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Veröffentlicht am 29.03.2025

Liberantas - faszinierender zweiter Band

Liberantas
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Nachdem mich schon der erste Teil von „Liberantas. Im Schatten der Erinnerung“ in diese Geschichte hat abtauchen lassen, war ich auf Band zwei extrem gespannt und hoffe nun, dass der finale dritte Band ...

Nachdem mich schon der erste Teil von „Liberantas. Im Schatten der Erinnerung“ in diese Geschichte hat abtauchen lassen, war ich auf Band zwei extrem gespannt und hoffe nun, dass der finale dritte Band auch bald erscheinen wird. Denn auch „Im Nebel der Furcht“ hat mich ans Buch gefesselt, obwohl ich nicht die typische Romantasy-Fantasy-Leserin bin. Was wieder einmal mehr beweist, dass man auch Büchern jenseits seiner Lesegewohnheiten eine Chance geben sollte.

Nun, nachdem Elainy wieder in ihre normale Welt zurückgekehrt ist, ist für sie doch nichts mehr so, wie es zuvor war. Zuvor - als sie in Liberantas den Inani Awan kennen- und liebengelernt hat. Und genau diese Liebe, die Awan erwidert, ist es, die sie schweren Herzens veranlasst hat, Liberantas zu verlassen. Denn hier ist die Liebe verboten.

In diesem zweiten Band setzt Odium, der Herrscher von Liberantas, alle Hebel in Bewegung, Elainy in seine Welt zu locken, denn er will nichts weniger als ihren Tod, hat sie doch gegen die eiserne Regel der verbotenen Liebe verstoßen.

Gespannt verfolge ich Elainys Weg und auch Awan, der von Anfang an ihr Beschützer war, hat mich wiederum sehr berührt. Man sollte unbedingt Band eins gelesen haben, denn die Geschichte setzt sich hier fort. Wird sie nach Liberantas zurückkehren? Und wie wird es Odium anstellen, sie anzulocken?

Die so vielschichtig angelegte Story fesselt ungemein, jeder einzelne Charakter ist unverwechselbar und es sind auch die tiefgründigen Gedanken, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen. „Erst in Ausnahmesituationen erkennen wir, dass wir viel weiter über unsere Grenzen gehen können als angenommen.“ Dies ist nur eine der so sinnigen, so weisen Kapitelüberschriften, die mich haben innehalten lassen, die nachdenklich stimmen.

Das Glossar am Ende des Buches sei noch kurz erwähnt. Es erklärt die Welt von Liberantas. Eine für uns fremde Welt mit fremden Geschöpfen wie etwa Libercats und Liberdogs oder auch Sola – das sind Geschöpfe, die von Einsamkeit angezogen werden. Es gibt noch so einige mehr davon, alle sind sie gut erklärt.

Larissa Brauns Schreibstil ist fesselnd, sie hat mich oftmals schmunzeln lassen, das Buch ist kurzweilig, es ist spannend und emotional – ein Buch, das ich gerne gelesen habe. Ach was, verschlungen habe ich auch diesen zweiten Band und nun freue ich mich auf Band drei.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Ihr Bruder, der Serienkiller

Die Schwester des Serienkillers
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Band drei der Reihe um Serienkiller habe ich nun auch beendet, nachdem mich die beiden Vorgängerbände „Die Frau…“ und „Die Tochter des Serienkillers“ total in die Story gezogen haben.

„Guten Morgen, ...

Band drei der Reihe um Serienkiller habe ich nun auch beendet, nachdem mich die beiden Vorgängerbände „Die Frau…“ und „Die Tochter des Serienkillers“ total in die Story gezogen haben.

„Guten Morgen, Mrs. Price. Ich bin Detective Inspector Walker von der Kriminalpolizei für Devon und Cornwall“ stellt sich DI Walker vor. Schon eine ganze Weile versucht er, sie – Anna Price, geborene Lincoln - aufzuspüren. Es geht um Henry, ihren Bruder. Annas Befürchtung, dass er tot wäre, bestätigt er nicht. „Er ist zur Fahndung ausgeschrieben… und zwar wegen mehrfachen Mordes.“ Henry – ein Serienmörder? Der Schock sitzt tief, auch wenn Anna und Henry sich schon lange aus den Augen verloren haben, so ist er doch ihr Bruder. Zwei Daten nennt Walker ihr, an denen er seine grausamen Morde die Jahre davor begangen hat. Das ist einmal der 15. Februar und dann ist es der 13. Mai. Die Zeit drängt, denn es sind noch vier Tage bis zu letzterem Datum.

Erzählt wird aus Annas Sicht. Als Lehrerin ist sie beliebt, sie ist gut in ihrem Job und auch mit ihrer Ehe steht es zum Besten. Und nun droht ihr bisheriges Leben wie ein Kartenhaus einzustürzen. Walker macht ihr klar, dass er auf ihre Mitarbeit angewiesen ist, denn der Countdown läuft unerbittlich. In Rückblenden erfahren wir von dem Kinderheim, in dem die Geschwister ihre Kindheit verbringen mussten, auch wird klar, dass das Spiel, in dem sie als Kinder stufenweise knifflige Aufgaben lösten, Henry in seinem mörderischen Wahn wieder aufleben lässt.

Es sind mehrere Erzählstränge, denen ich abwechselnd folge. Zunächst ist es die Suche nach Henry, die den größten Raum einnimmt, gefolgt von ihrer Zeit im Heim und zwischendurch gibt es mehrere kurze Einblicke direkt zum Mörder. Dabei lese ich Details, die ich nicht zu nah an mich ran lassen möchte und doch sind diese Bilder unauslöschlich da. Er ist direkt stolz auf seine Werke, auch denkt er an das i-Tüpfelchen eines jeden Serienkillers, seine Visitenkarte sozusagen. Er will schließlich an seinen Taten erkannt werden. Eine kranke Seele, die eiskalt und zielgenau tötet.

Wie schon erwähnt, habe ich die beiden Vorgängerbände gelesen, beide haben mich abgeholt. Der dritte und nunmehr letzte Band dieser Reihe ist noch besser, er ist überraschend anders, mit Wendungen, die so nicht vorhersehbar sind. Die gut konstruierte Story lebt auch von den Protagonisten, ganz vorne dabei sind es –natürlich - Anna und DI Walker und auch die anderen Charaktere sind durchaus glaubhaft und nachvollziehbar angelegt. Jeder einzelne Erzählstrang ist in sich schlüssig, schlussendlich dann ist nichts so, wie es lange den Anschein hatte.

„Die Schwester des Serienkillers“ ist in sich abgeschlossen, wie auch Band eins und zwei. Mich hat dieser dritte Band dermaßen in seinen Bann gezogen, dass ich alles um mich herum bis zum nochmal unverhofften Ende ausgeblendet habe.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Vergangenheitsbewältigungen

Stromlinien
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Das erste Mal, als Enna und Jale mit ihrer Oma Ehmi auf die Gefängnisinsel Hahnöfersand gekommen sind, waren sie fünf Jahre alt. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen und nun zählen sie die Tage, die Stunden ...

Das erste Mal, als Enna und Jale mit ihrer Oma Ehmi auf die Gefängnisinsel Hahnöfersand gekommen sind, waren sie fünf Jahre alt. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen und nun zählen sie die Tage, die Stunden und auch die Minuten, denn bald ist es so weit. Ihre Mutter Alea wird aus der Haft entlassen. Enna wartet auf sie, aber niemand kommt. Und als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, ist Jale schon in der Nacht aus dem Haus gegangen, auch sie ist nirgendwo zu sehen. Ihr Handy ist aus, Ennas Nachrichten an sie gehen ins Leere.

Enna und Jale, die beiden so unterschiedlichen Zwillingsmädchen, leben im Einklang mit der Natur. „Schon früh waren wir wie Ebbe und Flut. Jale wusste immer, wann wir uns zurückziehen, wann wir leise, still und ruhig sein sollten. Ich hingegen konnte gut vorpreschen…“ denkt Enna. Und genau diese Eigenschaft hilft ihr, nicht locker zu lassen. Sie ist mit der Sturmhöhe, dem alten Boot der Familie, unterwegs auf der Suche nach Mutter und Schwester, streift durch das Alte Land, die Gegend hier mit ihren Apfelbäumen, das Obstanbaugebiet, das anschaulich beschrieben ist.

Rebekka Frank erzählt auf drei Zeitebenen eine Familiengeschichte, von 1923 über 1984 bis heute, bis zu Jahr 2023. Für die jetzt 17jährigen Zwillinge Enna und Jale wäre es wichtig gewesen zu wissen, was damals geschah, warum ihre Mutter seit 38 Jahren im Gefängnis sitzt. Ihre Oma Ehmi schweigt beharrlich, sie ist überhaupt sehr wortkarg. Als dann Alea und Jale an dem Tag, der eigentlich ein freudiger sein sollte, spurlos verschwinden, stößt Enna bei ihren Nachforschungen auf Geheimnisse, die über Generationen schlummern, die all die Jahre verschwiegen wurden und deren Ausmaße sich erst nach und nach offenbaren.

Das Nachwort gibt Aufschluss auf die Fakten und die fiktiven Anteile dieses sehr lesenswerten Buches. Enna und Jale sind fiktiv wie auch Alea, Oma Ehmi und deren Zwillingsschwester Greetje. Sie sind sie gut getroffen und auch den Nebenfiguren nehme ich ihre Charaktereigenschaften ab. Schiffsunglücke aus vergangenen Zeiten werden in das Geschehen gut eingebunden, was das Drama um die Familie, das bis heute nachwirkt, nochmal versinnbildlichen.

„Stromlinien“ hat mich innehalten lassen, sowohl die Handlung und der so intensive Erzählstil als auch die hier agierenden Personen, allen voran Enna, haben mich ans Buch gefesselt. Die einzelnen Erzählstränge bewegen sich aufeinander zu, bis alles klar wird, bis alles sichtbar ist. Ein starkes Buch, ein lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Packender Polit-Thriller - ein Hörgenuss vom Feinsten

Echokammer
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„Echokammer“ aus der Feder von Ingar Johnsrud ist der erste Fall der norwegischen Krimi-Trilogie um die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong.

Die Wahl des norwegischen Parlaments rückt ...

„Echokammer“ aus der Feder von Ingar Johnsrud ist der erste Fall der norwegischen Krimi-Trilogie um die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong.

Die Wahl des norwegischen Parlaments rückt näher. Es scheint, als ob rechtsnationale Extremisten sich größere Mengen des hochgiftigen Rizin beschafft haben, es gibt Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag, bei der Terrorabwehr herrscht höchste Alarmbereitschaft.

35 Tage vor der Parlamentswahl beginnt dieser brandaktuelle Polit-Thriller, der vieles beinhaltet, was hinter verschlossenen Türen so vor sich geht. Die Spitzenkandidatin der Arbeiterpartei geht weit, um ihre Machtübernahme nicht zu gefährden, ihr juristischer Berater Jens Meidell greift dabei schon mal zu fragwürdigen Mitteln, um die Demokratie vor rechten Umsturzplänen zu retten, will daneben aber seine eigenen dunklen Geheimnisse vertuschen.

Diese Szenerie könnte sich auch in anderen Ländern so oder so ähnlich abspielen, der Rechtsterrorismus ist ein weltweites Phänomen, Datenmanipulationen sind an der Tagesordnung, wir hören und lesen ständig davon. Ingar Johnsrud benennt die Gefahr, die von der Neuen Rechten ausgeht und zeigt dabei auch die skrupellosen Wahlkampfintrigen auf, derer sich machtbesessene Politiker bedienen. Dabei schafft er eine bedrohliche Atmosphäre, seine Figuren sind trotz ihrer Abgebrühtheit greifbar, man spürt ihre Lebendigkeit und auch ihre gelegentliche innere Zerrissenheit, auch wenn man so manch dieser Typen nicht unbedingt begegnen will. Die Wahl rückt immer näher, die Nerven scheinen bis zum Zerreißen gespannt zu sein, die Story an sich ist dank ihrer Aktualität gut nachvollziehbar und durchaus glaubhaft.

Dies alles hat mir Tim Gössler über 12 Stunden und 18 Minuten mit seiner markanten, klaren und sehr wandlungsfähigen Stimme vorgetragen. Er gibt jeder Figur Tiefe, gibt jedem einzelnen Charakter seine Eigenheit, er bietet dadurch einen Hörgenuss vom Feinsten.

„Echokammer“ lässt tief blicken, der Thriller besticht durch seine Aktualität, die Handlung ist absolut nachvollziehbar und nicht zuletzt ist es der fesselnde Schreibstil, der einen nicht mehr loslässt. Dieser norwegischen Krimi-Trilogie werde ich weiter folgen, es war ein für mich packendes Hörerlebnis und natürlich werde wiederum zum Hörbuch greifen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Träume...

Achtzehnter Stock
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Das Leben im 18. Stock, noch dazu in einem Berliner Plattenbau kenne ich überhaupt nicht, umso mehr war ich gespannt auf diesen Roman.

Wanda lebt mit ihrer 5jährigen Tochter Karlie in einem Hochhaus, ...

Das Leben im 18. Stock, noch dazu in einem Berliner Plattenbau kenne ich überhaupt nicht, umso mehr war ich gespannt auf diesen Roman.

Wanda lebt mit ihrer 5jährigen Tochter Karlie in einem Hochhaus, in einer Zweizimmerwohnung, die eigentlich renovierungsbedürftig wäre. Ihr Vermieter ist ihr Onkel, der ihre Mietschulden für dieses „Kronjuwel“ nicht mehr allzu lange dulden will. Wanda ist Schauspielerin, gerade aber nicht beschäftigt. Als Alleinerziehende ist es gar nicht so einfach, Kind und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Nur gut, dass die Mutter von Karlies Freundin Aylin so dann und wann auf beide Mädchen aufpasst.

Auch in so einem Haus richtet man sich ein oder besser gesagt man akzeptiert, dass der Lift oft kaputt ist und dass schon mal eine schon auf den ersten Blick eklige Matratze in der Liftkabine auf einen neuen Besitzer wartet. Man nimmt es nicht so genau, auch nimmt man hin, dass der Betonbau ein einziges Funkloch ist.

Doch wie anders sieht die Glitzerwelt des Films aus, denn Wanda kennt auch diese Seite. Nur müsste sie viel Zeit mitbringen und komplett unabhängig sein, was sie nun mal mit Kind nicht ist.

Sara Gmuer nimmt ihre Leser mit auf beide Seiten. Die Autorin vermittelt beides, ohne ins Klischeehafte abzudriften. Es sind intensive Blicke auf Mutter und Kind mitsamt den Nachbarn. Die Wirklichkeit ist hier herzlich und auch rau, man hilft sich gegenseitig, ist zuweilen auch ganz schön schräg drauf und dann wieder schlägt die Realität hart zu, überlagert von ständiger Geldnot. Ganz anders präsentiert sich die Welt des Films, in der Geld keine Rolle zu spielen scheint. Wanda geht durch Höhen und durch Tiefen und natürlich ist es verlockend, wenn einen plötzlich die Welt offen steht. Sie ist eine junge Frau, die zwar in erster Linie Mutter ist, die aber dennoch den Hunger nach Leben, nach Selbstverwirklichung spürt, nach Liebe und Zweisamkeit. Und da ist die Sorge um das Kind, das krank ist. Kann Wandas ständiger Spagat gelingen?

Das Ende dann zeigt auf, was im Leben wichtig ist. Wer Wanda wichtig ist. Für mich ein versöhnliches, ein stimmiges, ein fürsorgliches und ja – ein glückliches Ende. Zusammen ist man nie allein, das Glück findet man in den kleinen, in den alltäglichen Dingen.

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