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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Mord im Altersheim

Betreutes Morden
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
In einer feudalen Seniorenresidenz wird ein Insasse ermordet. Der Verdacht fällt schnell auf Carol, da sie eine Serienmörderin ist und damit eine lange Vorgeschichte ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
In einer feudalen Seniorenresidenz wird ein Insasse ermordet. Der Verdacht fällt schnell auf Carol, da sie eine Serienmörderin ist und damit eine lange Vorgeschichte in der Beseitigung missliebiger Zeitgenossen hat. Doch Carol beginnt um ihre Rehabilitierung zu kämpfen... und auch um ihre neu gewonnenen Freunde, die sie nicht verlieren möchte.

Mein Eindruck:
Krimis mit älteren Protagonisten in Seniorenheimen sind beliebt und Fergus Craig versucht, auf diesen Zug aufzuspringen, - leider verpasst er dabei das Trittbrett. Denn was vielleicht als "überspitzt" gemeint war, ist vor allen Dingen eins: Immer einen Hauch "too much". Sind es die exzessiv beschriebenen Szenen körperlicher Liebe im Alter, sind es die Übertötungen, die Masse an sich in unterschiedlichster Weise schlichtweg widerlich verhaltenen Männern, die möglicherweise die Morde als "gerechtfertigt" darstellen sollen? Für einen schwarzhumorigen Krimi ist die Geschichte nicht spannend genug, für einen Cosy Crime zu blutig und für eine Denksport-Aufgabe zu leicht lösbar. Einzig die gut gewählte Erzählstimme Manon Strachés macht einen positiven Eindruck, - doch das reicht leider nicht aus.

Mein Fazit:
Not my cup of tea

Veröffentlicht am 25.01.2026

Zu altbacken

Eingeschneit mit einem Mörder
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Zum Inhalt:
Das Wetter sorgt dafür, dass eine durchaus gemischte Gruppe von Menschen in einem Gasthaus strandet. Als ein Diebstahl von kostbaren Juwelen und sogar ein Mord passieren, ist klar, dass ein ...

Zum Inhalt:
Das Wetter sorgt dafür, dass eine durchaus gemischte Gruppe von Menschen in einem Gasthaus strandet. Als ein Diebstahl von kostbaren Juwelen und sogar ein Mord passieren, ist klar, dass ein Mörder unter ihnen ist. Das Misstrauen und die Angst wachsen, auch weil nur ein Dorfpolizist vor Ort ist und die Verstärkung es nicht durch den Schnee schafft.

Mein Eindruck:
Zwar ist die Autorin ein Teil des "goldenen Zeitalters" der Kriminalliteratur und laut Begleittexten Inspiration von Agatha Christie gewesen, doch ihr Buch ist weit entfernt von der Güte der Letzteren. Es gibt Teilstücke, die einen gewissen Charme versprühen, wenn sich zum Beispiel die Upper Class blamiert oder Gigolos die Haare machen. Doch in der Hauptsache hat man das Gefühl, als ob die Herren die ganze Zeit auf der Jagd nach einem Phantom sind und niemals schlafen, da sie durch die Gänge hetzen und Türen schließen. Warum jedoch zum Beispiel eine Person, die ein wichtiger Zeuge ist, über ihre Entdeckung schweigt, erklärt die Autorin ebenso wenig schlüssig wie sie ihren Charakteren Farbe verleiht. Zum Schluss sind dann zwar die Wege wieder frei, die Polizei vor Ort und Mord und Diebstahl aufgeklärt, doch diese Aufklärung ist in Teilen für Leser der heutigen Zeit unbefriedigend.

Mein Fazit:
Gepflegte Langeweile

Veröffentlicht am 16.09.2025

Po(p)pcorn

Their Girl
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Virginie lebt einsam und allein in einer Villa, ihren Vater kennt sie nicht und ihr Weg in die Außenwelt findet über das Internet, Bücher und Pornos statt, ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Virginie lebt einsam und allein in einer Villa, ihren Vater kennt sie nicht und ihr Weg in die Außenwelt findet über das Internet, Bücher und Pornos statt, die sie sich von dem Sicherheitschef besorgen lässt. Als sie, um ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, drei Callboys engagiert, ahnt sie nicht, dass diese in Wirklichkeit Auftragskiller sind, die eine Rechnung mit ihrem Vater offen haben. Diese Rechnung soll Virginie bezahlen.

Mein Eindruck:
Nun gut, dass dieses Buch abstruse Fiktion ist, lässt sich schon beim Blick in den Klappentext erahnen. Dass es aber dermaßen jede Glaubwürdigkeitsgrenze im Überschall nimmt, ist schwer zu fassen, doch diesem Hörbuch gelingt es mühelos. Dabei beherrscht die Sprecherin durchaus das Unbedarfte der Protagonistin, während der Sprecher an der Zerrissenheit der männlichen Charaktere eher scheitert. Immerhin soll es sich um Killer handeln, doch ihm gelingt nur darzustellen, dass die vier gebrochene Seelen sind.
Was allerdings wirklich sprachlos zurücklässt, ist die Charakterzeichnung der Figuren, denn auch wenn es hauptsächlich um Sex geht, bemüht sich die Autorin darum, den fünf Menschen Beweggründe für ihr Tun zu geben. Doch welche das auch sind, - die Figuren agieren nicht glaubhaft. Nein, es passt nicht, dass eine 22jährige Jungfrau das perfekte Betthäschen für mehrere Männer ist, dabei weder Scheu vor Demütigung und Zurschaustellung zeigt und zwar egal, wie viele Pornos sie gesehen hat. Und nein, es passt auch nicht, dass die so wahnsinnig gutaussehenden Bad Boys einerseits zärtlich sind, Fitzek kennen (ja, garantiert DER Autor, den man in den Vereinigten Staaten so liest) und Virginie dann die Hölle und einen grausamen Tod wünschen. Das ist dann nicht nur eine Spur zu viel. Der Cliffhanger zum Schluss soll auf die Fortsetzung anfüttern. Wer es mag...

Mein Fazit:
Für Menschen, die Unterhaltungsliteratur für Erwachsene lesen/hören wollen und an einem Minimum an Handlung interessiert sind, egal wie dürftig das ist

Veröffentlicht am 29.03.2025

Abklatsch

Die Yacht
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Zum Inhalt:
Ihre Freunde haben es im Gegensatz zu Hannah geschafft - Mags und Libby (beide verheiratet) schwimmen im Geld und Harry startet mit seiner Kunst durch. Als Hannah mit ihnen und den zwei Gatten ...

Zum Inhalt:
Ihre Freunde haben es im Gegensatz zu Hannah geschafft - Mags und Libby (beide verheiratet) schwimmen im Geld und Harry startet mit seiner Kunst durch. Als Hannah mit ihnen und den zwei Gatten der Frauen auf einer Yacht den Jahreswechsel feiert, ahnt sie nicht, dass das Boot am nächsten Morgen auf dem Meer treibt - ohne funktionierendes Funkgerät, Rettungsbooten und mit wenig Proviant. Ein Kampf um das Überleben beginnt - mit- und gegeneinander.

Mein Eindruck:
Diese Geschichte erinnert leider zu sehr an den Erstling von Sarah Goodwin "Stranded", denn auch hier muss ein hässliches, ungeliebtes Entlein in einer vor allen Dingen von toxischen, hinterlistigen und gewalttätigen Männern ohne Skrupel bevölkerten Umgebung um sein Leben kämpfen. Für Menschen, die mit diesem Buch beginnen, ist es dank des guten Schreibstils deshalb eher ein Genuss als für die Leser, die "Stranded" kennen.
Die beiden Ehepaare sind sehr negativ gezeichnet, die Männer übergriffig und brutal, die Frauen nur an Äußerlichkeiten interessierte Weibchen. Dass insbesondere bei den beiden Männern überhaupt keine Verinnerlichung der schlechten Situation stattfindet und - ganz im Gegenteil - nur Bösartigkeit und Gewalt gepflegt wird, ist auch für ein fiktionales Werk irgendwann ermüdend und nicht ernst zu nehmen. Nach einem vorgezogenen Showdown wird der Überlebenskampf sogar ein bisschen zäh und dadurch langweilig - das Ende wird herbeigesehnt. Dabei gelingt der Autorin noch ein Twist, das Buch rettet sich jedoch nicht mehr wirklich. Schade.

Mein Fazit:
Eine Kopie des Erstlings, beim nächsten Mal hoffentlich wieder ein Original

Veröffentlicht am 07.01.2025

Huch

Mord auf Hohenhaus
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Zum Inhalt:
In einem Luxushotel in Thüringen finden gleichzeitig ein Forum für Bob Dylan Kenner und eins für einen Schriftsteller statt, an denen der Protagonist des Krimis(?) interessiert ist. Als plötzlich ...

Zum Inhalt:
In einem Luxushotel in Thüringen finden gleichzeitig ein Forum für Bob Dylan Kenner und eins für einen Schriftsteller statt, an denen der Protagonist des Krimis(?) interessiert ist. Als plötzlich zwei Leichen auftauchen, eine Frau entführt wird und die Wartburg in Gefahr ist, wird die Größe des Komplotts langsam sichtbar, welches einige Menschen betreiben. Doch zum Glück gibt es jede Menge Teilnehmer, die sich mit Verbrechen auskennen.

Mein Eindruck:
Schon den Inhalt zusammenzufassen, fällt bei diesem Buch sehr schwer. Denn irgendwie ist er das nicht, - zu fassen. Vieles passiert, doch der einzige lose Faden, der hier etwas hält, sind Dylan-Zitate und selbst die wirken bemüht. Für extrem störend halte ich auch, dass die englischen Texte (und davon gibt es einige, zum Teil kompliziert, auch gerne in wörtlicher Rede) nicht übersetzt werden, einfachste französische und schwedische jedoch schon. Ein gewisser Humor ist dem Buch nicht abzusprechen (insbesondere wenn als running gag wieder einmal Jagd auf einen Paparazzo mit einem Hund gemacht wird), aber es ist einfach höchst unbefriedigend, zum Ende eines Textes gelangt zu sein und weder verstanden zu haben, warum zum Beispiel das Entführungsopfer (und auch die Mordopfer) ausgewählt wurden, was die Terror-Gruppe geritten hat und was sie bewirken wollte, und vor allen Dingen, warum es abseits von Frank Schätzing auch noch andere Autoren gibt, die meinen, aus ihrem Protagonisten ein Universalgenie machen zu müssen. Leider damit kein Buch, das man empfehlen kann.

Mein Fazit:
Nur etwas für Dylan-Liebhaber