Profilbild von Geri

Geri

Lesejury Star
offline

Geri ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Geri über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2025

Bald zu viel für ein Leben

Um jeden Preis
0

Ein Buch, welches seine Grundlage aus den Tagebuchaufzeichnungen von Lydia zieht, die als sechzehnjährige mit ihrer Mama und ihren Geschwistern von Deutschland nach Sibirien verschleppt wird und dort jahrelang ...

Ein Buch, welches seine Grundlage aus den Tagebuchaufzeichnungen von Lydia zieht, die als sechzehnjährige mit ihrer Mama und ihren Geschwistern von Deutschland nach Sibirien verschleppt wird und dort jahrelang versucht wieder nach Hause zu kommen. Doch von Anfang an Lydias Eltern gehörten zu den Schwarzmeerdeutschen und litt bereits in ihrer Kindheit unter der schrecklichen Hungersnot mit welcher Stalin den Widerstand in der Ukraine brechen wollte. Als mit dem Ende des zweiten Weltkrieges die Russen kamen musste Didier deutsche Landbevölkerung fliehen. Diese Flucht, die sich abspielenden Dramen und das Leid hat Lydia sehr ausführlich geschildert. Ebenso die Trauer, dass der Vater noch zum Volkssturm eingezogen wurde und die Erleichterung, dass die Familie es nach Deutschland geschafft hat, nur um dann zurück nach Russland zu müssen. Bei diesem Buch, welches in den ersten zwei Dritteln von Lydias Erfahrungen und Erlebnissen gespeist wird, musste ich mehrfach inne halten weil mir die Tränen kamen. Es ist so schrecklich, was den Familien widerfahren ist und auch was die Kinder aushalten mussten. Es ist eigentlich unvorstellbar. Im letzten Teil des Buches kommen dann noch Lydias Kinder zu Wort und deren Sichtweise rundet die Erzählung trefflich ab. Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen. Es ist unglaublich traurig und doch ist es ein Teil Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2025

Dem Ende wohnt ein Zauber inne

Kerze & Krähe
0

Nun findet die Trilogie um den Siegelagenten Al MacBharrais ihren Abschluss. Aber auch im Dritten Band sprudelt die Magie, manifestieren sich Gottheiten. Es war ein bisschen als würde man alte ...

Nun findet die Trilogie um den Siegelagenten Al MacBharrais ihren Abschluss. Aber auch im Dritten Band sprudelt die Magie, manifestieren sich Gottheiten. Es war ein bisschen als würde man alte Bekannte treffen - Buck - Lustig und schräg wie immer. Nadia, die ihre wahre Bestimmung findet. Die irische Todesgöttin Morrigan, die sich auf der Erde neu erfinden möchte und als erstes Onlinedating probiert. Und dann ist immer noch die Frage, wer hat Al verflucht und wie kann man die Flüche brechen. Ob er es schafft? Kevin Hearnes Phantasie hat wieder Überstunden gemacht und belohnt mit einer spannenden, schrägen und komischen Geschichte, in der auch ernste Töne (Menschenhandel) und gesellschaftliche Themen mitschwingen. Das einzig negative an Buch ist, dass es der Abschluss ist und ich sie alle vermissen werde. Ich fand die ganze Reihe so gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2025

Traumhaft

Pearly Everlasting
0

Eine Geschichte, deren Wärme mich wie ein Schal umhüllt hat. Diese Erzählung von der Freundschaft eines Mädchens mit einem Bären. Wobei Freundschaft das Band zwischen Pearly und Bruno nur ungenügend beschreibt. ...

Eine Geschichte, deren Wärme mich wie ein Schal umhüllt hat. Diese Erzählung von der Freundschaft eines Mädchens mit einem Bären. Wobei Freundschaft das Band zwischen Pearly und Bruno nur ungenügend beschreibt. Die beiden sind wie Geschwister. Sie sind zusammen aufgewachsen. In dieser Nacht als Pearly‘s Vater ein verwaistes Bärenbaby fand und es in die Wiege zu seiner Tochter legte, wurde dieses magische Band geknüpft. Doch der Frieden in Pearlys Leben währt nicht ewig. Sie muss herbe Verluste hinnehmen und der neue Chef des Holzfällercamps, in dem sie lebt macht Bruno und ihr das Leben schwer. Und dann kommt die Nacht, in der Bruno verschwunden ist. Doch Pearly lässt ihren Bruder nicht im Stich und macht sich im Schneesturm nachts auf die Suche nach ihm. Eine Geschichte, die ich sehr genossen habe. Der Erzählstil ist so wunderschön und voller poetischer Bilder. Ich habe so mit Pearly gelitten, habe mich über die Freunde in ihrem Leben gefreut und hatte immer Angst um Bruno, den Bären in der Menschenwelt. Und besonders berührt hat mich die Menschlichkeit und Rücksichtnahme der Männer im Camp. Wer Tiere liebt, Freundschaften schätzt und magische Beschreibungen der Natur - der wird an diesem Buch viel Freude haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2025

Spannender als manch Thriller

True Crime in Nature
0

Stell Dir vor, Du hast einen Wurm im Kopf, der Dich steuert und Dich zwingt, jede Nacht ins Gras zu beißen bis zu Deinem Ende. Und dabei gehst Du tagsüber Deinen Geschäften nach als wäre nichts. ...

Stell Dir vor, Du hast einen Wurm im Kopf, der Dich steuert und Dich zwingt, jede Nacht ins Gras zu beißen bis zu Deinem Ende. Und dabei gehst Du tagsüber Deinen Geschäften nach als wäre nichts. Gruseliger Film. Aber für Ameisen, die mit dem Schwanzlarven des Lanzett-Egels infiziert sind, steht dieses Schicksal bevor.
Und es gibt noch unglaublich viele gruselige, faszinierende und atemberaubende Geschichten, die sich direkt vor unserer Nase in der Flora und Fauna abspielen. Ich musste beim Lesen mir immer mal per Hand den Mund zuklappen, da der vor Stauen offen stand. Und richtig schön, ist auch der mitreißende und lustige, manchmal ironische Schreibstil, der mich immer zum Weiterlesen getrieben hat. Auch dass das Inhaltsverzeichnis in Form von kleinen Bildern und kurzen Sätzen im Einband steht, fand ich so schön. Die Zeichnungen zu den einzelnen Geschichten sind auch Mega sehenswert. Hier wird Wissenschaft und Unterhaltung gekonnt verschmolzen. Und für Alle, die nicht so viel lesen. Die Kapitel sind kurz und immer auf das Wesentliche reduziert. Ach wer wenig liest, kommt hier aus meiner Sicht zu seinem Genuss. Ich hab das Buch jedenfalls an einem Abend verschlungen und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich es lese.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein sehr berührendes Buch

Das Herz kennt keine Demenz
0

Ich finde unsere Gesellschaft ist unsicher geworden, wie wir mit alten Menschen, pflegebedürftigen Menschen umgehen sollen. Das Leistungsprinzip, dem wir uns unterwerfen, vermittelt, dass wir ...

Ich finde unsere Gesellschaft ist unsicher geworden, wie wir mit alten Menschen, pflegebedürftigen Menschen umgehen sollen. Das Leistungsprinzip, dem wir uns unterwerfen, vermittelt, dass wir jemanden zur Last fallen und dass das nicht gut ist. Warum eigentlich? Das Gefühl auf Herz und Bauch zu hören, geht uns immer mehr verloren. Und genau hier setzt das Buch an. Jim erklärt gefühlvoll und anschaulich, wo Pflege ansetzt, was das Krankheitsbild Demenz bedeutet und gibt Anhaltspunkte, wie wir damit und den verschiedenen Symptomen umgehen können. Sehr schön sind die vielen Beispiele aus seiner beruflichen Praxis, die nachdenklich machen, aber auch zum Schmunzeln führen, wie wenn man über Eulen singend, durch den Park läuft. Jim ist jemand, der die Passion Pflege lebt und dabei, und das hat es für mich so authentisch gemacht, hat er jahrelang keinesfalls als Altenpfleger arbeiten wollen, obwohl in seinem Umfeld fast jeder diesen Beruf hatte. Erst durch Umwege entdeckt er sein Herz für diesen Bereich und er vermittelt nicht nur Verständnis für die Patienten, sondern auch für Entscheidungen und Reaktionen des Pflegepersonals. Ich fand dieses Buch sehr aufschlussreich und werde es gern weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere