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Veröffentlicht am 09.04.2025

Ella und Fisch gegen den Rest der Welt

Fischtage
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„Mit dreizehn hat Mama mich noch jedes Mal festgehalten, mit fünfzehn hat sie versucht, mit mir darüber zu reden, mit fünfzehn hat sie mich aufgegeben.“ (S.11)

In „Fischtage“ erzählt Charlotte Brandis ...


„Mit dreizehn hat Mama mich noch jedes Mal festgehalten, mit fünfzehn hat sie versucht, mit mir darüber zu reden, mit fünfzehn hat sie mich aufgegeben.“ (S.11)

In „Fischtage“ erzählt Charlotte Brandis die Geschichte der 16-jährigen Ella, die in einer ziemlich kaputten Familie lebt. Ihre Eltern interessieren sich mehr für Partys und Drogen als für ihre Kinder. Ihre große Schwester hält lieber Abstand, ihr kleiner Bruder Luis redet kaum noch und Ella hat ein Wutproblem. Als Luis plötzlich verschwindet, wartet Ella nicht auf Hilfe, sie macht sich selbst auf die Suche.

Der Schreibstil ist flapsig und locker, anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, merkt man schnell: Der Ton passt perfekt. Es steckt viel Witz, aber auch Tiefe in der Sprache. Immer wieder tauchen starke Metaphern auf, die das Lesen zu einem Genuss machen.

Ella ist als Figur sehr echt und nahbar. Obwohl sie manchmal ausfallend ist, kann man gut mit ihr mitfühlen. Man versteht, warum sie sich so verhält – ihre Wut, ihre Verletzlichkeit, ihr Wunsch nach Nähe und gleichzeitig ihre Angst davor. Der sprechende Fisch war kurz gewöhnungsbedürftig, dann aber fast mein Lieblingscharakter.

Fischtage ist eine besondere Geschichte über das Suchen. Nicht nur nach einem verschwundenen Bruder, sondern auch nach sich selbst. Lustig, spannend, berührend und klug erzählt. Ein starkes Debüt. Leseempfehlung 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Die Astoria – Eine Reise durch Geschichte und Zeit

Fernwehland
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Wusstet ihr, dass die DDR eine Schifffahrernation war? Ich nicht! Genau das war einer der Gründe, warum ich "Fernwehland" unbedingt lesen wollte. Die Alltagsgeschichte der DDR ist für mich noch immer ...


Wusstet ihr, dass die DDR eine Schifffahrernation war? Ich nicht! Genau das war einer der Gründe, warum ich "Fernwehland" unbedingt lesen wollte. Die Alltagsgeschichte der DDR ist für mich noch immer ein blinder Fleck, und dieser Roman hat mir geholfen, ihn ein wenig zu erhellen.

Der historische Generationenroman beginnt in den 1930er-Jahren und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Im Mittelpunkt steht das Kreuzfahrtschiff Astoria, das über die Jahrzehnte hinweg viele Schicksale begleitet, unter anderem auch während seiner Zeit unter der DDR-Flagge. Alle Figuren in diesem Buch haben eine Verbindung zu diesem Schiff oder zur Schifffahrt, doch der Roman geht weit über das maritime Thema hinaus. Er verwebt Alltags- und Politikgeschichte der DDR abseits der bekannten Erzählungen.

Die Erzählweise ist ruhig und sehr schön geschrieben, gleichzeitig gibt es aber auch bedrückende und emotionale Momente, die nachhallen. Der Roman entfaltet sich langsam, indem er die Lebensgeschichten der einzelnen Figuren detailliert schildert. Das macht ihn besonders als Hörbuch geeignet – man kann entspannt zuhören, ohne Angst zu haben, den Faden zu verlieren. Dennoch bleibt die Handlung spannend, da viele Verstrickungen erst nach und nach aufgedeckt werden. 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Aufrüttelnde Gesellschaftskritik

Halbe Leben
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Susanne Gregor erzählt in ihrem Roman „Halbe Leben“ eine spannende und tiefgründige Geschichte. Auf wenigen Seiten behandelt sie ein wichtiges Thema: Ungleichheit und Abhängigkeit in der häuslichen Pflege.

Gleich ...

Susanne Gregor erzählt in ihrem Roman „Halbe Leben“ eine spannende und tiefgründige Geschichte. Auf wenigen Seiten behandelt sie ein wichtiges Thema: Ungleichheit und Abhängigkeit in der häuslichen Pflege.

Gleich zu Beginn erfährt man vom plötzlichen Tod von Klara. Sie ist eine erfolgreiche Architektin, Mutter und Ehefrau. Doch als ihre eigene Mutter nach einem Schlaganfall Pflege braucht, holt sie Paulína aus der Slowakei als 24h Pflege in ihr Haus. Zunächst scheint alles gut zu funktionieren, doch wird das so bleiben?

Gregor schreibt klar und eindringlich. Die Beziehungen zwischen den Figuren sind toll ausgearbeitet. Besonders die Frauenfiguren sind vielschichtig, inklusive der zu pflegenden Mutter. Der Roman wirft wichtige Fragen auf: Wer kümmert sich um unsere Angehörigen? Und welche Auswirkungen hat die Pflegearbeit auf die Pflegenden und deren Familien?

Das Buch macht nachdenklich. Es zeigt, wie schwierig und ungerecht die Situation oft ist. Ein wichtiges Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird und das mich noch lange beschäftigen wird. Absolut lesenswert! 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Ruhige Erzählung, die ans Herz geht

Im Schnee
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Hach… Wer „Ein ganzes Leben“ von Seethaler (Erzählart, Dorf, Atmossphäre) mag, mag das auf jeden Fall auch. Das Hörbuch ist ganz fantastisch eingesprochen.

Hach… Wer „Ein ganzes Leben“ von Seethaler (Erzählart, Dorf, Atmossphäre) mag, mag das auf jeden Fall auch. Das Hörbuch ist ganz fantastisch eingesprochen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Viel besser als erwartet

Dirty Diana: Das Erwachen
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Nachdem ich erst neulich ein Buch mit ähnlichem Thema gelesen hatte, dass so gar nichts für mich war, dachte ich, diese Art von Büchern würde mir nicht liegen und wollte nur mal kurz ins Buch reinhören. ...

Nachdem ich erst neulich ein Buch mit ähnlichem Thema gelesen hatte, dass so gar nichts für mich war, dachte ich, diese Art von Büchern würde mir nicht liegen und wollte nur mal kurz ins Buch reinhören. Aber ich hatte mich getäuscht. "Dirty Diana. Das Erwachen" hat mich definitiv positiv überrascht und ich freue mich sehr auf den zweiten Teil.

Der Inhalt des Romans basiert auf dem gleichnamigen Podcast, der von Demi Moore produziert wird. Das Buch erzählt angelehnt an die Erlebnisse verschiedenster Frauen die Geschichte von Diana. Diana ist eigentlich glücklich verheiratet, arbeitet in einem Bürojob und hat ein 5jähriges Kind. Allerdings kriselt es in ihrer Ehe auf der sexuellen Ebene und Diana distanziert sich immer weiter von ihrem Mann. Gleichzeitig entdeckt sie ihr altes Projekt wieder, bei dem ihr Frauen ihre sexuellen Fantasien erzählt haben und sie diese, auf Grundlage dieser Interviews, gemalt hat.

Der Schreibstil der Autorinnen ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Handlung hat mich erstaunlich schnell mitgerissen und ich konnte das Buch bzw. Hörbuch kaum aus der Hand legen, weil es so fesselnd war und ich unbedingt wissen musste, wie es mit Diana weitergeht. Und nicht zuletzt sind die spicy Szenen wirklich heiß, die skippe ich normalerweise oft, hier habe ich gerne zugehört, weil es einfach gut geschriebene erotische Sequenzen sind. Vor allem die Storyline in der Vergangenheit mit Dianas Exfreund war toll.

Auch das Hörbuch kann ich empfehlen. Nora Schulte macht als Sprecherin einen super Job!

Fazit: Leseempfehlung für diese positive Überraschung! 4,5/5 Sterne

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