Wenn ein geheimnisvolles Kästchen ein ganzes Leben erzählt...
Die verschwundene TochterEs war mein erstes Buch von Soraya Lane, und ich muss sagen, ich war von der ersten Seite an nahezu gefesselt von „Die verschwundene Tochter“. Bereits das wunderschöne farbenfrohe Cover ist eine wahre ...
Es war mein erstes Buch von Soraya Lane, und ich muss sagen, ich war von der ersten Seite an nahezu gefesselt von „Die verschwundene Tochter“. Bereits das wunderschöne farbenfrohe Cover ist eine wahre Einladung und mutet fast schon edel an. Obschon die Autorin bereits mehrere Bände dieser Familiensaga in Form einer Buchreihe verfasst hat, war es absolut problemlos für mich , sofort in diese Geschichte einzutauchen, man muss vorher kein anderes Buch gelesen haben. Dieser Roman hat mich von der ersten Zeile an fasziniert, ich wollte unbedingt immer weiterlesen, so dass ich ihn komplett an einem Wochenende verschlungen habe. Geheimnisse sind ja immer etwas Faszinierendes, denn man möchte diese ja gerne lüften. So geht es hier um ein rätselhaftes Erbstück aus einem ehemaligen Londoner Frauenhaus, das die Journalistin Blake als Nachlass ihrer Großmutter erhält: Eine winzige Schachtel mit einer Modeskizze eines Kleides, an die ein Stück kostbarer Samt geheftet ist. Voller Fragen und gleichzeitig fasziniert geht Blake fortan auf die Suche nach Wahrheiten, und der Weg der Recherche führt sie in die Stadt der Liebe nach Paris - die Metropole, in der sich die glamouröse Modewelt rund um Dior und Vogue tummeln. Spannend und abwechslungsreich erzählt die Buchautorin parallel die wahrlich dazu dann die herzzerreißende und von Tragödien geprägte Geschichte von Evelina, die, wie sich herausstellt, Blakes Urgroßmutter ist. Die verlässt Anfang der zwanziger Jahre als blutjunge und fast mittellose Frau gegen den Willen ihrer Familie das Elternhaus Ihr Lebenstraum ist es, als Modeschöpferin in Paris berühmt zu werden. Ihr Weg ist hart und steinig, doch Evelina ist von Kindesbeinen harte Arbeit gewöhnt und selbst die schlimmsten Rückschläge übersteht sie auf mutigste und tapferste Weise, was nahezu revolutionär zur damaligen Zeit anmutete. Schlussendlich kommt Blake dem Geheimnis des mysteriösen kleinen Kästchens und seiner Geschichte und damit auch den Wurzeln ihrer Familie auf die Spur, was auch für sie einen nachhaltigen Einfluss auf ihr weiteres eigenes Leben hat. Fazit: Dieses Buch hat alles, was es für wunderschöne Lesestunden braucht. Eine außergewöhnliche, wendungsreiche, spannende und auch romantische Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt, ein angenehmer, detailgenauer, flüssiger Schreibstil, der klug und präzise Charaktere zu beschreiben vermag, zugleich Tiefgang. Ein wenig „Kitsch“ ist auch dabei, hat mich aber nicht weiter gestört, denn das Buch bietet ansonsten genug Tiefgang und hat mich ins Reflektieren gebracht über das Verfolgen meiner eigenen Lebensziele und deren Ernsthaftigkeit.