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Veröffentlicht am 22.12.2019

Packender Abschluss einer spannenden Reihe

Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
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Nach Enduras Untergang sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Nichts ist mehr wie zuvor. Der Thunderhead ist verstummt und Scythe Goddard nimmt durch seine Brutalität und seine Intrigen großen Einfluss. ...

Nach Enduras Untergang sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Nichts ist mehr wie zuvor. Der Thunderhead ist verstummt und Scythe Goddard nimmt durch seine Brutalität und seine Intrigen großen Einfluss. Nichts und niemand scheint ihn noch aufzuhalten können. Gibt es noch Hoffnung auf Rettung?

„Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten“ ist der Finalband der Scythe-Trilogie. Um die komplexe Welt und die vielen unterschiedlichen Protagonisten, die hier agieren, richtig zu verstehen, empfiehlt es sich deshalb, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ein Quereinstieg ist sicher möglich, aber keinesfalls empfehlenswert.
Der erneute Einstieg ins Geschehen gelingt relativ mühelos, denn Neal Shusterman versteht es wieder hervorragend, die Welt der Scythe so anschaulich zu beschreiben, dass man ganz in die Handlung eintauchen kann. Durch Enduras Untergang hat sich vieles verändert. Man mag beim Lesen kaum glauben, wie groß Goddards Einfluss mittlerweile ist und kann sich nicht vorstellen, wie seine Machtübernahme noch verhindert werden kann.
Die Handlung wird auch wechselnden Perspektiven betrachtet, die im Verlauf der Ereignisse aufeinander zusteuern. Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind durchgehend interessant, sodass sich die Spannung bereits früh aufbaut. Durch den anschaulichen Schreibstil des Autors kann man ganz in die Handlung eintauchen und die Ereignisse, die sich nach und nach verknüpfen, gebannt beobachten. Unverhoffte Wendungen sorgen außerdem dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Es gibt ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren, doch auch neue Protagonisten bereichern die Welt der Scythe. Alle werden so lebendig beschrieben, dass man mitfiebern und gespannt auf das große Finale zusteuern kann. Dieses ist ganz anders als gedacht, aber dennoch ausgeklügelt und somit hat man zum Schluss das Gefühl, dass es genau so enden muss. Der packende Abschluss einer spannenden Reihe!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2019

Interessante Fortsetzung, die durch deutlich lebendigere Charaktere überzeugt

Café Engel
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Wiesbaden, 1951: Nach dem Ende des Krieges beginnt das Leben sich auch im Café Engel langsam wieder zu normalisieren. Doch leider hat das Café Konkurrenz bekommen. In unmittelbarer Nähe befindet sich nun ...

Wiesbaden, 1951: Nach dem Ende des Krieges beginnt das Leben sich auch im Café Engel langsam wieder zu normalisieren. Doch leider hat das Café Konkurrenz bekommen. In unmittelbarer Nähe befindet sich nun das deutlich modernere Café König. Hilde Koch erkennt die Gefahr, die von der Konkurrenz ausgeht und drängt die Eltern, auch das Café Engel endlich zu modernisieren. Doch die wollen davon nichts hören. Hilde erhofft sich für ihre Pläne Unterstützung von ihrem Ehemann. Doch der möchte nicht nur der Handlanger im Café sein, sondern hat eigene Zukunftsträume. Da Hilde davon nichts hält, geraten die beiden in eine Krise. Auch das Liebesglück der beiden Koch-Brüder lässt auf sich warten...

Es handelt sich bei diesem Roman um den zweiten Band der "Café Engel-Saga". Im Zentrum der Handlung steht die Familie Koch, die das Café Engel im Wiesbadener Kurviertel führt. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Da diese immer mit dem Namen des Protagonisten, der gerade im Zentrum der Ereignisse steht und dem entsprechenden Datum gekennzeichnet sind, fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt relativ mühelos. Die Autorin streut kleine Details aus dem ersten Band in die Handlung ein, sodass die Erinnerung an die damaligen Ereignisse und die Akteure schnell wieder lebendig wird. Das Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren und einigen neuen Protagonisten ist wirklich gelungen, denn man fühlt sich im Café Engel sofort wieder heimisch.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen und wieder ganz ins Geschehen eintauchen. Dieses Mal wirken die Charaktere deutlich lebendiger. Im letzten Band hatte man gelegentlich das Gefühl, sie etwas distanziert zu betrachten, doch in diesem Teil der Saga konnte man sich mehr auf sie einlassen und mit ihnen mitfiebern.

Ich habe bereits den ersten Band mit großem Interesse gelesen und mich nun über ein Wiedersehen mit der Familie Koch gefreut. Dieser Teil der Saga hat mir besser gefallen als der vorherige, da die Charaktere auf mich lebendiger wirkten und ich mich so leichter auf die Handlung einlassen konnte. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht und freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 22.03.2025

Interessanter Reihenauftakt

Nightwood Academy 1 - Dark Romantasy Serie
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Die 20-jährige Abby ist von dem plötzlichen Tod ihrer Mutter vollkommen erschüttert. Um herauszufinden, wie es dazu kam, schreibt sie sich am ehemaligen Arbeitsort ihrer Mutter, der Nightwood Academy, ...

Die 20-jährige Abby ist von dem plötzlichen Tod ihrer Mutter vollkommen erschüttert. Um herauszufinden, wie es dazu kam, schreibt sie sich am ehemaligen Arbeitsort ihrer Mutter, der Nightwood Academy, ein. Dort angekommen, stellt sie allerdings fest, dass die Academy viel mehr als eine elitäre Bildungsstätte ist. Denn hier werden Vampire, Werwölfe, Sirenen, Feen und Gargoyles unterrichtet. Das alleine ist für Abby schon kaum zu glauben, doch noch verstörender ist, dass sie selbst zu diesen Wesen gehört. Kann sie in dieser faszinierenden Umgebung mehr über den Tod ihrer Mutter herausfinden? Und wem kann sie trauen? Denn schon bald weckt sie das Interesse von zwei attraktiven Vampirbrüdern, die ihr Herz höher schlagen lassen...

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Sammelband, in dem die ersten vier Episoden der Reihe enthalten sind, die laut Verlagsseite 24 Bände umfassen soll.

Die Handlung wird vorwiegend aus der Sicht der Hauptprotagonistin Abby geschildert. Gemeinsam mit ihr lernt man die Academy und ihre Bewohner kennen. Das Ganze startet zunächst eher gemächlich, da etliche Charaktere eingeführt werden. Hier sollte man anfangs konzentriert lesen, um die Personen und ihre Beziehungen zueinander, richtig zuordnen zu können. 

Die Atmosphäre, die an der Academy herrscht, ist düster und geheimnisvoll. Dies wird hervorragend vermittelt. Der Schreibstil ist außerdem flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen deshalb mühelos vorstellen. Durch die gewählte Erzählperspektive ist die Sicht auf die Dinge ziemlich eingeschränkt. Allerdings gibt es hin und wieder Szenen, in denen andere Charaktere zu Wort kommen. 

Abby wirkt zwar sympathisch, wodurch man sich auf die Geschichte einlassen kann und gespannt dem Geschehen folgt. Dennoch hat man das Gefühl, dass sie zu wenig hinterfragt und offensichtliche Hinweise ignoriert. Das bremst das Fortschreiten der Handlung etwas aus. Da sich die Geschichte aber über viele Bände hinzieht, ist das sicher so gewollt. Trotzdem möchte man die Hauptprotagonistin gelegentlich schütteln, sie bitten, ihren Hormonhaushalt unter Kontrolle zu bringen und in die richtige Richtung schubsen. 

Der Grundstein für eine spannende Geschichte, die faszinierende Möglichkeiten bietet, ist mit diesen Auftaktbänden aber definitiv gelegt. Dieser Sammelband endet mit einem Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man am liebsten sofort weiterlesen möchte. 

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Spannender Ostfriesenkrimi

Ostfriesennebel
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Carina Oberdieck ist völlig verzweifelt, da sie das Gefühl hat, dass ihr Mann Fabian gar nicht ihr Ehemann ist. Nur er kehrte nach einer gemeinsamen Reise mit seinem Zwillingsbruder Florian von Lanzarote ...

Carina Oberdieck ist völlig verzweifelt, da sie das Gefühl hat, dass ihr Mann Fabian gar nicht ihr Ehemann ist. Nur er kehrte nach einer gemeinsamen Reise mit seinem Zwillingsbruder Florian von Lanzarote zurück. Florian fiel angeblich in einen Vulkan und verstarb. Doch stimmt das überhaupt? Carina Oberdieck wendet sich mit ihrem Verdacht an Ann Kathrin Klaasen. Die Kommissarin möchte Carina Oberdieck gerne helfen. Doch dann wird auf den Bahngleisen plötzlich die Leiche einer jungen Frau gefunden. Da es sich hier um die Tat eines Serienkillers zu handeln scheint, rückt der Fall des vermeintlichen Identitätsdiebstahls etwas in den Hintergrund. Dennoch geht er Ann Kathrin Klaasen nicht mehr aus dem Kopf...

"Ostfriesennebel" ist bereits der neunzehnte Fall für Ann Kathrin Klaasen und ihr Team. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. 

Der Einstieg in diesen Ostfriesenkrimi gelingt mühelos. Der Autor versteht es nicht nur hervorragend, von Anfang an Interesse am Fall zu wecken, sondern auch das Nordsee-Feeling, das seine Krimis ausmacht, zu vermitteln. Wenn man bereits Teile dieser Serie gelesen hat, dann darf man sich über ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Charakteren freuen. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da diese häufig an entscheidenden Stellen wechseln, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und begibt sich deshalb gespannt mit dem Team auf die Suche nach dem Serienkiller und stellt sich außerdem die Frage, was an Carina Oberdiecks Gefühl, mit dem falschen Zwillingsbruder zusammenzuleben, dran ist. Es kommt nicht nur zu spannenden Momenten, sondern auch zu einigen humorvollen, wodurch man einige Mal unverhofft schmunzeln muss. Leider hat man mit fortschreitender Handlung dann aber doch gelegentlich das Gefühl, dass die humorvollen Einschübe die Grenze zur Albernheit überschreiten. 

Sonst gibt es aber nichts zu meckern, denn dieser Ostfriesenkrimi überzeugt durch eine eindrucksvoll beschriebene Hintergrundkulisse, sympathische Charaktere und eine spannende Handlung. 

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Der fünfte Fall für Jahn und Krammer

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Bei Bad Tölz kommt ein Wagen von der Straße ab und brennt aus. Der Fahrer stirbt noch an der Unfallstelle. Alexa Jahn nimmt mit ihrem Kollegen die Ermittlungen auf. Handelt es sich um einen Unfall oder ...

Bei Bad Tölz kommt ein Wagen von der Straße ab und brennt aus. Der Fahrer stirbt noch an der Unfallstelle. Alexa Jahn nimmt mit ihrem Kollegen die Ermittlungen auf. Handelt es sich um einen Unfall oder um Brandstiftung mit Todesfolge? Die Zeugenaussagen bringen wenig Licht ins Dunkle. Kurze Zeit später kommt es erneut zu einem Brandanschlag, bei dem ein weiterer Mensch stirbt. Auch auf der österreichischen Seite der Grenze kommt es zu Bränden. Oberkommissarin Alexa Jahn und Chefinspektor Bernhard Krammer arbeiten deshalb erneut zusammen. Die Zeit drängt, denn die beiden sind überzeugt, dass der Täter sich bereits ein neues Opfer sucht...

"Ihre Spur in den Flammen" ist bereits der fünfte Band der Grenzfall-Serie. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat, dennoch ist es nicht empfehlenswert, da es private Nebenhandlungen gibt, die sich nach und nach weiterentwickeln. Es ist ratsam, die Bände chronologisch zu lesen. 

Der aktuelle Fall knüpft beinahe nahtlos an das Ende des vorherigen Teils an. Der erneute Einstieg in die Serie gelingt deshalb mühelos. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wodurch man einen guten Überblick über die Ereignisse erhält. Es gibt außerdem immer wieder kurze Einschübe, die in kursiver Schrift gesetzt sind. Hier erzählt ein unbekannter Erzähler etwas über Vorkommnisse die sich in der Vergangenheit zugetragen haben. Zunächst ahnt man nicht, wie sich das alles miteinander verknüpfen wird. Dennoch behält man das Gelesene im Hinterkopf und versucht Zusammenhänge zu erkennen. 

Die Ermittlungen auf beiden Seiten der Grenze sind interessant, allerdings kommt lange Zeit keine Spannung auf. Dennoch dürften Fans der Reihe voll auf ihre Kosten kommen, da Protagonisten und Handlungsorte so lebendig beschrieben werden, dass man meint, selbst vor Ort zu sein. Man versucht deshalb, gemeinsam mit den Ermittlern, Täter und Motiv zu enttarnen. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da es zu einigen Wendungen kommt. Zum Ende hin laufen alle Fäden schlüssig zusammen und gipfeln in einem spannenden Finale. 

Zwar dieses Mal nicht hochspannend, aber für Fans der Reihe unbedingt zu empfehlen! 

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