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Veröffentlicht am 04.10.2017

Was für eine Protagonistin!

Fiona
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Fiona Griffith ist neu auf dem Revier und somit wird sie dazu verdonnert, sich eher mit den Büroarbeiten abzugeben. Zur Zeit soll sie einen Abrechnungsbetrug in einem Möbelhaus nachgehen, doch was sie ...

Fiona Griffith ist neu auf dem Revier und somit wird sie dazu verdonnert, sich eher mit den Büroarbeiten abzugeben. Zur Zeit soll sie einen Abrechnungsbetrug in einem Möbelhaus nachgehen, doch was sie dabei findet, ist kaum zu glauben. Dieser Betrug erstreckt sich viel weiter, als man nur angenommen hat und geht sogar über Leichen. Da Fiona gerade ihren Abschluss als Undercover Detective absolviert hat, meldet sie sich dazu, im Unternehmen, das des Betrugs verdächtigt wird, als geheime Ermittlerin zu arbeiten. Doch schon während dieser Ermittlungen bemerkt sie, dass die Größenordnung des Falles noch gewaltigere Ausmaße annimmt und das die Strippenzieher hinter der Betrugsmasche eine noch viel größere Reichweite haben, als angenommen, denn es geht hier um viel Geld, um sehr viel Geld.
Meine Meinung:
Bei diesem Krimi fiel mir der Einstieg nicht ganz leicht, wurde es zwar zu Beginn gleich recht spannend, flachte die Spannung erst einmal deutlich ab und der Autor verlagert sein Hauptaugenmerk mehr auf seine Protagonistin Fiona Griffith, ihrem privaten Stand, über ihre Arbeit etc. Über Fiona gibt es übrigens schon zwei weitere Bände, die in einem anderen Verlag erschienen sind, ich kann nicht beurteilen, ob ich dadurch die Protagonistin besser verstanden hätte, doch vielleicht hätte mir dies so manchen Moment erleichtert, denn Fiona ist wirklich ungewöhnlich. Dazu aber später mehr.
Der Schreibstil des Autors ist eher knapp, fast schon minimalistisch von der Sprache her, dadurch wirkte es ein wenig abgehackt am Anfang, allerdings wurde mir, je mehr ich die Protagonistin kennenlernte, bewusst, was hinter dieser Sprache wirklich steckt. Also wie bereits erwähnt, wirkt die Sprache absolut geradlinig, ohne Schnörkel und ohne Ausschweifungen, was hier auch recht gut passt. Dabei schreibt Bingham durchaus auf einem eher hohen Niveau und der Krimi ist nicht die leichte Lektüre für zwischendurch.
Der Beginn ist noch recht spannend, danach wird es erst einmal ruhiger, doch Bingham versteht es sehr gut, seine Verstrickungen immer mehr in die Geschichte einzubauen. Ich hatte allerdings eine ganze Zeit lang Schwierigkeiten, mich mit der Protagonistin anzufreunden, ihre Handlungen waren mir zeitweise suspekt und erst nach ca. 150 Seiten wurde das Ganze mir wesentlich klarer, als Fiona Griffith mehr von sich selber Preis gab. Ab diesem Augenblick wurde auch bei mir der Schalter umgelegt und es wurde spannend, teilweise erschreckend und auch die Ereignisse nehmen immer mehr an Fahrt auf.
Der Krimi wird in der Ich-Perspektive durch Fiona Griffith erzählt, doch dadurch lernt man sie nicht besonders gut kennen. Eine ganze Zeit lang war sie mir ein Rätsel und ich hatte den Eindruck, dass sie sich in ihrer Undercoverrolle wesentlich wohler fühlte, als in ihrem wahren Leben. Fiona spielt die Putzfrau Fiona Grey und das so gut, dass man sich zeitweise fragt, wer sie wirklich ist. Tatsächlich ist auch genau das, was sich die Protagonistin immer wieder selber fragt, denn in ihr stecken zweifellos zwei Persönlichkeiten und mit ihren Alter Ego gibt sie sich wesentlich natürlicher, als sie sich selbst in ihrem realen Leben gibt. Warum das so ist, wird hier auch sehr logisch erklärt, allerdings recht spät und ich denke, dass dieser Aspekt durch die Vorgängerbände vielleicht klarer wäre. Fiona ist durch und durch ein Unikat, sie hat Ecken und Kanten und das ohne einer dieser stereotypen "kaputten" Ermittler zu sein. Sie wirkt kalt und unnahbar, ist dabei aber eine großartige Denkerin, die sich gerne selbst in Schwierigkeiten bringt. Allerdings besitzt sie soviel Courage, dass sie sich auch immer wieder aus schweren, fast ausweglos scheinenende Situationen herausholt.
Die Nebencharaktere sind hier eher im Hintergrund, wobei sie durchaus ihre, für diesen Krimi wichtigen Rollen, gelungen umgesetzt spielen.
Mein Fazit:
Ein sehr aussergewöhnlicher Krimi, vor allem dank seiner Protagonistin Detective Fiona Griffiths, die wirklich eizigartig ist. Der Schreibstil ist sehr schnörkellos, aber da hier Fiona erzählt, passt dieses perfekt, denn Bingham schreibt so, wie Fiona dem Leser herüberkommt. Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, doch erst einmal eingelesen, wird es doch zu einem Pageturner. Der Fall ist sehr glaubwürdig und in unserem Zeitalter denkbar, so dass dieser wirklich gelungen ist. Für Krimiliebhaber mit eher hohen Ansprüchen eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Düstere Spiele

Enchantra – Verrate die Liebe, rette dein Herz
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Nachdem Genevieve Phantasma und seine tödlichen Spiele hinter sich gelassen hat, begibt sie sich gleich in neue Gefahr. Aufgrund von Briefen, die sie bei ihrer verstorbenen Mutter fand und sie in deren ...

Nachdem Genevieve Phantasma und seine tödlichen Spiele hinter sich gelassen hat, begibt sie sich gleich in neue Gefahr. Aufgrund von Briefen, die sie bei ihrer verstorbenen Mutter fand und sie in deren Namen beantwortete, reist sie nach Enchantra. Das geheimnisvolle Anwesen ist jedoch gefährlicher als sie dachte und kaum dort angekommen, ist sie wieder mittendrin in tödlichen Spielen. Veranstaltet durch einen Teufel wird die Familie Silver gezwungen, Jahr für Jahr an diesen Spielen teilzunehmen, aber als unsterblichen geschieht ihnen nichts, ganz im Gegensatz zu Genevieve. Doch diese muss sich nun auch den Gefahren stellen, gemeinsam mit Rowin, der nicht nur düster, sondern auch allzu verführerisch ist, nimmt sie an den Spielen teil.
Genau wie schon bei Phantasma besticht auch Enchantra mit seinem wunderschönen Cover. Mir fiel der Einstieg in den zweiten Band der Dilogie wesentlich leichter, denn auf den ersten Blick fand ich die Handlung spannend.
Der Schreibstil ist schon wie im ersten Band sehr leicht und fesselnd, aber auch sehr bildgewaltig, so dass man die düstere Atmosphäre des Hauses regelrecht spüren kann.
Das Setting von Enchantra erinnert an eine riesige gothische Villa, düster, ein bisschen angestaubt, mit viel Prunk und Glamour. Diese Bilder entstehen wirklich leicht beim Lesen, was mir gut gefallen hat.
Auch das Tempo zu Beginn ist gelungen, da es absolut geheimnisvoll wirkt und man näheres wissen möchte, doch zwischen den einzelnen Spielen innerhalb Enchantras, zog sich die Handlung etwas. Doch auch trotz der Längen, die durch Gespräche entstanden, gab es vor allen in den Dialogen viel Humor und ich musste manches Mal schmunzeln, ich sag nur die Namen der Silvers.
Erzählt wird aus der Sicht der Protagonistin Genevieve. Diese besitzt viel Herz, aber auch ein loses Mundwerk und ich gestehe, ihr Naivität ging mir manchmal ein wenig auf die Nerven. Ich kann ihre Unsicherheiten trotzdem verstehen, denn sie stand immer im Schatten ihrer Schwester.
Rowin empfand ich als einen recht stereotypen Loveinterest, doch je mehr man ihn kennenlernt, desto mehr spürt man, dass er durchaus ein Mensch mit Gefühl ist.
Die vielen weiteren Familienmitglieder fielen mir etwas schwerer, auseinanderzuhalten. Dabei tauchen sie immer wieder auf, mal als Gegner mal als Vermittler. Insgesamt bleiben sie wesentlich blasser als die beiden Protagonisten.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir Enchantra besser gefallen als Phantasma, allerdings hatte ich im Laufe der Geschichte ein paar Probleme mit der Protagonistin Genivieve, die mir zu naiv war. Trotzdem war die Handlung, bis auf kleinere Längen, spannend, düster und blutig. Wer Phantasma mochte, dürfte auch an Enchantra seine Freude haben.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Beklemmend

Die Kammer
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Ellen Brooke hat einen für Frauen extrem seltenen Job, sie ist Sättigungstaucherin und muss, um mit dem Druckausgleich klarzukommen, für dreißig Tage in eine Kammer. Gemeinsam mit ihren fünf männlichen ...

Ellen Brooke hat einen für Frauen extrem seltenen Job, sie ist Sättigungstaucherin und muss, um mit dem Druckausgleich klarzukommen, für dreißig Tage in eine Kammer. Gemeinsam mit ihren fünf männlichen Kollegen wird sie eine winzige Kammer mit nur einer kleinen Nasszelle bewohnen, doch für Ellen und ihre Kollegen ist dies reine Routine. Haben sie zumindest gedacht, denn dann stirbt einer der Männer und es wird nicht der einzige sein. Die, die überleben, müssen mit dieser Situation klarkommen, denn das Öffnen der Kammer würde den Tod aller Verbliebenen bedeuten.
Dieses Buch klang so absolut neu und ungewöhnlich, denn etwas mit ähnlichem Thema habe ich noch nie gelesen.
Der Einstieg fiel mir auch sehr leicht, denn der Autor Will Dean verfügt über einen sehr unaufgeregten und leicht lesbaren Schreibstil. Allerdings dauert es eine Weile, bis hier wirklich was passiert und der Autor legt zunächst das Augenmerk sowohl auf die Begebenheiten in der Kammer als auch auf die unterschiedlichen Charaktere. Als Leser erfährt man nun hier so einige Hintergründe über das Sättigungstauchen und die Gefahren, die damit einhergehen. Für meinen persönlichen Geschmack war es etwas zu ausführlich, aber auf jeden Fall interessant.
Aus der Sicht der einzigen Frau in der Kammer, Ellen Brooke, erleben wir die Geschehnisse, aber auch das Vorstellen ihrer Kollegen. Somit weiß man von Beginn an, wer die Männer sind, mit denen sie für eine Weile in der Kammer sein wird.
Richtig spannend wird es erst, nachdem der erste der Insassen stirbt. Warum und weshalb erfährt man nicht sofort und nach und nach wird die Situation in der Kammer immer beklemmender, allein die Vorstellung, mit einem Toten auf so engem Raum eingesperrt zu sein, gibt beim Lesen ein sehr beklemmendes Gefühl. Dieses macht das Buch dann auch absolut aus. Wer hier große Plottwists oder mega Tempo und Spannung erwartet, könnte allerdings enttäuscht sein. Nichtsdestotrotz fand ich die Atmosphäre hier wirklich sehr gelungen und glaubhaft dargestellt.
Protagonistin Ellen fand ich sehr greifbar, wir erleben all ihre Emotionen, die sie hier durchläuft. Gerade zu Beginn spürt man, wie sehr all das, was für uns ungewohnt ist, für sie Routine ist, denn ihre Erzählung bleibt nahezu gefühllos, fast schon wie ein Sachbericht. Auch die weiteren Charaktere lernt man immer mehr kennen und das diese überschaubar bleiben, ist hiermit klar. Mich störte lediglich daran, dass auch das teilweise langatmig wurde, aber zum Glück erzählt der Autor Will Dean so flüssig, dass man drüber hinweglesen kann.
Mein Fazit: Die Kammer ist in erster Linie ein Locked Room Thriller, aber aufgrund der Art, wo die Charaktere gefangen sind, bietet er einfach mal etwas anderes. Es gab für mich hier kleinere Längen und auch die Erklärungen rund ums Sättigungstauchen hätten für mich ruhig kürzer gehalten werden können. Wer daran Interesse hat, erhält hier auf jeden Fall sehr viel Hintergrundwissen. Insgesamt ein sehr beklemmender Thriller, den ich gerne empfehle.

Veröffentlicht am 02.10.2024

Außergewöhnliche Geschichte

Die Magie goldgewebter Herzen
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In Brinon ist es eine Tradition, dass wenn ein Ehepartner stirbt, ein anderes Familienmitglied geheiratet wird, ein Grund dafür ist, dass magische Gewebe zwischen den verbundenen Familien zu erhalten. ...

In Brinon ist es eine Tradition, dass wenn ein Ehepartner stirbt, ein anderes Familienmitglied geheiratet wird, ein Grund dafür ist, dass magische Gewebe zwischen den verbundenen Familien zu erhalten. Nach dem Tod seiner Frau heiratet Noel nun ihren Bruder Lucien, mit dem er auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam hat. Während Lucien sich in der Stadt nicht wohl fühlt und Noel und seine Tochter um Frau und Mutter trauern, beschließen sie, aufs Land zu ziehen. Zwar ist Noel durch und durch ein Stadtmensch, doch da das Leben in der Stadt Lucien regelrecht zerstört, geht er mit ihm nach Cinq Soleis, Luciens Gut. Während des Sommers nähern sie sich einander an und müssen sich eingestehen, dass Liebe und Magie viele Facetten beinhalten.
Ich war von diesem wunderschönen Cover bereits magisch angezogen und der Klappentext versprach einen sehr gefühlvollen Fantasyroman. Genau dieses erhält man auch mit diesem Buch, das einfach auch mal etwas anderes ist, als Mainstream.
Autorin Eleanor Bardilacs Schreibstil ist einfach anders und sehr besonders, sehr gefühlvoll, beinahe zart und bildlich erzählt sie ihre Geschichte. Der Einstieg fiel mir aber zunächst nicht ganz leicht, da die Handlung sehr ungewöhnlich ist und in Kombination mit dem Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig war.
Doch je tiefer man in der Story abtauchen konnte, desto nachdenklicher stimmte diese. Bardilac widmet sich nicht nur einer Vielzahl an bunten Charakteren, sondern geht auch auf unterschiedlichste Stimmungen dieser ein. Was oft in anderen Büchern schnell zu überladen wirkt gibt diesem Roman eher das ganz besondere.
Das Magiesystem ist nicht leicht zu durchschauen, da man auch zunächst nur miterlebt, wie Herzen magisch miteinander verwoben werden. Dieses dient dazu, dass die Magie der jeweiligen Familien miteinander verbunden werden.
Das Worldbuilding ist eher ein historisches, anhand der Begebenheiten in der Regencyzeit angesiedeltes Setting. Man spürt hier durchaus den Wandel der Zeit. Auch die Darstellung zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land wurde sehr gut dargestellt. Hatte man in der Stadt noch ein beklemmendes Gefühl beginnt es auf dem Land ruhiger und beschaulicher zu werden.
Wer eine Geschichte mit viel Tempo sucht, wird hier nicht unbedingt fündig. Vielmehr ist eine Geschichte der Kontraste und der Andersartigkeit.
Die Charaktere waren unglaublich intensiv und voller Tiefgang gezeichnet und ihre Besonderheiten klar zum Ausdruck gebracht. So wie im echten Leben ist jeder anders und besonders und das zeigt die Autorin hervorragend.
Noel ist in Trauer, seine Stimmung passt zum bedrückenden Setting der Stadt, genauso wie Luciens Abneigung gegenüber diesem Leben. Erst mit dem Umzug aufs Land ändern sich auch die Stimmungen.
Mein Fazit: Die Magie goldgewebter Herzen ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Wer es schafft, sich auf dieses besondere Buch mit all seinen Farben und Facetten einzulassen, erhält einen unheimlich gefühlvollen und cozy Fantasyroman, der durch intensiv gezeichnete Charaktere brilliert. Es ist kein leichtes Buch für zwischendurch, aber absolut besonders. Leseempfehlung an alle, die auch gerne mal zu etwas anderem greifen.

Veröffentlicht am 25.09.2024

Perfekt für jüngere Klune Fans

The Extraordinaries – Die Außergewöhnlichen
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In einer Stadt mit Menschen mit aussergewöhnlichen Begabungen, so gennanten Extraordinaries zu leben, ist als gewöhnlicher gar nicht so leicht. Zumindest nicht für Nick Bell, der davon träumt, eines Tages ...

In einer Stadt mit Menschen mit aussergewöhnlichen Begabungen, so gennanten Extraordinaries zu leben, ist als gewöhnlicher gar nicht so leicht. Zumindest nicht für Nick Bell, der davon träumt, eines Tages seinem großen Idol, dem Superhelden Shadow Star zu begegnen und bis dahin einfach Fan Fictions über ihn schreibt. Das ausgerechnet das einmal wahr werden könnte, damit hätte Nick niemals gerechnet. Nun wünscht sich Nick nichts anderes als selbst ein Aussergewöhnlicher zu werden, so dass sich vielleicht doch Shadow Star in ihn verlieben könnte.
Mit The Extraordinairies erschien vor einer Weile ein neues Buch des Autors T.J. Klune, dessen Bücher ich in jeder Beziehung für etwas ganz besonderes halte. Mit diesem Band richtet er sich aber deutlich an eine jüngere Zielgruppe, zumindest ist das mein Eindruck, denn es geht hier auch unter anderem um Teenager.
Wie immer gelingt es dem Autor mit seinem Schreibstil direkt nach Nova City zu versetzen, allerdings konnte mich dieses Mal das Geschehen nicht gleich so fesseln. Denn anders als sonst, dreht sich hier erstmal alles um Nicks Gedanken und Gefühle. Dazu dürfen wir auch hin und wieder Auszüge aus seinen FanFics über Shadow Star lesen und ihn durch seinen Alltag begleiten.
Die Welt Nova City wurde gut dargestellt und man fühlte sich hier wirklich wie in einem typischen Superheldenroman. Die Handlung war zum großen Teil spannend, hin und wieder habe ich geahnt, wohin das alles läuft, aber zum Glück konnte mich Klune dann doch noch überraschen.
Dafür hat es für meinen Geschmack recht lange gedauert, bis die Geschichte für mich spannender wurde und mich fesseln konnte. Vielmehr legt Klune hier sein Augenmerk auf Nick und seine gesamte Entwicklung und natürlich auf die Probleme im Alltag von Jugendlichen. Es geht um die erste Liebe, um ein Coming Out, um Freundschaft und Beziehungen, unter anderem auch zu Eltern. Da hat es Nick nicht allzu leicht, denn nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter steht auch Nicks Vater nun allein vor ganz neuen Herausforderung. Dieses wiederum führt zu der ein oder anderen äußerst skurrilen Situation, die den Leser immer wieder schmunzeln lassen. Auch wenn ich mich hier recht gut unterhalten fühlte, so würde ich sagen, richtet sich dieses Buch definitiv mehr an Teenager, die sich wahrscheinlich noch besser in Nick versetzen können.
Nick ist kein allzu einfacher Protagonist, denn nicht nur der Verlust seiner Mutter hat ihn geprägt, sondern auch sein ADHS wird immer wieder ein wichtiger Teil seiner Handlungen. So sind seine Gedanken immer wieder voller Sprüngen, mit denen man erstmal zurecht kommen muss. Im Laufe der Geschichte gewöhnt man sich aber immer mehr an all seine Macken und Nick wächst einem immer mehr ans Herz.
Neben Nick finden wir hier noch eine große Anzahl an bunten Personen, aus denen sich auch Nicks Clique zusammensetzt. Auch zu seinem besten Freund Seth besteht ein ganz besonderes Verhältnis und man spürt von Beginn an, dass die Chemie zwischen den beiden einfach stimmt.
Mein Fazit: Eine Geschichte über Superhelden, im wahrsten Sinne des Wortes, aber auch im Alltag. Die Geschichte richtet sich zwar deutlich an eine jüngere Zielgruppe, konnte mich aber dann doch noch gut unterhalten. Gerade mit seinen Charakteren, die so bunt sind wie das wahre Leben, konnte er mich begeistern. Die Freundschaft und der Zusammenhalt werden auch hier groß geschrieben und authentisch dargestellt. Die Geschichte lohnt sich auf jeden Fall!