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Veröffentlicht am 02.05.2025

Schwierige Beziehungen

Die Summe unserer Teile
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„Die Summe unserer Teile“ erzählt die Geschichte der Frauen über drei Generationen, d.h. von der jüngsten Figur ausgehend, über deren Mutter bis zur Großmutter. Sie haben gemein, dass sie studiert und ...

„Die Summe unserer Teile“ erzählt die Geschichte der Frauen über drei Generationen, d.h. von der jüngsten Figur ausgehend, über deren Mutter bis zur Großmutter. Sie haben gemein, dass sie studiert und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung haben.
„Manche Dinge lassen sich nicht durch Reden in alle Einzelteile zerlegen, betrachten und schlussendlich lösen.“ Diese Aussage betrifft sowohl die Probleme zwischen den Protagonistinnen als auch die Art, wie manche Details thematisiert und andere ausgelassen werden.
So erleben wir gewisse Situationen im Detail, beispielsweise, wie eine Entscheidung für Kind und Karriere unterschiedlich gehandhabt wird, müssen aber auf die Auflösung zur Ursache der Entfremdung entweder lange warten oder gar über das Ende hinaus spekulieren.
Ein kleiner Wermutstropfen, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat. Mir hat gut gefallen zu sehen, wie Ort und Zeit der Handlungsebenen eingebunden wurden und wie jede Frau ihren eigenen Weg zu verwirklichen suchte. Auch sprachlich war es eine angenehme Lektüre, leicht verständlich und doch mit ausgefallenen Bildern zur Anregung der Fantasie.

Veröffentlicht am 13.04.2025

Widerhall

Ping
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1989, der jugendliche Ich-Erzähler verbringt die Freizeit am liebsten mit seinen Freunden an der Tischtennisplatte. 2024, seine Tochter schreibt ihm Nachrichten.
Ihr Dialog ist eigentlich keiner, schließlich ...

1989, der jugendliche Ich-Erzähler verbringt die Freizeit am liebsten mit seinen Freunden an der Tischtennisplatte. 2024, seine Tochter schreibt ihm Nachrichten.
Ihr Dialog ist eigentlich keiner, schließlich finden die Geschehnisse auf unterschiedlichen Zeitebenen statt, dann aber lässt sich aus dem Hin und Her die Analogie zu einem Tischtennisspiel ziehen. Nicht nur erhalten die Kapitel einen Spielstand als Überschrift, das Thema ist omnipräsent, und dank der Recherche der Tochter werden auch die Fachbegriffe für uns erläutert.
Auch wenn ich nicht den Eindruck hatte, dass es den Figuren ums Gewinnen geht, hat ihr Diskurs doch etwas Spielerisches, etwas Leichtes, wie der Ball im Flug. Im Laufe des Buchs werden verschiedene Themen der Gegenwart und Vergangenheit angesprochen, lose miteinander verbunden, so dass Konfliktpotential erkennbar wird, ohne zu eskalieren. „Wirklich böse kann ich dir nicht sein.“, fasst die Tochter es zusammen. Schlussendlich können nur die beiden ihre Geschichte in vollem Ausmaß ermessen.
Die Machart hat mir unglaublich gut gefallen. Eine chronologischer Rückblick trifft auf Momentaufnahmen, die Figuren leben und reden quasi aneinander vorbei, und doch lässt sich ihr Charakter und ihre Beziehung zueinander erkennen. Das Ganze ist zudem mit farbig hinterlegten Seiten gestaltet, so dass jederzeit klar ist, wer gerade am Zug ist. Es lohnt sich also in jedem Fall, dieses Büchlein zur Hand zu nehmen.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Körper und Geist

ME YOGA
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Nicole Bongartz, Yogalehrerin mit Studio in Köln und bei der Online-Plattform YogaEasy, legt mit „ME YOGA“ ein etwas anderes Yoga-Buch vor. Anders, weil es nicht etwa primär um Yogaphilosophie oder praktische ...

Nicole Bongartz, Yogalehrerin mit Studio in Köln und bei der Online-Plattform YogaEasy, legt mit „ME YOGA“ ein etwas anderes Yoga-Buch vor. Anders, weil es nicht etwa primär um Yogaphilosophie oder praktische Übungen geht und der Yoga-Weg vielmehr der Manifestation der eigenen Bedürfnisse dient. „Denn im Yoga geht es nicht darum, sich besser zu fühlen, sondern darum, sich selbst besser fühlen zu können.“
Offenherzig berichtet die Autorin, wie sie mit den Hürden in ihrem Leben umgegangen ist. Und diese Authentizität vermittelt das Vertrauen in die von ihr vorgestellte Methode. Diese besteht aus einer Mischung aus Journaling, Meditation und Asanas. Das Buch ist so konzipiert, dass mit jedem Kapitel mehr Bewusstsein freigelegt wird, so dass das eigene Lebenskonzept klarer wird oder gar um fehlende Elemente ergänzt werden kann.
Ich habe „ME YOGA“ als sehr inspirierend empfunden, weil es eine Brücke schlägt zwischen körperlichen und mentalen Aspekten. Es regt mich an, mich mit Papier und Stift auszustatten, eingelebte Dinge in meinem Leben zu hinterfragen. In jedem Fall ist es mit dem Lesen allein nicht getan. Ich habe es selbst in der Hand, und wer weiß, was dabei an die Oberfläche tritt.

Veröffentlicht am 16.03.2025

Hart, aber herzlich

Achtzehnter Stock
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„Glück lässt sich von Pisse im Treppenhaus nicht abschrecken, Glück findet von Zeit zu Zeit sogar in den achtzehnten Stock.“ Dort ist es, wo Wanda mit ihrer Tochter Karlie lebt. Sie ist alleinerziehende ...

„Glück lässt sich von Pisse im Treppenhaus nicht abschrecken, Glück findet von Zeit zu Zeit sogar in den achtzehnten Stock.“ Dort ist es, wo Wanda mit ihrer Tochter Karlie lebt. Sie ist alleinerziehende Mutter und hofft auf eine Chance, als Schauspielerin ihre Brötchen zu verdienen.
Der achtzehnte Stock steht für den sozialen Brennpunkt, und der wird hier authentisch dargestellt - von den Dingen, die im Hausflur abgestellt werden, über die Nachbarn bis zur allgegenwärtigen Angst, den Kindern könne etwas zustoßen, wenn sie im Hof unbeaufsichtigt spielen.
Die größte Unterstützung erhält Wanda von ihrer türkischen Nachbarin, von der sie nicht einmal den Namen zu kennen scheint, wird sie doch nur „Aylins Mama“ genannt. Unberücksichtigt bleibt im Verlauf des Buchs, wie sie eigentlich über die Runden kommt, während sie nicht engagiert wird.
Das tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch. Wir erleben die Protagonistin als Aschenputtel, das in die Welt der Reichen und Schönen hineinschnuppern darf und sich eigentlich nicht für sie verbiegen will. Sprachlich bringt die Autorin auf den Punkt, worin die Herausforderungen dieses Lebens bestehen, so dass ich mich gut darin einfühlen konnte - ein erfrischender Perspektivwechsel!

Veröffentlicht am 13.03.2025

Der Fluss des Lebens

Flusslinien
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Dieser sogenannte „Generationenroman“ kommt eigentlich mit nur zweien aus, während die dazwischen kaum eine Rolle spielt. Unsere Protagonistinnen sind Großmutter und Enkeltochter füreinander.
Erstere, ...

Dieser sogenannte „Generationenroman“ kommt eigentlich mit nur zweien aus, während die dazwischen kaum eine Rolle spielt. Unsere Protagonistinnen sind Großmutter und Enkeltochter füreinander.
Erstere, Margrit, lebt in einem Altersheim und ist mit 102 Jahren trotz ihres hohen Alters immer noch eine aufmerksame Beobachterin und Gesprächspartnerin. Gut für Luzie, die ein Trauma überwinden und wieder neues Vertrauen ins Leben fassen muss.
Es gibt noch weitere liebenswürdige Charaktere, wie Artur, den Fahrer der Heimbewohner und jene selbst, die bald auch in Kontakt mit der jungen Tätowiererin kommen. „Die Haut wird verletzt, und verheilend schließt sie die Tinte unter sich ein.“
Als würden die klugen Dialoge zwischen den Figuren noch nicht reichen, um in diesem Roman zu versinken, lässt er uns auch noch sprachliche und philosophische Gedankenspiele miterleben.
„Flusslinien“ begeistert mich mit dem Hamburger Elbstrand als Handlungsort und der Verarbeitung der großen Themen des Lebens auf eine sehr charmante Art.