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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2025

zwischenmenschlich sehr spannend

Ein ungezähmtes Tier
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Ich hab bisher alle Bücher von Autor Joel Dicker gelesen und ich muss sagen, dass dieses hier vielleicht nicht unbedingt mein Lieblingsbuch von ihm ist. Ich bin ja Fan der Bücher in denen sein liberisches ...

Ich hab bisher alle Bücher von Autor Joel Dicker gelesen und ich muss sagen, dass dieses hier vielleicht nicht unbedingt mein Lieblingsbuch von ihm ist. Ich bin ja Fan der Bücher in denen sein liberisches Pendant vorkommt, trotzdem mochte ich auch hier wieder die Figurenzeichnungen, die Beziehungsgefüge und zwischenmenschlichen Spannungen. Das war alles wieder sehr dicht und hat mir entsprechend gut gefallen.

Der Fall ist dieses Mal etwas undurchsichtiger, als man das vllt von Dicker kennt. Es ist zwar von Beginn an klar, dass es sich um einen Raubzug handelt, aber der Countdown, der auf den Coup hinzählt, wird immer wieder unterbrochen. Und lange Zeit steht der Fall auch so ein bisschen im Hintergrund.

Stattdessen steht das Ehepaar Braun im Fokus, ihre glamouröses Leben, ihre Beziehung und die voyeuristische Besessenheit ihres Nachbarn. Teilweise wirkte ganz etwas plump, aber als Gesamtkonstrukt funktioniert es. Vor allem als dieser Blender von Polizist dann doch einen vermeintlichen Treffer landet.

Es geht viel um Täuschung, um den schönen Schein, die Jagd nach einem Kick und Besessenheit mit etwas, das man nicht haben kann. Facettenreich erzählt Dicker von Begierde und Gier, von Leidenschaft und Leid. Und auch wenn ich den Plot teilweise nicht 100% überzeugend fand, so weiß Dicker einfach zu erzählen.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Zwischen Lachen und Verzweiflung

Geht so
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Das Cover hat mich hier sofort angesprochen, gibt es meinen eigenen Gefühlszustand an manchen Tagen doch perfekt wieder. Generell habe ich mich in dieser Geschichte und dieser Protagonistin sehr oft selbst ...

Das Cover hat mich hier sofort angesprochen, gibt es meinen eigenen Gefühlszustand an manchen Tagen doch perfekt wieder. Generell habe ich mich in dieser Geschichte und dieser Protagonistin sehr oft selbst wiedergefunden. Ich verstehe warum dieses Buch in Spanien so durch die Decke gegangen ist und hoffe, dass die Autorin bald nachlegt, wenn ich brauche unbedingt mehr von ihr.

Ich finde die Arbeitswelt, der Leistungsdruck und die „Fake it till you make it“-Mentalität werden hier gut und realistisch wiedergegeben. Ähnlich wie die Protagonistin kennt vermutlich ein Großteil der Leser die beruflichen Überforderungen, die den Eindruck vermitteln, man würde nur „Erwachsene spielen“, aber das würde dann auch langsam mal reichen.

Es ist eine Geschichte mit viel Wahrheit, die diese aber in angenehm bösen Witz verpackt und sich spielerisch zwischen Amusement und Burn Out bewegt. Es ist einfach wahnsinnig unterhaltsam der Protagonistin dabei zuzusehen, wie sie sich durch die Arbeitslandschaft mogelt.

Ich fand die Geschichte einfach genial geschrieben. Sehr nahbar und authentisch, aber eine Prise drüber mit überspitztem Humor, der trotzdem nicht verbirgt, dass es hier um ein reelles, ernstes Thema geht.
Einfach großartig, ich habe die Seiten quasi inhaliert und konnte gar nicht genug davon bekommen

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Die Facetten von Trauer

Endlosschleifentage
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„Endlosschleifentage“ war ein Buch, das mich zur passenden Zeit gefunden und mich auf verschiedene Art angesprochen hat. Trauer ist etwas super individuelles und daher finde ich das immer schwer authentisch ...

„Endlosschleifentage“ war ein Buch, das mich zur passenden Zeit gefunden und mich auf verschiedene Art angesprochen hat. Trauer ist etwas super individuelles und daher finde ich das immer schwer authentisch abbildbar. Aber dieses Buch schafft da einen geschickten Spagat und bildet einfach verschiedene Facetten von Trauer ab, was ich gut gemacht fand.

Der Einstieg in die Geschichte war ungewöhnlich, aber sehr passend: sie beginnt auf einem Friedhof. Und zwar mit einer ziemlich unkonventionellen Begegnung- kann es Meet-Cutes bei Beerdigungen geben? Man weiß es nicht. Und trotzdem ist das der Beginn von etwas. Das hier ist keine Liebesgeschichte, es ist aber auch keine klassische Trauergeschichte. Viel mehr ist es eine Geschichte über zwei Freundschaften, drei Leben, Vergangenheit und Gegenwart und eine Zukunft, die man ohne diejenigen bestreiten muss, die man liebt.

Ich fand das Beziehungskonstrukt David-Katha-Kinga eher undurchsichtig. Was David und Kinga haben wirkte in der Gegenwartshandlung sehr wertvoll, während die gemeinsame Vergangenheit hauptsächlich von Katha und einer gegenseitigen Entfremdung geprägt war. So ein bisschen hat mir hier der rote Faden gefehlt worauf das ganze hinauslaufen soll. Andererseits hat das Leben ja auch keinen roten Faden, also durchaus auch irgendwie authentisch.

Den Erzählton mochte ich sehr, eher ruhig und gefestigt, aber geprägt von Davids kleinen Ausbrüchen. Es werden hier insgesamt ein paar schöne Szenen und Bilder geschaffen und vor allem das Geschwisterpaar Marie und Franz, die anfangs noch etwas deplatziert wirkten, tragen erheblich zur Leichtigkeit und zum Unterhaltungswert der Geschichte bei.

Ich habe mich an einigen stellen im Buch tatsächlich auch ertappt gefühlt und mich in bestimmten Verhaltensmustern von David und Kinga wiedergefunden, was die Geschichte für mich einfach sehr nahbar gemacht hat. Hat mir unterm Strich gut gefallen, auch wenn einiges eher offen bleibt und es keinen klaren Abschluss gibt.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Dieses Buch macht mich fertig

Beneath Broken Skies
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Also zuerst mal: die gesamte Aufmachung des Buches ist einfach ein Traum- super liebevoll und detailreich, einfach auch perfekt zur Geschichte passend. Und wie cute ist bitte dieses Verlags-Setting. Liebe ...

Also zuerst mal: die gesamte Aufmachung des Buches ist einfach ein Traum- super liebevoll und detailreich, einfach auch perfekt zur Geschichte passend. Und wie cute ist bitte dieses Verlags-Setting. Liebe alles daran, vor allem dass Maddie so sehr in diesem Job aufgeht und Bücher für sie ein zu Hause sind. Fühle ich sehr und das macht mir Maddie direkt auch super sympathisch.

Wes hingegen ist so ein bodenloser Vollidiot. Finde das immer so schade, dass die meist meister eher weniger qualifizierten Männer immernoch bei Romance so in den Vordergrund gepackt werden. Wes wächst zwar im Laufe der Geschichte an seinen Aufgaben, aber grade zu Anfang fand ich sein sehr fragiles Männerego echt furchtbar.
Und wahrscheinlich ist das eine unpopular opinion, aber bin kein Fan davon, wie oft sich Maddie in seine Arme werfen will. Die kriegt ihr Leben doch auch super allein gemeistert, wieso immer dieser verklärte Blick auf starke, rettende Männerarme?!

Vielmehr hat mich von Beginn an interessiert was mit Adam passiert ist. Was war das Streitthema, wovor ist er geflüchtet? Ein bisschen was schwingt da ja immer so mit, sodass man sich schon einen Teil der Story denken an. Aber es wird halt nie klar thematisiert. Und als man dann endlich denkt, dass man ein paar Antworten bekommt, gibt es nochmal einen riesigen Twist und das Buch ist zu Ende. Ich fass es nicht. Ich will jetzt sofort Band 2!

Also ja, bisschen kitschig, aber gleichzeitig auch sehr cool und catchy.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

etwas drüber aber sehr unterhaltsam

Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah
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Jonas Jonasson ist für mich einer dieser Autoren, der einfach einen grandiosen, absolut genialen Erstling hatte und danach für mein Empfinden nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen konnte. Das mag auch ...

Jonas Jonasson ist für mich einer dieser Autoren, der einfach einen grandiosen, absolut genialen Erstling hatte und danach für mein Empfinden nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen konnte. Das mag auch daran liegen, dass der Autor bei all seinen Büchern ein sehr ähnliches Konzept fährt, was irgendwann einfach nicht mehr den selben Unterhaltungswert hat.

Nun hat mich aber die Kombination aus Cover und Titel dieses neuen Buches doch wieder irgendwie angesprochen, sodass ich mir das Buch gekauft habe. Und muss sagen: zur Abwechslung war ich mal wieder positiv überrascht. Auch hier: das Konzept im Vergleich zu den vorherigen bleibt sich treu, aber die Kombination aus Charakteren fand ich furchtbar charmant und hab es sehr genossen.

Was maßgeblich zum Unterhaltswert beiträgt, ist die Fehde mit dem ansässigen Grafen. Die Charaktere werden hier natürlich wieder sehr überspitzt dargestellt: während unser Schwarzbrenner findig, intelligent und charismatisch ist, scheint der Graf ein kurzsichtiger, dröger Charakter zu sein, der allein aufgrund seiner Position die ihm unterstellten schamlos ausbeutet. Und dadurch macht es natürlich Spaß der Truppe rund um Algot dabei zu verfolgen, sie sie ihm Grafen auf der Nase herumtanzen.

Neben Algot selbst war Anna Stina, die Tochter des Drucker, meine absolute Lieblingsfigur. Ich mochte, wie sich den gängigen Konventionen, die von ihrem Geschlecht erwartet wurden, bricht und ein sehr selbstbestimmtes Leben führt und auch die Männer in ihrem Leben damit völlig im Griff hat.

Das Buch ist wieder gut geschrieben, keine Frage. Liest sich einfach ganz fabelhaft. Aber die Story selbst war mir auch hier wieder einen Ticken too much. Hat halt immer so einen Art märchenhaft verklärten Charakter.

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