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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Ein heißer Cold Case an der Ostsee

Dunkle Asche
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Gestaltung:
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Das Titelbild verbreitet eine düstere Stimmung und zeigt die Umgebung der Ostsee, die den Tatort verkörpert. Es passt daher sehr gut und weckt Aufmerksamkeit.

Inhalt:
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Gudrun ...

Gestaltung:
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Das Titelbild verbreitet eine düstere Stimmung und zeigt die Umgebung der Ostsee, die den Tatort verkörpert. Es passt daher sehr gut und weckt Aufmerksamkeit.

Inhalt:
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Gudrun Möller und ihre neue Kollegin Judith Engster sind in der Cold Case Unit der Landeskriminalpolizei Schleswig-Holstein. Dort rollen sie mithilfe neuer Methoden alte Kapitalverbrechen auf, wenn neue Hinweise hierzu eingehen. In diesem Fall werden sie zur Zeugenbefragung in ein Kieler Hospiz gerufen. Dort möchte ein im Sterben liegender Mann eine Aussage zum Mord an Sanna Hansen vor 30 Jahren machen. Sie wurde als junge Frau im Badeort Kalifornien im Ferienhaus ihrer Eltern mit 12 Messerstichen brutal ermordet. Ihr damaliger Freund wurde für die Tat verantwortlich gemacht, musste aber mangels Beweisen freigelassen werden. Die Zeugenaussage gibt neue Hinweise auf den Fall.
Gudrun kann sich daran erinnern, da ihr die Tote bekannt war. Zudem kennt sie einige Personen, die damals im Zusammenhang mit dem Mord gebracht wurden, sei es als Zeugen, Angehörige oder Verdächtige. Dadurch gerät sie im Zuge der voranschreitenden Ermittlungen immer mehr auch selbst in Gefahr.

Mein Eindruck:
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"Bisher lief alles erwartungsgemäß. Er hatte damit rechnen müssen, dass der Fall irgendwann wieder auf den Tisch kommt. Jetzt hieß es, Ruhe zu bewahren. Er musste unauffällig bleiben und seine Rolle spielen. Wenn er keinen Fehler machte, würde ihm nichts passieren. Das Glück war auf seiner Seite, so war es immer gewesen. Er musste nur aufmerksam bleiben und keine Skrupel haben einzugreifen. Aus dem Schatten heraus das Geschehen lenken. Dann brauchte er sich nicht zu sorgen.
Nur eine Sache gab es, die ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Gudrun. Sie gehörte zu den ermittelnden Beamten in der Cold Case Unit. Was für eine merkwürdige Laune des Schicksals. Er fragte sich, was dieser Umstand für ihn zu bedeuten hatte. Sie konnte nichts über die Tat wissen, das war ausgeschlossen. Trotzdem. Es war ein Risikofaktor, sie in den Ermittlungen zu haben.
Eine Weile klickte er sich durch die Berichte, dann fuhr er den Computer herunter, blieb in dem dunklen Zimmer sitzen, starrte ins Nichts und dachte über Gudrun nach." (S. 70-71)

Der Einstieg, in dem der Mord von Sanna geschildert wird, war sehr spannend. Anschließend geht es erst mal etwas seichter zu. Man erfährt ein wenig aus dem Privatleben von Gudrun und über ihr (homosexuelles) Liebesleben, über die bisher bekannten Fakten zum Mord und dass es zunächst ein Mysterium ist, warum Judith Engster zur Sondereinheit gekommen ist.
Dann nehmen die Ermittlungen jedoch allmählich Fahrt auf und es werden immer mehr neue Indizien, widersprüchliche Zeugenaussagen und Verdächtige ins Feld geführt. Zusätzlich gibt es Rückblenden, die die Vergangenheit stückweise enthüllen^, sowie die Gedanken des Mörders, die die Mordermittlungen verfolgen. Der Fall nimmt dadurch immer wieder überraschende Wendungen und bis kurz vor Schluss wäre ich nicht auf den Täter gekommen. Die Kriminalhandlung war damit sehr fesselnd und das Ende überzeugend.

Was mich leider nicht überzeugen konnte, war das Verhalten der Kommissarinnen. Gudrun gibt sich sehr verschlossen und aufgrund ihrer persönlichen Bezüge zu dem Mord unternimmt sie riskante Alleingänge. Aber auch Judith verhält sich nicht sehr aufgeschlossen. Zwar bemüht sie sich um Teamarbeit, aber geht persönlichen Gesprächen, ihre Versetzung oder ihr Privatleben betreffend, gänzlich aus dem Weg. Im großen Finale nähern sich dann beide im Showdown plötzlich an. Und gerade als man den Eindruck bekommt, dass sich die beiden gegenseitig mehr öffnen, ist der Roman vorbei. Angesichts der vorherigen Verschlossenheit empfand ich die plötzliche Öffnung beider dann etwas unrealistisch. So blieben beide Charaktere für mich etwas blass, weswegen ich einen Punkt Abzug gebe.

Fazit:
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Fesselnder Cold Case an der Ostsee mit überraschenden Wendungen und überzeugender Auflösung, aber etwas blassen Ermittlerinnen

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2025

Schreinermeister und Klosterbruder

Zwischen Kreissäge, Kloster und Konzern
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Titelbild:
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Ein sehr sympathischer Mann lächelt dem Betrachter auf dem Cover entgegen. Er entspricht optisch für mich eher einem Unternehmer als einem Klosterbruder, aber dennoch ist er beides. ...

Titelbild:
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Ein sehr sympathischer Mann lächelt dem Betrachter auf dem Cover entgegen. Er entspricht optisch für mich eher einem Unternehmer als einem Klosterbruder, aber dennoch ist er beides. Kombiniert mit dem Titel hat das Cover somit meine Neugier geweckt.

Inhalt:
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Sein Opa, sein Vater sowie sein Onkel waren bereits Schreiner (oder norddeutsch Tischler). Daher war für Helmut Roßkopf klar, dass er auch diese Ausbildung absolviert. Und so wird er wie seine Vorfahren ein sehr guter Schreinermeister. Doch seine Familie ist auch christlich und durch Zufall kommt er mit der geistlichen Gemeinschaft in Gnadenthal in Berührung. Nachdem er als Bruder in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen wurde, baut er dort eine Schreinerei zugunsten des Wiederaufbaus eines Jugendgästehauses auf. Aus diesem Vorhaben erwächst schließlich das weltweit agierende Unternehmen "Rosskopf + Partner" , das bekannter Zulieferer für Küchenbauer, Hotelausstatter und viele große Global Player wird. In diesem Buch berichtet Bruder Helmut von seinem Werdegang und auch seinem Zwiespalt zwischen Unternehmertum und Klosterbruder.

Mein Eindruck:
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"Mich wiederum machte glücklich, dass nicht nur Siegfried in mehrfacher Hinsicht von der Arbeit bei Rosskopf + Partner profitierte. Auch ich hatte den Platz gefunden, der meiner Bestimmung entsprach. War meine Firma nicht genau der richtige Ort für mich, wo ich Gott und den Menschen dienen konnte, so wie es die Regeln der Bruderschaft vorsehen? Hier merkte ich einmal mehr, wie viel Potenzial in meiner Berufung steckte. Ich hatte gelobt, mich ganz und gar Gott zur Verfügung zu stellen, und er hatte mich an eine Stelle gesetzt, an der ich gebraucht wurde, wo ich durch das, was ich vorlebte und tat, den Menschen um mich herum Zuversicht vermitteln und ganz konkret helfen konnte. Das war ein praktischer Ansatz, der dem Evangelium entsprach, das Jesus den Menschen predigte. Er lebte vor, welche Auswirkungen es hat, wenn unsere Worte und Taten zusammenpassen."
(S. 87)

Mich hat der Gedanke fasziniert, dass es möglich ist, innerhalb einer klösterlichen Gemeinschaft ein Unternehmen aufzubauen. Und so tauchte ich schon sehr bald in diese Lebensgeschichte ein. Mit Erstaunen las ich, auf welche Weise der Lebensweg des Autors gelenkt wurde. Eigentlich ein "normaler" Schreiner, begegnet er Menschen, die sein Leben dahin gehend beeinflussen, dass er zu einem dem Kloster beitritt und gleichzeitig als Unternehmer immer erfolgreicher wird. Herr Roßkopf schildert dabei alle Ereignisse und die Entstehungsgeschichte der Firma sehr ausführlich und chronologisch. Es las sich für mich größtenteils wie eine Geschäftshistorie. Zwischendurch beschreibt er auch Episoden aus seinem privaten und christlichen Leben, aber gefühlt lag der Schwerpunkt im geschäftlichen Bereich. Ich fand diesen Lebenslauf vor allem aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr spannend und musste oft schmunzeln, wenn ich Materialien oder Geschäftspartner wieder erkannte, mit denen ich mich vor einiger Zeit beim Thema Küchenkauf auseinandergesetzt habe. Insgesamt empfand ich den Schreibstil aber als sehr nüchtern und beschreibend. Auch wenn persönliche Konflikte angesprochen wurden, so fehlte mir an vielen Stellen die Emotionalität.
Seine Zweifel oder Gefühle bei schweren Entscheidungen waren für mich nicht richtig greifbar. Es war sehr faktenlastig und obwohl diese Tatsachen für mich interessant waren, so traf das Buch nicht hundertprozentig meine Erwartungen. Ich hatte mir mehr Klosterbruder, dafür vielleicht etwas weniger Unternehmer erwartet. Die Balance kam für mich nicht deutlich heraus. Dafür haben mich die persönlichen Bilder am Ende des Buches sowie die Schilderung des Projektes "Associação de Proteção e Assistência aos Condenados (Vereinigung zum Schutz und zur Unterstützung von Strafgefangenen)" wiederum sehr berührt.

Fazit:
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Interessante Unternehmergeschichte eines gläubigen Schreinermeisters, bei dem der Schwerpunkt mehr auf dem Unternehmerischen liegt.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2025

Die Magie der Wünsche

Der Lehrling des Wunscherfüllers
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Gestaltung:
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Das Titelbild ist farbenfroh gestaltet und zeigt vorne Felix auf seinem besonderen Fahrrad und auf der Rückseite den Wunscherfüller Rupus. Im Hintergrund deutet sich das ...

Gestaltung:
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Das Titelbild ist farbenfroh gestaltet und zeigt vorne Felix auf seinem besonderen Fahrrad und auf der Rückseite den Wunscherfüller Rupus. Im Hintergrund deutet sich das Schwarze, das Bedrohliche an. Im Innenteil befindet sich eine Karte des Ortes "Whittlestone", der eine zentrale Rolle spielt. Darüber hinaus ist das Buch mit vielen detailreichen Illustrationen in Schwarz-Weiß versehen, so wird die Geschichte fast lebendig beim Lesen. Als Hardcover ist das Buch sehr schön anzusehen und wertig gestaltet.

Inhalt:
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"Wir Wunscherfüller lauschen den Wünschen. Wir bewerten ihr Risiko. Wir erfüllen sie und überwachen den weiteren Verlauf. Und am allerwichtigsten: Wir beschützen sie. Nicht, dass es uns irgendjemand danken würde. Aber was soll's: Wir Wunscherfüller sind nun mal Wunscherfüller, und wir tun, was wir zu tun haben." Rupus atmete hörbar aus. "Und wir tun es im Verborgenen. Wir hinterlassen keine Spuren von unserem Wirken. Wir sind komplett unsichtbar." (S. 28)

Der zehnjährige Felix Jones fühlt sich sehr allein, seit sein bester Freund in eine andere Stadt gezogen ist. Auch seine ältere Schwester Rebecca möchte keine Zeit mit ihm verbringen. Und generell mangelt es ihm an Selbstvertrauen. Um sich aus der Einsamkeit zu befreien, wirft er einen Cent in den Wunschbrunnen. Dort begegnet er zu seinem Erstaunen Rupus Beewinkle, einem Wunscherfüller. Dieser ist ebenso erstaunt, denn eigentlich kann ihn keiner sehen, nur Felix! Da Rupus zu viel Arbeit und keinen Helfer hat, ernennt er kurzerhand Felix zu seinem Lehrling.
Doch kaum fängt er mit seiner neuen Aufgabe an, droht ein Wunschklauer Whittlestone zu zerstören. Als dann Rupus verschwindet, muss Felix alles tun, um den Ort, die Wünsche, Rupus und auch sich selbst zu retten.

Mein Eindruck:
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Optisch traf das Buch meinen Geschmack. Durch die vielen Illustrationen war die Handlung immer anschaulich und besonders die Darstellung von Rupus hat mir sehr gut gefallen. Mit seiner etwas zu großen Brille wirkt er leicht verwirrt und irgendwie niedlich. Außerdem ist er weise und lustig und gibt seinem Zuhause den passenden Namen "Muckelschnuck". Ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen. Und auch Felix mochte ich sehr. Seine Einsamkeit werden viele Kinder nachvollziehen können. Zudem macht es Spaß, seine positive Entwicklung mitzuverfolgen, bis er schließlich am Ende über sich hinauswächst.
Die Idee, das Thema Wünsche in eine mutmachende Geschichte zu verpacken, gefiel mir gut. Die Handlung ist spannend geschrieben. Allerdings ist der Kampf am Ende gegen den Wunschklauer für Kinder etwas gruselig und ich empfand die Auflösung von Felix' Geheimnis am Schluss nicht ganz logisch. Es stecken jedoch auch einige Weisheiten in dem Buch. Das Happy End ist zwar final, ich könnte mir aber vorstellen, mit Felix und Rupus noch weitere Abenteuer zu erleben.

Fazit:
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Spannende Geschichte rund um die Kraft des Wünschens und Träumens mit leichten Fehlern, aber einer tollen Botschaft.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Flauschige Detektive auf vier zweizehigen Füßen

Die Lama-Gang. Mit Herz & Spucke 1: Ein Fall für alle Felle
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Gestaltung:
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Das Titelbild hat uns schon sehr gut gefallen. Die flauschigen Tiere mit den leicht drolligen Blicken und im Hintergrund der dunkle Verbrecher versprechen eine amüsante und spannende ...

Gestaltung:
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Das Titelbild hat uns schon sehr gut gefallen. Die flauschigen Tiere mit den leicht drolligen Blicken und im Hintergrund der dunkle Verbrecher versprechen eine amüsante und spannende Tiergeschichte. Im Innenteil sind immer wieder lustige Grafiken in Grau enthalten, die etwas satirisch gestaltet sind. Die Art, wie die Menschen gezeichnet wurden, traf nicht unseren Geschmack, dafür fanden wir die Tiere umso drolliger. Die Seiten dieses Hardcovers sind aus etwas dickerem Papier. So liegt es für Kinder im Grundschulalter gut in der Hand und es gibt nicht so schnell Eselsohren.

Inhalt:
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Nachdem das Lama Einstein und die Alpaka-Dame Petersilie glücklich mit ihren Hausmenschen auf Gut Erlenbach leben, wird ihr Leben aufgerüttelt: Ein neues Lama zieht ein! Der schwarze Vokuhila ("vorne kurz, hinten lang") ist noch etwas unerfahren, aber immer gut gelaunt und wird daher von seinen Stallgenossen sofort willkommen geheißen.
Als dann bei ihren Hausmenschen eingebrochen wird und Vokuhila zufällig Zeuge wird, beschließen die Drei als Lama-Gang den Fall zu lösen.

Mein Eindruck:
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Die Welt aus Sicht von Lamas ist eine tolle Idee! Den klugen und besonnenen Einstein haben wir sofort ins Herz geschlossen, ebenso wie den etwas naiven, aber gutherzigen Vokuhila. Dazu bildet die manchmal zickige Petersilie einen scheinbaren Kontrast, aber letztendlich ergänzt sie das Trio perfekt. Die kleineren Neckereien und Streitereien zwischen ihr und Einstein haben wir immer schmunzelnd mitverfolgt. Vor allem die auf Lama-Sprache getrimmten Wortspiele haben uns oft zum Lachen gebracht, genauso wie Vokuhilas Nachfragen, weil er so manche Floskel wörtlich versteht.

Aber auch die Hausmenschen Lisa und ihr Mann Knut Sonnenschein sowie deren Töchter Lilly und Finja gefielen uns. Die beiden Mädchen haben mit ihren Freunden Tim, Fussel und Mina eine Kinder-Detektivbande gegründet, um den Einbruch zu klären. Leider mischt sich ein weiterer Klassenkamerad in die Ermittlungen ein und sorgt dabei für eine Spaltung der Bande. Hier können sich die lesenden Kinder bestimmt gut wiederfinden. Das Rätseln um den Einbruch sorgt neben dem Humor in der Erzählung für jede Menge Spannung und die Auflösung am Ende war überraschend und rührend zugleich. Durch diese Geschichte werden den Kindern nicht nur Werte über Freundschaft und Zusammenhalt vermittelt, sondern auch über den verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren. Das Einzige, das uns beim Lesen sehr gestört hat, war die permanente Wiederholung der Tatsache, dass die Menschen ja leider die Lama-Sprache nicht verstehen (umgekehrt die Lamas die Menschen-Sprache aber schon). Das wurde für unseren Geschmack zu häufig erwähnt. Meine Tochter (11 J.) hat gemeint, dass sich die Auflösung für sie zu sehr in die Länge gezogen hat. Das sind die Gründe, weswegen wir nur 4 Sterne vergeben. Ansonsten hat uns dieses erste Abenteuer sehr gut gefallen und wir freuen uns auf die weiteren Fälle!

Fazit:
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Lama-tastisches Kinder-Kriminalfall mit Humor!

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Ein Hamster als Detektiv

Hamster Humboldt. In der Größe liegt die Kraft
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Gestaltung:
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Das Titelbild ist sehr raffiniert: In Form einer Briefmarke mit bunten Farben und Elli auf dem Postrad zusammen mit dem Hamster, der die Post um sich herum wirbeln lässt. Wir ...

Gestaltung:
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Das Titelbild ist sehr raffiniert: In Form einer Briefmarke mit bunten Farben und Elli auf dem Postrad zusammen mit dem Hamster, der die Post um sich herum wirbeln lässt. Wir fühlten uns sofort davon angezogen. Im Innenteil sind viele lustige Grafiken, die leider nicht farbig sind, aber dafür unterstützen sie beim Rätselraten und bringen einen zum Schmunzeln.

Inhalt:
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Hamster Humboldt lebt zusammen mit Elli und ihrer Mutter Babs im beschaulichen Ort Ditzendorf.Babs betreibt ein kleines Krimskrams-Lädchen und ist Postverteilerin des Ortes. Humboldt und Elli fahren daher jeden Morgen mit dem Postrad durchs Dorf, um die Post zu verteilen. Humboldt ist ein außergewöhnlicher Hamster, der frei herumlaufen darf und seine Menschen unterstützt, wo er kann. Um sich fit zu halten, betreibt er jeden Morgen Schattenboxen und Yoga. Leider kommen ihm ab und zu hamstertypische Eigenschaften in die Quere: Totstellen bei Angst, Hamsterbacken füllen vor Nervosität und Anknabbern sowie stetiger Hunger und manchmal auch seine Kurzsichtigkeit. Doch das hält ihn nicht davon ab, seinen Menschen zur Seite zu stehen! Als dann die beiden unerwartet im Lotto gewinnen und ein Erpresser droht, ihren Gewinn streitig zu machen, sieht sich Humboldt in der Pflicht, zu ermitteln und den Täter zur Strecke zu bringen. Doch welche Rolle spielt Baal, der Kater und sein bisher größter Feind, dabei?

Mein Eindruck:
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Dieser Kinderkrimi ist aus Hamsterperspektive geschrieben und schon deswegen einmalig lustig. Humboldt ist nicht nur klug, sondern besitzt auch ein Selbstbewusstsein, von dem sich andere eine Scheibe abschneiden könnten. Manchmal überschätzt er sein Können ein wenig, was zu sehr amüsanten Situationen führt. Humboldt versteht die Menschen, aber umgekehrt gilt dies leider nicht, auch wenn Elli ab und zu seine Gedanken scheinbar erraten kann. Die Gespräche mit den anderen Tieren wie Kater Baal, Hund Brutus oder den Tauben sind sehr humorvoll, und so gibt es jede Menge zu lachen. Die Handlung um den Erpresser ist im Agentenstil gestaltet, so ermittelt der Hamster in einer Art Mischung aus Sherlock Holmes und James Bond. Bei der Tätersuche werden viele heiße und auch kalte Spuren gelegt, und so machte es besonders anfangs viel Spaß, mitzurätseln. Meine Tochter empfand die Suche gegen Ende etwas zu langatmig, ich dagegen halte die Lösung für etwas zu simpel und unwahrscheinlich. Daher geben wir diesem tierischen Kinderkrimi 1 Punkt Abzug. Schön fanden wir die Entwicklung der Tiere untereinander besonders zwischen Humboldt und Baal. Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr Fälle mit diesem tollen Hamster geben würde, denn es war sehr unterhaltsam.

Fazit:
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Ein Hamster als Detektiv: amüsant, spannendes Rätselraten und eine tierisch schöne Freundschaftsgeschichte!

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