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Veröffentlicht am 21.06.2025

Pageturner

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Auch der 3.Band der Thrillerreihe rund um Nele Tschaikowski und Art Meyer konnte mich wieder begeistern.

Dieses Mal erfahren wir die Hintergründe zum Verschwinden von Dana, Art Meyer‘s Nachbarin, die ...

Auch der 3.Band der Thrillerreihe rund um Nele Tschaikowski und Art Meyer konnte mich wieder begeistern.

Dieses Mal erfahren wir die Hintergründe zum Verschwinden von Dana, Art Meyer‘s Nachbarin, die ihre achtjährige Tochter Milla bei ihrer zunehmend dementen Mutter zurückgelassen hat, was Art mit großer Sorge sieht. Er kümmert sich ein bisschen um die Kleine, aber es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das Jugendamt aufmerksam wird. Milla ist übrigens ein ganz pfiffiger Charakter, den man einfach mögen muss.

Zusammen mit seiner sich in Elternzeit befindlichen Kollegin Nele, ermittelt Art mal wieder am Rande der Legalität . Dana‘s Vergangenheit, ihre prekäre Wohnsituation auf einem Campingplatz mit ihrer Mutter, ihrem Bruder Rocko und ihrem gewalttätigen Stiefvater Walter, wird von dem Ermittlerduo aufgedeckt. Vor 15 Jahren hat auf dem Campingplatz wohl eine Tragödie stattgefunden, bei der unter anderem Dana‘s kleiner Bruder verschwunden ist.

Jetzt steht der Campingplatz in Flammen und mehrere Leichenfunde geben Rätsel auf.

Erzählt wird aus zwei Zeitebenen und auch Privates von Art und Nele fließt wieder in die Geschichte mit ein, dieses Mal allerdings weniger als in den Vorgängerbänden, was ich ein bisschen schade fand.

Der Fall war flüssig und fesselnd erzählt und ist besonders als Hörbuch zu empfehlen. Am Ende gibt es ein paar überraschende Wendungen, es werden aber nicht alle offenen Fragen geklärt. Ganz offensichtlich war Band 3 noch nicht der Abschlussband, so dass es in naher Zukunft ein Wiedersehen mit dem sympathischem Ermittlungsteam, dass mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist, geben wird. Ich freue mich drauf.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Wenn Lebensträume platzen

Das leise Platzen unserer Träume
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Jule hat sich mit ihrem Mann den Wunsch vom Leben auf dem Land erfüllt. Doch zwischen dem ursprüngliche Traum und der erlebten Wirklichkeit klaffen Welten. Der Kinderwunsch des Paares erfüllt sich nicht, ...

Jule hat sich mit ihrem Mann den Wunsch vom Leben auf dem Land erfüllt. Doch zwischen dem ursprüngliche Traum und der erlebten Wirklichkeit klaffen Welten. Der Kinderwunsch des Paares erfüllt sich nicht, die Liebe verliert an Glanz. Während Jule ihr Unglücklichsein wegkocht, sie hat als leidenschaftliche Köchin im Dorf bei einem Caterer Arbeit gefunden, beginnt David in der Stadt eine Affaire mit der alleinerziehenden Hellen.

Wie lesen Jule‘s Sicht aus der 3.Person, abwechselnd mit Hellen‘s Innenansicht aus der Ich- Perspektive .

Im Gegensatz zu Jule, die zu Beginn des Buches nichts vom Fremdgehen ihres Mannes ahnt, weiß Hellen all das von Jule, was ihr David so erzählt, und sie fragt sich nicht nur, warum die beiden weiter unglücklich an ihrer Ehe festhalten, sie entwickelt auch Sympathien zu David‘s Frau.

Bei Jule braucht die Erkenntnis ein Weilchen bis sie sich eingestehen kann, das ihre Träume geplatzt sind und das sie sie loslassen muss, um wieder glücklich zu werden. Natürlich ist das traurig, aber bei Jule und David wird kein Geschirr zerschlagen. Es passiert ruhig, unspektakulär, angenehm erwachsen.

David‘s eigene Sicht erfahren wir in dem Buch nicht. Die Auswirkungen der Trennung auf ihn erfahren wir nur über Helen und Jule, was nicht schlimm ist, denn er spielt in dem Buch tatsächlich nur eine Nebenrolle. Es geht um die Frauen, darum alte Denkmuster aufzubrechen. „Vater-Mutter-Kind „ ist zwar nach wie vor ein gängiges Lebensmodell, aber nicht das einzig Heilbringende.

Ich mochte Eva Lohmann‘s Sprache besonders gerne, konnte sehr gut mit ihren Figuren mitfühlen und finde, sie ist einfach eine großartige Beobachterin.

Ich habe ihr beim Lesen oft nickend zugestimmt, wenn sie Situationen auf den Punkt beschrieben hat.



„Das leise Platzen unserer Träume“ ist ein mutmachendes Buch, dass ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Berührend

Leuchtfeuer
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„Leuchtfeuer“ von Dani Shapiro wollte ich schon seit einer ganzen Weile lesen und habe es zunächst mit dem Hörbuch versucht.Das hat für mich leider überhaupt nicht funktioniert. Ich kam nicht rein, war ...

„Leuchtfeuer“ von Dani Shapiro wollte ich schon seit einer ganzen Weile lesen und habe es zunächst mit dem Hörbuch versucht.Das hat für mich leider überhaupt nicht funktioniert. Ich kam nicht rein, war verwirrt, weil die Autorin wirklich sehr wild durch die Zeiten springt und mich auf ihrem Weg irgendwo verloren hat.

Jetzt wollte ich es nochmal wissen und habe mir das Buch besorgt. Das war eine gute Idee. Beim eigenen Lesen hatte ich mit dem Wechseln der Personen und der verschiedenen Zeitebenen überhaupt keine Probleme mehr. Im Gegenteil, ich fand die Sprünge richtig toll.

Zum Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem tragischen Autounfall im Jahr 1985. Sarah und ihr 15jöhriger Bruder Theo machen gemeinsam mit Sarah‘s Klassenkameradin Misty eine Spritztour mit dem Auto ihrer Eltern. Da Sarah getrunken hat, fährt Theo verbotenerweise und verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Bei dem Unfall verstirbt Misty. Vielleicht war sie direkt tot, vielleicht hat aber auch das Eingreifen von Theo‘s Vater Ben den Tod verursacht. Als Arzt hätte er wissen müssen, dass man bei Verdacht auf Genickbruch, das Unfallopfer auf keinen Fall leichtfertig bewegen sollte.

Theo‘s Unfallfahrt wird vertuscht, es gibt keine strafrechtlichen Folgen und die Familie beschließt, dass über den Vorfall nie wieder geredet wird.

Die seelischen Folgen bestimmen natürlich trotzdem den weiteren Lebensweg aller Beteiligten. Verwoben wird die Geschichte dieser Familie Wilf mit einer Nachbarfamilie und deren Sohn Waldo. Der hochbegabte Junge hat einen schweren Stand bei seinem Vater und kann dessen Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. Keiner versteht ihn, bis auf Dr. Ben Wilf von gegenüber, dem er sich öffnen kann und der ihm wirklich zuhört.

Die Geschichte hat mich sehr berührt. Besonders mochte ich Waldo und Ben, die alle beide große Sympathieträger des Romans sind.

Die Autorin beschreibt die Gefühlslagen ihrer Charaktere so gut, dass man sich in jeden Einzelnen sehr gut hineindenken kann. Man erfährt hier sehr gut, wie belastend ein Familiengeheimnis sein kann. In den knapp 300 Seiten werden allerdings noch eine Menge weiterer Themen behandelt.

Es gab so 1-2 esoterische Stellen, die hätte ich nicht gebraucht, man kann aber auch gut darüber weglesen.


Insgesamt empfehle ich das Buch gerne weiter. Ich mochte es wirklich sehr.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

The freedom clause - Die Freiheitsklausel

The Freedom Clause
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Daphne und Dominic sind seit 3 Jahren glücklich verheiratet. Dominic ist der Meinung, sie beide hätten es sich in der Beziehung zu bequem gemacht, was auch dazu geführt hätte, dass sie immer seltener miteinander ...

Daphne und Dominic sind seit 3 Jahren glücklich verheiratet. Dominic ist der Meinung, sie beide hätten es sich in der Beziehung zu bequem gemacht, was auch dazu geführt hätte, dass sie immer seltener miteinander schlafen würden.

Um der Beziehung neuen Schwung zu geben, möchte er die Ehe öffnen, allerdings unter ganz bestimmten Regeln.

Demnach dürfte jeder Ehepartner für die nächsten 5 Jahre einmal im Jahr für eine Nacht fremdgehen mit einer unbekannten Person. Es soll keine Affaire daraus entstehen, und es soll Stillschweigen darüber herrschen.

Ein interessanter Vorschlag, der Daphne zunächst große Angst macht. Dennoch willigt sie aus Sorge um ihre Ehe ein.

Das war mal wirklich eine spannende und auch kurzweilige Liebesgeschichte.

Besonders die Charakterentwicklung von Daphne fand ich bemerkenswert.

Natürlich enthält die sogenannte Freiheitsklausel mehr Sprengkraft, als es Dominic für seine Ehe beabsichtigt hatte. Für Daphne ist sie ein sexuelles Erwachen, eine Erfahrung bei der sie lernt eigene Wünsche einzufordern. Dominic entwickelt sich in eine andere Richtung.

Ich fand die Geschichte toll, weil sie nicht die gängigen Klischees bedient und eine Menge feministischer Gedanken enthielt. Es war wirklich ein besonderes Debüt, dass ich sehr gerne gelesen habe und nur empfehlen kann.



Da Daphne eine tolle Köchin ist, die ihre Leidenschaft auch am Herd auslebt, enthält das Buch auch jede Menge Rezepte, die zum Nachkochen einladen.

Ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen, wunderbar gelesen von Lisa Cardinale und Henning Decker.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Neues von Millie, der Haushaltshilfe

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Ich mag die Reihe rund um die Haushaltshilfe Millie. Auch Band 2 war wieder ein Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit quasi inhaliert habe.

Im 2.Teil wird immer mal wieder Bezug genommen auf Millie‘s ...

Ich mag die Reihe rund um die Haushaltshilfe Millie. Auch Band 2 war wieder ein Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit quasi inhaliert habe.

Im 2.Teil wird immer mal wieder Bezug genommen auf Millie‘s Vorgeschichte, eine verbüßte Gefängnisstrafe, die ihr das Leben nicht gerade leicht macht. Aber auch wenn man das 1.Buch der Reihe nicht gelesen hat, kommt man prima zurecht. Millie darf weder in Bezug auf eine Wohnung noch in Bezug auf eine Arbeitsstelle wählerisch sein, denn sollte ein potentieller Vermieter oder ein möglicher Arbeitgeber bei ihr einen Backgroundcheck durchführen, würde sie zugunsten anderer Bewerber sofort rausgefiltert. Als sie ihre gut bezahlte Putzstelle verliert, ist sie also recht verzweifelt und hat große Sorge nichts Neues zu finden. Ihr neuer Freund Brock möchte Millie zwar überreden mit ihm zusammenzuziehen, doch Millie ist dazu noch nicht bereit. Wie durch ein Wunder bekommt sie das Angebot in einem Penthouse als Haushalthilfe anzufangen. Ihr neuer Arbeitgeber Douglas Garrick erscheint auf den ersten Eindruck freundlich und umgänglich. Seine kranke Frau Wendy kommt nie aus ihrem Zimmer heraus, doch Millie hört sie weinen und entdeckt Blutspuren, die sie mißtrauisch machen. Irgendwas ist in diesem Haushalt faul und natürlich mischt sich Millie ein mit gravierenden Folgen.

Wie schon in Teil 1 gibt es viele interessante und überraschende Wendungen in der Geschichte. Die Autorin konnte mich wieder richtig gut unterhalten. Ich fand das Buch ein klein wenig schwächer als den Vorgänger, was vielleicht daran liegt, dass die Autorin auf bewährte Muster zurückgreift. Ich habe ungewöhnliche Plottwists erwartet und bekommen.

Die Geschichte war psychologisch ausgefeilt, verzichtete auf Brutalität und war sehr kurzweilig. Ich freue mich jetzt schon auf Teil 3.

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