Profilbild von ReiShimura

ReiShimura

Lesejury Star
offline

ReiShimura ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ReiShimura über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2025

Auf den Wolf gekommen

Wolfsküsse
0

Das Wichtigste zuerst: Dies ist kein Sach-, geschweige denn ein Fachbuch. Es ist eine sehr persönliche Erzählung der Autorin wie sie ihre Liebe und Leidenschaft für Wölfe entdeckt hat. Natürlich werden ...

Das Wichtigste zuerst: Dies ist kein Sach-, geschweige denn ein Fachbuch. Es ist eine sehr persönliche Erzählung der Autorin wie sie ihre Liebe und Leidenschaft für Wölfe entdeckt hat. Natürlich werden einige wissenschaftliche Fakten erwähnt, aber wer wirklich ein fundiertes Buch zum Thema Wolf lesen möchte, ist hier an der falschen Adresse.
Das Buch ist mehr oder weniger eine Ode an den Wolf, aber auch ein wenig Selbsthilfebuch. Für mich hat es sich so angefühlt, als würde die Autorin mit diesem Buch auch die Such nach sich selbst beschreiben und auch verarbeiten. Die Natur und insbesondere die Wölfe haben ihr dabei sehr geholfen. Dies klingt jetzt vielleicht ein wenig komisch und pathetisch, ergibt aber, wenn man das Buch gelesen hat, durchaus Sinn.
Elli H. Radinger hat in den letzten 30 Jahren viel dafür getan, das doch eher schlechte Image des Wolfes zu verbessern. Denn der Ruf, der dem Wolf vorauseilt, ist in den meisten Fällen kein guter. Dies liegt sicher auch daran, dass er bereits im Kinderzimmer, dank diverser Märchen, als Bösewicht eingeführt wird. Sie hat sich intensiv mit dem Beobachten von „wilden“ Wölfen beschäftigt.
Obwohl die Autorin ihrer Leidenschaft nachgeht und mit ganzer Seele für das Thema brennt, kommen ihre Worte im Buch relativ nüchtern und distanziert rüber. Dies liegt sicher daran, dass eine die ersten Lektionen des Wolfbeobachtens ist, dass man seine Gefühle ignorieren muss. Nur an wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass ich hinter die Fassade der Autorin blicken kann.
Wölfe sind für mich auch faszinierende Tiere und während der Lektüre des Buches hätte ich am liebsten meine Sachen gepackt und mich auf den Weg in den Yellowstone Nationalpark gemacht. Wo sonst kann man so „einfach“ wilde Wölfe in freier Wildbahn beobachten. Doch dann stelle ich mir wieder die Frage, sind das wirklich noch wilde Wölfe? Denn obwohl die Menschen augenscheinlich nicht eingreifen, also die Wölfe weder füttern noch medizinisch versorgen, sind sie doch omnipräsent und stören bis zu einem gewissen Grad die Wölfe in ihrem Leben. Leider habe ich auch durch das Buch keine Antwort auf diese Fragen gefunden.
Das Buch war für mich eine recht angenehme Lektüre, wenn ich auch ein wenig mehr erwartet habe. Mehr Wissen und Fakten über Wölfe und weniger Selbstsuche und Sinnkrise. Der Erzählstil der Autorin war für mich in Ordnung, wenn auch nicht überragend fesselnd oder spannend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2025

Liebesglück zwischen Mobbing und Body Shaming

After Work
0

Das Cover des Buches ist normalerweise kein Thema bei meinen Rezensionen, da ich die Beurteilung des Inhalts des Buches als wichtiger erachte. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn das Cover ...

Das Cover des Buches ist normalerweise kein Thema bei meinen Rezensionen, da ich die Beurteilung des Inhalts des Buches als wichtiger erachte. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn das Cover stößt mir ein wenig sauer auf. Auf den ersten Blick passt es ja wirklich gut zum Titel des Buches, aber leider nur bedingt zum Inhalt. Denn die Themen Gewicht, body shaming und falsche Schönheitsideale in der Werbung sind zentrale Punkte in der Geschichte. Und trotzdem tappt der Verlag hier in die gleiche Falle und wählt ein ausnehmend schlankes Model für das Cover. Sehr schade.
Mit Lexia Vikander konnte ich mich recht schnell anfreunden und mich auch in sie hineinversetzen. Ihre Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten sind manchmal ein wenig anstrengend und nervig, machen sie auf der anderen Seite aber auch realistisch, menschlich und sympathisch. Ähnliches gilt für Adam Nylund. Bei ihm war meine Sympathie sehr stark davon abhängig welche seiner vielen Seiten er gerade gezeigt hat. Den harten Hund in geschäftlichen Dingen fand ich nicht immer sympathisch, konnte seine Handlungen aber verstehen. Nicht nachvollziehen konnte ich seine Gedanken bezüglich seiner Exfreundin, diese waren für mich völlig aus der Luft gegriffen und haben für die Geschichte keinen Mehrwert geliefert. Außer die Seitenzahl zu erhöhen und das Ganze ein wenig in die Länge zu ziehen.
Autorin Simona Ahrnstedt spricht in ihrem Buch sehr viele wichtige Themen an. Manche davon sind heute nicht mehr ganz so relevant. Die Werbung ist in den letzten Jahren, das Buch ist immerhin bereits 2018 erschienen, durchaus vielfältiger und diverser geworden. Andere Themen werden wahrscheinlich nie an Aktualität verlieren, auch wenn es wünschenswert wäre. Body positivity wird zwar überall propagiert, so ganz ist das in den Köpfen der Menschen aber noch nicht angekommen. Fälle von body shaming und Mobbing wegen eines von der Norm abweichenden Aussehen sind ist gerade in den sozialen Medien noch immer gang und gäbe.
Bei mir hinterlässt das Buch ein wenig das Gefühl, dass die Autorin es mit den "schwierigen" Themen ein klein wenig übertrieben hat. Da wurde für meinen Geschmack zu viel reingepackt, vor allem Dinge, die für die Geschichte keinen Mehrwert bringen, sondern nur dazu dienen, dass das Buch politisch korrekt ist und sich jede und jeder mitgemeint fühlt.
Die Liebesgeschichte zwischen Lexia und Adam würde ich als glaubwürdig bezeichnen, was für mich persönlich immer sehr wichtig ist. Die pikanten Szenen kommen natürlich vor, sind aber durchaus akzeptabel formuliert und nehmen nicht zu viel Raum ein.
Der Erzählstil der Autorin gefällt mir und sie konnte das Gefühlschaos der Protagonisten glaubwürdig transportieren. Leider sind viele der Nebencharaktere nur platte Randfiguren. Da wird tief in die Klischeekiste gegriffen und wie oben bereits erwähnt, versucht möglichst viele Randgruppen und Minderheiten auch noch zu integrieren. Einige der Personen hätten auch Potential gehabt, kamen in der Geschichte aber ein wenig zu kurz.
Alles in allem war es ein angenehmes, teilweise aber auch langatmiges Leseerlebnis. Ich hätte aber auch nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn der eine oder andere Handlungsstrang gefehlt hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2025

Optisch ein absoluter Hingucker

Kleine und große Wunder der Meere
0

Wie in wahrscheinlich ganz vielen Haushalten mit kleinen Kindern, gehört auch bei uns das Buch vorlesen zum allabendlichen Einschlafritual. Da man nicht immer das gleiche vorlesen möchte, bin ich natürlich ...

Wie in wahrscheinlich ganz vielen Haushalten mit kleinen Kindern, gehört auch bei uns das Buch vorlesen zum allabendlichen Einschlafritual. Da man nicht immer das gleiche vorlesen möchte, bin ich natürlich immer auf der Suche nach Nachschub. So bin ich auch auf dieses Buch gestoßen und fand es großartig, dass es sich hierbei um kurze Vorlesegeschichten handelt, die auch noch Sachwissen vermitteln.
Bevor ich aber genauer auf den Inhalt des Buches eingehe, möchte ich ein paar Worte zu den Äußerlichkeiten verlieren. Diese sind zwar nicht ganz so wichtig wie die Geschichten, sollten aber keinesfalls unerwähnt bleiben. Denn die Optik und auch die Haptik sind wirklich wundervoll. Die Illustrationen sind liebevoll und durchdacht gestaltet. Die Farbzusammenstellung ist stimmig und lebhaft, ohne dabei ins zu Grelle abzudriften. Es macht Freude sich die einzelnen Bilder anzuschauen und all die kleinen und großen Wunder zu entdecken.
Für mich persönlich ist auch die Haptik wichtig und wie bereits erwähnt ist auch diese wirklich großartig. Das Buch ist stabil und wertig verarbeitet und liegt gut in der Hand.
Viel wichtiger als das Äußere, ist aber natürlich der Inhalt des Buches. Vor allem da es sich hier ja dezidiert um ein Vorlesebuch handelt. Leider muss ich sagen, dass mich der Inhalt nur mäßig überzeugen konnte. Positiv finde ich die Länge der Geschichten und die klare und strukturierte Aufteilung. Alle Geschichten thematisieren immer ein anderes Tier, sind in sich abgeschlossen und können daher unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Anschließend an die Erzählungen folgt immer eine Seite mit Sachwissen zu dem jeweiligen Tier.
Weniger gut gefallen hat mir die Erzählweise der Geschichten. Diese sind nämlich in Gedichtform, was für mich in Ordnung wäre, wenn sie sich auch reimen würden, was sie im englischen Original auch tun. Der Grundton der meisten Erzählungen in diesem Buch ist sehr poetisch, verträumt und ein wenig getragen. Klingt in erster Instanz eigentlich ganz nett für ein Gute Nacht Buch. Doch für mich ist die Kombination aus empfohlenem Lesealter und der Schwere und Melancholie, die ich beim Lesen spüre, einfach nicht stimmig. Dem Kind scheint es bei den meisten Geschichten ähnlich zu gehen. Die einzige Ausnahme stellt die Geschichte der Pinguine dar, denn diese muss ich jeden Abend vorlesen.
Das Sachwissen wird, wie man es erwarten würde, in einem recht neutralen Ton vermittelt. Für sich allein genommen, ist auch dies wieder stimmig. Für mich ist der Wechsel der Erzählweise trotzdem ein wenig störend, vor allem wenn man mehrere Geschichten hintereinander vorliest. Denn dann wechselt man immer wieder von poetisch zu sachlich.
Der Verlag hat sich mit der Übersetzung keinen Gefallen getan. Denn in der vorliegenden Form hat uns das Buch leider nicht komplett überzeugen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2025

Ein wenig seicht und flach, aber mit hohem Wahrheitsgehalt

Stillen und Chillen
0

Autorin Katrin Tempel hat in diesem Buch auf ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Schwangerschaft und Mutter sein zurückgegriffen. Dazu gepackt hat sie noch ein wenig künstlerische Freiheit und die Erfahrungen ...

Autorin Katrin Tempel hat in diesem Buch auf ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Schwangerschaft und Mutter sein zurückgegriffen. Dazu gepackt hat sie noch ein wenig künstlerische Freiheit und die Erfahrungen und Meinungen von Freundinnen. Herausgekommen ist ein seichter, aber durchaus unterhaltsamer Chick lit Roman.
Meine Erwartungen an die literarische Qualität des Buches waren eher gering und in diesem Punkt wurde ich auch nicht enttäuscht. Wie Cover und Klappentext versprechen handelt es sich hier um einen locker-flockigen Frauenroman, den man ohne Probleme an einem Nachmittag auf der Couch lesen kann. Natürlich unter der Voraussetzung das das Kind einen lässt.
Besonders gut gefallen hat mir, dass trotz aller Klischees und Übertreibungen viel Wahrheit in diesem Buch steckt. Manch einer mag sich vielleicht an den unrealistischen Vorstellungen der Protagonistin Alex stören vor allem, was das Thema Figur nach der Schwangerschaft oder das Arbeiten betrifft. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich aber, dass dies sehr wohl der Wahrheit entspricht. Manch eine Frau glaubt fest daran, dass sie nach der Schwangerschaft wieder ganz schnell die Figur von früher hat und bei einigen funktioniert das ja auch tatsächlich, leider sind das die Ausnahme.
Ebenfalls sehr amüsiert habe ich mich über die Szenen im Geburtsvorbereitungskurs. Auch diese fand ich sehr realistisch und gerade deswegen konnte ich hier auch herzhaft lachen.
Etwas schade fand ich, dass der Charakterentwicklung zu wenig Raum gegeben wurde. Dadurch sind bis zum Ende die meisten Charaktere recht flach und eindimensional geblieben. Meiner Meinung nach hätte der Roman gerne ein paar Seiten mehr haben können. Dann hätte man allen Beteiligten ein klein wenig mehr Leben einhauchen können. Dies ist auch mein größter Kritikpunkt und verantwortlich für die mittelmäßige Bewertung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2025

Unterhaltsamer Roman, aber kein wirklicher Krimi

Der Mordclub von Shaftesbury – Eine Tote bleibt selten allein
0

In der Ankündigung zu diesem Buch heißt es: „Der Auftakt einer neuen Krimireihen im malerischen Süden Englands – charming und mörderisch“. Okay, so neu ist die Reihe nicht mehr, dieser Band ist bereits ...

In der Ankündigung zu diesem Buch heißt es: „Der Auftakt einer neuen Krimireihen im malerischen Süden Englands – charming und mörderisch“. Okay, so neu ist die Reihe nicht mehr, dieser Band ist bereits 2022 erschienen. Das dieser Teil nicht mehr wahr ist, kann man weder der Autorin noch dem Verlag anlasten, aber wie sieht es mit dem Rest der Ankündigung aus? Auch hier fällt meine Bewertung durchwachsen aus. Den malerischen Süden Englands habe ich wieder gefunden, charming war das Buch auf jeden Fall auch. Nur das mit dem mörderisch und der Krimireihe sehe ich ein wenig kritisch.
Beginnen möchte ich aber damit, was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat. Das waren vor allem die interessanten und gut ausgearbeiteten Charaktere und die aussagekräftigen Beschreibungen der Landschaft und der Umgebung. Das kleine Örtchen Shaftesbury gefällt mir gut und versprüht einen angenehmen Dorfcharme. Die Charaktere sind teilweise ein wenig klischeehaft und überzeichnet, aber dies gehört für mich irgendwie dazu. Die eigentliche Hauptperson Penelope St. James ist ein etwas schwieriger Charakter und nicht immer ganz sympathisch. Ihre Handlungen sind manchmal widersprüchlich, dies trägt meiner Meinung nach aber auch zu ihrer Authentizität bei. Tierarzt Dr. Sam und seine Tochter haben mir auch gut gefallen. Für manch einen mag die Kleine ein wenig zu altklug sein und mich persönlich hat es nicht gestört.
Beim Lesen des Buches kam bei mir immer wieder der Gedanke an die Agatha Raisin Reihe von M.C. Beaton auf. Für mich haben die beiden Reihen viele Gemeinsamkeiten, wenn es natürlich auch Unterschiede gibt. Der größte Unterschied und leider auch der größte Schwachpunkt des vorliegenden Buches ist, dass der Krimianteil ein wenig zu gering ausfällt. Meiner Meinung nach ist dieses Buch nichts für wirkliche Krimifans. Das Zwischenmenschliche und das Dorfleben haben hier einen deutlich höheren Stellenwert.
Der Schreibstil der Autorin Emily Winston hat mir zugesagt und ich empfand das Buch als äußerst kurzweilig. Da der Mordfall keine große Rolle spielt, entfiel auch das große Rätselraten und Kopfzerbrechen, wer denn der Mörder ist. Die Auflösung des Falles passierte eher nebenbei und ging in der ganzen Geschichte ein wenig unter.
Da ich mich ein klein wenig in Land und Leute verliebt habe, werde ich sicher auch die weiteren Bücher der Reihe lesen. Hoffentlich wird der Krimianteil dann auch von Buch zu Buch ein wenig mehr. Außerdem ist für mich persönlich noch immer die Frage offen, von welchem Mordclub im Titel die Rede ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere