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Veröffentlicht am 31.03.2025

Buch - Hörbuch Rezension

Kitchen
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Buch - Hörbuch Rezension

Die Autorin transportiert die Gefühle von Trauer sehr intensiv. Dabei kommt keine der Kurzgeschichten zu traurig daher. Vielmehr zeigt sie Wege auf, wie junge Menschen in einer ...

Buch - Hörbuch Rezension

Die Autorin transportiert die Gefühle von Trauer sehr intensiv. Dabei kommt keine der Kurzgeschichten zu traurig daher. Vielmehr zeigt sie Wege auf, wie junge Menschen in einer Großstadt ihre Trauer verarbeiten.

Mit dem Tod ihrer Großmutter hat Mikage ihre letzte Verwandte verloren, zu der sie eine liebevolle Beziehung hatte. Die Studentin lebt nun allein in der Wohnung. Um sich nicht ganz so einsam zu fühlen, schläft sie in der Küche auf dem Boden. Das Geräusch des Kühlschranks beruhigt sie. Sie liebt saubere Küchen; kommt aber auch mit schmutzigen klar.

Der junge Yuichi holt Mikage aus ihrer Einsamkeit heraus, indem er sie bittet, vorübergehend bei ihm und seiner Mutter zu wohnen. Sie nimmt das Angebot an und fühlt sich sofort wohl, in der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft, bei der Yuichis Mutter Erico eigentlich früher der Vater war. Die Küche lässt Mikages Herz höher schlagen. Es ist alles vorhanden, was eine gute Küche ausmacht.

In der zweiten Geschichte "Moonlight Shadow" trauert Satsuki um ihren Freund.

Ich mag nicht mehr viel von diesem außergewöhnlichen Buch erzählen, da Ihr es unbedingt selbst erkunden solltet. Mir haben die Geschichten aus Japan sehr gut gefallen, da sie eine angenehme Ruhe ausstrahlen und wichtigen Themen, (Transsexualität und den Verlust der ersten Liebe, ) auf sehr liebenswerte Weise Beachtung geben.

Von mir eine klare Empfehlung für dieses wunderbare Büchlein.

Danke Banana Yoshimoto

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Ich liebe dich und ich habe dich geliebt und ich werde dich immer lieben.

Our Infinite Fates
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Meine Meinung


Nachdem ich den Klappentext in einer Buchhandlung gelesen habe, war mir klar, dieses Buch muss ich lesen. Eine große Liebe, die immer mit dem Tod endet, und das in den verschiedensten ...


Meine Meinung


Nachdem ich den Klappentext in einer Buchhandlung gelesen habe, war mir klar, dieses Buch muss ich lesen. Eine große Liebe, die immer mit dem Tod endet, und das in den verschiedensten Zeitebenen, klingt richtig interessant. Und das war es auch für mich.

Der Prolog beginnt mit einer Hochzeit, die das Brautpaar nicht überlebt ...

Mit Evelyn hat die Autorin eine Hauptfigur gezeichnet, bei der ich richtig mitgelitten habe. Älter als 18 Jahre darf sie niemals werden. Egal in welchem Zeitalter sie sich befindet, immer wieder findet Arden sie und beendet ihr Leben. Dabei muss auch jedes Mal er selbst sterben.

Beide fühlen sich auf magische Weise zueinander hingezogen. Die Frage, welcher Fluch für diesen Wahnsinn verantwortlich ist, zieht sich durch das ganze Buch, wie ein roter Faden.

In ihrem aktuellen Leben (2022) heißt sie Branwen und möchte das Leben ihrer leukämiekranken Schwester retten. Ihr 18. Geburtstag steht kurz bevor, und Evelyn muss sich etwas einfallen lassen, um lange genug zu überleben. Sie liebt ihr aktuelles Leben über alles. Ihr Job in einem Buchladen, das Familienleben und die Geborgenheit geben ihr das Gefühl, endlich im richtigen Leben angekommen zu sein.

Das Geschehen spielt abwechselnd in verschiedenen Zeitebenen und Ländern. Evelyn weiß nie, wie Arden gerade aussieht. Auch sie selbst ist nicht immer eine Frau. Mal begegnen sie sich als zwei junge Burschen - mal als Mädchen. Dann wiederum ist sie ein Junge und Arden ein Mädchen. Eine mächtige Anziehungskraft führt sie jedoch immer wieder zusammen.

In jedem Leben hofft Evelyn, dass sie dem Tod entrinnen können. Sie versteht einfach nicht, warum das nicht möglich sein sollte, da sie ja auch die Verzweiflung von Arden spürt.

Alles, was ich wollte, war ein Leben mit ihm.
Alles, was ich wollte, war ein Leben. (Zitat)

Der bildgewaltige Schreibstil hat mein Kopfkino auf Hochtouren laufen lassen. Die verschiedenen Settings sind wunderbar in die Geschichte integriert und spiegeln die verschiedenen Epochen eindrucksvoll wider. Besonders eine Szene in Sibirien hat mir Gänsehaut beschert.

Wir waren Bauern und Bäcker gewesen, Soldaten, Juweliere und Diebe, Adelige und Kriminelle, Söhne und Töchter, unsere Form änderte sich mit jedem Leben, aber nie unser Herz. (Zitat)

Fazit

Von mir eine klare Empfehlung, für diese epische Liebesgeschichte, die mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Das Ende war für mich rund und hat alle meine Fragen beantwortet.

Danke Laura Steven.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Gesellschaftskritisch, egoistisch und dennoch absolut liebenswert

Achtzehnter Stock
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Meine Meinung

Gesellschaftskritisch, egoistisch und dennoch absolut liebenswert

Es gibt so ausdrucksstarke, fesselnde Bücher, die einen verwundert aufblicken lassen, wenn man die letzte Seite erreicht ...

Meine Meinung

Gesellschaftskritisch, egoistisch und dennoch absolut liebenswert

Es gibt so ausdrucksstarke, fesselnde Bücher, die einen verwundert aufblicken lassen, wenn man die letzte Seite erreicht hat. So ein Buch ist für mich "Achtzehnter Stock!" Ich habe bei der Geschichte einen Kritikpunkt: Die letzte Seite war entschieden zu schnell da.

Mit Wanda hat die Autorin eine Hauptfigur geschaffen, die sehr egoistisch wirkt. Sie lebt mit ihrer Tochter Karlie im achtzehnten Stock eines Berliner Plattenbaus. Die Wohnung hat sie von ihrem Onkel übernommen, der auch noch weiterhin im Mietvertrag steht.

Wanda hat keinen Job und lebt - mehr oder weniger - von der Hand im Mund. Im Hochhaus haben jedoch ein paar Frauen untereinander ein soziales Netzwerk geschaffen. Davon profitiert besonders Wandas Tochter. Obwohl die Nachbarinnen selbst in ärmlichen Verhältnissen leben, machen sie aus jedem Tag das Beste, und kümmern sich liebevoll um ihre Kinder.

Wanda träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Sie hat tatsächlich Glück, und ergattert eine kleine Rolle in einem Fantasyfilm. Sie verkehrt mit den ganz Großen im Filmgeschäft und lernt einen berühmten Schauspieler näher kennen. Am Filmset weiß niemand, in welch ärmlichen Verhältnissen die allein erziehende Mutter lebt. Sie erzählt niemanden, dass sie eine Tochter hat. Geld wird sie erst nach den Dreharbeiten erhalten ....

Wanda führt ein Leben in zwei Welten. Sie diniert mit Schauspielern im angesagten Lokal Bellman; um anschließend wieder in ihre ärmliche Wohnung zurückzukehren.

Ich konnte zwischen den Zeilen spüren, dass sie ihre Tochter liebt. Niemals im Leben hätte sie aber deswegen einen Job angenommen, um den Kühlschrank zu füllen und ihrer Tochter anständige Kleidung zu kaufen. Das konnte ich einfach nicht nachvollziehen, da man doch seine Träume verwirklichen, - und dennoch mit Gelegenheitsjobs etwas Geld verdienen kann. Vielmehr hat sie sich ständig auf ihre Nachbarinnen verlassen. Hartz IV wäre für Wanda niemals infrage gekommen. Nicht mal ihrer Tochter zuliebe! Hartz IV ist etwas für ihre erbärmlichen Nachbarinnen, aber doch nicht für sie!

Ich fand es wirklich gut, dass Wanda versuchte ihre Träume wahr werden zu lassen. Ihre Zielstrebigkeit kannte aber leider keine Grenzen. Sie hätte ihren Nachbarinnen etwas Dankbarkeit entgegenbringen können. Ihre Gedankengänge haben mir nicht gefallen, da sie darin stets die Frauen abwertete.

Gerade der Charakter "Wanda" macht jedoch aus der Geschichte aus. Ich habe sie sehr gerne gelesen und hätte tatsächlich liebend gerne noch etwas mehr Zeit im "Achtzehnten Stock" verbracht, und im Hof mit den liebenswerten Nachbarinnen ein Gläschen Sekt getrunken.


Fazit

Ich durfte in einem Hochhaus, in dem der Lift die meiste Zeit defekt ist, und zum Wohnungsentrümpeln genutzt wird, sehr liebenswerte Menschen kennenlernen. Aus Wandas Perspektive erleben wir das Geschehen. Der bildgewaltige Schreibstil hat auf mich eine Magie ausgeübt, der ich mich nicht entziehen konnte und wollte.

Konnte Wanda sich ihren Traum erfüllen? Das solltet Ihr am besten selbst erkunden. Aber denkt daran, der Lift ist die meiste Zeit kaputt!

Danke Sara Gmuer. Ich hatte ganz tolle Lesestunden.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Die Melodie der Hoffnung

Für Polina
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Meine Meinung

Die Melodie der Hoffnung 🎵🎶🎵🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶

Ich liebe Familiengeschichten sehr, daher hat mich diese ungewöhnliche Wahlfamilie besonders begeistert.

Hannes Prager und die Türkin Polina haben ...

Meine Meinung

Die Melodie der Hoffnung 🎵🎶🎵🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶

Ich liebe Familiengeschichten sehr, daher hat mich diese ungewöhnliche Wahlfamilie besonders begeistert.

Hannes Prager und die Türkin Polina haben eine ganz besondere Verbindung. Ihre Mütter Fritzi und Günes haben sich auf der Entbindungsstation kennengelernt und auf Anhieb sehr gut verstanden. Schon als Säuglinge haben sich ihre Kinder umarmt.

Fritzi wollte eigentlich Jura studieren. Doch aus einer Affäre in Italien, mit einem älteren Deutschen, entstand Hannes, und Fritzi musste ihre Pläne auf Eis legen. Nur zu gerne ist sie die Mutter für den blonden Lockenkopf Hannes. Ihre Freundin Günes besorgt ihr einen Job im Supermarkt.

Fritzi sucht eine Wohnung und findet sie im Naturschutzgebiet Kananohe bei dem 60jährigen Heinrich Hildebrand. Eigentlich möchte er der jungen Frau die Wohnung in seiner renovierungsbedürftigen Villa nicht geben. Lieber wäre ihm ein Mieter, der renovieren würde. Doch ein Blick in die Babyaugen von Hannes bringt eine Melodie in ihm zum Klingen. Heinrich merkt schon bald: Hannes und Fritzi bereichern sein Leben auf eine ganz besondere Art. Polina und ihre Mutter kommen oft zu Besuch. Auch Polina wächst Heinrich schnell ans Herz.

Musik spielt in der Geschichte eine zentrale Rolle. Als Hannes etwas älter wird, komponiert er ein Lied für Polina. Er braucht zum Klavier spielen keine Noten, da jede Melodie in ihm lebt. Die klassische Musik ist ein Teil von ihm - neben Paulina seine größte Liebe. Doch um Pianist zu werden, muss er seine Unsicherheiten und Ängste überwinden.

Hannes erleidet tragische Verluste, die sein Leben in unerwartete Bahnen lenken. Er schleppt beruflich Klaviere, obwohl er vom Körperbau für so eine schwere Arbeit nicht geeignet ist und sein Talent dabei verschwendet wird. Polina entfernt sich langsam aber sicher aus seinem Leben, nachdem er sie belogen hat. Er spielt nicht mehr Klavier - bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ...

Fazit
Heinrich und ich haben eine Gemeinsamkeit: Hannes hat auch bei mir eine Melodie zum Klingen gebracht. Seine und Polinas Geschichte hat mich sehr berührt.

Fast alle Figuren wirken sympathisch und überzeugend. Der schüchterne kleine Hannes verleiht der Geschichte eine gewisse Wehmut - und dennoch viel Hoffnung.

Wir erleben das Geschehen überwiegend aus Hannes Perspektive. Der Schreibstil liest sich wie Butter mit Honig - süß und flüssig. Ich hatte stets Klavierklänge im Ohr. Viele Wendungen konnte ich nicht erahnen. Ich hatte stets den Wunsch, Hannes möge Polina wiederfinden. Das solltet Ihr jedoch selbst entdecken, denn genau das macht den Reiz der Geschichte aus.

Eine klare Empfehlung von mir. Danke, Takis Würger.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Atmosphärisch und unheimlich spannend

Der Gott des Waldes
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Meine Meinung

Atmosphärisch und unheimlich spannend

Diese gesellschaftskritische Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Sie überzeugt durch eine subtile Spannung, die durchgehend bestehen bleibt. ...


Meine Meinung

Atmosphärisch und unheimlich spannend

Diese gesellschaftskritische Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Sie überzeugt durch eine subtile Spannung, die durchgehend bestehen bleibt.

Von den 59er-Jahren bis 1975 führt uns die Autorin mit Raffinesse durch einen Wald in den Adirondack Mountains, wo die Familie Van Laar erfolgreich ein Jugendcamp betreibt.

Die Figuren wirken authentisch und haben fast alle große Geheimnisse. Die größten davon bestehen aus dem Verschwinden von zwei Kindern.

1961 verschwindet der kleine Sohn Bear der Van Laars spurlos im Wald. Der Fall konnte nie richtig aufgeklärt werden. Genau 14 Jahre später wird die 15-jährige Barbara Van Laar vermisst.

Die verschiedenen Kapitel wechseln zwischen den Jahren, die gut gekennzeichnet sind, sodass man ohne Probleme dem Geschehen folgen kann. Fast jedes Kapitel wird von einer anderen Person erzählt, und endet mit einem Cliffhanger, was die Spannung noch mehr steigert.

Den Kindern und Jugendlichen wird im Camp beigebracht, wie man im Wald überleben kann. Wenn sich jemand verirrt, soll er an Ort und Stelle bleiben und nach Hilfe rufen, da man sich ansonsten immer weiter verläuft. Nicht selten befindet man sich ohnehin in der Nähe des Waldweges. Ich fand diese Passagen sehr interessant, aber leider konnte es das Verschwinden der Laars Kinder nicht verhindern.

Wir lernen Bear und Barbara auch in der Vergangenheit kennen, was dazu geführt, hat, dass ich mit der Mutter Alice Van Laar mitgelitten habe. Besonders einige Szenen mit Bear gingen mir sehr nahe.

Die Frauen haben kaum Mitspracherecht und müssen nach den Regeln der Männer leben. Besonders Alice musste unter der Dominanz ihres Mannes sehr leiden. Das war für mich unvorstellbar, da zumindest 1975 noch nicht allzu lange her ist.

Ich konnte auch nicht nachvollziehen, wie lange bei beiden verschwundenen Kindern gebraucht wurde, bis die Polizei gerufen und professionelle Suchtrupps eingesetzt wurden. Welche Geheimnisse hüten die Van Laars?

Auch die Angestellten auf dem Camp spielen nicht mit offenen Karten ...

Meine Vermutungen haben sich nicht bestätigt. Die Autorin versteht es meisterhaft, den Leser in die Irre zu führen, und machte es mir daher sehr schwer, das Buch zur Seite zu legen. Das Ende ist ein Geniestreich, das ich so nicht erwartet habe.

Fazit

Eine klare Empfehlung von mir, für dieses atmosphärische und spannende Buch, das das Potenzial hat, mein Jahreshighlight zu werden. Der Gott des Waldes - Griechischer Gott Pan - konnte mich auf der ganzen Linie überzeugen.

Danke Liz Moore. Es war mir ein Fest.

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