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Veröffentlicht am 10.04.2025

Leben in einer Scheinwelt

Geht so
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In ihrem Roman 'Geht so' schildert Beatrize Serrano den Lebenswandel einer jungen Frau, die mit sich und ihrem Leben äußerst unzufrieden ist. Sie arbeitet in einer Promotion-Agentur in Madrid, leitet erfolgreich ...

In ihrem Roman 'Geht so' schildert Beatrize Serrano den Lebenswandel einer jungen Frau, die mit sich und ihrem Leben äußerst unzufrieden ist. Sie arbeitet in einer Promotion-Agentur in Madrid, leitet erfolgreich ein Team von Mitarbeitern. Obwohl ihr die Arbeit scheinbar leicht von der Hand geht, versucht sie sich tagtäglich, dem für sie toxischen Zwang der Erledigung ihrer Aufgaben zu entziehen. Das Privatleben bietet ihr auch keine Erfüllung. So flüchtet sie sich in Drogen und Alkohol. Kann das auf Dauer gut gehen, vor allem wenn ein gemeinsames Wochenende mit den Kollegen zu Teambildungsmaßnahme ansteht?
Sehr emotional und ergreifend lässt die Autorin Marisa, die Protagonistin des Romans, aus ihrem Leben berichten. Wir werden Zeuge einer permanenten Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben an sich, welches sich in ein Verkriechen in die Scheinwelt des anonymen Internets äußert. Die Gedanken und Gefühle sind einzig darauf ausgerichtet den Körper, vor allem den Kopf zu betäuben. Als schließlich die Protagonistin in eine große Katastrophe gerät, werden ungeahnte Emotionen, für mich völlig unverständliche, freigesetzt.
Der Roman spiegelt das Bild einer Gruppe Hilfesuchender wider, die ihren Platz in unserer Gesellschaft nicht finden können, sich aufgegeben haben und in der Lage sind, ihr wahres Inneres im Alltag erfolgreich zu verbergen. Sie bauen um sich herum eine künstliche Welt auf, die sich fernab jeglicher Realität bewegt. Dieser Hilfeschrei fordert Beachtung sucht nach der rettenden Hand.

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  • Charaktere
  • Cover
  • Themen
Veröffentlicht am 24.03.2025

Das Buch lebt

BEEP! BEEP! Read all about it!
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Peter Felixberger, seines Zeichens seit vielen Jahren Journalist und eng mit dem Medium Sachbuch verbunden, stellt sich die Frage wer im Jahre 2040 überhaupt noch Bücher schreibt und worüber. In seinem ...

Peter Felixberger, seines Zeichens seit vielen Jahren Journalist und eng mit dem Medium Sachbuch verbunden, stellt sich die Frage wer im Jahre 2040 überhaupt noch Bücher schreibt und worüber. In seinem Buch 'BEEP! BEEO! Read all about it! präsentiert er eine Möglichkeit, mit dem Buch-Entstehungs-Entwicklungs-Programm kreative Gedankenstrukturen zu entwickeln und natürlich diese, in attraktiven Lesestoff umzusetzen. Durch detaillierte Fragestellung beginnend zum eigene Ich des potenziellen Autors zeigt er Wege zum Einstieg in die Gemeinde der Schriftsteller auf und zeigt an Hand von fünfzehn Beispielen wie sein Konzept funktioniert. Die Bücher der Zukunft werden weiter existieren und ihre Leser finden.
Die Gestaltung des Sachbuches ist auffällig hochwertig. Es ist gut strukturiert und brilliert durch farbliche Akzente.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Betrachtungen zum gesellschaftlichen Miteinander

Der Gott des Waldes
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Die Familie Van Laar ist eine sehr reiche Familie, die in den dichten Wäldern von Adirondack Mountains im Bundesstaat New York viel Land besitzt, auf dem sich unter anderem auch ein Sommercamp für den ...

Die Familie Van Laar ist eine sehr reiche Familie, die in den dichten Wäldern von Adirondack Mountains im Bundesstaat New York viel Land besitzt, auf dem sich unter anderem auch ein Sommercamp für den Nachwuchs privilegierter Bürger befindet. Hier verbringt die dreizehnjährige Barbara Van Laar im Jahr 1975 ihre Sommerferien. Sie kennt sich gut aus in der Gegend. Eines Morgens ist ihre Koje leer. Eine groß angelegte Suchaktion wird gestartet, wie vor vierzehn Jahren, als ihrem Bruder Bear das gleiche Schicksal ereilte. Die Suche nach Bear wurde irgendwann ergebnislos abgebrochen. Beängstigend ist der zeitgleiche Ausbruch eines Serienmörders aus der Haftanstalt.
Liz Moore lässt uns Leser in ihrem Roman 'Der Gott des Waldes' teilhaben an einem gesellschaftlichen Spektakel, welches tiefe Abgründe zwischen reich und arm, Mann und Frau aufzeigt. Die Handlung wird nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt, bleibt jedoch stets übersichtlich. Spannend sind die wiederkehrenden Perspektivwechsel, wodurch die Geschichte mehrfach unter einem neuen Aspekt erscheint und schließlich die Familie Van Laar ständig näher beleuchtet, eine Tragödie offenlegt. Die junge Ermittlerin zeichnet sich durch einen starken, unbestechlichen Charakter aus, der Mitte der siebziger Jahre keineswegs selbstverständlich gewesen ist in einer patriarchisch geprägten Welt.
Die Autorin vermag es durch ihren beeindruckenden Schreistil, die Leserschaft in ihren Bann zu ziehen. Es fasziniert, wie sie spannende Unterhaltung durch gekonnt in Szene gesetzte atmosphärische Details und bildhafte Sprache erzeugt.
Ich gebe sehr gern hierfür meine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Lebenslinien

Flusslinien
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Margrit ist eine kluge Frau, die mit ihren einhundertzwei Lenzen ein beachtliches Alter vorzuweisen hat. Sie versucht trotz ihrer altersbedingten körperlichen Einschränkungen den Tagen erfüllende Stunden ...

Margrit ist eine kluge Frau, die mit ihren einhundertzwei Lenzen ein beachtliches Alter vorzuweisen hat. Sie versucht trotz ihrer altersbedingten körperlichen Einschränkungen den Tagen erfüllende Stunden abzuringen. Besonders angetan hat es ihr der Römische Garten in Hamburg an der Elbe, den einst vor sehr langer Menschenlebenszeit Elsa Hoffa, die Freundin ihrer Mutter, erschaffen hat. Dort verbringt sie eine glückliche, nachdenkliche, erfüllte Zeit in Erinnerung an ihr erfülltes, reichhaltiges Leben. Begleitet wird sie von Artur, der sie tagtäglich von der Seniorenresidenz zum Garten und wieder zurückfährt.
Artur kämpft mit einem schrecklichen Schicksalsschlag und versucht in langsamen Schritten aus der Einsamkeit, die sein Herz gefangen hält, zu entfliehen. Luzie, die achtzehnjährige Enkelin von Margrit ist wütend auf ihre Umwelt, rebelliert dagegen auf und meldet sich aus Protest von der Schule kurz vor dem Abitur ab. Zu ihrer Großmutter pflegt sie ein sonniges, sehr aufgeschlossenes und liebevolles Verhältnis.
Katharina Hagena lässt in ihrem Roman 'Flusslinien' die Wellen des Lebens ihrer drei Protagonisten wie die Flusslinien der Elbe aufleben, gibt ihnen Raum, Gedanken und Gefühle in zauberhafte Worte gefasst, zu äußern, sich auseinander zu setzen mit den gewaltigen Herausforderungen des Daseins, aber auch die wunderbaren Seiten des Lebens aufzuschlagen, um in ihnen erfreut, mit einem Lächeln auf den Lippen die Erinnerungen zu genießen. Die Geschichte ist leise und einfühlsam erzählt, zeigt durch die authentisch gezeichneten Charaktere eine liebenswerte Lebendigkeit.
Ich empfehle diesen Roman sehr gern.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Verzweifelter Schrei nach Liebe

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Sarah Lorenz lässt in ihrem Romandebüt 'Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken' die neununddreißigjährige Elisa ihr Leben Revue passieren. Bücher gaben Elisa seit frühester Kindheit Halt. Sie ...

Sarah Lorenz lässt in ihrem Romandebüt 'Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken' die neununddreißigjährige Elisa ihr Leben Revue passieren. Bücher gaben Elisa seit frühester Kindheit Halt. Sie waren ihre Begleiter selbst dann noch als sie bereits ganz nach unten im sozialen Leben abgerutscht war. Mascha Kaléko, die große Dichterin der Gebrauchspoesie und ganz nebenbei auch meine Lieblingsdichterin, vermochte es, der Protagonistin das Herz zu öffnen. Maschas Gedichte stehen thematisch, exzellent ausgewählt, am Beginn eines Kapitels und Elisa erzählt einfach drauf los, stellt Fragen, zieht Vergleiche. Sie berichtet schonungslos ehrlich, welche Wege sie beschritten hat, um der Kälte ihres Daseins zu entfliehen, auf der Suche nach Liebe sich schutzlos und ahnungslos einer Welt hingegeben hat, in der sie als Persönlichkeit nie eine Chance hatte. Die Geschichte folgt keiner chronologischen Reihenfolge, sondern eher Gedankensplittern, liefert ein berührendes Gesamtbild, welches man mit einer humanistischen Gesellschaft nicht im Zusammenhang sehen mag.
Ich gebe diesem Roman, der lebendig geschrieben ist sehr gern meine Leseempfehlung, weise aber darauf hin, dass es sich hier um keine leichte Kost handelt, weil auch von emotionaler und körperlicher Gewalt berichtet wird.

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