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Veröffentlicht am 28.07.2019

Herbe Enttäuschung

Love Emergency - Zufällig verliebt
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Meine Meinung
Bei "Love Emergency - Zufällig verliebt" handelt es sich um den zweiten Band der "Love in Emergencies Reihe" von Samanthe Beck. Nachdem ich bereits den ersten Teil verschlungen hatte, wollte ...

Meine Meinung
Bei "Love Emergency - Zufällig verliebt" handelt es sich um den zweiten Band der "Love in Emergencies Reihe" von Samanthe Beck. Nachdem ich bereits den ersten Teil verschlungen hatte, wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht. Denn wer Band 1 gelesen hat, der bekommt bereits einen ziemlich guten Vorgeschmack auf die Geschichte von Madison und Hunter.

Leider konnten weder Madison noch Hunter die Gedanken und Gefühle in mir auslösen, die ich während der Geschichte von Savannah und Beau ständig hatte. Der Beginn des Buches konnte mich nur mäßig fesseln und ganz zu meinem Missfallen wurde dieser Zustand mit jedem weiteren Kapitel immer schlimmer.
Denn die beiden Hauptcharaktere legen fast ununterbrochen ein Verhalten an den Tag das mich immer heftiger mit dem Kopf schütteln ließ und das für mich immer unlogischer wurde.

Wie hat es Hunters Chefin Ashley so wundervoll treffend ausgedrückt - "Viele Leute hätten einfach nur ihren Job erledigt. Nicht mehr, nicht weniger. Aber du musst immer den Helden spielen." ... denn ... "Dein lächerliches Ego weigert sich, normale Grenzen anzuerkennen."

Ich hatte bis zur letzten Seite die Hoffnung das Ashley mit dieser Aussage falsch liegt, aber leider hatte sie absolut recht und das hat mich massiv gestört. Hunter wurde für mich immer mehr zu einem Charakter, der sich maßlos in etwas verrennt, bei dem er längstens die Kontrolle verloren hat. Katastrophaler Weise merkt er das aber erst, als es schon viel zu spät für diese Erkenntnis ist. Der Mann will studieren schafft es aber noch nicht mal ansatzweise die richtigen Prioritäten zu setzen.

Madison war mir in ihrem Verhalten entschieden zu sprunghaft. Sie schafft zwar etwas, dass wohlwollend als "Prioritäten setzen" bezeichnet werden könnte, wirft diese aber schneller über den Haufen, als andere Leute mit der Wimper zucken können. Kurz gesagt Madison ist unglaublich inkonsequent was ihr Verhalte und ihre Entscheidungen angeht.

Unglücklicherweise gehöre ich zu der Sorte Mensch, die so ein Verhalten hasst und aus diesem Grund bin ich weder mit Madison noch Hunter richtig war warm geworden. Dabei fand ich die Grundidee dieser Geschichte alles andere als schlecht. Nur die Umsetzung konnte mich dieses Mal kein bisschen abholen.

Hinzukommen ein ziemlich aufgebauschtes Drama, in Gestalt des obligatorischen Ex-Freundes und eine mittelmäßige bis schlechte Beschreibung von Sexszenen, die ich irgendwann so nervig fand, dass ich sie einfach nur noch übersprungen habe.

Die beiden einzigen positiven Aspekte an diesem Buch waren für mich der Schreibstil, der sich recht flüssig lesen ließ und die wechselnden Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird.

Fazit
Ich weiß nicht was sich die Autorin bei dieser Umsetzung gedacht hat, aber ich will es ehrlich gesagt auch gar nicht wissen. Fand ich den ersten Band noch grandios so war dieser eine herbe Enttäuschung, die ich absolut nicht weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 15.03.2019

Das war wohl nix!

My Dearest Enemy
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Meine Meinung
„My Dearest Enemy“ ist für mich das erste Buch von R.S. Grey und ich bin mir momentan nicht sicher ob ich noch ein weiteres von ihr lesen möchte. Der Grund warum ich zu diesem Buch gegriffen ...

Meine Meinung
„My Dearest Enemy“ ist für mich das erste Buch von R.S. Grey und ich bin mir momentan nicht sicher ob ich noch ein weiteres von ihr lesen möchte. Der Grund warum ich zu diesem Buch gegriffen habe war der Klappentext, der mich wirklich neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Leider war er aber auch das Beste am ganzen Buch, denn der Inhalt könnte meine Erwartung noch nicht mal ansatzweise erfüllen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Daisy und Lucas. Beide kommen aus derselben Kleinstadt und haben sie für ihr Medizinstudium verlassen. Zu Beginn des Buches kehren sie zurück nach Hause, um die Hausarztpraxis in ihrer Heimatstadt zu übernehmen. Dass Daisy die Praxis nicht alleine führen darf ist für sie ein absolutes Ding der Unmöglichkeit, denn Lucas ist schon seit ihrer Kindheit ihr größter Feind und Rivale. Eine Zusammenarbeit käme für Daisy einer verdammten Katastrophe gleich.

Es ist absolut nicht förderlich für ein Buch, wenn der wichtigste Charakter, in diesem Fall die Protagonistin, eine nervtötende, kindische Verrückte ist. Zu der ich zu keinem Zeitpunkt eine Verbindung aufbauen konnte. Daisy führt von der ersten Seite an einen maßlos übertriebenen Kleinkrieg, der mir spätestens nach dem zweiten Kapitel gehörig auf den Zeiger ging. Leider bessert sich dieses Verhalten erst ganz zum Ende des Buches und dass in einer Form, mit der ich alles andere als zufrieden war.

Lucas hingegen war mir irgendwann sympathisch. Ich würde sogar behaupten, dass er mir ein kleines bisschen leidgetan hat, denn im Verlaufe des Buches lernt der Leser ihn durch ein paar vereinzelte E-Mails besser kennen und spätestens da war mir klar Lucas ist definitiv nicht der Mensch für den Daisy ihn hält.

Bis auf die vereinzelten E-Mails wird das Buch aus der Sicht von Daisy erzählt. Leider wurde durch den Blick in Daisys Gedanken meine Abneigung für sie nur noch verstärkt. Einer der wenigen positiven Aspekte an diesem Buch ist der Schreibstil, denn der ließ sich daraus flüssig lesen.

Fazit
„My Dearest Enemy“ soll wohl eine Liebesgeschichte sein, leider konnte mich das Buch auf dieser Ebene nicht erreichen. Wenn ich eine Liebesgeschichte lese, möchte ich die Liebe zwischen den beiden Protagonisten auch spüren können. Das war bei dieser Geschichte definitiv nicht der Fall und so kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 22.03.2025

Locked Room Thriller ohne Locked Room

Die Kammer
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„Die Kammer“ erzählt die Geschichte von Ellen Brooke. Sie ist die einzige Sättigungstaucherin, die auf einem Schiff in der Nordsee 28 Tage lang unter Drucken leben soll, um Arbeiten an einer Ölpipeline ...

„Die Kammer“ erzählt die Geschichte von Ellen Brooke. Sie ist die einzige Sättigungstaucherin, die auf einem Schiff in der Nordsee 28 Tage lang unter Drucken leben soll, um Arbeiten an einer Ölpipeline durchzuführen, doch dann stirbt einer ihrer Kammeraden und die Welt innerhalb der Kammer stürzt ins Chaos. Das Buch wurde von dem britischen Autor Will Dean geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Hoffmann und Campe Verlag (Ganske Verlagsgruppe) erschienen. „Die Kammer“ ist ein Einzelband. Das englische Original ist unter dem Titel „The Chamber“ erschienen.

Ich wollte „Die Kammer“ lesen, weil das Locked Room Setting auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte, leider musste ich sehr schnell feststellen, dass das Locked Room Setting alles andere als „Locked“ ist und so hat die Geschichte innerhalb von einer Seite einen Großteil ihrer Spannung verloren. Rückblickend betrachtet kann ich nachvollziehen, warum sich der Autor gegen das Locked Room Setting entschieden hat, retten konnte es die Geschichte für mich aber nicht.

Die komplette Geschichte wird aus der Sicht von Ellen Brooke erzählt. Einem Hauptcharakter, mit dem ich von Anfang an meine Schwierigkeiten hatte. Leider waren diese am Ende so groß, dass sie Auswirkungen auf meinen Lesegenuss hatten. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte ist es mir gelungen eine Bindung zu Ellen aufzubauen, was in erster Linie wohl daran lag, dass ich einen Großteil ihrer Gedanken nur schwer oder gar nicht nachvollziehen konnte. Ja ihr Verhalten hat Sinn ergeben und in den meisten Fällen zur jeweiligen Situation gepasst, das konnte aber nichts daran ändern, dass sie mir zunehmend unsympathischer wurde. Die anderen Charaktere lernt man nicht wirklich kennen, was hauptsächlich daran liegt, dass man als Leser, die meiste Zeit über in ihrem ewigen Gedankenkarussell festgesteckt hat. Vielleicht hätte das der Geschichte Spannung verliehen, wenn die Gedanken zum jeweiligen Geschehen gepasst hätten, in den meisten Fällen begleitet der Leser Ellen aber in ihren Alltag und der hat leider gar nichts mit ihrem Leben als Sättigungstaucherin zutun. Der Autor schweift also immer wieder von der eigentlichen Handlung ab, was der Geschichte sehr schnell die Spannung genommen hat.

Im krassen Gegensatz zu Ellens Gedankenkarussell steht, die Szenen, in der Ellens Kollege stirbt. Plötzlich wurde die Geschichte immer spannender und Will Dean gelang es innerhalb weniger Sätze eine so packende Atmosphäre aufzubauen, dass ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen wollte, doch dann endete das Kapitel und die Spannung war so abrupt verschwunden, wie sie gekommen war. Der Spannungsbogen war somit leider kein stetig ansteigender Bogen, sondern eine Berg- und Talfahrt mit langsam ansteigenden Momenten, die wenige Seiten später rasant abstürzten. Das ist nicht die Art von Spannungsbogen, die ich mir bei einem Thriller wünsche. Ehrlich gesagt wünsche ich mir diese Art von Spannung überhaupt nicht, weil sie für Längen voller Langeweile sorgt.

Die Längen bestanden größtenteils aus Momenten, in denen Ellen ihre Arbeit als Sättigungstaucherin beschreibt. Was mich daran am meisten gestört hat war die Wortwahl von Will Dean. Das Ganze las sich wie ein wissenschaftlicher Text. Zwar gibt es am Ende des Buches ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen, das hat den Beschreibungen aber leider nicht den wissenschaftlichen Ton genommen. In einem Thriller möchte ich keine Kapitel lesen, bei denen ich vor Langweile fast einschlafe, weil sie so trocken geschrieben sind wie ein Fachbuch.

„Die Kammer“ konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen und ich habe mehrmals darüber nach gedacht das Buch einfach abzubrechen aber meine Neugierde bezüglich Täter war am Ende jedes Mal stärker. Umso enttäuschter bin ich von der Auflösung. Mal abgesehen davon, dass sie für mich überhaupt keinen Sinn ergeben hat, war sie für meinen Geschmack einfach viel zu kurz. Die Geschichte endet viel zu schnell und das letzte Kapitel kann all die offenen Fragen nur dürftig beantworten.

Die deutsche Übersetzung von Will Deans Schreibstil ließ sich halbwegs flüssig lesen. Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapitel und wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
„Die Kammer“ ist ein Thriller, dessen Grundidee meine Neugierde auf Anhieb wecken konnte, leider konnte mich die Umsetzung nicht von sich überzeugen.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Mehr Spannungsroman als Thriller

Die Schanze
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„Die Schanze“ erzählt die Geschichte von Dr. Ellen Roth. Als sie in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt, um die Stelle als Allgemeinmedizinerin in der örtlichen Hausarztpraxis zu übernehmen, wird sie mit ...

„Die Schanze“ erzählt die Geschichte von Dr. Ellen Roth. Als sie in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt, um die Stelle als Allgemeinmedizinerin in der örtlichen Hausarztpraxis zu übernehmen, wird sie mit einem Todesfall konfrontiert, der mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Lars Menz geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Ullstein Taschenbuch Verlag (Ullstein Buchverlage) erschienen. „Die Schanze“ ist ein Einzelband.

Bevor ich näher auf die Geschichte eingehe, möchte ich eine Sache anmerken, die mich gestört hat. Ich habe „Die Schanze“ als Taschenbuch gelesen und musste dabei leider feststellen, dass der Farbschnitt nicht in Form eines Digitaldrucks erstellt wurde, sondern in dem der Farbschnitt mit Farbe angemalt wurde. Diese Methode hat unangenehmerweise zur Folge, dass die Farbe die Seiten zusammenklebt und man, wenn man beim Umblättern nicht aufpasst, die Seiten einreißt. Ich werde dafür jetzt keine Sterne von meiner Bewertung abziehen aber in meinen Augen sollte ein so großer Verlag wie der Ullstein Buchverlage genug Geld zur Verfügung haben, um den Farbschnitt mittels Digitaldruck erstellen zu lassen.

Laut Verlag handelt es sich bei „Die Schanze“ um einen Thriller. Keine Ahnung, ob man sich dafür aus Marketinggründe entschieden hat oder ob man einfach keine Ahnung von Genres hat. „Die Schanze“ ist sicherlich kein normaler Roman ein Thriller ist es aber genauso wenig. Ich würde das Buch unter dem Genre „Spannungsroman“ einsortieren. Der Kriminalfall spielt nur eine Nebenrolle und die Katastrophe auf, die der Hauptcharakter in einem Thriller normalerweise zusteuert, muss man in „Die Schanze“ suchen. Beides sind aber Dinge, die erfüllt sein müssen, wenn man einen Krimi oder einen Thriller schreibt. Lars Menz hat kein schlechtes Buch geschrieben, aber er hat eben keinen Thriller geschrieben. Da die Genre Zuordnung aber wahrscheinlich eher vom Verlag getroffen wird und weniger vom Autor werde ich das Lars Menz an dieser Stelle nicht negativ anlasten.

Ich habe mich dazu entschieden „Die Schanze“ zu lesen, weil mich der Prolog auf Anhieb fesseln konnte und ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Leider ist der Prolog das Einzige Kapitel, dass mich wirklich fesseln konnte. Diese ersten Seiten sind so detailliert geschrieben, dass ich das Gefühl hatte live dabei zu sein. Meine Neugierde war also auf Anhieb geweckt, weil das genau die Art und Weise ist wie ein Thriller geschrieben sein muss, damit er mich fesselt. Leider ist es dem Autor nicht gelungen diesen lebendigen Schreibstil beizubehalten.

Das restliche Buch erzählt eine Geschichte, die von unterschiedlichen menschlichen Schicksalen handelt. Insgesamt sind es drei und sie alle stehen irgendwie mit dem Toten in Verbindung. Da gibt es Dr. Ellen Roth, die Ärztin ist und die dank einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend ein besorgniserregendes Maß an selbstverletzendem Verhalten an den Tag legt. Dann gibt es noch Merab Alieva, er ist Journalist, träumt vom großen Durchbruch und trauert die gesamte Geschichte über seiner Ex-Freundin hinterher. Die letzte Person ist Karl Haußer, ein ehemaliger Polizist, der seine schwer kranke Frau pflegt und ansonsten seinen speziellen Sexuellen Neigungen nachgibt. Alle drei Charaktere haben deutlich erkennbare Ecken und Kanten und irgendwie waren sie auch authentisch. Mir ist es aber auch wichtig, dass sie irgendetwas haben, dass sie mir sympathisch macht. Leider habe ich auf dieses „Etwas“ vergeblich gewartet.

Mich konnten also weder die Geschichte noch die Charaktere fesseln. Das Buch wurde für mich somit immer langweiliger und bei einem Thriller, der eigentlich spannend sein soll, ist das ein massiver Dämpfer für meinen Lesegenuss. Mich macht das ehrlich gesagt ein bisschen traurig, weil der Prolog so gut war, dass man problemlos ein Thriller daraus hätte entwickeln können, der das Potenzial gehabt hätte, um mich an die Seiten zu fesseln. Stattdessen habe ich eine Geschichte gelesen, die mich nicht packen konnte und deren Ende für mich unbefriedigend war.

Fazit
„Die Schanze“ ist eine Geschichte die sich mehr auf die Schicksale, der einzelnen Charaktere konzentriert als auf den Kriminalfall. Ich, die gerne Krimis und Thriller liest, weil ich es liebe Kriminalfälle zu lösen, wurde von der Geschichte leider nicht so abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 03.04.2024

Eine Zugfahrt so spannend wie eine Packung Schlaftabletten

Bullet Train
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„Bullet Train“ erzählt die Geschichte von fünf Killern. Sie alle haben unterschiedliche Aufträge doch während einer Zugfahrt von Tokio nach Morioka müssen sie feststellen, dass sie mehr Gemeinsamkeiten ...

„Bullet Train“ erzählt die Geschichte von fünf Killern. Sie alle haben unterschiedliche Aufträge doch während einer Zugfahrt von Tokio nach Morioka müssen sie feststellen, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben als ihnen lieb ist. Das Buch wurde von dem japanischen Autor Kōtarō Isaka geschrieben und ist 2022 als Hardcover und eBook im Hoffmann und Campe Verlag (Ganske Verlagsgruppe) erschienen. Das japanische Original ist unter dem Titel „Maria Beetle“ erschienen.

Das einzige Positive an der Geschichte waren die Charaktere. Kōtarō Isaka scheint ein Händchen für facettenreiche Charaktere zu haben. Zwar hat es ihnen stellenweise an Tiefe gefehlt, dem Autor ist es aber immerhin gelungen ihnen überzeugende Ecken und Kanten sowie eine erkennbare Persönlichkeit zu verpassen.

Die fünf Hauptcharaktere sind die fünf Killer. „Yuichi Kimura“. Einen ehemaligen Profi, der seiner Familie zuliebe der Unterwelt den Rücken zugekehrt hat und der nach einem Anschlag auf seinen Sohn auf Rache sinnt. „Der Prinz“. Einen vierzehnjährigen Schüler, der das Paradebeispiel eines Psychopathen ist. „Die Zitrusfrüchte“. Lemon und Tangerine gelten in der Unterwelt als die Besten und werden fälschlicherweise oft für Zwillinge gehalten, dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Lemon hat ein Faible für Thomas, die kleine Lokomotive und gerät wegen seiner Leichtsinnigkeit öfter in Schwierigkeiten. Tangerine hat eine große Vorliebe für die Literatur und reagiert stets überlegt. „Der Marienkäfer“. Nanao ist ein vom Pech verfolgter Killer, der im ersten Moment fast harmlos wirkt, der aber hochgradig gefährlich wird, wenn er sich bedroht fühlt.

Man sollte meinen eine Geschichte mit so facettenreichen Charakteren ist so spannend, dass man sie keine Sekunde aus der Hand legen kann. Weit gefehlt! Das Einzige, was in dieser Geschichte wirklich an Fahrt aufnimmt, ist der Hochgeschwindigkeitszug Tōhoku-Shinkansen Hayate. Der Rest der Geschichte plätschert in Zeitlupe vor sich hin. Stellenweise kommt die Geschichte auch komplett zum Erliegen. Jedes Mal, wenn der Autor vom eigentlichen Handlungsstrang abschweift und anfängt dem Leser Dinge zu erzählen, die man auch problemlos in ein oder zwei Nebensätzen hätte zusammenfassen können. Man könnte glatt auf die Idee kommen, dass Kōtarō Isaka von der kreativen Schreibtechnik „Show, don't tell“ noch nie was gehört hat. Das bei dieser Art von Erzählweise weder Spannung noch Nervenkitzel aufkommt erklärt sich wohl von selbst.

Das Einzige, was die Geschichte für mich halbwegs retten konnte, war der bisweilen schräge Humor des Autors, der mich wenigstens zum Lachen bringen konnte. Leider taucht dieser Humor nur sporadisch auf und hält dann auch nur wenige Sätze an. Danach verfällt die Geschichte wieder in ihr monotone Erzählweise.

Ich gebe zu ich habe „Bullet Train“ nur gelesen, weil ich mir die gleichnamige Verfilmung (2022) angesehen habe und unbedingt wissen wollte, woraus dieses grandiose Meisterwerk entstanden ist. Rückblickend stellt sich mir die Frage wie es Zak Olkewicz (Drehbuchautor von „Bullet Train“) gelungen ist aus diesem Buch ein solches Drehbuch zuschreiben. Mal abgesehen davon, dass die Handlung des Films nur zu etwa einem Drittel mit der des Buches übereinstimmt. Ist dieser im Gegensatz zum Buch so dermaßen spannend und voller Nervenkitzel, dass ich keine Sekunde verpassen wollte. Meiner Meinung nach liegen zwischen Buch und Film ganze Galaxien.

Die deutsche Übersetzung von Kōtarō Isakas Schreibstil ließ sich halbwegs flüssig lesen. Die Wortwahl hat leider nicht immer ganz zum Genre gepasst, was wahrscheinlich an der Übersetzung liegt. Die Geschichte wird aus vielen unterschiedlichen Sichten erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Dieses Buch ist von einem Thriller Lichtjahre entfernt. „Bullet Train“ ist allerhöchstens ein Spannungsroman und leider noch nicht mal ein besonders guter.

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