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Veröffentlicht am 14.05.2025

Neu, aber doch altbekannt

The One I Left Behind
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Das Cover ist schlicht, aber wunderschön. Die warmen Farbtöne und die ruhige Szenerie im Hintergrund lassen auf ein gemütliches Farm-Setting hoffen und laden den Leser ein, Teil von Willowbrook zu werden. ...

Das Cover ist schlicht, aber wunderschön. Die warmen Farbtöne und die ruhige Szenerie im Hintergrund lassen auf ein gemütliches Farm-Setting hoffen und laden den Leser ein, Teil von Willowbrook zu werden.

Piper Rayne stehen für mich für echte Wohlfühlbücher. Man verliebt sich in die Orte, die sie erschaffen, und wünscht sich, Teil ihrer (Groß)Familien zu sein.
Dies setzen sie nun auf der Plain Daisy Ranch fort und schaffen durch Easter Eggs dabei auch Verbindungen zu ihren anderen Reihen. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, leicht zu lesen und bringt sowohl Humor als auch Tiefe mit.

In The one i left behind geht es um den ehemaligen Footballstar Ben Noughton, der nach seinem Karriereende zurück in seine Heimatstadt Willowbrook kehrt und dort auf seine zurückgelassene große Liebe Gillian trifft. Gillian kämpfte seit Bens fortgehen mit seinem Verlust und hat sich ihr Leben als alleinerziehende Mutter in der Kleinstadt aufgebaut. Alles was sie will ist, Ben so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, doch Ben kann Gillian nicht vergessen. Als er dann das Training der Highschool-Mannschaft übernimmt, in der ihr Sohn spielt, kommen sie sich wieder näher.

Ben hat mich vom ersten Moment an verzaubert. Man erwartet, wenn man von einem gefeierten Footballstar liest, einen abgehobenen Sportler, aber Ben ist völlig auf dem Boden geblieben. Man spürt die Liebe zu seiner Familie, der Farm und auch der Stadt. Seine Aufmerksamkeit fand ich sehr bewundernswert und allein die Tatsache, dass er Gillians Sohn Clayton sofort erkannte, zeugte davon. Gillian wirkt anfangs sehr kühl und distanziert, was aber nach und nach durch ihre Vorgeschichte, nicht nur mit Ben, immer verständlicher wird. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die für sich und ihren Sohn kämpft. Sie dabei als liebevolle Mutter zu erleben, war immer wunderschön. Jegliche Kühlheit dient einzig und allein ihrem Schutz und ihr Biss kommt ihr gerade bezüglich der angestrebten Karriere als Anwältin zugute.

Die Geschichte kommt ohne große Dramen aus, dafür beinhaltet sie aber umso mehr liebevolle Momente. Besonders schön fand ich, dass Bens Familie alles versucht hat, Ben und Gillian aufeinander zu zutreiben. Auch wenn die ganze Stadt weiß, was damals passiert ist, wünscht sich trotzdem jeder, dass die beiden wieder ein Paar werden. Der gesundheitliche Rückschlag von Bens ehemaligem Trainer war zwar traurig, markierte jedoch einen Wendepunkt, der Ben ins Footballtraining führte und damit zurück in Gillians Leben. Als sie Ben schließlich nicht mehr aus dem Weg gehen kann, finden die beiden recht schnell wieder zueinander, auch wenn Gillian weiterhin mit berechtigten Ängsten und Zweifeln zu kämpfen hat. Ihr Sohn Clayton, mitten in einer schwierigen Lebensphase, voller Wut und Unsicherheit gegenüber Ben, macht es ihr nicht leichter. Obwohl man durch die Szenen mit Nebencharakteren wie Bens Geschwistern und alten Freunden die Stadt gut kennenlernt, hätte ich mir mehr Zeit auf der Familienranch gewünscht. Tatsächlich verliert man bei den vielen Familienmitgliedern, die am Ranchgeschäft beteiligt sind, schnell den Überblick. Es wirkt fast wie eine eigene Kleinstadt in der Kleinstadt. Man merkt aber auch, dass die Reihe noch viel Potenzial hat, besonders auf Emmett, Bens humorvollen Bruder, freue ich mich jetzt schon.
Einige Elemente der Geschichte störten mich ein wenig, da sie sehr viel Ähnlichkeit mit der Bailey-Reihe der Autorinnen hatte. Zum Beispiel das Treffen der Brüder mit dem Vater am Grab der Mutter. Eine schöne, aber eben bereits bekannte Szene. Die Auflösung im Finale, bei der Clayton und die Stadt erfahren, wer sein Vater ist, fand ich spannend umgesetzt, hätte mir aber ein wenig mehr emotionale Tiefe oder Dramatik gewünscht.

Mein Fazit:
Mit The One I Left Behind haben Piper Rayne ihre neue Plain Daisy Ranch-Reihe liebevoll eröffnet. Sie bleiben nicht nur ihrem Stil, sondern auch einem romantischen Kleinstadt-Setting treu. Wer sich auf wirklich Neues freut, kommt wohl leider weniger auf seine Kosten, da es den altbekannten Reihen der Baileys und Greens sehr gleicht, aber als Cozy Romance zum Träumen für zwischendurch, ist dieser Auftakt absolut gelungen. Der Weg in die nächsten Bände wird bereits angedeutet, und man freut sich direkt darauf, weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Spannender Auftakt

Fatal Secrets
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Sucht man fesselnde Bad Boy Romanzen mit einer guten Portion Spice, ist man bei Sarah Saxx an der richtigen Adresse. In ihrer neuen Dilogie beweist sie, dass auch Dark Romance absolut ihr Metier ist. Den ...

Sucht man fesselnde Bad Boy Romanzen mit einer guten Portion Spice, ist man bei Sarah Saxx an der richtigen Adresse. In ihrer neuen Dilogie beweist sie, dass auch Dark Romance absolut ihr Metier ist. Den Auftakt der zusammenhängenden Dilogie bildet Fatal Secrets.
Auch wenn auf dem Cover klar erkennbar ist, dass es sich bei ihrem neuen Buch um Dark Romance handelt, wird der Leser im Vorwort noch einmal darauf hingewiesen, was ihn erwartet. Gerade im Social-Media-Bereich bin ich bereits des Öfteren darüber gestolpert, dass vielen Lesern Dark Romance dann doch etwas zu dark ist. Aber manchmal muss es eben genau so sein.

In Fatal Secrets geht es um die Französin Soléne, die erst vor Kurzem mit ihrem Verlobten in die USA ausgewandert ist. Doch anders als erträumt, muss sie schnell feststellen, dass ihr Verlobter nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Als sie sein wahres Gesicht entdeckt und aus der Heimat vor ihm gewarnt wird, flieht sie – und landet geradewegs in den Armen des düster wirkenden Jaxon, der sie zur Begrüßung mit einer Waffe bedroht. Dabei will Jaxon nichts anderes, als seine entführte Schwester zu finden. Doch auch Soléne scheint seinen Schutz zu brauchen und ist möglicherweise die Einzige, die ihm helfen kann, seine Schwester aufzuspüren …

Das dunkle Cover mit seiner Mischung aus sanften, aber kraftvollen Blüten und dem in Ketten gelegten Herz hat mich sofort angesprochen. Die Motten, die sich auch auf den Buchseiten wiederfinden, verleihen dem Cover etwas Geheimnisvolles, geben aber auch ein Gefühl von Hoffnung – denn Motten werden bekanntlich vom Licht angezogen. Auch der in der ersten Auflage vorhandene Farbschnitt begeistert mit seinen intensiven Farben, und die aufgedruckten Blüten sehen einfach wunderschön aus. Die Cover der Dilogie sollen zusammen ein Bild ergeben – darauf warte ich bereits mit Spannung. Die ersten beiden Seiten jedes Kapitels sind dunkel hinterlegt, und ein Kapitelende kündigt sich durch eine immer dunkler werdende Seite an. Das verleiht dem Buch eine einzigartige Optik, die mir sehr gefallen hat. Auch die Motten tauchen immer wieder auf. Auf einigen Seiten hat sich jedoch ein Grafikfehler eingeschlichen, sodass um die Motten eine Art Rahmen liegt, der das Bild etwas stört.

Fatal Secrets ist abwechselnd und hauptsächlich aus der gegenwärtigen Ich-Perspektive der beiden Protagonisten Soléne und Jaxon geschrieben. Auf Zeitsprünge wird am Anfang eines Kapitels hingewiesen.

Die junge Französin Soléne empfand ich als etwas zu leichtgläubig. Noch recht frisch in einer Beziehung, ist sie bereits verlobt und mit ihrem Verlobten weit weg in die USA ausgewandert. Es kommt, wie es kommen muss, und sie lernt erst nach und nach auch andere Seiten an ihm kennen. Komischerweise war es im Laufe der Geschichte immer Jaxon, dem sie zu misstrauen schien, während sie sich von anderen Personen schnell an der Nase herumführen ließ – was sie in Situationen brachte, die sie so nicht hätte erleben müssen. Dennoch zeigte sie Stärke in ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Fähigkeit, schnell Lösungen für Probleme zu finden, und darin, sich an neue Situationen anzupassen. Jaxon hingegen ist von Grund auf misstrauisch – allen Menschen gegenüber, außer seiner Schwester. Er hat Biss und lässt sich absolut nichts gefallen. Durch seine Gedankengänge konnte ich mich immer sehr gut in ihn hineinversetzen. Sein Beschützerinstinkt gegenüber Menschen, die ihm am Herzen liegen, ist enorm, sodass er sein Ziel, seine Schwester zu finden, immer an erste Stelle setzt.

Die Spannung bleibt im gesamten Buch konstant hoch, und auch an düsteren, manchmal verwerflichen Momenten mangelt es nicht. In diesem Genre hebt sich die Geschichte jedoch leider nicht wirklich von anderen Büchern, die ich bereits gelesen habe, ab. Entführung, Menschenhandel, Missbrauch, Rettung – es folgt einem scheinbar immer gleichen Schema. Dennoch hat die Story etwas Fesselndes, sodass ich nun gespannt auf den zweiten Band warte, um zu erfahren, was mit Soléne und Jaxon passiert und ob Jaxon es jemals schaffen wird, nicht nur Soléne in Sicherheit zu bringen, sondern auch seine Schwester zu retten.

Mein Fazit:
Moralisch verwerflich, düster und mit einer Menge Spice – so präsentiert sich der Auftakt der neuen Dilogie von Sarah Saxx, Fatal Secrets. Während sich das dunkle und doch wunderschöne Cover und der Farbschnitt von anderen Dark-Romance-Büchern abhebt, ist die Geschichte jedoch recht vorhersehbar und ähnelt anderen Werken des Genres. Dennoch haben die Protagonisten viel Potenzial, und durch ihre Entwicklungen im Laufe der Geschichte sowie die durchgehende Spannung freut man sich bereits jetzt auf die im Juli 2025 erscheinende Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Mit Vorsicht zu genießen.

Almost isn't enough. Whispers by the Sea (Secrets of Ferley 1)
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Das in sanften Farben gehaltene Cover versprüht Sehnsucht nach Meer, Wärme und Freiheit, durch die Darstellung eines sanften Sonnenuntergangs direkt am Meer. Es scheint wie ein Ölgemälde statt einer Fotografie, ...

Das in sanften Farben gehaltene Cover versprüht Sehnsucht nach Meer, Wärme und Freiheit, durch die Darstellung eines sanften Sonnenuntergangs direkt am Meer. Es scheint wie ein Ölgemälde statt einer Fotografie, was es besonders wirken lässt. Hinzu kommt diese Tiefe, die durch den Fortlauf im Farbschnitt gegeben ist, da sich dieser dem Buchumschlag anpasst. Was ich ebenfalls in dem Buch besonders schön fand, war, dass die Kapitel von einem “Porträt” im Line-Art-Stil des jeweils Protagonisten begleitet sind.

Bisher habe ich nichts von Jennifer Bright gelesen, empfinde ihren Schreibstil jedoch sehr leicht und flüssig. Sie gibt ihren Charakteren durch detaillierte Gefühlsbeschreibungen eine gewisse Tiefe, die mir sehr zusagt. Sie schreibt in “Almost isn´t enough” aus der gegenwärtigen Perspektive der Protagonisten Summer und Ares, in einem gleichmäßigen Wechsel, so dass man sich jedoch in beide Personen hineinversetzen kann.

In dem Buch geht es um Summer, eine Studentin, die das Kitesurfen und Gerechtigkeit liebt, jedoch nach einem furchtbaren Erlebnis in ihrer Kindheit noch immer leidet und sich auf der Suche nach der Wahrheit befindet und Ares, der in die Kleinstadt Ferley kommt und sich mit seinem abweisenden und mürrischen Verhalten unscheinbar wirkt und Summer ein ums andere Mal die Nerven raubt, bis sie sich näherkommen und Ares zu ihrem wichtigsten Verbündeten wird.

Ich konnte mit Summer sehr schnell warm werden und empfand eine Menge Mitleid mit der jungen Frau, die unter dem Verlust ihrer leiblichen Eltern, auch viele Jahre nach dem furchtbaren Brand, noch zu leiden hat und die niemand bezüglich des Geschehenen wirklich wahrgenommen hat. Ihre liebevolle Rücksicht auf ihre Adoptiveltern, selbst was ihr Studium betrifft, macht sie noch sympathischer. Ihre anfängliche Ablehnung Ares gegenüber fand ich begründet und aufgrund seines unnahbaren Verhaltens hätte ich ihn ebenso abgelehnt, wie sie es tut. Ares bleibt lange ein Geheimnis für sich. Seine Gedanken waren greifbar und man konnte sich gewisse Teile zusammenreimen, seine Handlungen und sein Verhalten gegenüber den Mitmenschen habe ich jedoch nicht verstanden. Es war für mich lange übertrieben und unverständlich, wieso er die Menschen so von sich stößt. Er hat Verluste erlitten und gibt sich die Schuld dafür, was mir jedoch als Erklärung für sein teils ziemlich ätzendes Verhalten nicht als Begründung gereicht hat. Als Sohn eines Polizisten, der sich wohl mit der Verarbeitung traumatischer Situationen auskennen sollte, fehlte mir auch einfach die Hilfe für Ares. Eine richtige Erklärung gab es erst im letzten Drittel des Buches, mit dem ich absolut gar nicht gerechnet hätte.

Während Summer und Ares anfangs gegenseitigen Hass versprühen, kommen die beiden sich durch Zufälle schneller näher als sie möchten. Manchmal bekam ich durch diesen Wechsel zwischen Hass und Zuneigung jedoch ein regelrechtes Schleudertrauma, da es mir irgendwann nicht mehr ganz so klar war, was die beiden denn jetzt nun füreinander empfinden. Nach Annäherungen, die polternd Spicy wurden, war plötzlich wieder eine riesige Kluft zwischen den beiden. Die Auseinandersetzungen von Summer und Ares konnten mich jedoch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln bringen und haben dem Buch etwas Leichtigkeit verleihen können.
Als sich beide dem anderen öffnen, konnte ich mich dann doch wieder mehr auf die Geschichte einlassen und fand den Plot rund um das Aufdecken des wahren Geschehens um den Brand von Summers Elternhaus sehr spannend und gelungen. Während mir die Einbindung von Summers Clique gut gefiel, fragte ich mich zwischendurch jedoch, ob sich die Autorin nicht im Buch vertan hat, so viel wurde bereits von den Protagonisten für Band zwei eingebracht. Der letzte große Plot und das Ende im Buch brachte etwas mit sich, was mich regelrecht erschüttert hat. In einem Nachwort bittet die Autorin darum, als Rezensent nicht darauf einzugehen, um die Wahrnehmung der Personen im Buch sowie die emotionale Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Ich sehe dies als einen großen Fehler, da es ein Thema behandelt, welches zwar untergeordnet zur Triggerwarnung passt, jedoch als solches einzeln aufgelistet werden sollte. Hätte ich mit dieser Thematik gerechnet, hätte ich das Buch definitiv nicht zur Hand genommen. Auch wenn der letzte Teil sehr gefühlvoll, schmerzbringend aber dabei verständlich ist, war er einfach zu viel und macht die anfängliche Leichtigkeit kaputt.

Mein Fazit:
“Almost isn´t enough” kommt mit einer anfänglichen humorvollen, leichten Haters-to-Lovers Geschichte daher, welche durch spannende Elemente aufgepeppt wird. Die Protagonisten sind zum großen Teil authentisch dargestellt und auch die Freundschaften kommen hier nicht zu kurz. Der letzte Teil des Buches kommt mit einer schweren Dramatik daher und es fehlt dem Buch diesbezüglich eine sehr wichtige Triggerwarnung, die emotional instabile Personen schwer treffen kann. Solltet ihr tatsächlich mit Verlusten nicht umgehen können, bitte seht davon ab, dieses Buch zu lesen.

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Veröffentlicht am 23.06.2020

Ein sehr durchwachsenes Finale

Die Spiegelreisende 4 – Im Sturm der Echos
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Im vierten und Finalen Band der Spiegelreisenden Saga, begleiten wir Ophelia auf der Suche nach dem „Anderen“, wegen dem die gesamte Welt nach und nach zu zerbrechen scheint. Doch wie soll man jemanden ...

Im vierten und Finalen Band der Spiegelreisenden Saga, begleiten wir Ophelia auf der Suche nach dem „Anderen“, wegen dem die gesamte Welt nach und nach zu zerbrechen scheint. Doch wie soll man jemanden finden, von dem man nicht weiß wo er sich aufhält und wer genau er eigentlich ist? Und dann sind da noch diese Echos, wo keiner so genau weiß woher sie kommen und was es mit ihnen auf sich hat.

Das Cover passt wunderbar zu den drei Vorgängerbänden, erscheint diesmal in einem rot/orange und zeigt auch hier wieder den hauptsächlichen Handlungsort des Buches. So kann man sich einiges noch einmal besser vorstellen. Auch im vierten Band überzeugt wieder passend zur Geschichte, die gehobene Schreibweise die sich dennoch sehr flüssig lesen lässt. Die „Babelianer“ sprechen wie auch schon im dritten Band, immer wieder auch englische Wörter aus, die man aber mit den einfachen Schulenglischkenntnissen verstehen kann. Am Anfang des Buchs findet man nicht nur wieder einen Rückblick in den vorigen Band, der einem den einstig in den neuen Teil erleichtert, auch die ganzen Figuren der Geschichte werden hier nochmal zusammengefasst und mit den wichtigsten Eigenschaften und zusammenhängen beschrieben. Das hat mir außerordentlich gut gefallen. Geschrieben ist das Buch wieder in der Erzählperspektive, hauptsächlich zu Ophelia. Wir bekommen aber auch zwischenzeitlich von dem „Anderen“, Viktoria und Thorn zu lesen. Wenn man nicht unbedingt auf die Kapitelüberschriften achtet, könnte man im ersten Moment leicht verwirrt darüber sein.

Im finalen Band macht Ophelia nochmals eine gewaltige Wandlung durch. Von Band eins an, kann man schon mitverfolgen wie sie immer selbstsicherer, mutiger und vor allem auch Erwachsener wird. Während sie in den vorherigen Bänden meist noch allein zurechtkommen musste und nur hier und da mal auf Hilfe von Freuden hoffen konnte, wächst sie nun mehr mit Thorn zusammen. Sie werden auf ihre Art zu einer Einheit und machen sich gemeinsam auf die Suche nach dem Anderen, den Grund für die Entstehung der Echos und was es mit ihnen auf sich hat, sowie dem Grund für die Zerstörung der Archen und begeben sich dabei an immer Gefährlichere Orte. Allerdings war mir ihre Zusammenarbeit doch etwas zu wenig und auch von den Gefühlen die gegen Ende von Band drei greifbarer wurden, habe ich in diesem Band leider nicht viel gemerkt. Es hätte keine super Lovestory zwischen den beiden werden müssen, aber ihre gemeinsame Zeit im Buch war einfach zu wenig und Gefühle kamen nicht so rüber wie sie es vielleicht sollten. Grade weil Ophelia immer wieder auf eine Problematik durch ihre Verdrehtheit hinwies, die nach mehr Interaktion mit Thorn schrie. Immerhin habe ich Thorn noch ein stückweit mehr lieben gelernt. Bei ihm konnte man merken, wie wichtig ihm Ophelia ist und seine Handlungen sie betreffend sehr gut nachvollziehen, auch wenn er weiterhin seine etwas eigensinnige Art an den Tag gelegt hat. Die Zeit die ihm im Buch gewidmet wurde war mir aber deutlich zu wenig. Wir treffen im Laufe des Buchs auch immer wieder auf alte Bekannte und neue Leute. Durch die vielen verschiedenen Charaktere wurde es allerdings schnell mal unübersichtlich. Die Spannung in der Geschichte war zum großen Teil immer gegeben, zwischenzeitlich wurde es durch überladene Erklärungen doch mal ein wenig zu viel und man fand sich Gefühlt in einem völligen Durcheinander wieder. Ich war über das Ende sehr Überrascht und hätte so gar nicht damit gerechnet. Dennoch bin ich nicht glücklich damit. Es mag für einige mit dem Ende alles geklärt sein, für mich ist das Ende allerdings offen und ich werde wohl nun ewig hier sitzen und mich fragen wie es nach allem weiterging.

Mein Fazit
Der Finale Band der Spiegelreisenden bringt wieder jede Menge Spannung und Abenteuer mit sich. Viele Bekannte und auch neue Gesichter und Handlungsorte bringen dabei aber nicht nur Freude, sondern führen auch zu teilweise leichten Verwirrungen und einem durcheinander. Dennoch wird es schwer sich von dieser Welt und Ophelia zu verabschieden, grade weil das Ende eigentlich auf noch ein bisschen mehr hoffen lässt.

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Veröffentlicht am 04.05.2020

Unspektakulär und leicht durchschaubar

Rock'n'Love
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Cameron Knigth, der heißbegehrte Gitarrist der Rockband Caged, lässt es für gewöhnlich nicht anbrennen und genießt sein Single Leben in vollen Zügen. Als er jedoch für einige Zeit seine Ruhe genießen möchte, ...

Cameron Knigth, der heißbegehrte Gitarrist der Rockband Caged, lässt es für gewöhnlich nicht anbrennen und genießt sein Single Leben in vollen Zügen. Als er jedoch für einige Zeit seine Ruhe genießen möchte, landet er in einem luxuriösen Resort und trifft dort auf die attraktive Mitarbeiterin Lily Tennison, die ihm gehörig den Kopf verdreht.

Für Rockstar Geschichten bin ich jederzeit zu haben. Deswegen war mir das Cover von Rock´n´Love auch recht egal und nur der Inhalt des Buches wichtig. Das Cover empfinde ich als nichts Besonderes. Ich habe schon einige Cover mit Männern im Regal stehen, zwischen denen das Buch gar nicht auffallen würde. Das auch noch das Gesicht des Mannes zu sehen ist, was einem ein wenig die eigene Fantasie nimmt, ist natürlich ein wenig blöd, aber nicht ganz so dramatisch.

Ich habe von Jayne Frost bisher noch nichts gelesen gehabt, aber ihre Autoren Beschreibung in der man lesen kann wie sehr sie selbst auf Rockstargeschichten steht, lockte natürlich umso mehr. Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm und bis auf ein paar leichte Störfaktoren lässt sich die Geschichte flüssig lesen. Sie schreibt nicht zu detailliert was sehr gut ist, da man sich aufs wesentliche konzentrieren kann und nicht abgelenkt wird. Für schnelle Leser wird das Buch aber nur eine kurze Freude sein, da das e-book grade mal knapp zweihundert Seiten lang ist. Geschrieben ist das Buch in der Gegenwärtigen Ich-Perspektive aus der jeweiligen Sicht der zwei Protagonisten, Cameron und Lily, so dass man sich in beide gut hineinversetzen kann und weiß wie sie denken und fühlen.

Wichtig bei Rockstar Geschichte ist mir immer, dass man den Zusammenhalt der Band spüren kann. Dass die Bandmitglieder sich nahestehen, wurde in diesem Buch schon am Anfang klar, als einer der Mitglieder nach einem Unfall im Krankenhaus landet und alle sich direkt auf dem Weg dahin machen. Immer mal wieder taucht auch die Band, oder zumindest ein Teil dessen, innerhalb des Buches auf, spielt aber keine wesentliche Rolle, was ich sehr schade fand. Wirklich viel bekommt man von dem Rockstar Leben von Cameron so nämlich nicht mit.

Cameron mochte ich mit seiner lockeren Art und humorvollen Denkweise sofort. Auch wenn er ein Rockstar ist, lässt er das nicht übermäßig raushängen, außer in Bezug auf Frauen, bei denen er denkt jede würde ihm direkt zu Füßen liegen. Man bekommt immer wieder mit, wie wichtig ihm die Mitglieder der Band und auch sein Bruder sind, was ihn umso sympathischer Macht. Lily mochte ich anfangs auch sehr. Sie wirkte nett und Bodenständig, hat auf jeden Fall einen guten Humor und lässt sich nichts gefallen. Ebenfalls ist sie anfangs sehr zielstrebig und bereit alles für ihre Träume zu tun. Ihr einziges Manko ist das sie sich von ihrer Mutter alles gefallen lässt und Stottert. Dieses Stottern störte dann auch teilweise den Lesefluss, so dass ich es hinterher einfach versucht habe zu überlesen. Im Verlauf der Geschichte wurde Lily leider etwas in den Hintergrund gerückt und wiedersprach sich selbst. Das fand ich sehr schade.

Das kennenlernen und die ersten Annäherungen der beiden empfand ich als sehr humorvoll. Mir erschloss sich nur nicht wirklich, wieso Lily für Cameron als etwas so Besonderes darstellte. Nachdem die beiden sich erst einmal angenähert hatten, ging es dann knall auf fall zwischen ihnen her, so dass ich das Gefühl hatte, ich hätte irgendwie zwischenzeitlich etwas verpasst. Danach konnte ich ihre Verbindung vorerst nur in den sexuellen Handlungen spüren, das richtige knistern zwischen den beiden konnte ich aber nicht finden/fühlen. Auch wurden jegliche Handlungen sehr vorhersehbar, so dass einfach keine richtige Spannung aufkam. Was wäre das ganze ohne Herzschmerz, kam es dann auch in diesem Buch soweit, dass die beiden getrennte Wege gingen. Den Grund allerdings fand total bescheuert und machte das Bild über Lily endgültig kaputt. Um nicht alles zu Spoilern werde ich darauf aber nicht näher eingehen. Die Nebendarsteller waren in dem Buch aber sehr passend Gewählt und wurden an den richtigen Stellen zum Einsatz gebracht. Auch die Hintergrundgeschichten von Cameron und Lily passten sehr gut.

Mein Fazit:

Die Idee zur Geschichte war ganz schön, die Umsetzung auf jeden Fall ausbaufähig. Gut und gerne hätten dem Buch nochmal die gleiche Seitenanzahl an Handlungen gutgetan um auch die Verbindung der Protagonisten fühlbarer zu machen. So wirkte es wie eine Rohfassung die nochmal überarbeitet werden muss. Ganz überzeugen konnte die Geschichte mich so nicht, aber ein nettes Buch für schnell mal zwischendurch ist es auf jeden Fall.

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