Packender Kriminalroman aus Schweden, der mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern aufwartet
SchwedenHass (Schwedenkrimi)In ihrem siebten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum zweiten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische ...
In ihrem siebten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum zweiten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische Polizeichef Marten Henriksson und seine Ex-Frau Lena Wallin, die sich durchaus für weitere Auftritte empfehlen.
Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Als in der Nähe einer Kirche ein schwer verletzter Mann gefunden wird, der kurz darauf seinen Verletzungen erliegt, bekommen Marten und sein Team erneut dessen Ex-Frau Lena als erfahrene Mordermittlerin zur Seite gestellt. Das Opfer war in Vimmerby und Umgebung äußerst umtriebig, hat sich mit seiner Art aber auch viele Feinde gemacht. So mangelt es zwar nicht an Verdächtigen, eine heiße Spur zum Täter ist aber zunächst nicht zu erkennen. Als auch Martens Vater ins Visier der Ermittlungen gerät, wird das gerade erst bereinigte Verhältnis zwischen Lena und ihm zudem auf eine harte Probe gestellt.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden ungleichen Hauptermittler ist durchaus gelungen, zumal ihr privates Verhältnis diesmal nicht so eine prägende Rolle spielt wie noch in Band 1 und dies der Krimihandlung zugutekommt. Zwar konnte mich auch Band 2 nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten. Und an der überraschenden und schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es auch nichts zu meckern.
Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus der schwedischen Provinz steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Für eine mögliche Fortsetzung bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.