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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2017

Spannend bis zum Ende ...

In ewiger Schuld
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Die Bücher von Harlan Coben finde ich eigentlich fast immer perfekt und so wurde ich auch in diesem Fall nicht enttäuscht. Seine Thriller sind wirklich etwas Besonderes.
Zunächst wäre da natürlich der ...

Die Bücher von Harlan Coben finde ich eigentlich fast immer perfekt und so wurde ich auch in diesem Fall nicht enttäuscht. Seine Thriller sind wirklich etwas Besonderes.
Zunächst wäre da natürlich der Schreibstil, der toll zu lesen ist … flüssig, mitreißend, atmosphärisch, lebendige Dialoge und anschauliche Beschreibungen der Schauplätze. Auch seine Charaktere haben die nötige Tiefe, damit man eine gute Beziehung zu ihnen aufbauen kann.

In dieser Geschichte geht es um die Ex-Soldatin Maya, deren Mann Joe erschossen wurde. Eigentlich litt sie noch genug unter einem Trauma, das ihr letzter Kriegseinsatz mit sich gebracht hat und jetzt auch noch dieser Schicksalsschlag. Nach der Beerdigung bekommt Maya von einer Freundin eine Nanny-Cam geschenkt. Zunächst ist sie von der Idee nicht begeistert, aber dann siegt die Neugier: sie stellt die Kamera auf. Als sie einige Tage später einmal wieder die Aufnahmen herunterlädt, traut sie ihren Augen nicht: auf dem Film ist ihr verstorbener Mann zu sehen, der mit ihrer Tochter spielt.
Maya beginnt nachzuforschen, findet bald Parallelen zum Tod ihrer Schwester, die ebenfalls vor kurzer Zeit ermordet wurde. Sie sticht damit in ein Wespennest und legt sich auch noch mit Joes wohlhabender, einflussreicher Familie an. Sie bringt sich selbst in große Gefahr, aber sie kann nicht aufhören, bevor sie die Wahrheit ans Licht gebracht hat …

Von der ersten bis zur letzten Seite ist dieser Thriller absolut fesselnd und spannend. Manche Szenen halten vielleicht dem Realitätscheck nicht so stand, aber das ist in dem Genre auch nicht das Hauptkriterium. Insgesamt ist die Story prima durchdacht und die Puzzleteile fallen erst nach und nach an ihren Platz. Man kann durchgehend miträtseln, es bleibt geheimnisvoll bis zum Ende.
Ich kann das Buch nur empfehlen, auch für Leser, die es gerne etwas weniger blutig mögen, denn es geht mehr in die Richtung „Psychothriller“.

Veröffentlicht am 03.09.2017

Kritik spannend verpackt ...

Die Kinder
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Würde ich mir selbst einen Plot für einen Thriller ausdenken müssen, dann wäre er dem von „Die Kinder“ sehr ähnlich. Einzig bei der Opferwahl würde ich etwas selektiver vorgehen, aber eine ordentliche ...

Würde ich mir selbst einen Plot für einen Thriller ausdenken müssen, dann wäre er dem von „Die Kinder“ sehr ähnlich. Einzig bei der Opferwahl würde ich etwas selektiver vorgehen, aber eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik wäre bei mir sicher auch enthalten.

Schon die ersten Seiten haben es geschafft, mich absolut zu fesseln. Das Buch ist durchgehend spannend und wartet mit einigen Überraschungen auf. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Laura Schrader, die von ihrem Ex-Schwager eingeklemmt hinter dem Steuer eines verunfallten Wagens gefunden wird. Im Kofferraum liegt eine entsetzlich zugerichtete Kinderleiche, aber das ist noch der harmlose Teil der Story. Viel mysteriöser sind die mehr als 160 Personen, die spurlos verschwunden sind. Das ganze Dorf, in dem Laura mit ihrer Schwester und deren Tochter Urlaub gemacht hat, ist völlig verlassen.
Der Psychologe Robert Winter soll im Auftrag der Polizei mit Laura Schrader reden, um herauszufinden, was passiert ist. Was sie ihm berichtet, klingt so unglaublich, dass niemand ihr wirklich Glauben schenken mag.

Ein bisschen fällt diese Geschichte schon in die Kategorie „Mystery“, aber lasst euch davon nicht abschrecken, falls ihr normalerweise nicht zu diesem Genre greift. Für zartbesaitete Leser sei noch gesagt, dass es schon recht blutig und grausig zur Sache geht, aber nicht übertrieben in die Länge gezogen, sondern im Rahmen des Nötigen.

Im Vorwort erklärt uns Wulf Dorn, dass vieles in diesem Thriller tatsächlich der Realität entspricht und wenn ihr das Buch gelesen habt, dann werdet ihr es verstehen. Nichts ist erschreckender und grausamer als das echte Leben – zumindest für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite stehen.
Ein Buch, das den Leser nachdenklich zurücklässt – und trotzdem einige Stunden für spannende Unterhaltung sorgt.
Es ist zu wünschen, dass der Autor damit auch etwas bewirken kann.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Ein kleiner Urlaub ...

In tiefen Schluchten
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Als Südfrankreichfan musste ich natürlich diesen Krimi unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist ungekünstelt, toll zu lesen und sehr atmosphärisch.
Besonderen Wert legt die Autorin ...

Als Südfrankreichfan musste ich natürlich diesen Krimi unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist ungekünstelt, toll zu lesen und sehr atmosphärisch.
Besonderen Wert legt die Autorin auf sehr ausführliche Beschreibungen der Landschaft, was ein bisschen wie Urlaub wirkt beim Lesen. Man kann den Mistral förmlich spüren, man ist live dabei, wenn die Hauptperson Tori Godon Wanderungen durch die wunderschöne Gegend des Vivarais unternimmt, man riecht die wilden Kräuter und die Blumen, man schmeckt das köstliche regionale Essen.
Manchmal vergisst man direkt, dass man eigentlich einen Kriminalroman liest, denn die Spannung ist meist nur sehr unterschwellig spürbar, aber durchaus vorhanden. Ein verschwundener Urlauber und ein altes Geheimnis sind die Eckpunkte der Handlung, um die die Autorin eine sehr stimmige Geschichte gewoben hat, in der wir tief in die Vergangenheit der wundervollen Gegend eintauchen dürfen.
Viele Jahrhunderte zurück führt uns Toris Suche nach der Wahrheit, wir erfahren sehr viele Details über die Entstehung mysteriöser Höhlenmalereien, über die Hugenotten und ihre Verfolgung und sogar der Zweite Weltkrieg spielt noch eine Rolle. Eine sehr vielschichtige, interessante Story, die mich sehr gefesselt hat.
Auch die Charaktere fand ich sehr gelungen, allen voran Tori mit ihrer etwas ungewöhnlichen Lebensgeschichte. Sehr viele französische „Originale“, die verschroben und recht speziell wirken, aber einfach perfekt in die Story passen. Und für mich als Hundefreund auch ganz wichtig: July, die treue Begleiterin von Tori, die ich sofort ganz tief ins Herz geschlossen habe.

Diesen sehr unblutigen und fesselnden Krimi mit viel geschichtlichem Hintergrund und wunderschönen Beschreibungen von Land und Leuten kann ich nur weiterempfehlen. Ein kleiner Urlaub, der den Alltag für einige Stunden vergessen macht.

Veröffentlicht am 24.01.2026

Brauchte eine Weile, um rein zu finden ...

Minnesota
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Anfangs tat ich mich sehr schwer mit dem Buch, was vor allem an der Hauptfigur Bob Oz lag, der es einem nicht leicht machte, ihn zu mögen.
Er ist ein Polizist mit einer schweren Vergangenheit (seine Tochter ...

Anfangs tat ich mich sehr schwer mit dem Buch, was vor allem an der Hauptfigur Bob Oz lag, der es einem nicht leicht machte, ihn zu mögen.
Er ist ein Polizist mit einer schweren Vergangenheit (seine Tochter starb) und er benimmt sich wirklich oft sehr unsympathisch, vor allem Frauen gegenüber.
Erzählt wird die Story auf zwei Zeitebenen: im Jahr 2022 durch einen Schriftsteller in der Ich-Form und im Jahr 2016 durch Rückblicke auf die damaligen Geschehnisse.
Den Erzähler konnte ich auch lange Zeit nicht wirklich einordnen. Bis das Gelesene einen Sinn ergab und ich mich langsam mit den Figuren anfreunden konnte, vergingen viele Seiten. Es gelang mir auch nicht, es flüssig zu lesen, weil die Story mich erst einfach nicht fesseln konnte. Deshalb habe ich jetzt auch ungewöhnlich lange dafür gebraucht, normalerweise wäre ich an einem Wochenende fertig.
Man braucht also evtl. ein bisschen Geduld, denn diese wird am Ende wirklich belohnt.

Die Geschichte ist wirklich gut erdacht, wenn man erst mal den Durchblick hat und merkt, dass eine echt spannende Story dahinter steckt.
Bob lässt nicht locker und ermittelt gern etwas außerhalb seiner Zuständigkeiten, er wird im Lauf der Zeit auch immer sympathischer.

Der Gesuchte entpuppt sich auch als sehr spannende Figur und man weiß nicht so recht, was man von ihm halten soll.
Eine Geschichte, in der die üblichen Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Am Ende war ich sehr begeistert von dem Buch und hätte mir gewünscht, ich hätte früher reingefunden, um es schon früher genießen zu können.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Steigert sich langsam ...

Dunkle Sühne
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Die "Will Trent" - Reihe hat mir immer gut gefallen, deshalb war ich sehr gespannt auf den Start einer neuen Reihe.
Leider muss ich aber zugeben, dass ich verhältnismäßig lange gebraucht habe, um wirklich ...

Die "Will Trent" - Reihe hat mir immer gut gefallen, deshalb war ich sehr gespannt auf den Start einer neuen Reihe.
Leider muss ich aber zugeben, dass ich verhältnismäßig lange gebraucht habe, um wirklich warm zu werden mit der Geschichte.
Der Schreibstil war mir etwas zu ausführlich und emotional, es ging gefühlt nicht so richtig vorwärts. Ungeduld stellte sich ein beim Lesen, was zu Längen führte.
Die Figuren blieben mir auch sehr lange fremd, ich habe oft überlegen müssen, wer das nun wieder war, weil ich mir die Protagonisten einfach nicht merken konnte. Normalerweise passiert mir sowas nicht und ich lese auch schneller. Hier war ich wirklich langsam, weil es mir anfangs auch nichts ausmachte, das Buch mal auf die Seite zu legen. Richtig fesselnd wurde es erst am Schluss.
Positiv war, dass man gut miträtseln konnte, was ich auch erfolgreich getan habe. Trotz allem war ich dann aber am Ende über das Ausmaß und die Tragweite der Taten noch einmal echt schockiert und ich hätte das nicht erwartet.
Die Geschichte beginnt eher harmlos, entwickelt sich aber dann zu einem wirklich spannenden Thriller, der Eindruck hinterlässt.
Wenn man dann auch mal mit den Personen vertraut ist und etwas hinter die Kulissen schauen durfte, freut man sich durchaus auf die Aussicht einer Fortsetzung.
Die Thematik (Kindesmissbrauch, Kinderpornografie, Entführung usw.) ist nichts für zartbesaitete Leser, vor allem wenn man sich vor Augen führt, wie real diese Verbrechen leider sind.
Fazit: Am Anfang etwas zäh, dann aber immer spannender mit einem Paukenschlagfinale, freue mich auf Teil 2!

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