Ambrogio unter Verdacht
Der Schädel von Sant'AbbondioIm bereits 4. Fall muss Dolmetscherin Moira aus privaten Gründen ermitteln. Denn als der Hund ihrer Tochter Luna bei der Weinlese einen alten Schädel ausgräbt, stellt sich schnell heraus, dass der Tote ...
Im bereits 4. Fall muss Dolmetscherin Moira aus privaten Gründen ermitteln. Denn als der Hund ihrer Tochter Luna bei der Weinlese einen alten Schädel ausgräbt, stellt sich schnell heraus, dass der Tote ein Jugendfreund ihres Vaters Ambrogio war. Dieser verschwand bereits vor 40 Jahren und während ihn alle erfolgreich in Amerika wähnten, ist er vor seiner Abreise zum Schrecken aller offenbar in Montagnola ermordet worden. Obwohl Mord im Tessin bereits nach 30 Jahren verjährt und die Polizei keine Ermittlungen anstellt, gerät Ambrogio als Verdächtiger ins Kreuzfeuer des Dorfklatsches und wird von allen geschnitten. Moira kann dies nicht auf sich beruhen lassen und beginnt mit ihren eigenen Nachforschungen. Dabei wirbelt sie ordentlich Dreck auf und macht viele Menschen nervös…
Auch der neueste, diesmal sehr persönliche Fall für Moira Rusconi hat mir wieder gut gefallen. Von Beginn an hatte ich das Gefühl, zu „alten Bekannten“ zurückzukehren, und ich habe mich sehr gefreut, viel über das Privatleben meiner Lieblingsfiguren zu erfahren. Vor allem die Weiterentwicklung der einzelnen Charaktere und deren Beziehungen zueinander begeistert mich bei dieser Krimireihe sehr und ist der Hauptgrund, warum ich die Serie stets weiterverfolge! Dabei blieben der private Anteil sowie der Kriminalfall in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Da die Ermittlungen diesmal weniger professionell und verlangsamt voranschritten, weil die Polizei erst spät mit an Bord kam, gab es in diesem Roman keine übermäßige Spannung, die mich den Atem anhalten ließ. Erst zum Schluss gab es einen actionreichen Showdown, der für einen Peak im sonst eher flachen Spannungsbogen sorgte und mich um eine meiner Lieblingsfiguren bangen ließ. Der Autorin ist es aber auch diesmal wieder hervorragend gelungen, die Atmosphäre einzufangen: Die Stimmung im Dorf wirkte bisweilen düster und bedrohlich, lediglich durch kurze Momente des Lichtblicks durchbrochen, in denen Moira aus dem Alltag flüchtet und z.B. einen Kurztrip mit Partner Luca macht. Ich konnte überhaupt nicht vorhersehen, was und wer hinter dem Mord steckte, was mich sehr begeisterte. Nun freue ich mich schon jetzt sehr auf den nächsten Band, um zu erfahren, wie es mit Moira & Co weiter geht!