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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Spannender als manch Thriller

True Crime in Nature
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Stell Dir vor, Du hast einen Wurm im Kopf, der Dich steuert und Dich zwingt, jede Nacht ins Gras zu beißen bis zu Deinem Ende. Und dabei gehst Du tagsüber Deinen Geschäften nach als wäre nichts. ...

Stell Dir vor, Du hast einen Wurm im Kopf, der Dich steuert und Dich zwingt, jede Nacht ins Gras zu beißen bis zu Deinem Ende. Und dabei gehst Du tagsüber Deinen Geschäften nach als wäre nichts. Gruseliger Film. Aber für Ameisen, die mit dem Schwanzlarven des Lanzett-Egels infiziert sind, steht dieses Schicksal bevor.
Und es gibt noch unglaublich viele gruselige, faszinierende und atemberaubende Geschichten, die sich direkt vor unserer Nase in der Flora und Fauna abspielen. Ich musste beim Lesen mir immer mal per Hand den Mund zuklappen, da der vor Stauen offen stand. Und richtig schön, ist auch der mitreißende und lustige, manchmal ironische Schreibstil, der mich immer zum Weiterlesen getrieben hat. Auch dass das Inhaltsverzeichnis in Form von kleinen Bildern und kurzen Sätzen im Einband steht, fand ich so schön. Die Zeichnungen zu den einzelnen Geschichten sind auch Mega sehenswert. Hier wird Wissenschaft und Unterhaltung gekonnt verschmolzen. Und für Alle, die nicht so viel lesen. Die Kapitel sind kurz und immer auf das Wesentliche reduziert. Ach wer wenig liest, kommt hier aus meiner Sicht zu seinem Genuss. Ich hab das Buch jedenfalls an einem Abend verschlungen und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich es lese.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein sehr berührendes Buch

Das Herz kennt keine Demenz
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Ich finde unsere Gesellschaft ist unsicher geworden, wie wir mit alten Menschen, pflegebedürftigen Menschen umgehen sollen. Das Leistungsprinzip, dem wir uns unterwerfen, vermittelt, dass wir ...

Ich finde unsere Gesellschaft ist unsicher geworden, wie wir mit alten Menschen, pflegebedürftigen Menschen umgehen sollen. Das Leistungsprinzip, dem wir uns unterwerfen, vermittelt, dass wir jemanden zur Last fallen und dass das nicht gut ist. Warum eigentlich? Das Gefühl auf Herz und Bauch zu hören, geht uns immer mehr verloren. Und genau hier setzt das Buch an. Jim erklärt gefühlvoll und anschaulich, wo Pflege ansetzt, was das Krankheitsbild Demenz bedeutet und gibt Anhaltspunkte, wie wir damit und den verschiedenen Symptomen umgehen können. Sehr schön sind die vielen Beispiele aus seiner beruflichen Praxis, die nachdenklich machen, aber auch zum Schmunzeln führen, wie wenn man über Eulen singend, durch den Park läuft. Jim ist jemand, der die Passion Pflege lebt und dabei, und das hat es für mich so authentisch gemacht, hat er jahrelang keinesfalls als Altenpfleger arbeiten wollen, obwohl in seinem Umfeld fast jeder diesen Beruf hatte. Erst durch Umwege entdeckt er sein Herz für diesen Bereich und er vermittelt nicht nur Verständnis für die Patienten, sondern auch für Entscheidungen und Reaktionen des Pflegepersonals. Ich fand dieses Buch sehr aufschlussreich und werde es gern weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Für Science Fiction Fans super

Lyneham
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Eine spannende und tiefsinnige Geschichte über das Leben auf einem neuen Planeten. Erzählt wird die von Henry Meadows, dessen 12. Geburtstag mit der Bruchlandung in der neuen Heimat zusammenfällt. ...

Eine spannende und tiefsinnige Geschichte über das Leben auf einem neuen Planeten. Erzählt wird die von Henry Meadows, dessen 12. Geburtstag mit der Bruchlandung in der neuen Heimat zusammenfällt. Und nichts ist wie geplant, die Luft noch giftig, mit Pech können sie nie ungeschützt die Biome verlassen und die Mutter ist auch nicht da.
Eine sehr interessante Geschichte, die unglaublich viele kluge Gedanken verwebt. So auch, darf man die Flora und Fauna von Perm töten, um eine für Menschen lebensnotwendige Atmosphäre zu bekommen. Aber auch durch jugendliche Streiche und Freundschaften. Abgerundet wird die Erzählung durch die eingeflochtenen Passagen aus dem Leben der Mutter, die mehr Wissenschaftlerin ist und nur wenig mit ihren Kindern zu tun hat.
Ein Geschichte, die nachdenklich macht und auch Hoffnung verbreitet. Sie liest sich unglaublich gut, wenn man bereit ist, sich auf Science Fiction einzulassen. Ich fand sie richtig

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Spannung auf engstem Raum

Die Kammer
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Ich kenne wenig Thriller, die es schaffen, so viel Spannung auf der Fläche von Größe eines Kleinbusses aufzubauen. Denn größer ist das Modul, wo die 6 Sättigungstaucher während ihres einmonatigen ...

Ich kenne wenig Thriller, die es schaffen, so viel Spannung auf der Fläche von Größe eines Kleinbusses aufzubauen. Denn größer ist das Modul, wo die 6 Sättigungstaucher während ihres einmonatigen Einsatzes leben, nicht. Will Dean hat es aus meiner Sicht meisterhaft geschafft, die Enge, die Gefahr, die permanente Überwachung und den Tod zu verbinden. Der Einsatz der 6 Taucher hat gerade erst begonnen, da stirbt einer von ihnen und zwar an Bord - nicht im Wasser. Und das ist erst der Anfang. Was zu Beginn ein Zufall hätte sein können, wird bald zu einem Kampf um Leben und Tod. Sie können nicht entkommen, nicht fliehen, die Kapsel nicht öffnen zu schnelle Dekompression bringt alle um und sie sind gezwungen weiter zu kooperieren. Auch wenn irgendjemand an Bord oder in ihrem Modul ein Mörder ist.
Die Geschichte besticht zum einen durch die räumliche Begrenzung und legt dadurch den Blick frei für die einzelnen Persönlichkeiten, die aber nur wenig von sich preisgeben. Erzählt wird von Ellen Brooke der einzigsten Frau im Team und durch sie erfährt man nebenher eine Menge über das Tauchen, die Technik, die ganzen Hygienemaßnahmen aber auch Ängste und Sorgen und düsteren Gedanken von Ellen. Man lernt jedoch niemanden wirklich kennen, alle sind ein bisschen fremd (eben Kollegen) und man ist eher unbeteiligter Betrachter. Aber man kann das Buch nicht weglegen. Es zieht einen in die dunkle Tiefe. Nur was oder wer wird dort lauern?

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Halte durch! Eine bemerkenswerte Frau

Meine wundervollen Schwestern
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Khalida hat das seltene Glück, in einer für afghanische Verhältnisse, unglaublich tolerante Familie aufgewachsen zu sein, die das Mädchen in ihrem Bestreben Fußball zu spielen und eine Mannschaft zu gründen, ...

Khalida hat das seltene Glück, in einer für afghanische Verhältnisse, unglaublich tolerante Familie aufgewachsen zu sein, die das Mädchen in ihrem Bestreben Fußball zu spielen und eine Mannschaft zu gründen, unterstützen. Und das scheinbar Unmögliche gelingt. Die afghanische Frauennationalmannschaft reist zu Turnieren. Doch der Kampf geht weiter gegen Trainer, die Spielerinnen missbrauchen, gegen den Verband, gegen die Angst, Ausgrenzung und gegenwärtige Gewalt.
Khalida ist unbequem, laut und selbstbewusst. Das reicht aus, dass man sie ermorden will. Sie flieht und lässt all ihre Lieben zurück. Von Europa aus hilft sie Spielerinnen, doch die Lage in ihrer Heimat verschlimmert sich und der Arm der afghanischen Männer reicht weit.
Eine beeindruckende Biografie über eine bemerkenswerte Frau, die nicht nur für ihr Ziel kämpft, sondern so vielen unterdrückten, schweigenden Afghaninnen eine Stimme verleiht. Ich war entsetzt und traurig von den Lebensumständen in Afghanistan. Darüber wie wenig eine Frau doch wert ist. Und ich hoffe, dass Khalida noch viel bewirken kann.

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