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Veröffentlicht am 28.03.2025

Herzschlagspannung in Marokko

The Surf House
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Während dtv die neuen Bücher von Lucy Clarke veröffentlicht, war Piper sehr clever, die älteren auf den deutschen Buchmarkt zu bringen und das hat sich als echt gute Überbrückung erwiesen, um die Wartezeit, ...

Während dtv die neuen Bücher von Lucy Clarke veröffentlicht, war Piper sehr clever, die älteren auf den deutschen Buchmarkt zu bringen und das hat sich als echt gute Überbrückung erwiesen, um die Wartezeit, wie beispielsweise jetzt auf „The Surf House“ zu überstehen. Auch wenn man natürlich merkt, dass der Stil der früheren Werke noch etwas anders ist, hat es mir jetzt auch geholfen, eine Parallele zwischen „Last Seen“ und der Neuerscheinung zu ziehen, weil man da gut sehen kann, wo Clarke den Dreh nochmal viel besser rausbekommen hat.

Wie bei „Last Seen“ haben wir bei „The Surf House“ wenig Perspektiven, was für die Autorin fast schon ungewöhnlich ist. Aber es ist keinesfalls eine Einschränkung. Auch wenn ich es beispielsweise bei „One of the Girls“ geliebt habe, so viele verschiedene Frauenfiguren kennenzulernen, so lese ich die Bücher doch noch viel mehr für die Spannung und die verschiedenen Theorien, die man sich zusammenspinnen kann und da ist die Anzahl der Perspektiven völlig egal für. Bei „Last Seen“ war aber ein großer Kritikpunkt von mir die Sympathie eine Protagonistin, weil sie mich durch den größten Teil der Handlung begleitet hat und ich fand sie anstrengend und das lässt einen Leseprozess automatisch mehr wie ein Kaugummi erschienen. Hier haben wir nun Bea, die uns fast durchgängig begleitet und wir haben Rückblenden von Savannah. Letztere ist eher die Figur, die ein bisschen aufstößt, aber bei den wenigen Einblicken war das nicht entscheidend, zumal um ihr vermutliches Schicksal zu wissen, auch die Perspektive verändert. Bea wiederum ist keine klassische Sympathieträgerin, aber sie war schüchtern-naiv und es war doch eine echte Reise mit ihr, sie wachsen zu sehen, sie als ‚Ermittlerin‘ zu erleben und dabei oft genug über sich hinauszuwachsen. Dementsprechend, um den Vergleich zu „Last Seen“ abzuschließen, passen die zwei Perspektiven hier sehr ideal.

Bei solchen Spannungsromanen (Thriller finde ich als Bezeichnung immer etwas schwierig) ist immer die Krux, dass die Handlung eher langsamer losgeht, um dann am Ende richtig anzuziehen, weil sich dort die Geheimnisse und Wendungen dann stapeln. Hier muss ich dann auch den Hut vor Clarke ziehen, die „The Surf House“ gleich mit einem Ausrufezeichen beginnt und Bea in eine Überfallsituation bringt. Da schießt gleich das Adrenalin hoch und man ist entsetzt, was sich alleine auf den ersten 30 Seiten schon getan hat und das hält einen unweigerlich bei der Stange. Auch wenn danach die Phase, als sich Bea erst im Surf House einfinden muss, eher unspektakulär ist, aber spätestens mit dem Auftauchen von Savannahs Bruder kommt dann endgültig der Punkt, wo man wieder einen kontinuierlichen Spannungsaufbau bezeugen kann. Ich habe das Buch also insgesamt sehr flott und zügig gelesen, was schon als fettes Plus stehen bleibt.

Ich mochte das Setting sehr. Clarke erfindet sich in dem Bereich auch immer neu. Neue Gegenden, aber immer nah an der rauen Natur, weil sie ideal widerspiegelt, was auch in den menschlichen Abgründen so tobt. Marokko ist kulturell natürlich auch nochmal eine eigene Nummer. Auch wenn der Strandabschnitt davon etwas abgeschnitten ist und wie eine eigene kleine Multikuli-Welt wirkt, aber es hat mich auf jeden Fall gereizt, auch das Surfen so prominent eingebunden zu sehen. Es wäre niemals mein Sport, aber man hat die Liebe dafür gemerkt, die Gefühle, die bei den Betreibenden ausgelöst werden und es erklärt auch viel über die jeweiligen Persönlichkeiten. Zurück zur Geschichte: Ich würde sagen, dass die Handlung insofern vorhersehbar ist, als dass man sich schon irgendwann denken kann, welche Figuren in irgendeiner Weise beteiligt sein müssen. Es ist offensichtlich, dass es nicht um eine Figur geht, sondern um mehrere. Gleichzeitig ist es natürlich so, dass Clarke inzwischen erfahren genug ist, dass man sich keinesfalls alles denken kann. Deswegen kann ich auch wieder sagen, dass die Unterhaltung top war, denn die ganzen Zusammenhänge, die am Ende aufgedeckt wurden, davon habe ich vieles nicht geahnt.

An genau dem Punkt habe ich dann aber auch etwas Bedauern empfunden, nicht etwas mehr von anderen Perspektiven erhalten zu haben. Bea war wie gesagt genau perfekt, wie sich alles entwickelt hat, aber es ist doch immer irgendwie reizvoller, denen hinter die Stirn zu gucken, die die Geheimnisse haben. Das macht es umgekehrt schwieriger, aus deren Sicht zu erzählen, ohne alles zu verraten, aber Clarke hat den Balanceakt schon bewiesen. In dem Sinne würde ich wohl resultieren, dass etwas mehr andere Perspektiven-Kapitel „The Surf House“ zur Fünf-Sterne-Lektüre gemacht hätte.

Fazit: „The Surf House“ bekommt von mir nicht die volle Punktzahl, ist aber sehr nah dran. Toller Auftakt, wieder viel Spannung, interessantes, freies Setting, eine inspirierende Reise mit Bea und am Ende Wendungen und Twists. Man bekommt das, was man von Lucy Clarke kennt und erwartet, aber das Tüpfelchen mehr wäre noch drin gewesen.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Highlight: Gesunde Beziehung

Purple Clouds - Honeymoon
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Von Mounia Jayawanth habe ich bislang alle Bücher gelesen und auch wenn ich keine Sekunde davon bereue, so gab es immer so einzelne Elemente, mit denen ich mich etwas an ihr gestoßen habe. Aber dieses ...

Von Mounia Jayawanth habe ich bislang alle Bücher gelesen und auch wenn ich keine Sekunde davon bereue, so gab es immer so einzelne Elemente, mit denen ich mich etwas an ihr gestoßen habe. Aber dieses Gefühl bedeutet umgekehrt auch immer, dass ich das Potenzial in ihrer Art zu schreiben sehe und ihr das Optimum wünsche. Perfekte Geschichten für jeden einzelnen gibt es ohnehin nicht, aber es gibt immer einen Punkt, an dem man sagen kann, yes!

Da ich die Buchpräsentation zu „Honeymoon“ aus der Purple Clouds-Reihe gesehen habe, war ich tatsächlich auch sehr angefixt, denn Fake Dating, klar, aber Fake Honeymooner? Mal was Neues. Jayawanth hat auch ein Faible dafür, ihr Figurenrepertoire immer wieder auftauchen zu lassen, sodass es trotz neuer Reihe mit Emory und Deb zwei Figuren sind, die wir schon bestens aus der Van Day-Reihe kennen. Ich war erst etwas skeptisch, denn eine ganz neue Reihe und dann sollte man aber eine andere dafür kennen, um das beste Leseerlebnis zu haben? Durchaus gewagt. Rein menschlich war es aber kein Problem, weil ich schon gemerkt habe, dass Deb und Emory schnell einen Zauber entwickelt haben. Das liegt auch an den Rückblenden zur besagten Nacht, in der sie die Entscheidung der Heirat getroffen haben, aber auch im Hier und Jetzt merkt man wirklich deutlich, wie viel zwischen ihnen ist, sodass man tatsächlich von etwas Magischem sprechen kann. Da hat es Jayawanth für mich echt toll geschafft, ohne viel Tamtam etwas zu kreieren, was nachwirkt. Gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, dass das Hotel und damit Emorys Berufsfeld ein kleines Tabu war. Wir erleben ihn wirklich extrem wenig in diesem Kontext, weswegen ich zwischendurch auch den Gedanken hatte, ob er sich wohl noch anders orientiert. Das bedeutet keinesfalls, dass der Job nicht zu Emory passen würde, aber ich hatte bei ihm – gerade im Vergleich zu Deb – nicht den erfüllenden Charakter wahrgenommen. Es sollte eine neue Geschichte sein, auf jeden Fall, weswegen auch Ellis‘ und Ryans Auftritte sehr runtergefahren sind, aber ich hatte etwas den Eindruck, dass damit quasi ein Teil amputiert wurde, der aber dazu gehört hätte.

Umgekehrt muss ich aber auch sagen, dass mich auch Debs Berufsalltag nicht restlos überzeugt hat. Wir haben hier deutlich mehr bekommen, wäre angesichts des Reihentitels auch sehr seltsam gewesen, wenn es nicht so gewesen wäre. Aber es hat mich doch etwas geärgert, wie es gestaltet wurde, weil es so an exakt einem Punkt etwas Lächerliches bekommen hat. Bleibe ich aber zunächst bei dem Positiven, denn die Diskussionen über gesellschaftlich relevante Themen haben mir extrem gut gefallen. Das war immer schon Jayawanths große Stärke. Sie erinnert mich da sehr an Anabelle Stehl, weil beide einfach etwas zu sagen haben und vor allem nicht einseitig, sondern es immer zur Diskussion stehen. Ihre eigenen Positionen mögen dann klar sein, aber die anderen sind dennoch drin. Generell hat mich das ganze Setting mit der Redaktion auch sehr an „The Bold Type“ erinnert, was, wenn ich mich recht erinnere, auch eine Inspirationsquelle war. Das wurde also toll und überzeugend erfüllt. Wie sich letztlich alles mit Debs Artikel entwickelt hat, das war zwar rund, aber ich musste doch mehrfach denken, dass doch inzwischen so viel Zeit vergangen ist, dass es so unlogisch erscheint, dass Jamie Deb das Trödeln beim Artikel durchgehen lässt. Es gibt immer die großen Coverstories, die mehr Zeit und Recherche verlangen, aber im Grunde schreibt und produziert man doch ständig und das hat mir bei Deb total gefehlt. Was hat sie sonst so gemacht, außer andere zu unterstützen? Das war eine riesige Lücke. Und wenn man sagt, der Artikel ist fast fertig, und dann wird akzeptiert, dass weitere Wochen (!!!) vergehen, häh?

Jetzt können wir nach diesem Abschnitt die Kritikpunkte aber links liegen lassen, weil mir die Geschichte deutlich mehr gefallen hat, als dass mich etwas gestört hat. Die Idee der WG, super! Ich fand die gemeinsamen Momente sehr wohlfühlend. Auch wenn es speziell zu Rileys Entwicklung einige Diskussionen untereinander gab, aber auch das fand ich realistisch. Xander macht schnell Lust auf mehr. Dann haben wir diese ganzen Insider, die sich entwickeln, es war echt schnell eine eingespielte Truppe. Dazu haben wir eben nochmal Deb und Emory für sich. Auch wenn beruflich für mich die Kritikpunkte sind, aber in der Persönlichkeit waren sie offene Bücher für mich. Debs ADHS war toll dargestellt. Es war auch gut erklärt und man hat es in ihrer Figurengestaltung auch gemerkt, ohne dass es übertrieben war. Umgekehrt haben wir Emorys Trauma, das zwar nicht extrem spezifiziert wird, aber das musste es auch gar nicht, weil man die Vergangenheit und was dann aus ihm geworden ist, in einem guten Kontext hat. Dass es noch nicht harmonisiert ist, war dann genau der Punkt, mit dem sich seine Geschichte überzeugend erzählen ließ. Mir gefiel tatsächlich auch die Rolle von Kayla, selbst wenn ich das zwischendurch nicht gedacht hätte. Abschließend kommen wir nochmal auf Deb und Emory als Paar, denn ich mochte auch ihre Konfliktaustragung. Da war immer sehr viel Verständnis, selbst wenn es mal nicht ideal lief. Es war eine gesunde Beziehung, die uns präsentiert wurde und die für mich am meisten heraussticht.

Fazit: Auch wenn „Honeymoon“ aus der Purple Clouds-Reihe auch wieder nicht das Buch von Mounia Jayawanth ist, bei dem ich restlos Yes! schreien kann, so stechen für mich abseits des Berufsalltags von beiden Figuren sehr viele Highlights heraus. Die Autorin hat etwas zu sagen und das hallt immer nach und das ist das Wichtigste.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

IT steht drauf und ist auch drin

Make IT Real
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Angesichts von „Make IT Real“ von Ally Crowe musste ich ein wenig an Susannah Nix denken, von der ich „The Love Code“ gelesen habe. Dort war die Protagonistin in der IT-Branche tätig und ich hatte mich ...

Angesichts von „Make IT Real“ von Ally Crowe musste ich ein wenig an Susannah Nix denken, von der ich „The Love Code“ gelesen habe. Dort war die Protagonistin in der IT-Branche tätig und ich hatte mich angesichts der erhofften nerdigen Liebesgeschichte doch gefreut. Letztlich war das aber gar nicht groß ein Thema und deswegen auch eher im Marketing irreführend. Dementsprechend war ich bei Crowe nun gespannt, ob auch drin ist, was drauf steht.

Die deutschsprachige Autorin ist selbst in der Branche tätig und da sie gleich beide Protagonisten, also Fallon und Jesper in einem IT-Unternehmen arbeiten lässt, wurde für mich die volle Dosis bedient. Es gab viele Szenen am Arbeitsplatz und man hat auch gemerkt, dass sich Crowe nicht zurückgehalten hat, typische Begrifflichkeiten einzubauen. Es war aber schon noch so reduziert und logisch schnell zu erfassen, dass ich keine Schwierigkeiten zum Folgen hatte. Auch wenn also kein absolutes Expertenwissen nötig war, aber ich habe definitiv einiges Neues gelernt und das ist genau das, was ich mir auch erhofft habe. Weiterhin ist positiv, dass mit Fallon sehr deutlich die schwierige Arbeitsplatzsituation von Frauen in der Branche beleuchtet wurde. Auch wenn man bei Jesper ebenfalls Herausforderungen merkt und generell das ganze Unternehmen offenbar indiskutabel geführt wird, so kam über Fallon viel deutlicher die Vorurteile und vor allem der Sexismus rüber. Ethan als Figur ist wirklich schauerlich, aber echt wichtig für die Geschichte, weil sein Typus im Kern viele von Fallons Gefühlen und Entscheidungen erklärt.

Dieser Teil war also schon mal ein echtes Plus, aber auch ansonsten muss ich sagen, dass ich mit „Make IT Real“ insgesamt einen empfehlenswerten Liebesroman zu lesen bekommen haben. Ein Plus ist eindeutig auch der Humor. Gerade Jesper und seine Schwester, aber auch Fallon mit ihren Freundinnen waren immer wieder toll aufbrechend für die Stimmung. Auch wenn die Geschichte selten emotional schwer ist, aber wenn richtig locker gelassen wird, weil man merkt, die Figuren kennen sich gut und lange, dann entsteht immer ein Wohlfühlen. Auch wenn Fallons Idee mit der Zwillingsschwester echt eine Schnapsidee ist, aber es gab auch einige sehr lustige Situationen, die sich daraus ergeben haben. Es war auch charakterlich interessant, wie Fallon sich als Rosalie fallen lassen konnte, weil man deutlich gemerkt hat, wie anders sie vor allem auf die Männerwelt gewirkt hat. Umgekehrt haben wir durch die private Fallon mit ihren Freundinnen diese Persönlichkeit immer gesehen. Sie war also kein Fake, aber es war deutlich zu erkennen, dass sie diese Seiten an der Bürotür abgibt. Dementsprechend war es für die Liebesgeschichte auch wichtig, dass sich Jesper immer mehr in sie hineinversetzt hat und damit ein Gleichgewicht der Figuren entstand.

Was ich jetzt schon etwas kritisieren wollen würde, das ist die Inkonsequenz in manchen Bereichen sowie einfach das Auslassen von mehr Kontext. Ich würde „Make IT Real“ keinesfalls als oberflächlich bezeichnen, aber die Geschichte hätte locker noch reicher sein können. Da ist dann auch weniger wichtig, was Mick alles so erlebt, sondern es ist wichtiger, was Fallon und Jesper betrifft. Speziell bei Jesper hatte ich den Eindruck, dass wir kaum in die Konflikte in seinem Leben eingetaucht sind. Seine Elternbeziehung, man erkennt das Muster, aber es ist schwer nachzuvollziehen, warum Kinsey da so hart ist, während Jesper sich immer noch so quält und dass die beiden da kaum miteinander drüber reden. Umgekehrt haben wir auch Jespers Geschäftsidee mit einem alten Kumpel. Was genau vorgefallen ist, bleibt eher nebulös. Auch hier muss ich die Lücken selbst füllen. Manchmal schadet es auch einfach nicht, die Figuren miteinander reden zu lassen und so alles einzuflechten. Bei Fallon war das nicht ganz so stark zu beobachten, aber ich hätte sie in ihrem Arbeitsalltag als Autorin auch noch gerne mehr begleitet.

Was ich auch noch erwähnen möchte, obwohl es mich selbst wundert, ist die Beurteilung des Spices, weil es auch relativ offensiv beworben wird. Es wurde deutlich, dass Fallon dies als Autorin offenbar sehr auslebt, auch von einer Aufzugszene war immer die Rede. Angesichts dieser Betonung muss ich doch sagen, dass ich „Make IT Real“ eher brav finde. Ich schwanke öfters schon mal in diesem Genre, was für mich genau richtig ist, was zu wenig und was unangenehm zu viel. Wäre die Geschichte anders aufgebaut gewesen, ich hätte wahrscheinlich gar nichts gesagt, aber so entstehen durch Fallons Schreibszenen gewisse Erwartungen und dafür war die knisternde Chemie zwischen Fallon und Jesper etwas schwach. Ich mochte die beiden, aber es fehlte dann einfach ein konstantes Knistern.

Fazit: Ich bin froh, dass „Make IT Real“ mir die Erwartungen bezüglich der IT-Branche und der Frauenrolle darin voll erfüllt hat. Man hat hier sehr gemerkt, dass die Autorin dort zuhause ist, weswegen das gesamte Buch eine echte Spiegelung ihres Lebens ist. Dennoch gibt es Kritikpunkte, was gewisse Lücken und auch die intimeren Momente angeht, aber ich habe das Buch sehr gerne und zügig gelesen, weil es toll geflossen ist.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Interessante Themen, denen Spannung als Krönchen fehlten

Dark Cinderella
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Auch wenn es eigentlich völlig logisch ist, so bin ich doch immer wieder erstaunt, wie alleine im deutschsprachigen Raum mir schon so viele Autoren in dem Sinne ergangen sind, dass ich sie zwar überall ...

Auch wenn es eigentlich völlig logisch ist, so bin ich doch immer wieder erstaunt, wie alleine im deutschsprachigen Raum mir schon so viele Autoren in dem Sinne ergangen sind, dass ich sie zwar überall mit ihren Büchern sehe, aber es ist doch noch nie zusammengekommen. Anya Omah gehört definitiv auch dazu. Bei ihrem neuen Reihenauftritt, „Dark Cinderella“ war ich angesichts des Titels erst etwas skeptisch, was sich wohl hinter der Geschichte verbirgt, aber ich bin froh, dass ich den Sprung ins Wasser gewagt habe.

Ich habe das Buch als Hörbuch konsumiert. Chantal Busse und Vincent Fallow waren für mich jeweils völlig neue Stimmen, sodass es in jedem Fall Gewöhnungssache war. Mit Busse als Sofia ging es etwas schneller, aber insgesamt muss ich sagen, dass ich mich an beide Stimmen bis zum Ende sehr gut gewöhnt hatte und beide haben durch die Stimmen Gestalt bei mir angenommen und ich hatte auch den Eindruck, dass die Ausstrahlung mit dem übereinstimmt, was ich charakterlich dem Inhalt entnommen habe. Aber es ist nicht nur aus technischer Sicht ein zu empfehlendes Buch, sondern auch inhaltlich. Wie gesagt war ich angesichts des Buchtitels erst etwas verwirrt, was mich wohl erwartet, die Neuinterpretation eines Märchens? Das würde ich mal verneinen, wenn auch der Königshof, wenn auch von einem erfundenen Land, immer märchenhafte Assoziationen haben wird. Aber mein Eindruck war schnell, dass wir eine sehr realistische Geschichte erhalten, die mich angesichts der Themenvielfalt sehr gut unterhalten hat.

Wir haben auf der einen Seite den Blick in das Königshaus Skonien. Wir haben natürlich die Außenperspektive von Sofia darauf, aber für mich war es viel spannender, Maximilians Perspektive zu erleben, weil er das Leben lebt und bei seiner jüngeren Schwester sieht man auch deutlich die Bürde des Lebens. Dementsprechend hat es mir gut gefallen, mit ihm in seine Gefühlslage einzutauchen und dann auch das Verhältnis zu seiner Mutter zu ergründen, die am stolzesten und stoischsten die Monarchie verkörpert. Durch die Tatsache, dass Sofia eine Woman of Color ist, kam natürlich noch eine spezielle Perspektive rein, auf die ich gleich noch komme, aber auch so ist deutlich etwas an der Monarchie gerüttelt worden. Es war keinesfalls eine Abrechnung, weil sonst Omah vermutlich auch nicht dieses Setting gewählt hätte, aber auf jeden Fall eine Anregung Monarchie moderner zu denken. Sofia wiederum hat durch ihre Forschung zum Kolonialismus, die für sie ein sehr persönliches Thema ist, noch einmal einen anderen Aspekt eingebracht und mir hat es gefallen, wie es durch diesen Kontext auch sehr erwachsen wirkte und man dadurch auch bei Maximilian gemerkt hat, wie sehr er die Bürde seines Titels empfindet, aber dass er den Einfluss daraus auch nutzen möchte. Aber auch so musste ich wegen Sofias Hautfarbe auch ein wenig an Meghan und Harry denken. Es ist kein großes Thema gewesen, aber wer weiß, was da nicht noch kommt.

Charakterlich und von den Inhalten her war für mich also wirklich alles sehr, sehr gut, aber was mir für diesen ersten Band gefehlt hat, das war etwas Tempo und vor allem mehr Gas hinter dem Mysterium, was Alva passiert ist. Denn mit der Frage, was ist ihrer Freundin passiert, fangen wir an. Das ist so das erste Häppchen nach der Überdosis was uns reizt, dazu mehr zu erfahren. An einer Stelle wird es auch selbstreflexiv angesprochen, dass Sofia ihre Pläne durch den Job am Hof etwas aus den Augen verliert, aber es erkennen und trotzdem Zeit vertrödeln, macht es nicht rückgängig. Ich denke, dass dieser Suspense-Anteil „Dark Cinderella“ alleine wegen des Titels extrem gut steht, dementsprechend hat mich dieser Punkt etwas enttäuscht, dass das immer mehr verloren gegangen ist, ehe dann für den Cliffhanger nochmal ordentlich etwas ausgepackt wurde. Das war nötig, wirkt aber dann fast schon etwas viel. Wäre die Atmosphäre zwischendurch mehr bedient worden, dann wäre es auch besser verteilt.

Fazit: Damit wären wir dann auch schon beim finalen Gesamteindruck angekommen, denn „Dark Cinderella“ hat für mich viele Stärken entfaltet, aber eine Schwäche preisgegeben. Die Stärken überwiegen die Schwächen deutlich, aber im zweiten Band will ich dann wirklich die Spannung, denn dann haben wir genau die ideale Mischung.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Nach sperrigem Start immer mitreißender

You Are My Hurricane
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„You Are My Hurricane“ ist nicht das Debüt von Emily Aves, aber es ist wohl ihr großer Durchbruch, auch wenn man ihr noch junges Alter bedenkt. Ich hatte mich im Vorfeld gar nicht so sehr mit der Person ...

„You Are My Hurricane“ ist nicht das Debüt von Emily Aves, aber es ist wohl ihr großer Durchbruch, auch wenn man ihr noch junges Alter bedenkt. Ich hatte mich im Vorfeld gar nicht so sehr mit der Person hinter der Geschichte beschäftigt, mir gefiel einfach das Cover und da habe ich einfach mal reingelesen. Im Nachhinein hätte mir eine Vorabbeschäftigung mit Aves sicherlich direkt einiges erklärt, denn bei „You Are My Hurricane“ merkt man sehr deutlich, dass die junge Autorin erst ihren Rhythmus finden musste, aber nachdem dieser einmal da war, haben für mich die Stärken auch noch deutlich gestrahlt.

Wie gesagt, dieses Buch ist auf einem Diagramm als steile Linie nach oben zu sehen. Denn es fing für mich echt zäh an. Auch wenn die erste Szene sehr wichtig ist, aber ich habe zunächst sowohl bei Maeve als auch bei Carter sehr oberflächliche Eindrücke gewonnen. Beide waren stumpf für eine Funktion zuständig, weswegen dieses erzwungene Enemys to Lover am Anfang gar nicht meins war. Ich mag diesen Trope eigentlich gerne, gerade wenn die Dialoge richtig brennen, aber das fehlte hier einfach. Maeve war dann auch eine seltsame Mischung aus draufgängerisch und sehr schüchtern und zurückhaltend, während Carter umgekehrt mir anfangs zu abweisend und ichbezogen wirkte. Ja, man sieht, von beiden Seiten aus nicht unbedingt etwas Verheißungsvolles. Deswegen war ich tatsächlich kurz vor dem Punkt, mich zu hinterfragen, ob ich beende oder es vielleicht mit Überfliegen zu einem Ende bringe.

Aber irgendwann kam dann doch noch der Klick, um in der Geschichte festgehakt zu bleiben. Es muss rund um die Spendenaktion sein und nachdem diese ersten expliziten Fotos veröffentlicht wurden, dann das Spiel gegen jemanden, der zu Maeves Vergangenheit gehört und da brachen für mich quasi die Panzer von beiden Charakteren auf. Zu Maeve hat sich für mich viel erklärt, Carter wiederum wurde zu einer mitfühlenderen Art gezwungen bzw. er konnte sie endlich zeigen und ab da haben mir die Interaktionen der beiden echt gut gefallen. Die gemeinsamen Momente wurde immer bedeutungsvoller und mit dem sehr kleinen Figurenkreis, was ich positiv fand, wurde dann tatsächlich schnell auch das Gefühl einer eingeschworenen Gemeinschaft erzeugt. Auch die intensiven Gespräche von Maeve und Carter waren für mich mit viel Fingerspitzengefühl geführt. Was mir im Nachhinein einzig ganz klar gefehlt hat, das war eine Aufarbeitung bei Maeve mit ihren Eltern. Denn so wie sie gereift ist, hätte ich mir dann noch den klaren Punkt gewünscht, dass sie aufräumen, was Maeve auf sie projiziert hat. Denn ansonsten wurde für mich am Ende alles erfüllt, was sich irgendwann so gestapelt hatte.

Eins muss ich auch noch sehr loben. Sports Romance ist echt nicht selten auf dem New Adult Markt und ich bin immer wieder zu gewinnen. Die Sportart ist mir sogar meistens relativ egal, für mich geht es vielmehr um die Gefühle, die darüber zu transportieren sind. Aber dennoch nutzen es viele auch nur oberflächlich aus. Da muss der Kerl dann am College einen Sport ausüben, aber es ist nur Mittel zum Zweck. Dass Aves aber tatsächlich großer Football-Fan ist, das hat man sehr deutlich gemerkt. Ich kenne mich mit der Sportart echt nur spärlich aus, auch wenn ich schon genug Serien und Filme dazu gesehen habe, aber eine systematische Beschäftigung habe ich bislang noch nie geschafft. In dem Sinne hat „You Are My Hurricane“ da für mich zur Aufklärung beigetragen, denn Aves hat so viele Aspekte des Spiels, aber auch des Prozesses vom College in die NFL beleuchtet, dass ich mir sehr aufgehoben fühlte und echt mitgefiebert habe. Es mögen kleinere Aspekte fiktiv abgewandelt worden sein, das mag ich nicht einzuschätzen, aber man hat gemerkt, dass die Autorin im Thema drin ist und für mich so viel transportieren konnte. Man könnte sogar fast meinen, bald schaue ich auch regelmäßig Football. Als Fußball-Fan habe ich schließlich auch schon genug mitbekommen, dass immer wieder gesagt wird, manche Regelungen vom American Football würden sich für Fußball sehr eignen, daran musste ich nach diesem Buch auch wieder denken.

Fazit: „You Are My Hurricane“ fängt echt sperrig an. Die Geschichte musste erst hochtourig vorangetrieben werden, um dann irgendwann ihren Rhythmus zu haben. Schwupps kamen die Charaktere besser zur Geltung und automatisch auch ihr Miteinander. Dazu noch ein Extralob für die Thematisierung von Football. Habe ich selten so gelesen und erlebt. Ich war voll drin und mein Interesse wurde anders erweckt als bei anderen Büchern mit Football. Auch wenn Aves noch jung ist und als Autorin noch viele Abenteuer vor sich haben wird, aber alleine dieses Buch zeigt, wie krass sie sich auf den Seiten steigern konnte.

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