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Veröffentlicht am 04.04.2025

Die Sache mit dem Entschuldigen

Aufklappen und Gefühle verstehen: Warum sollte ich mich entschuldigen?
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Jeder weiß, wie schwer es fällt, einen Fehler einzugestehen. Wenn dann auch noch eine Entschuldigung nötig wird, wird es noch schwieriger. Doch manchmal kann nur so gezeigt werden, dass etwas unabsichtlich ...

Jeder weiß, wie schwer es fällt, einen Fehler einzugestehen. Wenn dann auch noch eine Entschuldigung nötig wird, wird es noch schwieriger. Doch manchmal kann nur so gezeigt werden, dass etwas unabsichtlich oder unbedacht geschehen ist.

Rose Hall widmet dieses Kinderbuch ganz dem Thema "Entschuldigen". Denn die Überwindung, auf einen anderen Menschen zuzugehen und dann auch noch einen Fehler zuzugeben, ist denkbar schwer. Anhand von vielen Beispielen zu Gründen, die eine Entschuldigung nötig machen, die verschiedenen Möglichkeiten und Arten einer solchen, die Wege, dass es gar nicht so weit kommt oder aber, warum man sich nicht immer entschuldigen muss, erklärt sie das Thema sehr eindrücklich, leicht verständlich und kindgerecht. Da dieses Buch nicht nur von den kurzen Texten, sondern auch den farbenfrohen und sehr gelungenen Illustrationen von Lucy Fleming lebt, ist es rundum gelungen. Natürlich tragen die über dreißig Klappen auch zu noch mehr Tiefe und noch mehr Inhalt, als auf den zwölf Seiten Platz hat bei, was zusätzlich positiv auffällt und bei Kindern das Interesse hochhält.

Es gibt Kinderbücher, über die ich mich ganz besonders freue, denn sie behandeln Alltagssituationen, die nicht immer ganz einfach zu handhaben sind. Dieses Buch gehört eindeutig dazu, denn ich finde es so schwer, Kindern zu erklären, dass sie sich nun entschuldigen müssen. Vorallem weil dies dann immer unmittelbar in einer schwierigen Situation der Fall ist und diese dann meist sowieso uneinsichtig und emotional sind. Anhand dieses Bilderbuches kann das Thema in einem entspannten Rahmen besprochen werden. Ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Kinderbuch!

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Eine Gruppe mutiger Frauen führt das Grand Hôtel in eine neue glanzvolle Ära

Stockholm - Die fabelhaften Frauen des Grand Hôtel
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Stockholm, 1902: Das Grand Hôtel befindet sich in direkter Nähe des Bahnhofes und des Königlichen Schlosses. Allerdings ist es längst nicht so erfolgreich, wie es hätte sein sollen, nachdem es für eine ...

Stockholm, 1902: Das Grand Hôtel befindet sich in direkter Nähe des Bahnhofes und des Königlichen Schlosses. Allerdings ist es längst nicht so erfolgreich, wie es hätte sein sollen, nachdem es für eine große Geldsumme aufwendig und luxuriös renoviert wurde. Daher beschließt der Vorstand, den jetzigen Generaldirektor durch eine neue Führung zu ersetzen. Hierbei sind sie sich schnell einig, dass die dreifache Hotelbesitzerin Wilhelmina Skogh die perfekte Personalie ist. Denn ihr Ehrgeiz ist groß, ihr Weitblick sehr gut, ihre Träume groß, ebenso ihr Perfektionismus. So übernimmt sie das renommierte Grand Hôtel und muss es zum Erfolg führen. Schnell sieht sie aber, dass einige ihrer männlichen Mitarbeiter keinen Respekt vor ihr haben, weshalb sie nicht lange fackelt, diese entlässt und nun auch Frauen führende Positionen übernehmen lässt. Und schnell wird deutlich, wie erfolgreich ihr Führungsstil ist und dass das Personal weit mehr zu einer großen Familie zusammenwächst, als es zuvor jemals war.

Ruth Kvarnström-Jones hat einen unheimlich fesselnden Erzählstil, der dafür sorgt, dass die Zeit beim Lesen nur so dahinfliegt. Dank der eher kurzen Kapitel ist die Handlung immer interessant und kurzweilig. Da vorrangig aus der Sicht von drei Protagonistinnen im stetigen Wechsel erzählt wird, erhält der Roman noch eine zusätzliche Tiefe. Denn so treten die Generaldirektorin Wilhelmina Skogh, die Vorgesetzte des Zimmerservice Ottilia Ekman und Hausdame Margareta Andersson und deren persönliche Erbnisse und Gedanken in den Vordergrund und spiegeln neben den unterschiedlichen Generationen auch die gesellschaftlichen Unterschiede wider. Die wahren Hintergründe sorgen noch für zusätzliches Interesse an der damaligen Zeit und dem Grand Hôtel in Schwedens Hauptstadt Stockholm.

Dieser historische Roman hat mir wunderschöne Lesestunden geschenkt, die mir noch lange im Kopf bleiben werden. Denn ich mochte die Erzählweise der Autorin sehr gerne und auch die historischen Hintergründe haben mich interessiert. Ich freue mich schon total auf den zweiten Band, der im August erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Ein rundum gelungenes, wunderschönes und empfehlenswertes Backbuch

Stelzendorfer Tortenzauber
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Doreen Bergmann hat eigentlich Jura studiert, um später einmal in Brüssel als Juristin zu arbeiten. Doch bereits im Referendariat, nach dem ersten Staatsexamen ist ihr erster Sohn geboren und Doreen hat ...

Doreen Bergmann hat eigentlich Jura studiert, um später einmal in Brüssel als Juristin zu arbeiten. Doch bereits im Referendariat, nach dem ersten Staatsexamen ist ihr erster Sohn geboren und Doreen hat ihren Job an den Nagel gehängt, ist nach Stelzendorf zurück und hat angefangen zu backen. Nach unzähligen Weiterbildungen hat sie dann begonnen, Torten auch auf Bestellung zu backen und schließlich ein Café in dem kleinen 90-Seelen-Dorf Stelzendorf eröffnet. Seither bezaubert sie ihre Kunden mit leckeren, besonderen und einzigartigen Kuchen und Torten.

In diesem Backbuch hat Doreen Bergmann in Zusammenarbeit mit der Foodbloggerin und Autorin Petra Hermann rund 70 Rezepte zusammengestellt, die das gesamte Spektrum ihrer Backkünste widerspiegeln. Abgerundet wird alles durch die Fotografien von Mario Hochhaus.

Nach einer Einleitung beginnt das Buch mit Tartes, gefolgt von Torten mit Sahne und Buttercreme, Torten mit Quark oder Frischkäse, Thüringer Blechkuchen, Gebäck für Kinder, Frühstück und Kleinigkeiten, Gugelhupf, Rührkuchen und Dies & Das. Da das Seitenlayout immer gleich ist, ist alles sehr übersichtlich und einfach nachzumachen. Denn die Zutaten sind klar in die unterschiedlichen Komponenten gegliedert und auch die Zubereitungsschritte sind gut verständlich formuliert und gegliedert.

Meine Kinder und ich lieben es zu backen und gemeinsam Zeit in der Küche zu verbringen. Deshalb haben wir in den letzten Wochen fünf Gebäcke nachgemacht und waren von allen begeistert. Am allerbesten haben uns die Amerikaner mit Tonkabohne, die Quark-Mohn-Lieblingstorte und die Zimtschnecken-Muffins geschmeckt. Aber auch der Bananengugelhupf und das Apfelbrot waren sehr lecker. Da die Rezepte gelingsicher, einfach und schnell zuzubereiten sind, hatten wir keinerlei Schwierigkeiten und waren von den wunderschönen Ergebnissen überrascht und hocherfreut. Da unsere Liste mit Gebäcken, die wir gerne noch aus diesem Buch nachbacken möchten, noch lang ist, werden wir in der nächsten Zeit noch einiges daraus ausprobieren und freuen uns schon darauf.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Ruheort St. Peter-Ording

Nordseefunkeln
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Lucia liebt ihren Job als bekannte Fernsehmoderatorin mit eigener Sendung. Doch für ihren Erfolg ist sie rund um die Uhr erreichbar und gönnt sich keine Entspannung. Als sie bei einer Aftershowparty einfach ...

Lucia liebt ihren Job als bekannte Fernsehmoderatorin mit eigener Sendung. Doch für ihren Erfolg ist sie rund um die Uhr erreichbar und gönnt sich keine Entspannung. Als sie bei einer Aftershowparty einfach zusammenbricht, wird sie zu einer Pause gezwungen. Da auch die Ärzte für eine Erholungspause plädieren, entscheidet sich Lucia für eine Auszeit von Job und Berlin. Schnell wird sie auf einem Wohnungstauschportal fündig und wendet sich an Felke, die ihre Wohnung in St. Peter-Ording gerne für vier Wochen gegen eine Bleibe in einer anderen Stadt tauschen möchte. Schnell werden sich die beiden jungen Frauen einig und tauschen schon bald darauf die Wohnungen. Felke genießt das Leben in Berlin in vollen Zügen und hat sogar schnell in Nachbarin Elfie eine tolle Freundin gefunden. Für Lucia ist die Ruhe und die Gelassenheit des Küstenortes perfekt und sie kann endlich wieder schlafen, sich entspannen und an andere Dinge als die Arbeit denken. Ebenfalls genießt sie die Zeit mit Felkes Oma Ilsegret und deren Hund Tiffi, den sie zu ihren ausgiebigen Erkundungstouren mitnimmt. Da Felke sie gebeten hat, immer ein Auge auf ihre Oma zu haben, da diese ein wenig hyperaktiv sei und sich ungern helfen lasse, solange sie es noch alleine schaffe, tut sie das und fühlt sich sofort an ihre eigene Großmutter erinnert. So gehen die Tage dahin und Lucia fühlt sich dem Ort, den Menschen dort und dem Meer immer verbundener...

Tanja Janz nimmt ihre Leser in ihrem neuesten Roman wieder mit an die Nordseeküste, genauer nach St. Peter-Ording, dem Herzensort der Autorin. Die Handlung ist dank der wunderschönen Kulisse, den sympathischen Charakteren und der Mission "Rettung der alten Poststelle" kurzweilig und interessant.

Für mich sind die Romane von Tanja Janz immer wieder ein Lesehighlight und ich warte schon immer sehnsüchtig auf ihren Erscheinungstermin. Die, leider viel zu kurze Lesezeit dieses Romanes hat mir eine wunderschöne Auszeit von meinem Alltag geschenkt und mein Meerweh ansteigen lassen. Auch die vielen Rezepte am Ende des Buches sind gelungen und werden von mir bei Gelegenheit ausprobiert, denn vorallem der Butterkuchen und das Friesenbrot klingen verlockend lecker.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Eine Nacht mit verhängnisvollen Folgen...

Mandelfieber
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Vik lebt das Leben einer Party Queen, deren komplettes Dasein sich nur um ihr Aussehen, Instagram-Posts und natürlich die nächste Party dreht. Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Charlie und Lucy macht ...

Vik lebt das Leben einer Party Queen, deren komplettes Dasein sich nur um ihr Aussehen, Instagram-Posts und natürlich die nächste Party dreht. Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Charlie und Lucy macht sie häufig das New Yorker Nachtleben unsicher. Dass das alles von ihrem Dad bezahlt wird, ist gut, denn seit ihrem Studium der Literaturwissenschaften hat Vik nichts anderes mehr getan, als auf dessen Kosten zu leben. Doch der Abend in diesem neuen Pub, den Lucy aufgetan und als Location vorgeschlagen hat, ändert Viks Leben komplett. Denn an der Bar trifft sie auf den attraktiven Iren William O'Sullivan, der auf seiner Geschäftsreise durch die USA und Kanada, gerade einen Zwischenstopp in der Metropole New York einlegt. Die Nacht endet, ganz entgegen Viks üblichem Verhalten, in Williams Hotelzimmer. Denn Vik hat nie One-Night-Stands oder andere belanglose Affären, das entspricht einfach nicht ihrem Charakter, auch wenn viele genau das von ihr denken. Die Nacht ist für Beide unvergesslich, aber trotzdem haben sie keine Kontaktdaten ausgetauscht. Nur durch Zufall begegnen sie sich ein paar Wochen später wieder und Vik beichtet WIlliam die ungeplanten Folgen dieser einmaligen Nacht. William steht zu allem und möchte Vik heiraten, denn er möchte sie abgesichert und beschützt wissen, wo doch ihr Vater schon nicht mehr zu ihr steht. Viks Start in Irland bei Williams Familie wird aber denkbar schwer und Vik weiß nicht, wie es dort weitergehen soll...

Madita Tietgen hat in diesem Roman nicht nur die Geschichte von Vik und William in den Mittelpunkt gestellt, sondern auch Williams Gedankenkarussell und seinen starken Beschützerinstinkt seiner Familie gegenüber. Möchte er doch am liebsten seine ganze Umwelt vor Enttäuschungen und Schicksalsschlägen schützen. So wird der Roman von unterhaltsamen Aspekten, wie der besonderen Liebesgeschichte zwischen William und Vik, dem Neustart in Irland und dem regen Familienleben der O'Sullivans, aber auch ernsten Themen wie der Erkrankung Multiple Sklerose, der überraschenden Schwangerschaft Viks und dem stetigen Nachdenken und Beschützen Williams beherrscht. Insgesamt aber eine runde Mischung, die insgesamt aber nicht für einen seichten Unterhaltungsroman sorgt, sondern die Leser zum Nachdenken und Mitfühlen bringt.

Madita Tietgen gehört ganz eindeutig zu meinen Lieblingsautorinnen, was dieser Roman mir eindeutig bewiesen hat. Denn ich liebe die Mischung aus ernsten und unterhaltsamen Themen, wie auch die Schauplätze im wunderschönen Irland. Der kurzweilige und flüssige Erzählstil der Autorin sorgen immer dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen und ein Ende der Geschichte immer viel zu früh erreicht wird.

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