Emotional an allen Stellen unzureichend
Crash TestPitched als Red, White & Royal Blue trifft F1? Ja, bitte – dachte ich zumindest. In der Umsetzung war das Ganze dann aber eher ein Crash Test im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Problem: Wir verbringen quasi ...
Pitched als Red, White & Royal Blue trifft F1? Ja, bitte – dachte ich zumindest. In der Umsetzung war das Ganze dann aber eher ein Crash Test im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Problem: Wir verbringen quasi keine Zeit damit, Travis und Jacob beim Verlieben zuzusehen. Stattdessen liegt Jacob die halbe Handlung im Koma, während Travis in Rückblenden über ihre Beziehung nachdenkt. Als Jacob dann endlich aufwacht, sind die beiden entweder die meiste Zeit getrennt oder es gibt es kaum emotionale Tiefe, sondern ein „ach ja, wir lieben uns wohl immer noch“.
Strukturell war das Buch ebenfalls ein ziemliches Chaos: drei Sektoren (immerhin ein F1-Wortspiel), komplett unterschiedliche POV-Aufteilungen, null Flow. Das meiste wurde in Rückschauen erzählt statt gezeigt – und so blieb die Beziehung leer und spannungslos.
Jacob selbst war für mich eine wandelnde Redflag: homophobe Eltern, keine klare Entschuldigung, null echte Reue. Travis wirkte zwar sympathischer, hatte aber auch wenig Biss und ließ sich alles gefallen. Emotionaler Payoff? Fehlanzeige.
Positiv hervorheben möchte ich immerhin die Grundidee: ein queeres, geheimes Verhältnis in der Welt des Motorsports hätte richtig spannend werden können. Die ersten Krankenhaus-Szenen hatten auch tatsächlich Gewicht.
Das Hörbuch war ordentlich eingesprochen, aber da hörte es dann leider auch schon wieder auf. Der Sprecher von Travis ist leider vieles, nur nicht gut darin, Emotionen rüber zu bringen. Bereits zu Beginn hatte ich mich über die Wahl der beiden Sprecher gewundert, die afaik beide noch keiner Romance ihre Stimme geliehen hatten - und das merkt man leider auch. Schade, denn oft genug können gute Sprecher:innen einen mittelmäßigen Plot ausgleichen.