigen Cliffhanger. Aber zum Glück habe ich ja mit dem Lesen des ersten Teils gewartet, bis der zweite Teil erschienen ist.

Das Cover ist ein Eyecatcher durch die Rauten. Ansonsten empfinde ich es eher als nichtssagend. Es gibt keinerlei Hinweise auf die Geschichte.

Fazit:
Sage‘ Geschichte wird gut und sehr gefühlvoll erzählt, allerdings bleiben die anderen Charaktere zu unscharf. Der Cliffhanger wäre nicht nötig gewesen.

Veröffentlicht am 21.12.2017

Locker, leichte Lektüre für alle Fans von Liebesromanen und leichter Kost

Taste of Love - Mit Sehnsucht verfeinert
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Im vierten Band der „Köche von Boston“-Reihe „Taste of Love – Mit Sehnsucht verfeinert“ von Poppy J. Anderson treffen wir auf Hayley und Scott.

Hayley ist die neue Sou-Chefin von Nick (ihn kennen wir ...

Im vierten Band der „Köche von Boston“-Reihe „Taste of Love – Mit Sehnsucht verfeinert“ von Poppy J. Anderson treffen wir auf Hayley und Scott.

Hayley ist die neue Sou-Chefin von Nick (ihn kennen wir bereits aus den vorherigen Teilen). Nachdem sie vor drei Jahren aus Boston abgehauen ist, um ihrem alten Leben und Scott zu entfliehen, ist sie jetzt zurückgekehrt, um in Nicks neuem Restaurant anzufangen. Bei der Einweihungsfeier begegnet sie prompt ihrem Ex-Verlobten Scott, einem erfolgreichen Geschäftsmann, und muss feststellen, dass sie doch noch nicht, wie gehofft, über ihn hinweg ist. Auch Scott hat die Trennung und die plötzliche Flucht von Hayley nie verdaut und setzt alles daran, Hayleys Herz zurückzuerobern. Allerdings ist fraglich, ob seine Methoden (sie eifersüchtig machen, ihr in die Beziehung mit ihrem Dad reinreden) bei Hayley so gut ankommen. Außerdem steht immer noch der Grund für Hayleys Flucht zwischen ihnen und liefert jede Menge Zündstoff.

Wie schon bei den vorangegangenen Bänden wird die Geschichte von Hayley und Scott abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Hinzu kommen hier teilweise noch Einschübe aus der Vergangenheit, um die Ereignisse, die in den sieben Jahren Beziehung aufgetreten sind, zu erläutern. So erhält der Leser ein rundes Bild von den beiden und deren Vergangenheit.
Die Begegnungen zwischen Hayley und Scott sind größtenteils sehr amüsant (z.B. die Versteigerung – wer oder was da versteigert wird, verrate ich nicht ?) und die Dialoge sind ebenfalls gelungen. Deren Beziehung gleicht ein wenig der Beziehung von Feuer und Eis, so dass man manchmal zweifelt, ob es mit den beiden überhaupt gut gehen kann. Wie sie vor ihrer Trennung sieben Jahre in absoluter Harmonie und Glückseligkeit verbracht haben sollen, ist kaum vorstellbar.

Und genau das ist dann auch der Punkt, bei dem ich mir in der Geschichte etwas schwergetan habe. Auf der einen Seite heißt es immer wieder, wie harmonisch und vertraut deren Beziehung gewesen ist, dass sie über alles miteinander gesprochen haben und sich alles erzählen konnten. Aber auf der anderen Seite basiert deren Trennung hauptsächlich auf einem riesengroßen Missverständnis ausgelöst durch mangelnde Kommunikation. Das vorangegangene Ereignis war heftig und entsprechend kann ich auch deren Reaktionen nachvollziehen, aber eine absolut intakte Beziehung, in der man sich vertraut und sich alles anvertraut (so wie behauptet) sollte so etwas aushalten und die Missverständnisse aufdecken, bevor es derart eskalieren kann.

Das Ende und die Versöhnung kommen dann leider auch etwas zu schnell und zu kurz.

Der Schreibstil ist angenehm und das Buch liest sich sehr schnell und flüssig. Neben den beiden Protagonisten tauchen auch die Charaktere aus den drei Vorgängerbüchern wieder auf, aber sowohl die als auch die sonstigen Nebenfiguren (Hayleys Vater oder Scotts Freund) bleiben eher im Hintergrund und erhalten nur eine Statistenrolle.

Das Cover ist im ähnlichen Stil gehalten wie die anderen Bände und wirkt sehr ansprechend und passend zur Kochszenerie.

Was mir bereits im dritten Teil aufgefallen ist, den ich mir als Ebook gekauft hatte, hat sich jetzt im vierten Teil bestätigt: Die Rezepte am Anfang und am Ende der Bücher gibt es leider (bislang) nur in der Printversion. Ich hoffe sehr, dass der Verlag meine Anregung annimmt und dies ändert, denn Ebooks als B-Ware zu behandeln finde ich schade – zumal der Preis doch recht ähnlich ist.

Fazit:
Locker, leichte Lektüre für alle Fans von Liebesromanen und leichter Kost. Die Erwartungen von ein paar schönen Lesestunden wurden erfüllt und der Inhalt erfüllt die Erwartungen, die man an das Genre stellen kann.

Ich bedanke mich bei Bastei Lübbe und der Lesejury für das Vorabrezensionsexemplar. Dies hat meine Bewertung nicht beeinflusst.

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