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Veröffentlicht am 19.03.2025

Wie ein Senior sich mit modernem Zeitgeist und Technik anfreundet

Für den Mist bin ich zu alt
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Ehrlich gesagt bin ich anfangs ein wenig skeptisch an das Buch herangegangen. Wenn man das Coverbild betrachtet, gewinnt man schnell den Eindruck, es ginge hier um einen mürrischen alten Mann, der nicht ...

Ehrlich gesagt bin ich anfangs ein wenig skeptisch an das Buch herangegangen. Wenn man das Coverbild betrachtet, gewinnt man schnell den Eindruck, es ginge hier um einen mürrischen alten Mann, der nicht mehr mit der modernen Welt zurecht kommt. Hermann, der 79-jährige Ich-Erzähler, war Gymnasiallehrer. Er wirkt nicht ganz glücklich, weil ihm die Technik quasi davonläuft und er mit dem Fortschritt in vielen Bereichen überfordert ist. Vor allem die digitale Welt macht ihm Probleme. Aber er ist weder mürrisch noch verbittert, sondern durchaus aufgeschlossen. Als er die Schülerin Romy kennenlernt, stellen die beiden schnell fest, dass sie sich gegenseitig helfen können. Hermann gibt ihr Französisch-Nachhilfe, im Gegenzug bringt sie ihm die Grundlagen in Sachen Computer, Internet & Co. bei, für beide eine Win-Win-Situation (schon wieder so ein neumodischer Begriff, über den sich Hermann wundert). Auch wenn es ihm anfangs nicht leicht fällt, lernt Hermann viel Neues. Er ist ein gelehriger Schüler, und während Romys Französischkenntnisse immer besser werden, macht auch Hermann in der digitalen Welt Fortschritte und findet zunehmend Freude daran, denn er stellt immer wieder fest, dass ein Computer oder ein Handy auch für seine Altersgruppe große Vorteile bietet, die er vorher gar nicht für möglich gehalten hatte. Es geht in der Geschichte aber nicht nur um die digitale Welt, sondern es werden auch andere Phänomene unserer Zeit angesprochen. Im regen Austausch mit seiner Familie, mit Freunden und nicht zuletzt auch mit Romy diskutiert er über die Vor- und Nachteile von Onlineshopping, KI, modernen Autos mit Touchscreen, eBook-Readern oder dem Bahnfahren, dem ja unweigerlich der Fahrkartenkauf am Automaten oder online vorangeht. Auch kommt das Gendern zur Sprache, ebenso wie gutes Benehmen in der heutigen Zeit und vieles mehr.

Das Buch liest sich leicht und amüsant. Hermanns Gedanken und Bedenken zu den Themen unserer Zeit konnte ich zum Teil gut nachvollziehen. Einiges davon ist nicht nur für alte Menschen irritierend. Ich habe mich auch mit meiner Tochter über das Buch ausgetauscht, und da kam eine Sache zur Sprache, die auch mich extrem nervt, obwohl ich noch einige Jahre jünger bin als Hermann. Und meine Tochter meinte, es ginge ihr dabei genauso, und sie ist erst 32! Es ging dabei um moderne Filme. Bei manchen Szenen, wenn sich die Akteure unterhalten, versteht man kaum ein Wort und muss lauter schalten. Kommt dann eine Passage mit Musik, bläst es einem fast das Trommelfell weg, so laut ist diese. Dieses Phänomen erfahre ich auch immer wieder bei Instagram. Klickt man sich da durch die Storys, artet das oft in ein stetiges Rauf- und Runterregeln der Lautstärke aus. Ebenso ist es häufig mit der Beleuchtung bei Filmen, wenn beispielsweise eine Szene bei Nacht gedreht wird und man plötzlich nur noch Dunkelheit auf dem Bildschirm sieht, untermalt von irgendwelchen (Kampf-)Geräuschen, die nur erahnen lassen, was da gerade vor sich geht.

Für mich habe ich festgestellt, dass ich in manchen Punkten durchaus die Ansicht von Hermann teile. Darüber hinaus finde ich es gut, sich auch mit dem Problemen Älterer zu beschäftigen, was gegenseitiges Verständnis fördert. Sehr schön finde ich in dieser Geschichte die Zusammenarbeit von Romy und Hermann, die sich gegenseitig unterstützen, obwohl sie altersmäßig ca. sechzig Jahre trennen. Mir hat das Buch gut gefallen, denn es setzt sich kritisch mit aktuellen Themen auseinander, jedoch nicht ohne eine gute Portion Humor, die immer mitschwingt. Ich finde dieses Büchlein für alle Generationen lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Von der Entstehung der berühmten Schokoladenmanufaktur Lindt & Sprüngli

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 1)
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Schon das Cover des ersten Teils der Lindt & Sprüngli Familiensaga ist aufwendig und schön gestaltet. Es zeigt auf rotem Grund eine Frau und einen kleinen Jungen in der Rückansicht und außerdem, in einem ...

Schon das Cover des ersten Teils der Lindt & Sprüngli Familiensaga ist aufwendig und schön gestaltet. Es zeigt auf rotem Grund eine Frau und einen kleinen Jungen in der Rückansicht und außerdem, in einem kleinen Oval, den Hauptsitz der Confiserie Sprüngli am Paradeplatz in Zürich. Das Interessante jedoch ist, dass das Cover wirkt, als wäre es eine Tafel Schokolade, von der oben das Papier abgerissen wurde. Da möchte man am liebsten gleich mal 'reinbeißen.

Die Geschichte beginnt 1926 in der Züricher Marktgasse, wo die Confiserie Vogel ansässig ist. Dort lebt der Konditor-Geselle David Sprüngli mit seiner Familie. Sein Sohn Rudolf geht gerne in die Elephantenapotheke gegenüber, denn der Apotheker Flückiger ist wie ein väterlicher Freund zu ihm. Als Rudolfs Mama schwer erkrankt, bringt er ihr Schokolade aus der Apotheke ans Krankenbett. Frau Sprüngli wird wieder gesund, und der kleine Rudolf fasst den Entschluss, selbst Schokolade herzustellen, wenn er erwachsen ist. Man erlebt in diesem Roman mit, wie aus der Confiserie Vogel später die Confiserie Sprüngli & Sohn wird. Wir begleiten den jungen Rudolf, nach Abschluss seiner Konditorlehre, auf Wanderschaft und Jahre später bei seiner Heimkehr. Zurück in Zürich setzt Rudolf eine rasante Entwicklung in Gang. Er setzt alles daran, das Geschäft, das sein Vater mittlerweile von der Witwe Vogel gekauft hat, zu vergrößern und erfolgreich zu machen. Sein Vater ist skeptisch, sieht er doch den Sinn seines Lebens einzig in harter Arbeit. Was dem Sohn vorschwebt, tut er anfangs als Flausen ab. Aber Rudolf beweist ihm das Gegenteil. Es ist interessant, die Planung und Umsetzung seiner Vision zu verfolgen und mitzuerleben, wie aus der kleinen Confiserie nach und nach ein Schokoladen-Imperium wird. Wir verfolgen die Familie Sprüngli über drei Generationen, angefangen von David und seiner Frau über Rudolf, der nicht nur beruflich ein klares Ziel vor Augen hat sondern auch, was seine künftige Partnerin angeht. Die dritte Generation sind die Kinder von Rudolf und seiner Frau, die von Anfang an, wie selbstverständlich, in das Unternehmen hineinwachsen.

Der Fortgang der Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven der Charaktere geschildert. Da sind hauptsächlich Rudolf und Katharina, aber auch Davids Sicht kommt zur Sprache, als er seinem Sohn von seiner eigenen Kindheit erzählt und dabei klar wird, wie er zu dem Mann geworden ist, der sich in Zürich niedergelassen hat und für den das Leben hauptsächlich aus Arbeit besteht. Dazwischen gibt es auch Kapitel aus der Sicht von Annarösli Burger, einer Angestellten in der Konditorei Sprüngli, Roli Stutz, einem elternlosen Jungen, der als "Verdingkind" auf einem Bauernhof schuften musste, ausgerissen ist und nach Zürich kam. Rudolf Sprüngli nimmt sich seiner an und bietet ihm eine Zukunft. Auch Apotheker Flückiger kommt zu Wort, denn er erfüllt im Lauf der Geschichte noch eine besondere Aufgabe.

Die Charaktere sind alle sehr fein und lebendig gezeichnet, allen voran Katharina und Rudolf. Mein persönlicher Liebling im Roman war jedoch Roli, dem das Leben so übel mitgespielt hatte, der aber den Mut aufbracht, die ihm dargebotene Chance zu ergreifen, allen Unkenrufen zum Trotz.

Der Roman endet 1863, und es ist spannend, die Entwicklung über die Jahre mitzuerleben. Ich weiß nicht, was von der Handlung der Wahrheit entspricht und was daran Fiktion ist, denn leider gibt es kein erklärendes Nachwort der Autorin. Klar und real ist, dass alles in der Marktgasse begann und sich am Paradeplatz fortsetzte. Auch Johannes Baur, Rudolfs Freund und Hotelier in Zürich, ist eine reale Persönlichkeit. Ob es Annarösli und Roli wirklich gegeben hat, ist mir nicht bekannt.

Neben der Familiengeschichte erfährt man auch viel über die politischen Verhältnisse und die schwierige, ärmliche Situation der einfachen Leute in der damaligen Zeit. Dabei werden u.a. auch der Putsch im Jahr 1839 und die Cholera-Epidemie 1867 in Zürich erwähnt.

Das alles liest sich sehr kurzweilig und interessant und hat mir wirklich gut gefallen. Bei manchen Szenen hat sich mir jedoch nicht so ganz erschlossen, aus welchem Grund sie relativ ausführlich erzählt werden. Andererseits gab es einige Zeitsprünge, die mich ein wenig irritiert haben, denn über die ausgelassene Zeit hätte ich oft gerne noch mehr erfahren. Lesenswert ist das Buch auf jeden Fall, aber ich muss auch eine Warnung aussprechen, denn bei der Lektüre hat mich immer wieder eine starke Lust auf Schokolade gepackt, der ich natürlich unbedingt nachkommen musste. Ich kann also nur empfehlen, auf jeden Fall eine Tafel leckere Schokolade bereit zu legen, wenn man sich in das Buch vertieft. Und nun heißt es, auf Band 2 warten, wo man sicher erfahren wird, wie das "Lindt" in den Firmennamen kam. Ich bin schon gespannt darauf.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Vergnügliche Cozy Fantasy

Spellshop
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Man findet sich hier in einem fiktiven Reich wieder, in dessen Hauptstadt Alyssium eine Revolition ausbricht. Der Kaiser wird gestürzt, und auch die Bibliothek steht in Flammen. Die Bibliothekarin Kiela ...

Man findet sich hier in einem fiktiven Reich wieder, in dessen Hauptstadt Alyssium eine Revolition ausbricht. Der Kaiser wird gestürzt, und auch die Bibliothek steht in Flammen. Die Bibliothekarin Kiela versucht, so viele Bücher wie möglich zu retten. Zusammen mit ihrem Gehilfen Caz, einem sprechenden und denkenden Spinnenkraut, ergreift sie die Flucht. Ihr Ziel ist die kleine, entlegene Insel Caltrey, wo sie früher mit ihren Eltern gelebt hat. Dort angekommen sucht sie das alte Cottage, das ihre Eltern damals zurückgelassen hatten. Zusammen mit Caz und mit Hilfe einiger Zauberbücher, die sie in ihren Kisten dabei hat, versucht sie, sich eine neue Existenz aufzubauen. Vieles auf der Insel wird bzw. wurde nämlich durch Magie reguliert, allerdings ist das Zaubern nur zugelassenen Magiern erlaubt. Der erste Inselbewohner, dem sie nach ihrer Ankunft begegnet, ist der Seepferdzüchter Larran. Aber Kiela ist eine Einzelgängerin und meidet den Kontakt zu anderen, so gut sie kann. Schon nach kurzer Zeit merkt sie jedoch, dass sie alleine nicht so gut zurecht kommt und immer wieder Hilfe braucht. Diese anzunehmen, fällt ihr nicht leicht. Außerdem gibt es auf der Insel massive Probleme, die das Leben erschweren. Sie muss über ihren Schatten springen und sich mit ihren Nachbarn und den Gegebenheiten arrangieren.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich in die Geschichte hineingefunden hatte. Da ich eher selten Fantasy lese, war ich im ersten Moment mit den vielen phantastischen Wesen auf der Insel etwas überfordert. Auch an Kiela musste ich mich erst gewöhnen, denn wie sie anfangs jegliche Hilfe ablehnt, ist schon fast unhöflich zu nennen. Aber ihr Nachbar gibt nicht auf, und schnell lernt Kiela, dass es in vielerlei Hinsicht gut ist, mit anderen zusammen zu arbeiten. Nachdem ich mich ein wenig auf Caltrey eingewöhnt hatte, fing die Geschichte an, mir Spaß zu machen. Die verschiedenen Charaktere, angefangen bei Larran, entwickeln sich äußerst sympathisch und verhalten sich Kiela gegenüber sehr freundlich und hilfsbereit. Schnell ergibt sich mit der Bäckerin der Insel eine Übereinkunft zu künftiger Zusammenarbeit, denn Kiela soll die Marmelade für das Gebäck liefern.
Im Nachwort schreibt die Autorin, sie hat ihre Geschichte mit allem gefüllt, was ihr Spaß macht, und dazu gehören Dinge wie Bücher oder Blätterteigteilchen mit Himbeermarmelade. Aber auch der Ritt auf einem Seepferd hört sich gut an, wobei man sich hier keine Seepferdchen vorstellen darf, wie wir sie kennen, sondern Fabelwesen, halb Pferd und halb Fisch. Man begegnet einigen interessanten Wesen auf der Insel. Einige Bewohner haben ein Fell und Geweih, es gibt eine Zentaurin und einen Jungen mit Ziegenhörnern. Neben Kielas Freund Caz, dem Spinnenkraut, erscheint bald noch ein hüpfender und miepender Kaktus auf der Bildfläche. Die Handlung ist nicht tiefgreifend, sondern liest sich leicht, locker und vergnüglich. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, und auch eine kleine Romanze bahnt sich an. Hier wird das Genre "Cozy-Fantasy" bestens bedient.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Drei vergnügliche Abenteuer von Idefix und seinen Freunden

Idefix und die Unbeugsamen 07
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In diesem Büchlein, das bereits der siebte Band aus der Idefix-Reihe ist, sind drei Abenteuer von Idefix und seinen Freunden enthalten:

Achtung - zerbrechlich!
Dreimal Stupidix
Labenius als Legionär ...

In diesem Büchlein, das bereits der siebte Band aus der Idefix-Reihe ist, sind drei Abenteuer von Idefix und seinen Freunden enthalten:

Achtung - zerbrechlich!
Dreimal Stupidix
Labenius als Legionär

Die Geschichten spielen ungefähr zwei Jahre bevor Asterix und Obelix auf Idefix trafen. Zu der Zeit lebt der kleine Hund in Lutetia und leistet, zusammen mit seinen vierbeinigen Freunden, Widerstand gegen die geplante Romanisierung der Stadt. Der Aufbau ist sehr ähnlich wie bei den Asterix-Bänden, nur dass es hier eben vierbeinige Protagonisten sind, die den Römern das Leben erschweren. Auch spielt in allen drei Geschichten Stupidix eine wesentliche Rolle, der bereits aus einigen Asterix-Bänden bekannt ist und immer wieder für Aufregung sorgt.
Auch hier gibt es jede Menge versteckter Anspielungen in den Geschichten, und die Namen der diversen Charaktere sind, wie es Asterix-Fans kennen, sehr einfallsreich und amüsant. Viele der eingebauten Anspielungen und Gags erschließen sich erst beim zweiten Lesen. Zwar können die Idefix-Geschichten, was die Komplexität der Handlung und des Unterhaltungswerts angeht, nicht ganz mit den Asterix-Bänden mithalten, aber ich finde, sie sind eine sehr schöne Ergänzung, die ich ebenfalls gerne und mit großem Vergnügen lese.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Die Geschichte des Weihnachtsbaums

Das Wunder der Tannenbäume
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Dies ist die Geschichte einer armen Holzfällerfamilie und zugleich auch die Geschichte des Weihnachtsbaums. Als Anneliese 16 Jahre alt ist, muss sie dabei zusehen, wie ihr Vater tödlich verunglückt. Von ...

Dies ist die Geschichte einer armen Holzfällerfamilie und zugleich auch die Geschichte des Weihnachtsbaums. Als Anneliese 16 Jahre alt ist, muss sie dabei zusehen, wie ihr Vater tödlich verunglückt. Von da an ist sie mit Mutter und Bruder auf sich gestellt. Die Dorfgemeinschaft grenzt sie aus, und selbst bei Krankheit erhalten sie keine Hilfe. Neben bitterem Hunger drücken sie auch die Sorgen, weil sie ihre Schulden nicht bezahlen können, und es droht ihnen der Verlust ihres kleinen Hofs. Von einem Geschichtenerzähler, der in einer stürmischen Nacht bei ihnen Zuflucht sucht, erfährt Anneliese, dass in anderen Gegenden Tannenbäume zur Winter- und Weihnachtszeit geschmückt werden. In bitterster Not greift sie diese Idee auf und schmückt ein Bäumchen mit Strohsternen und den kleinen Holzfiguren, die ihr Bruder geschnitzt hat. Ihr Bäumchen findet großen Anklang, und als sie den jungen Friedrich von Bergen kennenlernt, ist es um sie geschehen. Aber das Glück ist nicht von langer Dauer...
Der Roman schildert sehr eindringlich das Leben in Armut. Man erlebt mit, wie Anneliese und ihre Familie nicht wissen, wovon sie leben sollen, wenn sie der bittere Hunger plagt. Dann gibt es eine Folge von Ereignissen, mit denen Anneliese im Traum nie gerechnet hätte, und sie schöpft Hoffnung für die Zukunft. Die Charaktere sind alle sehr fein und glaubhaft gezeichnet, und das geschilderte Leben kann man so schnell nicht vergessen. Daneben wird die Geschichte des Weihnachtsbaums erzählt, zwar hier in einen fiktiven Roman integriert aber doch mit vielen Wahrheiten. Die Geschichte von Anneliese und ihrer Familie hat mich sehr berührt, denn so oder ähnlich haben sicher viele Familien damals gelebt. Am Ende ging mir dann alles fast ein wenig zu schnell, und irgendwie habe ich Zeiten und Wegstrecken nicht mehr so ganz nachvollziehen können. Licht und Wärme, wie sie in der Kurzbeschreibung angekündigt sind, habe ich nicht so wirklich wahrgenommen bzw. nur am Rande verspürt. Aber es ist ein eindrucksvoller Roman, der nicht nur in die Weihnachtszeit passt, sondern eigentlich ganzjährig gelesen werden kann, da sich die Handlung über mehrere Jahre erstreckt.

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