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Veröffentlicht am 26.03.2025

Die Ikone

Peggy
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Peggy Guggenheim lebt mit ihren Eltern in New York. Allerdings gehören diese nicht zu den ganz Reichen. Dann stirbt ihr Vater unerwartet. Zwar erbt Peggy einen Treuhandfond. Über diesen kann sie allerdings ...

Peggy Guggenheim lebt mit ihren Eltern in New York. Allerdings gehören diese nicht zu den ganz Reichen. Dann stirbt ihr Vater unerwartet. Zwar erbt Peggy einen Treuhandfond. Über diesen kann sie allerdings erst bei ihrer Volljährigkeit verfügen. Bis dahin versucht sie auf Geheiß ihrer Mutter etwas Ordentliches zu lernen. Manchmal zieht sie auch mit ihren Freundinnen durch die Stadt. Spannend sind die Demonstrationen, bei denen es um das Frauenwahlrecht geht. Spannend, aber es kann auch gefährlich werden. Früh merkt Peggy, dass sie in Bildern manchmal mehr sieht als andere. Die Werke der Künstler berühren sie.

Der Name Peggy Guggenheim ist wohlbekannt. Im Zusammenhang mit Kunst, als Galeristin hat man ihren Namen schon gehört. Schon als junges Mädchen entwickelt Peggy ihre besondere Persönlichkeit. Mit ihren Schwestern ist sie verbunden. Doch der frühe Tod des Vaters bedeutet einen schmerzhaften Einschnitt im Leben der Familie. Peggys Traum ist es, nach Paris zu gehen. Das Paris der 1920er kann nur ungeahnte Möglichkeiten bieten. Künstler, Schriftsteller - Peggy hofft, in diese Kreise zu gelangen. Und so macht sie sich einen Namen.

Auch wahlsituierte Menschen erfahren Leid und Trauer, so muss neben dem Tod ihres Vaters auch den Tod ihrer Lieblingsschwester Benita verwinden. Und doch, dadurch, dass sie finanziell einigermaßen versorgt ist, gibt ihr eine gewisse Sicherheit. Und doch hadert Peggy mit ihrem Äußeren. Das verführt natürlich dazu, sich ein paar Bilder anzuschauen. Wie es manchmal so ist, was einen selbst sehr stört, empfindet ein Fremder als eher unspektakulär. Auch lohnt sich ein Blick in eine Kurzbiographie zu werfen, um ein Gespür für das zu bekommen, was in diesem Roman ausgelassen wurde. Die leider bereits verstorbene Autorin konzentriert sich auf die Jugendjahre und das frühe Erwachsenenleben der Peggy Guggenheim. Eine berührende Zeit der Entwicklung, der Begegnungen und der großen Gefühle. Auch wenn man nicht so ganz warm wird mit Peggy, so erfährt man doch einiges über ihre schillernde Persönlichkeit. Das wunderschöne und farbenfrohe Cover des Buches ist einfach ein Hingucker und eine Zierde in jedem Regal.

Veröffentlicht am 22.03.2025

Ohne Leiche

Unheilvolles Lançon
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Beim Überflug einer Drohne wird auf einem Felsen eines Weingutes eine reglose Frau entdeckt. Die Inhaberin ruft die Polizei. Roger Blanc und seine Kollegin Fabienne Souillard eilen zu dem vermeintlichen ...

Beim Überflug einer Drohne wird auf einem Felsen eines Weingutes eine reglose Frau entdeckt. Die Inhaberin ruft die Polizei. Roger Blanc und seine Kollegin Fabienne Souillard eilen zu dem vermeintlichen Fundort, nur um festzustellen, dass dort niemand ist. Lebte die Frau also noch? Beim Anschauen des Filmmaterials kommt Blanc zu dem Schluss, dass er die Sache doch genauer untersuchen will. Zwar gefällt das der Untersuchungsrichterin nicht so richtig, doch Roger Blanc entwickelt einen Weg, wie er Nachforschungen anstellen kann, obwohl er den Ball flach halten soll. Es stellt sich heraus, dass der Besitzer des Weingutes todkrank in einem Krankenhaus liegt.

In seinem zehnten Fall ermitteln Capitaine Roger Blanc und seine Kollegen in einem Fall ohne Leiche. Die Frau auf dem Felsen ist verschwunden und niemand wurde in letzter Zeit als vermisst gemeldet. Und dennoch, die Lage auf dem Gut ist seltsam. Der Winzer durch seine Erkrankung nicht vor Ort, der Sohn enterbt und die Ehefrau wirkt beim Aufrechterhalten des Betriebes etwas überfordert. Da ist es wohl kein Zufall, dass ein Makler für Weingüter die Szenerie bereichert. Und als Blanc zur Befragung des Schwerkranken einen Besuch in der Klinik macht, muss er zum einen feststellen, dass ein alter Schulkamerad des Kranken ebenfalls auf der Station liegt und zum anderen stellt er fest, dass ihm der Aufenthalt bei den Kranken doch aufs Gemüt schlägt.

Am Beginn entwickelt sich dieser Fall ohne Leiche zunächst etwas schleppend. Schließlich ist es den Vorgesetzten wie in vielen Behörden lieber, es sind Fakten zu untersuchen. Da ist eine vermeintliche Leiche, die sich möglicherweise auch noch selbstständig vom möglichen Tatort wegbewegt hat, nicht gerade der Traum eines Chefs. Doch wie gewohnt zeigt Roger Blanc seine Durchsetzungsfähigkeit und sein Verhandlungsgeschick. Mit großer Vorsicht nähert er sich der Winzerfamilie, die unter dem eventuell baldigen Verlust ihres Oberhauptes schon jetzt leidet und teilweise wie gelähmt wirkt. Blanc überlegt, ob nicht genau das ein Grund sein könnte, den Sohn wieder als Erbe einzusetzen. So nach und nach wird es doch sehr spannend und man erlebt ein Familiengefüge, in dem es nicht leicht ist fröhlich zu bleiben. Auch wenn in Rgoers Leben keine großen Höhen oder Tiefen zu erleben sind, die Erzählung der Intrigen zwischen den Familienmitgliedern der Merlins packt einen sehr.

Veröffentlicht am 20.03.2025

Wüstentochter

Stadt der Hunde
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Als sie achtzehn war, ist die Tochter des Gehirnchirurgen Jaap Hollander in der Wüste Negev verschwunden. Seit dieser Zeit reist Jaap immer wieder nach Israel, um vielleicht doch noch eine Spur von ihr ...

Als sie achtzehn war, ist die Tochter des Gehirnchirurgen Jaap Hollander in der Wüste Negev verschwunden. Seit dieser Zeit reist Jaap immer wieder nach Israel, um vielleicht doch noch eine Spur von ihr zu finden. Daheim in den Niederlanden konzentrierte er sich vor seiner Pensionierung auf die Arbeit. Weder seiner Frau noch seiner Tochter gegenüber war er besonders emphatisch. Und nun bekommt er während seines Aufenthaltes in Israel einen ungewöhnlichen Auftrag. Er soll eine überaus schwierige Operation an einem jungen Hoffnungsträger durchführen. Die Bitte kommt von höchster Stelle. Ein Erfolg ist nahezu unmöglich.

Welche Tragik, eine junge Frau und ihr Freund verschwinden spurlos. Die Eltern kommen nicht über den Verlust ihrer einzigen Tochter hinweg. Eine Ehe, die sowieso auf tönernen Füßen stand, zerbricht vollends. Jaap unternimmt alles, um seine Tochter zu finden. Doch die wenigen Spuren führen nicht zu ihr. Die offiziellen Ermittlungen sind schon lange eingestellt. Könnte die Operation, genauer das Geld, welches bei einem Erfolg gezahlt werden soll, eine Möglichkeit sein, Lea doch noch zu finden?. Jaap sieht die Chance und trotz der schlechten Prognose wagt er die Operation.

Der Roman ist im Original Ende November 2023 erschienen. Bis auf die abschließenden Worte ist es also vermutlich vor dem hinterhältigen Überfall geschrieben worden. Jaaps Aufenthalte in Isreal sind daher wohl ruhiger und unbesorgter als sie es gewesen wären, wäre die Handlung später angesiedelt. Auch gewisse Ereignisse hätten später so nicht stattgefunden. Der Traum vom Frieden hätte danach wahr werden können, hätte sich die Welt nicht anders entwickelt. Jaap kommt erst nach dem Verschwinden seiner Tochter auf eine Art zu sich, eine verpasste Chance. Auf eine andere Art nähert er sich ihr erst in Israel. Der brillante Chirurg verhält sich als Mensch nicht so brillant. Sein Leben verändert sich durch die Suche nach seiner Tochter, doch kann es noch ein Glück geben. Jaap erreicht eine Einfachheit und Zufriedenheit mit Wenigem, die ihn wenigstens im Gefühl zu seiner Tochter führen könnte. Mitunter wirkt dieser Roman beinahe phantastisch und manches bleibt in der Schwebe. Doch mit der melancholischen Grundstimmung, die sich nach und nach zu einer gewissen ruhigen Gelassenheit wandelt, löst der Roman beim Lesen ein gutes Gefühl aus.

Veröffentlicht am 15.03.2025

In einer kleinen Stadt

Hast du uns endlich gefunden
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Der junge Edgar wächst bei seiner Familie im beschaulichen ostwestfälischen Herford auf. Ganz so beschaulich vielleicht nicht, denn sein Vater ist der Leiter des örtlichen Jugendgefängnisses. Dort gibt ...

Der junge Edgar wächst bei seiner Familie im beschaulichen ostwestfälischen Herford auf. Ganz so beschaulich vielleicht nicht, denn sein Vater ist der Leiter des örtlichen Jugendgefängnisses. Dort gibt der Vater regelmäßig Klassikkonzerte, der Vater am Klavier als Begleitung eines Sologeigers. Für die jugendlichen Gefangenen wird gespielt, aber auch für die Bekannten der Familie, natürlich nicht gleichzeitig. Es könnte recht idyllisch sein, doch Edgars Familie ist nach dem Krieg aus Ostpreußen geflohen und die Ereignisse des Krieges sind auch im Jahr 1960 nicht vergessen. Der junge Edgar bekommt aus den Gesprächen der Eltern einiges mit, aber wenn er es wagt nachzufragen, bekommt er manchmal nur ungenügende Antworten.

Die Kindheit in der Nachkriegszeit, die sich eigentlich schon dem Ende entgegen neigt, ist nicht immer einfach. Die Kinder sollen nicht immer alles mitbekommen. Doch Edgar und seine drei Brüder sind ja nicht alle gleich alt und so wissen die Älteren manchmal mehr. Hin und wieder traut sich Edgar auch, direkt zu hinterfragen. Vieles muss sich der Junge jedoch zusammenreimen oder auch zusammenerleiden, denn besonders der Vater hat seine eigenen Methoden. Doch auch die tragischen Momente in der Familiengeschichte erschließt sich Edgar nach und nach.

Mit Neugier geht man an dieses Buch heran. Schließlich kennt man die Nachkriegsgeschichten in den eigenen Familien. Auch wenn die eigenen Erlebnisse später einsetzen, so besteht doch ein großes Interesse daran, wie ein Kind, das etwas früher groß wird, sie Zeit erlebt hat. Und dann liest man von Erlebnissen, die schwierig zu ertragen sind. Wenn man sich nach der Vergangenheit der eigenen Eltern oder Großeltern fragt, kann man hier den Hauch einer Antwort bekommen. Die Erlebnisse des jungen Edgar sind zum einen wie die eines jeden Kindes, fröhlich, von Neugier geprägt und dem Willen des Jungen, sich seine Wünsche zu erfüllen. Doch es gibt auch dunkle Momente, in denen er besonders unter seinem Vater zu leiden hat. Es ist eben nicht alles überwunden, es ist noch da und es ist bis in die Gegenwart nicht weg. Wenn dies beschrieben wird, ist man gefangen und auch etwas abgestoßen. Allerdings fragt man sich bei manchen Gedanken, ob sie dem Buch nicht so zusätzliches Gewicht verleihen sollten. Das bringt einen ein wenig raus. In Erinnerung bleiben werden jedoch die beklemmenden Momente in einem nicht existenten Idyll.

Veröffentlicht am 11.03.2025

Auf leisen Sohlen

Ein ungezähmtes Tier
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Sophie wohnt mit ihrem Mann Arpad in dem schönen Teil des Viertels. Nur wenige Minuten entfernt leben Greg und Karine, in einem nicht so eleganten Viertel. An ihrem 40. Geburtstag möchte Sophie eine besondere ...

Sophie wohnt mit ihrem Mann Arpad in dem schönen Teil des Viertels. Nur wenige Minuten entfernt leben Greg und Karine, in einem nicht so eleganten Viertel. An ihrem 40. Geburtstag möchte Sophie eine besondere Feier veranstalten. Doch sie fühlt sich in ihrem Haus beobachtet. Die Gelegenheit, die Ermittlung aufzunehmen, nimmt Greg wahr. Dieser arbeitet als Polizist bei einer Sondereinheit. Doch er hat auch noch andere Hintergedanken. Auch Arpad hat durchaus etwas zu verschweigen. Zwei oberflächlich betrachtet glückliche Paare. Doch wie so oft ist nicht alles Gold, was glänzt.

Auf mehreren Zeitebenen wird von den handelnden Personen berichtet. Über Jahre geht es zeitweise zurück und manchmal auch nur ein paar Tage. Ausgangspunkt ist der Bericht von einem Überfall am 22.Juni 2022. An diesem Tag soll ein Juwelier beraubt werden. Was hat zu diesem Plan geführt? Und wer ist der Täter? Man erfährt, wie Arpad und Sophie sich kennengelernt haben. Wie ihre Ehe verlief, wie sie sich über ihre Kinder freuen. Doch auch die geheimen Wünsche kommen zutage und auch das, was eigentlich verborgen bleiben sollte. In der Gegenwart verfolgt Greg seine eigenen Ziele und versucht, seine Ergebnisse für sein berufliches Fortkommen zu nutzen.

Dieses Hörbuch wird sehr angenehm und akzentuiert vorgelesen von Torben Kessler. Auch die Zeitangaben werden deutlich hervorgehoben, da diese zum Verständnis der Handlung doch nicht unwichtig sind. Es geht schon reichlich hin und her, was dem Roman Spannung und Tempo verleiht. Diese Komposition lädt zum Miträtseln ein. Was hat wann wozu geführt? Und je mehr man erfährt, desto eher kann es sein, dass sich Sympathien unerwartet verschieben. Man mag den Schluss vielleicht als etwas gewöhnungsbedürftig empfinden, aber das ist bei diesem verwickelten Krimi nur ein kleines Manko. Wenn man nach und nach den Geheimnissen auf die Spur kommt und dabei die eine oder andere Überraschung erlebt, dann möchte man kaum noch auf den Stopschalter drücken. Was hinter verschlossenen Türen geschieht, ist manchmal wirklich nicht das, was man von außen so vermuten würde. Die Illusion einer perfekten Ehe ist eben manchmal nur eine Illusion. Durch seinen besonderen Aufbau bietet dieser Roman eben nicht nur eine Art Sittengemälde, sondern auch einen packenden Spannungsroman.