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Regina1960

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2025

Wenn ein geheimnisvolles Kästchen ein ganzes Leben erzählt...

Die verschwundene Tochter
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Es war mein erstes Buch von Soraya Lane, und ich muss sagen, ich war von der ersten Seite an nahezu gefesselt von „Die verschwundene Tochter“. Bereits das wunderschöne farbenfrohe Cover ist eine wahre ...

Es war mein erstes Buch von Soraya Lane, und ich muss sagen, ich war von der ersten Seite an nahezu gefesselt von „Die verschwundene Tochter“. Bereits das wunderschöne farbenfrohe Cover ist eine wahre Einladung und mutet fast schon edel an. Obschon die Autorin bereits mehrere Bände dieser Familiensaga in Form einer Buchreihe verfasst hat, war es absolut problemlos für mich , sofort in diese Geschichte einzutauchen, man muss vorher kein anderes Buch gelesen haben. Dieser Roman hat mich von der ersten Zeile an fasziniert, ich wollte unbedingt immer weiterlesen, so dass ich ihn komplett an einem Wochenende verschlungen habe. Geheimnisse sind ja immer etwas Faszinierendes, denn man möchte diese ja gerne lüften. So geht es hier um ein rätselhaftes Erbstück aus einem ehemaligen Londoner Frauenhaus, das die Journalistin Blake als Nachlass ihrer Großmutter erhält: Eine winzige Schachtel mit einer Modeskizze eines Kleides, an die ein Stück kostbarer Samt geheftet ist. Voller Fragen und gleichzeitig fasziniert geht Blake fortan auf die Suche nach Wahrheiten, und der Weg der Recherche führt sie in die Stadt der Liebe nach Paris - die Metropole, in der sich die glamouröse Modewelt rund um Dior und Vogue tummeln. Spannend und abwechslungsreich erzählt die Buchautorin parallel die wahrlich dazu dann die herzzerreißende und von Tragödien geprägte Geschichte von Evelina, die, wie sich herausstellt, Blakes Urgroßmutter ist. Die verlässt Anfang der zwanziger Jahre als blutjunge und fast mittellose Frau gegen den Willen ihrer Familie das Elternhaus Ihr Lebenstraum ist es, als Modeschöpferin in Paris berühmt zu werden. Ihr Weg ist hart und steinig, doch Evelina ist von Kindesbeinen harte Arbeit gewöhnt und selbst die schlimmsten Rückschläge übersteht sie auf mutigste und tapferste Weise, was nahezu revolutionär zur damaligen Zeit anmutete. Schlussendlich kommt Blake dem Geheimnis des mysteriösen kleinen Kästchens und seiner Geschichte und damit auch den Wurzeln ihrer Familie auf die Spur, was auch für sie einen nachhaltigen Einfluss auf ihr weiteres eigenes Leben hat. Fazit: Dieses Buch hat alles, was es für wunderschöne Lesestunden braucht. Eine außergewöhnliche, wendungsreiche, spannende und auch romantische Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt, ein angenehmer, detailgenauer, flüssiger Schreibstil, der klug und präzise Charaktere zu beschreiben vermag, zugleich Tiefgang. Ein wenig „Kitsch“ ist auch dabei, hat mich aber nicht weiter gestört, denn das Buch bietet ansonsten genug Tiefgang und hat mich ins Reflektieren gebracht über das Verfolgen meiner eigenen Lebensziele und deren Ernsthaftigkeit.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Ein Buch der Extraklasse! Poetisch unfassbar gut!

Die Schrecken der anderen
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Dieser gut 330 Seiten umfassende, neue Roman von Martina Clavadetscher „Die Schrecken der Anderen“ , ist ein ganz besonderer, und verdient in meinen Augen die Bewertung „Extraklasse“. Ich wußte ...

Dieser gut 330 Seiten umfassende, neue Roman von Martina Clavadetscher „Die Schrecken der Anderen“ , ist ein ganz besonderer, und verdient in meinen Augen die Bewertung „Extraklasse“. Ich wußte nicht, was mich erwartet, kannte die Buchautorin nicht, war aber aufgerüttelt durch das grausam anmutende Buchcover mit einer Katze, die mit ihrer gewaltigen Pranke nach einem toten Huhn schlägt. Vor Beginn der Lektüre stellte ich mir die Frage, was die Autorin damit wohl bezweckt haben möge, im Nachhinein hat sie das dann an einer Stelle des Buches für mich beantwortet … ich hatte sozusagen das „Aha-Erlebnis“. Den Schreibstil von Martina Clavadetscher empfand ich als besonders, mitreißend, präzise, raffiniert, und dermaßen ausdrucksstark, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Sie beschreibt ungemein detailgetreu und treffsicher, gleichzeitig poetisch und für die Botschaft des Buches mit der nötigen Kühle und Finesse. Dabei bedient sie sich zahlreicher Zeilenumbrüche und Abstände, die für mich das Lesen sehr angenehm gestalteten. Clavadetscher verknüpft geschickt die vielschichtig verwobene Geschichte mit den einzelnen Charakteren und jeweiligen Ereignissen, die zunächst noch völlig zusammenhanglos erscheinen. Unterschwellig brodelt jedoch von Anfang an immer etwas Düsteres und Unheilvolles mit – „alles“ beginnt ja auch mit einem Toten unter einer gefrorenen Eisschicht eines Sees. Ein zurückgezogen lebender Archivar, der unter einer Angststörung leidet, kommt dann hinzu, der gemeinsam mit einer geheimnisvollen „Alte“ in der Sache Nachforschungen anstellt…und so kommen häppchenweise immer weitere Akteure mit ihren Einzelschicksalen hinzu. Alle haben erstmal nichts miteinander zu tun. Doch die Fragmente fügen sich – wie Puzzleteile – immer mehr zusammen, die Botschaft dieses Romans erfährt immer mehr an Klarheit, und am Ende wird sie in einem dramatisch aufgeladenen Finale dann für den Leser unmißverständlich sichtbar. Hier geht es um einen barbarischen Teil der Geschichte, der Gesellschaft, eine Wahrheit, die jeder kennt, unter dem Mantel der Verschwiegenheit lodert, bis sie Stückchen für Stückchen ans Tageslicht geholt wird. Im Roman geht es um die Zeit des Nationalsozialismus, versteckte, geraubte Reichtümer der Nazis in der Schweiz, schweigende Mitwisser, scheinheilige Bewohner, Mitläufer. Ich fand´ das Buch faszinierend und besonders. Einzig zum Schluss hin war es mir einen Touch zu melodramatisch, für mich hätte es das Ableben zweier Protagonisten nicht unbedingt gebraucht, aber das ist ja Geschmacksache. Kleiner Kritikpunkt, aber dafür kann die Autorin nichts, sind doch einige Rechtschreib- und Satzfehler, die beim Lektorat wohl übersehen wurden. Das Buch kann ich dennoch uneingeschränkt weiterempfehlen, sprachlich wie stilistisch ist es schon etwas ganz Besonders, dieser Schreibstil von Martina Clavadetscher hat hohen Wiedererkennungswert. Gleichzeitig war es für mich eine Mahnung, über das „Schrecken der Anderen“ nicht zu hinwegzusehen, denn was in der Vergangenheit war, schlummert auch ebenso verborgen in der Gegenwart.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Ein lesenswertes Buch mit positiven Impulsen!

Freiheit beginnt jetzt!
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Die knapp 190 Seiten von Ulrike von der Groebens Buch „Freiheit beginnt Jetzt! Tipps für den Start in den (Un-)Ruhestand“ sind eine recht leichte Lektüre, obschon das Thema ja schon ein „Schwergewicht“ ...

Die knapp 190 Seiten von Ulrike von der Groebens Buch „Freiheit beginnt Jetzt! Tipps für den Start in den (Un-)Ruhestand“ sind eine recht leichte Lektüre, obschon das Thema ja schon ein „Schwergewicht“ im eigentlichen Sinne ist. Millionen von Menschen beschäftigt der Gedanke wohl Tag für Tag, was sie mit ihrem Leben jenseits der Berufstätigkeit wohl anfangen werden, der eine früh, ein Großteil, wage ich einmal zu behaupten, doch eher später. Daher macht dieses Buch am meisten Sinn, wenn man es noch in jüngeren Jahren in die Hand nimmt, das betont von der Groeben am Schluss des Buches selber, da es einige gute Anregungen gibt, wie man für die Zeit „danach“ schon langfristig vorsorgen kann. Sei es im Bereich Finanzen, Gesundheit, Freizeitgestaltung, usw.…Das sagt die Autorin dann auch ziemlich zum Schluss, dass man dieses Buch im Idealfall schon möglichst frühzeitig in die Hand nehmen sollte. Die Stärke des Buches der Wahl-Kölnerin ist die Offenheit des Autorin, die Ehrlichkeit, mit der sie schreibt und viel Privates Preis gibt, in einem leichten, gut lesbaren, flüssigen Schreibstil. An manchen Stellen war es mir zuviel aus ihrem Berufsfeld und dem privaten Umfeld und etwas zu langatmig. Das hätte man locker auch in ein separates Buch über ihr Leben packen können , aber vielleicht kommt das ja später auch noch…Denn die Autorin scheint ja noch im „Un-Ruhe-Zustand“ zu sein, hat sie ja erst einmal ihre Zeit bis zur Rente hinausgeschoben mit dem Verfassen dieses Buches. Dennoch natürlich durchaus interessant zu Lesen, was sie alles so an Lebenserfahrung durch ihre teils doch recht prominenten Begegnungen gewonnen hat. Ich empfand das Buch als Bereicherung in der Hinsicht, dass ich mir eine gewisse Entspanntheit und Lockerheit der Buchautorin mitgenommen habe für meine Zeit „danach“. Einige Anregungen mit konkreten Kontaktadressen fand ich ebenfalls hilfreich, sollte man sich beispielsweise für ein Ehrenamt interessieren oder sonstiges soziales Engagement. Die Kapitel zu Gesundheit, Ernährung, Sport, Finanzen, Einsamkeit und soziale Kontakte, Nachlass und Tod rundeten das Buch ab, waren aber für mich persönlich nun nichts Neues. Dennoch möchte ich der guten Recherche-Arbeit durchaus hierfür ein Lob zollen. Alles in allem ein Buch, das man durchaus entspannt Lesen kann, was man für sich daraus zieht, wird völlig individuell sein. Aber das bedeutet ja auch „Freiheit“…

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Wenn starke Frauen kämpfen!

Im Wind der Freiheit
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Mir hat der neue Roman von Tanja Kinkel „ Im Wind der Freiheit“ vorzüglich gefallen, das war der richtige Lesestoff für mich! Ich kannte den Namen der Autorin zwar vom Hörensagen, gelesen hatte ...



Mir hat der neue Roman von Tanja Kinkel „ Im Wind der Freiheit“ vorzüglich gefallen, das war der richtige Lesestoff für mich! Ich kannte den Namen der Autorin zwar vom Hörensagen, gelesen hatte ich aber bis dato noch nichts von ihr. Obwohl mit nicht ganz 480 Seiten ein kleiner „Schinken“, liegt der Buchband gut in der Hand und der Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Tanja Kinkel schreibt genau in dem angenehmen Stil, den ich einfach mag. Das Cover ist sehr ästhetisch und passt vorzüglich zur Epoche um die 1848/1849. Die Autorin nimmt einen mit in diese Zeit, insbesondere geht es um die Stellung der Frau in der Gesellschaft und Politik. Die Frau ist gut für Haus, Kind, niedere Tätigkeiten, den Lustgewinn beim Mann, wird schlechter entlohnt, der Zugang zu Bildung bleibt nur wenigen vergönnt. Geschichtliches wird mit spannenden Handlungssträngen vermischt, wobei die Autorin an manchen Stellen bei Liebe und Lust schon fast schonungslos in Details geht. Im Mittelpunkt stehen die Protagonistinnen Louise, Susanne und Amalie. Während Louise Otto eine gut situierte, allein lebende, erfolgreiche Schriftstellerin und Demokratin ist, stammt die junge Frau Susanne Grabasch aus ärmlichen Verhältnissen. Sie kümmert sich fürsorglich um die kranke Mutter und sorgt sich um den Lebensunterhalt. Das Leben hat es nicht gut mit ihr gemeint. Als ganz junges Mädchen wurde sie vom „Lehrer“ vergewaltigt, bis zur fristlosen Entlassung als Fabrikarbeiterin ausgebeutet, um später dann ihren Körper für Geld zu verkaufen. Als ein Freier, der es angeblich mit ihr und ihrer Mutter gut meint, in ihr Leben kommt, verändert sich jedoch Alles. Susanne wird fortan mit dem Leben ihrer Mutter erpresst, denn besagter Freier ist ein Mitarbeiter des Mainzer Informations-Bureaus, eines die Revolutionäre bespitzelnden Geheimdienstes. Ein gefährliches Unterfangen auf Leben und Tod beginnt. Als dritte im Bunde kommt dann die mit einem Politiker verheiratete Amalie hinzu Für Susanne, die gelernt hat, zu überleben, fängt nun eine Zeit der inneren Kämpfe an – zum einen muss sie Informationen liefern, zum anderen möchte sie ihrem Umfeld nicht schaden. Fazit: Ich fand´ den Roman wirklich lesenswert, und er hat mich noch einmal über die Zeit um 1848 und hier insbesondere die Stellung der Frau in der Gesellschaft nachdenken lassen. Mit der Zeitgeschichte der Revolution hatte ich mich zwar zu Schulzeiten befasst, dennoch waren geschichtlich betrachtet für mich einige Schilderungen im Roman wieder Neuland. Dass es sich bei Louise und Amalie um reale geschichtliche Persönlichkeiten handelt, wusste ich beispielsweise nicht, ich habe es nachgeschlagen. Alles in allem hat der Roman ein gutes Niveau mit Unterhaltungswert, ich kann die Autorin Tanja Kinkel guten Gewissens weiter empfehlen!

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Sehr berührendes, tolles Buch!

Der Bright-Side-Running-Club
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Dieses Buch mit tollem Cover von Josie Lloyd „Der Bride Side Running Club“ hat mir wirklich sehr gut gefallen und die 525 Seiten haben mich sehr nachdenklich gestimmt, aber in positivem Sinne. ...

Dieses Buch mit tollem Cover von Josie Lloyd „Der Bride Side Running Club“ hat mir wirklich sehr gut gefallen und die 525 Seiten haben mich sehr nachdenklich gestimmt, aber in positivem Sinne. Wunderbar leicht geschrieben hat die Autorin ein "schweres" Thema eindrucksvoll verarbeitet. Es geht um das Thema „Brustkrebs“, eine Diagnose, die Kiera, eine erfolgsverwöhnte Frau um die 40 bekommt, die eigentlich im Leben alles erreicht hat. Sie hat einen tollen Ehemann, Kinder, und ein Unternehmen. Damit verändert sich von einer Minute auf die andere ihr Leben. Aufgeben ist keine Option für sie, „immer nach vorn und nie zurückschauen“ lautet ihre Devise. Was für sie zählt, ist gesund werden, sie nimmt die Herausforderung ihrer Erkrankung an. Sie schließt sich einer Laufgruppe an, dem „Bright Side Running Club“, und nimmt ihre Leser mit auf eine Reise voller Höhen und Tiefen. In dieser Laufgruppe findet sie gleich gesinnte, ebenfalls erkrankte Menschen, die von nun an ein wichtiger Teil ihres Lebens werden. Eine kleine Schmetterlingskette wird sie von nun an immer tragen als kleinen „Hoffnungsschmetterterling“ . Mir selbst ist bislang eine so erschütternde Diagnose erspart geblieben, aber in meinem Umfeld hatte ich einige Freundinnen, die an Brustkrebs erkrankt waren. Die Autorin hat die Thematik so gut bearbeitet und aufgegriffen, dass sich das Buch auch für nicht direkt Betroffene sehr gut eignet. Denn es greift das auf, was wirklich zählt im Leben. Wahre Freunde, die auch in schlechten Tagen zu einem stehen, tapfere Menschen, die, obwohl es ihnen selbst nicht gut geht, andere motivieren und aufrichten, aber auch der Glaube an sich selbst, dass Vieles möglich ist und wird im Leben, wenn man sich nicht aufgibt. Mich hat das Buch tief berührt und meinen Blick auf das mir geschenkte Leben und das was wirklich wirklich ist, noch einmal verschärft. Leben bedeutet immer das, was man selbst daraus macht. Die Verantwortung für sich kann man immer nur für sich selbst übernehmen. Die Protagonistin tut das auf vorbildliche, mutige Weise und dies sehr erfolgreich! Auch wenn der Kampf von Kiera noch lange nicht beendet ist, so stimmt das Buch sehr zuversichtlich, dass sie ihr Leben weiterhin mutig in die Hand nehmen wird!

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