Profilbild von bobbember

bobbember

Lesejury Star
offline

bobbember ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bobbember über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2025

gute Idee, weniger gute Umsetzung

Death in Brachstedt
0

Die Idee hinter Death in Brachstedt klang vielversprechend: Zwei Jungs drehen einen Film, während einer von ihnen mit dem Verschwinden seines kranken Vaters konfrontiert wird. Doch genau hier liegt mein ...

Die Idee hinter Death in Brachstedt klang vielversprechend: Zwei Jungs drehen einen Film, während einer von ihnen mit dem Verschwinden seines kranken Vaters konfrontiert wird. Doch genau hier liegt mein größtes Problem mit dem Buch – das Verschwinden des Vaters wird kaum thematisiert. Selbst als pubertierender Jugendlicher würde man sich doch mehr Sorgen machen, wenn der eigene Vater, noch dazu mit einer schweren alzheimerähnlichen Erkrankung, einfach weg ist. Stattdessen stehen Filmprojekte und eine Party im Mittelpunkt, als wäre das alles nicht weiter schlimm.

Durch die geringe Seitenanzahl bleiben viele Fragen offen, und gerade die wichtigen Themen werden nur oberflächlich behandelt. Die Geschichte wirkt oft unglaubwürdig, weil sie Elemente aus verschiedenen Jugendgenerationen vermischt – man merkt, dass der Autor seine eigene Jugend in einer anderen Zeit verbracht hat. Dadurch fühlte es sich für mich nicht authentisch an.

Das Ende kommt dann auch viel zu plötzlich und lässt die Charaktere ohne echte Reflexion zurück. Eine Einsicht nach dem Motto „Das war vielleicht nicht unser bestes Verhalten“ hätte dem Roman gutgetan. Leider kann ich Death in Brachstedt daher nicht für die jugendliche Zielgruppe empfehlen – zu viele ernste Themen bleiben auf der Strecke, und anstatt mitfühlend mit der Situation umzugehen, feiern die Jungs lieber ihr „Sturmfrei“. Wirklich schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2025

Erwartungen leider nicht erfüllt

52 wilde Fermente
1

Ich hatte mich auf ein inspirierendes Buch mit alltagstauglichen Rezepten zum Fermentieren gefreut, doch 52 Wilde Fermente hat mich leider enttäuscht. Der Fokus liegt hier stark auf Theorie und wilden ...

Ich hatte mich auf ein inspirierendes Buch mit alltagstauglichen Rezepten zum Fermentieren gefreut, doch 52 Wilde Fermente hat mich leider enttäuscht. Der Fokus liegt hier stark auf Theorie und wilden Kräutern – was grundsätzlich interessant ist, aber kaum praxistauglich für den Alltag.

Wer bitte legt freiwillig Tannennadeln ein? Die Auswahl der Pflanzen wirkte auf mich sehr speziell und wenig lebensnah. Selbst nach der Lektüre würde ich mich nicht trauen, die wilden Kräuter sicher zu erkennen oder zu verarbeiten. Der Theorie-Teil ist durchaus spannend und gut recherchiert, aber der Rezept-Teil hat mich als Hobbykoch überhaupt nicht überzeugt.

Positiv hervorzuheben ist die hochwertige Verarbeitung des Buches, aber empfehlen kann ich es nur absoluten Wildkräuter-Profis – für den normalen Küchenalltag ist es leider wenig hilfreich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2023

Der Titel ist leider Programm

Zeiten der Langeweile
0

Leider hat "Zeiten der Langeweile" mich auch über die meiste Zeit hin eher gelangweilt als mir neue Erkenntnisse zu liefern. Dabei hätte man aus dem Thema deutlich mehr machen können. Social Detoxing ist ...

Leider hat "Zeiten der Langeweile" mich auch über die meiste Zeit hin eher gelangweilt als mir neue Erkenntnisse zu liefern. Dabei hätte man aus dem Thema deutlich mehr machen können. Social Detoxing ist sicherlich etwas, worüber wir alle einmal nachgedacht haben. Welchen Einfluss haben soziale Medien und das Internet generell auf uns? Was passiert, wenn wir es weglassen?

Jennifer Becker entwickelt eine Protagonistin, die vehement versucht, sich aus dem Internet zu "löschen" und jegliche Spur, die sie oder andere einmal über sie dort hinterlassen haben, zu vernichten. Anfangs kann man sich noch ansatzweise mit ihr identifizieren, aber im Laufe des Romans wird es immer schlimmer und man fragt sich langsam, ob sie zur Querdenkerin mutiert. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie viel autobiographische Elemente Mila in sich trägt.

Mila als Protagonistin fand ich irgendwann einfach nur noch unerträglich und einen Mehrwert haben ihre Ansichten mir auch nicht erbracht. Irgendwann lebt sie einfach nur noch fernab jeglicher Realität und ist lieber arbeitslos, als sich der Gefahr des Internets auszusetzen. Sie entwickelt sich auch überhaupt nicht. Ich habe trotzdem wacker bis zum Ende des Romans durchgehalten, was ich mir im Nachhinein besser gespart hätte. Denn auch das Ende liefert keine Erkenntnisse.

Ich hatte auf eine literarische Perle gehofft und habe leider im wahrsten Sinne nur "Zeiten der Langeweile" bekommen. Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2023

Enttäuschend unreife Charaktere und überbetonte Religiosität

Love Always Hopes
0

"Love always hopes" von Melissa C. Feurer versprach eine emotionale Liebesgeschichte, aber leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die beiden Hauptcharaktere, Juna und Leopold, wirkten auf mich durchweg ...

"Love always hopes" von Melissa C. Feurer versprach eine emotionale Liebesgeschichte, aber leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die beiden Hauptcharaktere, Juna und Leopold, wirkten auf mich durchweg flach und unreif, was es schwer machte, eine tiefere Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Vor allem Leopolds Charakter erschien mir nicht authentisch. Einerseits werden wir mit seichten und respektlosen "Zieh dein Höschen aus"-Sprüchen konfrontiert, die einfach nicht zum angeblichen Glauben des Charakters passen. Die häufigen religiösen Aspekte im Buch stehen in starkem Kontrast zu Leopolds Verhalten und sorgen meiner Meinung nach für eine Unstimmigkeit, die das Lesevergnügen beeinträchtigt.

Auch Junas Charakter bleibt leider blass und wenig entwickelt. Ihre Handlungen und Entscheidungen erscheinen oft nicht nachvollziehbar und es fällt schwer, mit ihr mitzufühlen oder sich in sie hineinzuversetzen. Sie hat aber eine sehr nette Familie!

Ein weiterer Aspekt, der mich gestört hat, ist die übertriebene Betonung der religiösen Thematik. Es ist sicherlich interessant, wenn Glaube in Liebesgeschichten einfließt, doch in "Love always hopes" wird es zu häufig und zu aufdringlich thematisiert. Dadurch fühlt sich die Handlung oft unnatürlich erzwungen an und lässt die eigentliche Liebesgeschichte in den Hintergrund rücken.

Ich hatte gehofft, dass "Love always hopes" eine tiefgründige und mitreißende Liebesgeschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren bieten würde. Leider wurde meine Erwartung nicht erfüllt, und ich fand es schwer, mich durch das Buch zu kämpfen.

Insgesamt würde ich "Love always hopes" nur bedingt weiterempfehlen, insbesondere wenn man tiefgründige und reife Charaktere in einer Liebesgeschichte sucht. Die überbetonte Religiosität und die Diskrepanz zwischen Leopold's Verhalten und seinem angeblichen Glauben trüben leider das Leseerlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2025

lässt mich geschockt zurück

Fatal Secrets
0

"Fatal Secrets" ist mit viel Liebe selbst von der Autorin gestaltet. Das Cover und der Farbschnitt sehen wirklich toll aus und das Buch wurde sogar von der Autorin signiert. Die schwarzen Seiten zu Beginn ...

"Fatal Secrets" ist mit viel Liebe selbst von der Autorin gestaltet. Das Cover und der Farbschnitt sehen wirklich toll aus und das Buch wurde sogar von der Autorin signiert. Die schwarzen Seiten zu Beginn jedes Kapitels sind auch ein echter Hingucker. Allerdings hört hier für mich das Positive leider auch schon fast auf.

Es geht um Solène, deren Verlobter Domaine schwere Verbrechen begangen hat, sodass sie vor ihm fliehen muss. Dabei begegnet sie Jaxon, der auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester Caroline ist.

"Fatal Secrets" sollte definitiv nicht ohne Altersfreigabe verkauft werden. Und auch wenn ich die Warnung der Autorin am Anfang eher mit einem Lächeln gelesen habe, weiß ich jetzt, dass ich die Triggerwarnung besser gelesen hätte. Das war mein erster und letzter Dark Romance Roman. Ich kann einfach nicht einen Roman zur Unterhaltung lesen, in dem es um brutalste Vergewaltigungen und Menschenhandel geht und diese dann irgendwie auch noch romantisiert werden, als sei es gar nicht so schlimm. Achtung Spoiler: Der Protagonistin werden die grausamsten sexuellen Dinge angetan und sie verharmlost das alles dann noch und wird auch noch angeregt dabei. Ich weiß ja nicht...

Auch dachte ich, dass bei Dark Romance trotzdem in irgendeiner Form ein Prickeln entstehen muss, dass man mit den Charakteren sympathisiert, obwohl sie verwerfliche Dinge tun. Dieser romantische Aspekt hat mir irgendwie komplett gefehlt. Auch hier war es für mein Empfinden eine rein sexuelle Sache zwischen den Protagonisten.

Ich werde den zweiten Teil wohl nicht mehr lesen und auch keine weiteren Bücher in diesem Genre ausprobieren. Ich kann absolut nicht verstehen, wieso man so etwas mit Freude liest, selbst wenn eine Form von Spannung vorhanden ist. Für die Spannung gibt es noch einen Stern von mir. Immerhin habe ich den Roman ja beendet...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere