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Veröffentlicht am 29.03.2025

Die Party

Die Yacht
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Hannah und ihre Freundinnen Libby und Maggy treffen sich zur Sylvester Party auf einer Yacht in Südfrankreich. Dabei ist auch der Mann von Libby, Olly, die die Party auf ihrer Yacht ausrichten. Auch der ...

Hannah und ihre Freundinnen Libby und Maggy treffen sich zur Sylvester Party auf einer Yacht in Südfrankreich. Dabei ist auch der Mann von Libby, Olly, die die Party auf ihrer Yacht ausrichten. Auch der Mann von Maggy, Leon, ist dabei und Harry ein Freund von Hannah. Hannah ist die, die noch arbeiten muss und so direkt mit ihrem Auto zur Party fährt. Um nicht zu deutlich zu machen, dass sie nicht so viel Geld hat, besorgt sie sich noch ein neues Cocktailkleid. Die Party fängt auch mit viel Alkohol an und auch Drogen sind im Spiel. Als dann Leon, zugedröhnt wie er ist, sich an Hannah heranmacht, hat diese genug und geht ins Bett. Am anderen morgen erleben sie und die anderen Teilnehmer eine böse Überraschung.
Der Thriller „Die Yacht“ von Sarah Goodwin ist wie ein Theaterstück aufgebaut, sechs Menschen, die sich eigentlich gut kennen und auch befreundet sind auf engstem Raum zusammen. Und feiern eine Party, die am Ende eskaliert. Der Roman ist sehr gut aufgebaut, denn es fängt alles ganz harmlos an. Es treffen sich drei Schulfreundinnen zu einer Party, zwei sind in die Upper Class gerutscht durch ihre Männer und dann ist da noch das Aschenputtel und ein Freund von ihr. Der Thriller wird aus der Sicht des Aschenputtels, Hannah, erzählt. Man erfährt ganz genau durch welches Wechselbad der Gefühle Hannah läuft. Eigentlich möchte sie gar nicht da sein, aber das geht ja nun mal nicht, da das Boot auf dem Meer treibt. Das ist eine ganz große Herausforderung für die sechs und die Gefühle zueinander schwappen über und es ist nichts mehr, wie es war. Die Autorin verarbeitet einige wirklich brisante Themen in diesem Buch, die Schichtzugehörigkeit, die scheinbaren Freundschaften, die eigentlich nur Fassade sind. Die Spannung leitet sich aus der Erzählperspektive ab und das, was die Hauptperson alles erlebt. Das alles hat sicherlich den Namen Thriller auch verdient und zum Ende steigt die Spannung noch uns hält überraschendes parat.
Ich habe ein wenig gebraucht, um mich in diesem Thriller zu Recht zu finden. Doch am Ende muss ich gestehen, er hat mich gefesselt von seiner Sprache und den Entwicklungen, die er nimmt. Ich finde es hat viel von einem Psychothriller, wenn man die Situation auf der Yacht zugrunde legt. Also am Ende kann ich eine Leseempfehlung aussprechen und auch mir hat es unter dem Strich sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Vorbereiten auf die Pandemie

Überleben ist alles
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Die Covid Pandemie ist vorbei, doch Ed hat sich schon auf die nächste Pandemie vorbereitet, die seinen Informationen nach kurz bevorsteht. Um seine Kinder zu retten, entführt er sie von zu Hause, ohne ...

Die Covid Pandemie ist vorbei, doch Ed hat sich schon auf die nächste Pandemie vorbereitet, die seinen Informationen nach kurz bevorsteht. Um seine Kinder zu retten, entführt er sie von zu Hause, ohne ihrer Mutter etwas davon zu erzählen. Er nimmt Hayley und Ben mit in sein Lager, das weit außerhalb der Zivilisation liegt. Außer Ed und den Kindern leben dort noch Meg und ihr Sohn Danny, Ray und den Außenposten bewacht Kade. Sie sind irgendwo in den Wälder Schottlands und gerade für Hayley ist es schwierig, ohne ihre gewohnten Kontakte mit ihren Freundinnen zu sein. Auch möchte sie ihrer Mutter Bescheid sagen, doch es gibt kein Netz, nur das Überlebenshandbuch ihres Vaters. Die Stimmung unter den Bewohnern des Camps wird immer aggressiver zu Hayley, Wie die Zukunft aussieht, ist für Hayley noch nicht fassbar.
„Überleben ist alles“ von Ewan Morrison ist ein etwas anderer Thriller. Es handelt sich um eine Vorbereitung auf eine tödliche Pandemie durch sogenannte Prepper. Der Thriller wird beschrieben aus der Sicht des Hauptcharakters Hayley, einer 15-jährigen Jugendlichen, die durch ihren Prepper Vater aus ihrem normalen Alltag herausgerissen wird. Zusammen mit ihrem Bruder wird sie in die Gemeinschaft um ihren Vater eingeführt wird. Ihre Gefühlswelt wird sehr eindringlich beschrieben und ich kann mir das sehr gut vorstellen. Diesen Thriller macht auch die genaue Beschreibung aus dem Prepper Handbuch von Hayleys Vater Diese Beschreibungen sind sehr deutlich und man könnte es eigentlich an die Seite legen, wenn denn mal wieder eine Pandemie kommt. Doch das Handbuch ist schon ganz schön krass und die Themen ebenfalls. Es wird an alles Gedacht von Einlagerung von Lebensmitteln und Medikamenten und anderen. Aber auch wie man mit Kontaminierten und Verletzten umgeht. Ich konnte mich sehr gut in das Buch einlesen, aber es ist richtig krass. Die Sprache ist durch aus verständlich und direkt.
Ich fand dieses Buch interessant, aber auch sehr verrückt für mich. Ich habe schon von Preppern gehört und ich finde sie sehr schräg. Genauso ist das Buch, schräg. Trotz alledem gab es nur einige Stellen, die nicht so interessant waren. Ein Pandemie Thriller, der ungewöhnlich ist, aber schon verständlich.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Der wertvolle Kelch

Campion. Tödliches Erbe
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Albert Campion ist Detektiv dessen neuester Auftrag sich mit dem Schutz des Gyrth Kelchs beschäftigt. Er hat den jüngsten Spross der Gyrths in London getroffen und ihn nach Sanctuary, aufs Land, begleitet. ...

Albert Campion ist Detektiv dessen neuester Auftrag sich mit dem Schutz des Gyrth Kelchs beschäftigt. Er hat den jüngsten Spross der Gyrths in London getroffen und ihn nach Sanctuary, aufs Land, begleitet. Er ist einer Gruppe auf der Spur, die wertvolle Kunst für ihre Mitglieder raubt. Der Kelch der Gyrths gehört dazu. Dieser ist wichtig für die Familie für ihre Reputation und wird am 25. Geburtstag an den Erben weitervererbt, der dann auf den Kelch aufpassen soll. Als er auf dem Land ankommt, bemerkt er das schon zwielichtige Gestalten sich in der Nähe des Kelches aufhalten. Dann stirbt auf einmal Val Gyrths Tante und die Frage ist natürlich, ob das etwas mit dem Kelch zu tun hat. Doch Campion wäre nicht ein super Detektiv, wenn er nicht schon eine Spur hätte.
„Campion – Tödliches Erbe“ ist ein Kriminalroman von Margery Allingham, der in England und dort vor allem in Adelskreisen Ermittlungen anstellt. Das wird auch schon auf dem Cover deutlich, wo eine Lupe ein Adelshaus in den Fokus nimmt, genauso wir zwei Gruppen, die die Autorin im Rennen hat. Campion und die Verteidiger des Kelchs sind gut aufgestellt. Es sind Val und seine Schwester, aber auch der Professor Cairy, der immer im richtigen Moment auftaucht. Die Autorin hat aber auch ein sehr robustes Team des Geheimbundes aufgestellt, die unsere Verteidiger richtig fordern. Das Ganze unterstützt die Autorin mit einer sehr gehobenen Sprache, die sich an die Adeligen anpasst für die Campion mit einer großen Schlitzohrigkeit arbeitet. Die Spannung ist relativ, denn man weiß es passiert etwas, aber es ist immer ein bisschen mit der Handbremse, obwohl der Spannungslosen gut gelungen ist. Auch an überraschenden Wendungen fehlt es dem Krimi nicht.
Mein Fazit ist nicht ganz auf der Seite der Autorin, aber auch wieder doch. Es fehlt ein wenig an Spannung, aber trotzdem ist es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Es sind schöne Wendungen dabei, aber manche sind vorhersehbar. Trotzdem kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne Krimis aus England mit Adelsbeteiligungen liegt. Einen weiteren Krimi der Autorin werde ich sicher wieder in die Hand nehmen und lesen.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Gefährliche Frauen

Sing mir vom Tod
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Florida Baum ist eingesperrt in das Frauengefängnis in Arizona, wo sie eine Strafe für Mittäterschaft an einem Überfall abbüßt. Bei dem Überfall wurden Menschen getötet, doch sie hat die Schuld für die ...

Florida Baum ist eingesperrt in das Frauengefängnis in Arizona, wo sie eine Strafe für Mittäterschaft an einem Überfall abbüßt. Bei dem Überfall wurden Menschen getötet, doch sie hat die Schuld für die Morde ihrem Komplizen in die Schuhe geschoben. Sie ist eine Tochter aus gutem Haus, doch sie ist in die Drogenkarriere abgerutscht. In dem Frauengefängnis trifft sie auf Dios Sandoval, die es nicht ausstehen kann, das Florida sich als Opfer darstellen möchte. Sie provoziert Floride, wo sie nur kann, doch als sie dann eine weitere Insassin angreift, wird die Verbindung zwischen den beiden sehr aggressiv. Der Höhepunkt ist dann bei einem Stromausfall der Mord an einer Mitinsassin. Doch trotz alledem wird Florida auf Bewährung entlassen, aber Dios ist ihr auf den Fersen.
„Sing mir vom Tod“ von Ivy Pachoda ist ein sehr bemerkenswerter Thriller über Kriminelle Frauen. Die Sprache, die die Autorin anwendet, ist sehr direkt und sehr bildhaft, denn man kann sich die Situation im Frauengefängnis sehr gut vorstellen. Es ist fast ein Psychokrieg zwischen den beiden Frauen im Gefängnis. Die Atmosphäre ist voller Gewalt und Aggression, die nicht nur von den Insassinnen, sondern auch von dem Personal, ausgeht. Es sind einige Beispiele sehr drastisch beschrieben und so können sich die Leser*innen diese Atmosphäre fast spüren. Auch die Polizistin, die ihnen nach der Entlassung auf der Spur ist, hat auch eine gewisse Aggressivität in sich. Doch sie ist sehr ambivalent beschrieben, zwischen Privatleben und Beruf. Auch nachder Entlassung ist die Situation bei Florida und Dios sehr explosiv. Die Autorin lässt zur Erklärung und Beschreibung der Situation auch eine Mitgefangene, Kace, sprechen, so dass nicht nur Dios, Florida und Lobos, die Polizistin, zu Worte kommen. Die Spannung fängt schon beim Cover an, das in gelb gehalten ist mit einem brennend roten Ball der Sonne, in die zwei
typische Bäume der Region abgebildet sind. Die Sprache heizt die Spannung bis zum Ende an.
Dieser Thriller ist mit seiner Geschwindigkeit und der Dichte der Erzählung empfehlenswert. Er behandelt sehr interessante Themen und spielt in der Pandemie, was dem Ganzen in meinen Augen noch einen interessanten Drive gibt.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Kostbarer Marmor

Ein Schimmern am Berg
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Am Morgen nach einem Konzert im Marmorbruch von Laas wird eine Frau tot aufgefunden, die verstümmelt wurde. Commissario Grauner nimmt die Ermittlungen auf und es stellt sich heraus, dass die Tote eine ...

Am Morgen nach einem Konzert im Marmorbruch von Laas wird eine Frau tot aufgefunden, die verstümmelt wurde. Commissario Grauner nimmt die Ermittlungen auf und es stellt sich heraus, dass die Tote eine bekannte Bildhauerin aus dem Ort war. Außerdem findet der Commissario heraus, dass es wohl einen Streit zwischen den Marillenbauern und dem Besitzer des Marmorbruchs gekommen war. Er findet mit Marillen beschmierte Blöcke, die dann auch noch mit vergifteten Marillen verunreinigt wurden Der Staatsanwalt Belli hatte sich bei dem Verzehr vergiftet. Doch was hatte das alles mit der Toten zu tun. Außerdem führte eine Spur nach New York und es war gut, dass sich Ispettore Saltapepe und Grauners Assistentin Tappeiner in Amerika aufhielten und dem Commissario helfen konnten.
„Ein Schimmern am Berg“ von Lenz Koppelstädter ist ein spannender regionaler Krimi aus Südtirol, der ein interessantes Thema bearbeitet. Gerade d ei Bereiche Wirtschaft, hier Marmorabbau, und Landwirtschaft, hier Marillenanbau, sind ein dankbares Thema für einen Krimi. Das Cover hat nur bedingt mit dem Thema zu tun, zeigt aber die schöne Hochgebirgslandschaft Südtirols und auch deren Kargheit. Die Hauptperson Commissario Grauner ist ein alter Hase im Geschäft und kennt viele Menschen und weiß mit ihnen umzugehen. Es ist in dieser Region sicher nicht einfach und da ist die Darstellung des einheimischen, bodenständigen Polizisten sehr gut gewählt. An seiner Seite steht der Staatsanwalt Belli, der auch sehr pragmatisch handelt und so sind die beiden hier ein gutes Team. Die weiteren wichtigen Personen in diesem Krimi, sind die beiden Menschen, die sich auf einer Reise in die USA befinden und dort auch heiraten. Der Autor baut dies geschickt in die Handlung ein und auch dieser Zweig steigert die Spannung des ganzen Krimis. Der Spannungsaufbau ist dem Autor sehr gut gelungen und er führt beide Erzählstränge am Ende gut zusammen.
Ich mag diese Art Krimis, die einen sehr guten Einblick in die Region und deren Besonderheit aufzogen. Auch dieses Thema ist für mich interessant, da es den Blick auf die Region noch mal vertieft. Ich kann diese Buch gut empfehlen.

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