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Veröffentlicht am 25.04.2025

Starkes Debüt

Kummersee
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Dreißig Jahre ist es her, dass Lena gemeinsam mit ihrem großen Bruder Tom im Kummersee, nahe ihres Heimatdorfes Horlow schwimmen war. Dabei kam ihr Bruder ums Leben und Lena kann diesen Tag nie vergessen, ...

Dreißig Jahre ist es her, dass Lena gemeinsam mit ihrem großen Bruder Tom im Kummersee, nahe ihres Heimatdorfes Horlow schwimmen war. Dabei kam ihr Bruder ums Leben und Lena kann diesen Tag nie vergessen, denn sie weiß, dass es etwas im See war, dass ihren Bruder unter Wasser zog. Nun ist sie gemeinsam mit ihrem Kollegen und einem Vermesserteam zurück in ihrer Heimat. Ausgerechnet der Kummersee wurde für Atommüllendlager vorgesehen. Am See trifft sie nicht nur auf eine Widerstandsgruppe, die gegen das Endlager protestiert, sondern auch auf ihre damalige große Liebe Andi, der sich als Filmer dem Team anschließt. Doch nicht nur die Widerständler sondern auch die ehemaligen Nachbarn in Horlow stellen sie gegen das Team. Währenddessen scheint es am Kummersee etwas zu geben, dass schon längst nicht mehr hätte da sein dürfen. Was geschah mit Tom? Wem kann Lena vertrauen? Und wohin verschwindet ein Teamkollege?
Das düstere, fast schon depressiv wirkende Cover machte mich neugierig und der Klappentext verspricht Hochspannung. Genau das erhält man auch mit Kummersee, denn dieses Buch punktet mit seiner geheimnisvollen, beinahe mysteriösen und düsteren Atmosphäre, die man durch das gesamte Buch fühlen kann. Der Kummersee wirkt unheimlich, die Dorfbewohner ebenfalls und man beobachtet das ganze mit einer leichten Gänsehaut.
Diese verdankt man auch dem Schreibstil des Autors Iver Niklas Schwarz, der geschickt mit vielen gruseligen Elementen spielt und dabei dem Leser ständig Bilder vors innere Auge zaubert. Perfektes Kopfkino, das mit Sicherheit auch als Film wirken würde.
Die Story ist mysteriös, mit Rückblicken gespikt, die noch einmal mehr das Unheimliche des Kummersees hervorheben. Inwieweit wir es hier wirklich mit etwas Übernatürlichem zu tun haben, verrate ich allerdings nicht. Ich fand die Auflösung durchaus gelungen und glaubwürdig.
Das Erzähltempo ist durch die kurzen Kapitel, die auf Cliffhangern enden, recht hoch gehalten. Immer wieder sorgen Plottwists für Spannung. Aber auch das Setting hat hier einiges zu bieten. Das kleine Dörfchen wirkt verloren, so einsam mitten im Wald und auch die Bewohner sind merkwürdige Gesellen. Aber auch der See, der schon seit Toms Tod abgesperrt und als verboten gilt, wirkt gruselig.
Lena als Protagonistin, die man auch durch einen personellen Erzähler begleitet, ist glaubwürdig. Ihre Vergangenheit trägt natürlich dazu bei, dass man sie misstrauisch beäugt. Dabei ist sie eigentlich durchweg loyal und energisch, denn sie versucht alles, um dem Geheimnis des Sees auf den Grund zu gehen.
Die Nebencharaktere sorgen immer wieder für neue Wendungen und geben dem Leser immer wieder Momente zum Nachdenken. Lenas Kollege mochte ich ganz besonders, da er fest an seine Kollegin glaubt und ihr Sicherheit gibt. Doch ob und wem man hier wirklich vertrauen kann, zeigt sich erst wirklich am Ende.
Mein Fazit: Das man hier das Debüt eines Autors liest, hat man zu keinem Zeitpunkt gemerkt. Sowohl Schreibstil als auch Tempo und Atmosphäre sind stimmig und machen das Buch zu einem Pageturner. Die Charaktere sind vielschichtig und nicht nicht leicht durchschaubar, was das Buch noch einmal spannender macht. Mich konnte Schwarz vor allem mit dieser drückenden, düsteren Atmosphäre am Ball halten und ich war durchweg auf die Auflösung gespannt. Chapeau, Herr Schwarz, ich freu mich auf mehr aus Ihrer Feder.

Veröffentlicht am 11.04.2025

Highlight

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Um unter anderem Freyas Geheimnis zu wahren, wurde sie gegen ihren Willen mit dem Fischer Vragi verheiratet. Doch als der Jarl Snorri mit seinem Sohn und Kriegern in ihrem Dorf auftaucht, wird klar, dass ...

Um unter anderem Freyas Geheimnis zu wahren, wurde sie gegen ihren Willen mit dem Fischer Vragi verheiratet. Doch als der Jarl Snorri mit seinem Sohn und Kriegern in ihrem Dorf auftaucht, wird klar, dass ihr Geheimnis entdeckt wurde. Sie ist mit der Gabe des Schildes gesegnet und eine Prophezeiung spricht, dass der Jarl diese Schildmaid heiraten müsste, um König zu werden und ganz Skaland zu einen. Wieder muss Freya eine Ehe gegen ihren Willen eingehen. Doch an ihrer Seite steht Bjorn, Sohn des Jarls und dessen Anziehungskraft lässt Freya nicht kalt.
Ich liebe nordische Mythologien und ich war so gespannt auf dieses Buch.
Schon der Einstieg in das Buch gelang mühelos, denn Autorin Danielle L. Jensen schreibt bildhaft und mitreißend. Ich glaube, man muss aber zumindest minimal mit den nordischen Mythologien vertraut sein, da hier nicht allzu viel erklärt wird.
Ich fand das gesamte Buch mega spannend, von der Magie angefangen über Kämpfe, Lügen und Intrigen bis hin zur Lovestory. Von Seite 1 an war ich an der Seite der Protagonistin.
Aus deren Sicht erleben wir auch die Story in der Ich-Perspektive.
Freya ist stark, mutig und handelt oft aus dem Bauch heraus. Aber genau das macht sie zu einer starken und cleveren Frau. Auch Bjorn ließ mich nicht kalt, als starker und kämpferischer Nordmann hat er das gewisse Etwas, was ihn sympathisch macht. Die Chemie zwischen den beiden stimmt von Seite 1 an.
Nebencharaktere sind zahlreich und wir begegnen hier einigen spannenden Figuren, die die Geschichte noch abwechslungsreicher werden lässt.
Mein Fazit: Was für ein mega spannendes und gut erzähltes Buch, für mich als Liebhaber des nordischen, machte das Buch unheimlich viel Spaß. Ein wenig Vorkenntnisse sollte man mitbringen, da man sonst vielleicht Schwierigkeiten mit der Handlung bekommen könnte. Mein einziges Manko: den Plottwist konnte ich sofort erahnen. Ich freue mich total auf das Finale und kann dieses Buch absolut empfehlen.

Veröffentlicht am 01.04.2025

Ich liebe, liebe, liebe es

Apprentice to the Villain
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Evie Sage ist glücklich in ihrem Job als Assistentin des Bösewichts Trystan, der auch noch unheimlich gut aussieht. Doch irgendwas stimmt nicht im Königreich Rennedawn, es scheint, als würde eine uralte ...

Evie Sage ist glücklich in ihrem Job als Assistentin des Bösewichts Trystan, der auch noch unheimlich gut aussieht. Doch irgendwas stimmt nicht im Königreich Rennedawn, es scheint, als würde eine uralte Prophezeiung wahr. Damit würde die Magie des Schurken jedoch schwächer und seine Burg immer angreifbarer werden. Evie und der Schurke müssen es schaffen, Evies Mutter zu finden, denn nur mit ihrer Hilfe wird es ihnen gelingen, die Machenschaften des Königs und somit die Prophezeiung zu unterdrücken.
Was habe ich den ersten Band dieser Reihe geliebt und ich habe so unglaublich auf den Erscheinungstermin von Band zwei hingefiebert. Nun war das Buch schneller gelesen und wieder vorbei und ich warte dann mal auf Band drei.
Wie schon zuvor liebe ich den Schreibstil der Autorin Hannah Nicole Maehrer. Sie schreibt flott und bildgewaltig und mit so einem unglaublichen Humor, dass ich ständig lachen musste. Diesen teilweise schon sehr schwarzen Humor muss man mögen, bei mir trifft sie damit komplett ins Schwarze.
Trotz allen Humors ist die Geschichte unheimlich spannend und ich habe Evie und ihren Schurken unheimlich gerne begleitet. Es macht einfach Spaß, gedanklich mit ihnen zu kämpfen und sie bei ihren Schlagabtäuschen zuzuschauen.
Als kleines Schmankerl darf man dann natürlich auch die Gedanken der beiden Protagonisten kennenlernen, die nochmal zusätzlich schmunzeln lassen. Das es natürlich zwischen den beiden auch knirstert, ist ja klar, doch schaffen sie es, sich und ihrer gegenseitigen Anziehungskraft zu widerstehen? Als Leser hofft man hier immer mit, auf die erste Szene, in der sie sich näherkommen.
Das Worldbuilding hat ein wenig von einem Märchen, es gibt hier einfach unheimlich viel zu sehen, dass man einfach völlig in diese fremde Welt abtaucht.
Evie ist mir schon von Seite eins an unheimlich ans Herz gewachsen. Sie überfordert den Schurken manches Mal mit ihrer Fröhlichkeit, was einfach nur lächeln lässt. Die Chemie zwischen den beiden ist unglaublich, ich könnte mir das glatt als Film anschauen. Natürlich werden ihre Charaktere deutlich weiterentwickelt, allein Evie ist zwar von Beginn an tough, aber nun einfach unschlagbar.
Doch auch bei den Nebencharakteren, allen voran Becky, gibt es deutlichere Fortschritte und auch Evie und Becky öffnen sich etwas.
Mein persönlicher Favorit ist und bleibt der Schilder hochhaltende Frosch Kingsley, dessen kleine Einschübe einfach grandios sind.
Mein Fazit: Wer Band eins mochte, wird nicht drumherum kommen, auch Band 2 zu lesen. Lustig und spannend, mit unheimlich gut gezeichneten Charakteren und ganz viel schwarzem Humor macht dieses Buch zu einem Pageturner. Für mich ist Trystan mein heimlicher Bookboyfriend und ich liebe die Geschichte rund um die beiden Protagonisten. Wer schwarzen Humor mag, sollte dringend zugreifen

Veröffentlicht am 30.03.2025

Starker Pageturner

Deep Fake
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Mira ist Lehrerin an einem Schulzentrum in Berlin, ihre Klasse, die 10a, gilt als besonders schwierig, doch Mira ist stolz darauf, dass sie gerade mit diesen schwierigen Schülern so gut zurechtkommt. Doch ...

Mira ist Lehrerin an einem Schulzentrum in Berlin, ihre Klasse, die 10a, gilt als besonders schwierig, doch Mira ist stolz darauf, dass sie gerade mit diesen schwierigen Schülern so gut zurechtkommt. Doch dann geschieht das Unfassbare, denn von Mira taucht ein Nacktvideo auf, das jedoch nicht echt ist. Zuerst vermutet sie einen ihrer Schüler, mit dem sie wegen eines Memes aneinander geraten ist, doch dieser scheint es nicht gewesen zu sein. Alle Spuren führen in Miras Vergangenheit und ihren kleinen Heimatort, denn dort geschah vor vielen Jahren etwas, an dem Mira und ihre damalige Clique mit Schuld hatten. Doch in Tannwinkel wird sie bereits erwartet.
Ich wurde schon bei dem recht auffälligen Cover neugierig und da gerade Deepfakes ein hochaktuelles Thema sind, wollte ich mehr wissen.
Der Einstieg fällt sehr leicht, denn Cleo Konrad erzählt mit viel Tempo und äußerst eindrücklich. Dabei verwendet sie eher kurze Sätze und lässt uns durch einen neutralen Erzähler beim Geschehen zuschauen.
Was zunächst noch recht ruhig beginnt, entwickelt sich dann doch sehr schnell. Ganz gekonnt spielt die Autorin hier mit den Ängsten, die auch teilweise aus der Vergangenheit stammen. Ihr Thema ist wirklich sehr aktuell und auch teilweise sehr erschreckend, denn mit KI lässt sich schon so einiges bearbeiten. Insgesamt ist dieser Thriller sehr spannend und fesselnd und wirkt auch ganz gekonnt mit auf die Psyche ein.
Erzählt wird das Ganze auf zwei Zeitebenen, während man in der Gegenwart Mira begleitet, gibt es die Rückblicke in das Jahr 2003 in Tagebuchform durch eine weitere Protagonistin namens Kat, die gemeinsam mit ihrem Vater nach Tannwinkel zieht, nachdem ihre Mutter verstarb. Damit erfahren wir nach und nach was einst geschah und in welchem Zusammenhang dies alles mit der Gegenwart steht.
Protagonistin Mira ist wirklich richtig toll gezeichnet, mit all ihren Ecken und Kanten wirkt sie unglaublich authentisch. Gerade auch das, was sie als Erwachsene hinter ihrer Fassade verbirgt, fand ich absolut gelungen.
Die Tagebucheinträge fand ich persönlich etwas langatmig, zeichneten aber ebenfalls sehr intensiv das Aufwachsen der Jugendlichen und ihre daraus resultierende Entwicklung.
Die Charaktere bleiben relativ überschaubar und als Leser rätselt man ständig, wer dahinter stecken könnte. Die Auflösung habe ich so nicht kommen sehen.
Mein Fazit: Mir hat Deep Fake unheimlich gut gefallen, Autorin Cleo Konrad spielt ganz geschickt mit der Psyche ihrer Protagonistin und lässt diese äußerst authentisch erscheinen. Das Thema ist ebenfalls hoch aktuell und spannend und lässt auch ein wenig nachdenklich zurück, wenn man bedenkt, dass all das, was hier geschieht absolut möglich ist. Definitiv Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 30.03.2025

Absolut positiv überrascht

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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Die achtzehnjährige Quinn Schreiber stirbt, vielleicht nicht gleich heute oder morgen, doch seitdem sie mit gerade einmal acht Jahren ein Spenderherz erhielt und man sagt, Spenderorgane halten nur ca. ...

Die achtzehnjährige Quinn Schreiber stirbt, vielleicht nicht gleich heute oder morgen, doch seitdem sie mit gerade einmal acht Jahren ein Spenderherz erhielt und man sagt, Spenderorgane halten nur ca. zehn Jahre, ist ihr klar, dass ihre Zeit langsam abläuft. Trotzdem möchte sie sich nicht nur mit ihrer Situation abfinden, sondern diese auch verstehen. Aus diesem Grund hat sie ihr Studium an der Schreiber Universität begonnen, deren Gründer niemand geringeres als ihr Großvater war. Die Uni ist eine Eliteuni und die meisten sind Privilegiert. Doch dann wird der neue Rektor namens Sailer ermordet und Quinn wird unfreiwillig Zeugin. Wer kann einen Grund gehabt, Sailer zu töten?
Cover und Farbschnitt sind schon leicht düster und sowas macht mich ja immer sofort neugierig. Auch der Einstieg in diese Dark Academy Reihe gelingt mühelos, denn die Autorin schafft es sehr schnell, dass der Leser mit der unnahbaren Quinn schnell mitfühlen und sich in sie hineinversetzen kann. Auch der Schreibstil liest sich spannend, fesselnd und absolut flüssig, hier dürften nicht nur jüngere Leser Freude daran haben, da es einfach mitreißt.
Die Handlung beginnt gleich mit dem großen Knall, im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir beobachten gemeinsam mit Quinn von der Bibliothek der Uni aus den Mord an den Direktor. Danach begleiten wir erst einmal Quinn durch den Alltag, lernt anhand ihres Tagebuches selbst noch ein wenig mehr über Medizin und wird immer neugieriger gemacht, bis die Handlung wirklich immer spannender wird und man das Buch nicht mehr weglegen möchte.
Das Setting dieser Eliteuni ist so, wie man es erwartet würde, alt, gediegen und mit vielen reichen Schülern und doch ahnt man, dass es da Geheimnisse gibt, bis man da natürlich komplett drauf stößt. Natürlich gibt es hier auch unterschiedliche Studentenverbindungen und scheinbar auch etwas, was im Verborgenen liegt.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Quinn ist zunächst eine sehr abweisende, unterkühlt wirkende junge Frau, von der man gleich erfährt, warum sie so ist. Es ist nämlich durchaus für Quinn, aber auch für die Menschen in der Umgebung leichter, Quinn nicht zu mögen, damit auch niemand um sie trauern muss. Gerade dieser Gedanke berührt unheimlich und zeigt, dass Quinn alles andere als unnahbar ist, obwohl sie dafür durchaus auch andere Gründe hätte.
Doch Quinn ist auch hartnäckig und lässt sich so leicht nicht abschrecken, was sie auch so manches Mal in gefährliche Situationen bringt.
Neben Quinn gibt es ein paar Nebencharaktere, die vor allem für Quinns Nachforschungen wichtig werden. Ihre Mitbewohnerin Mira fand ich ebenfalls unheimlich toll, da auch sie sich nicht so leicht zurückweisen lässt. Ebenfalls wichtig sind Flo, Quinns Bruder und Leonas, der wie Quinns Bruder in der gleichen Studentenverbindung ist, sich aber äußerst merkwürdig verhält.
Mein Fazit: für mich war dieser erste Band eine absolute Überraschung, spannend, fesselnd, zum Miträtseln und mitfiebern. Natürlich endet das ganze mit einem fiesen Cliffhanger, der mich wünschen lässt, Band schon im Regal zu haben. Von mir gibt es hier eine absolute Leseempfehlung!