handwerklich gut gemachter Krimi
Totenweg
Die junge Polizistin Frida Paulsen bereitet sich in Hamburg auf die Abschlußprüfung an der Polizeiakademie vor. Jahrelang war sie im Streifendienst tätig und möchte nun zur Kriminalpolizei. Seit vor 20 ...
Die junge Polizistin Frida Paulsen bereitet sich in Hamburg auf die Abschlußprüfung an der Polizeiakademie vor. Jahrelang war sie im Streifendienst tätig und möchte nun zur Kriminalpolizei. Seit vor 20 Jahren ihre beste Freundin ermordet wurde und ihre Eltern sie danach ins Internat schickten, zieht sie nichts mehr nach Hause in die Elbmarsch auf den elterlichen Apfelhof. Noch immer verübelt sie ihnen, dass sie ins Internat geschickt wurde, wo sie eine harte Zeit hatte. Doch dann erhält sie einen Anruf ihrer Mutter. Ihr Vater wurde brutal niedergeschlagen. Ob er überlebt ist fraglich. Frida fährt gleich zu ihrer Mutter. Der Hof ist heruntergekommen, die Finanzen stehen schlecht. Und der Vater liegt im Koma. Wer wollte ihn umbringen und warum? Frida muss sich der Verantwortung und den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen. Die Ermittlungen leitet ausgerechnet der Kommissar, der sie damals nach dem Mord an ihrer Freundin verhört hat und der noch immer den bisher nicht identifizierten Täter finden möchte. Was aber verschweigt Frida ihm?
Das Buch ist ein meines Erachtens sehr gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe. Als Hamburgerin gefällt mir natürlich auch das Setting in der Elbmarsch. Das Lokalkolorit kommt sehr gut rüber. Der Fall ist vielschichtig und spannend. Die Charaktere werden sehr gut herausgearbeitet und wirken authentisch. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich gehalten und gegen Ende wird noch mal eine Schippe drauf gelegt. Ich habe das Buch an zwei Tagen durchgelesen gehabt, da ich es nicht aus der Hand legen konnte. Immer wieder gab es Wendungen und auch falsche Fährten, so dass man bis kurz vor Schluss nicht wußte, wer und warum. Die Auflösung war schlüssig. Nur mit Frida wurde ich lange nicht warm, weil ich nicht verstanden hatte, warum sie so lange geschwiegen hatte. Aber das war auch der einzige Kritikpunkt. Mir hat das Buch ansonsten rundum gut gefallen und ich freue mich, dass es (wohl im Oktober) eine Fortsetzung geben wird. Eine Leseprobe ist hinten im Buch, so dass man kurz lesen kann, wie es mit Frida und Kommissar Haverkorn weitergeht.