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Veröffentlicht am 08.04.2025

Packender Kriminalroman aus Schweden, der mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern aufwartet

SchwedenHass (Schwedenkrimi)
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In ihrem siebten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum zweiten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische ...

In ihrem siebten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum zweiten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische Polizeichef Marten Henriksson und seine Ex-Frau Lena Wallin, die sich durchaus für weitere Auftritte empfehlen.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in der Nähe einer Kirche ein schwer verletzter Mann gefunden wird, der kurz darauf seinen Verletzungen erliegt, bekommen Marten und sein Team erneut dessen Ex-Frau Lena als erfahrene Mordermittlerin zur Seite gestellt. Das Opfer war in Vimmerby und Umgebung äußerst umtriebig, hat sich mit seiner Art aber auch viele Feinde gemacht. So mangelt es zwar nicht an Verdächtigen, eine heiße Spur zum Täter ist aber zunächst nicht zu erkennen. Als auch Martens Vater ins Visier der Ermittlungen gerät, wird das gerade erst bereinigte Verhältnis zwischen Lena und ihm zudem auf eine harte Probe gestellt.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden ungleichen Hauptermittler ist durchaus gelungen, zumal ihr privates Verhältnis diesmal nicht so eine prägende Rolle spielt wie noch in Band 1 und dies der Krimihandlung zugutekommt. Zwar konnte mich auch Band 2 nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten. Und an der überraschenden und schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es auch nichts zu meckern.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus der schwedischen Provinz steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Für eine mögliche Fortsetzung bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Gelungenes Thriller-Debüt mit leichten Schwächen

Die Frau im Fenster gegenüber (Psychothriller)
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Mit diesem Buch legt die Autorin Rose Hard ihren ersten Psycho-Thriller vor, der in Deutschland erscheint. Dabei konnte sie mich zwar noch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Rose Hard ihren ersten Psycho-Thriller vor, der in Deutschland erscheint. Dabei konnte sie mich zwar noch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten. Welche Rolle der Autor Gunnar Schwarz, der auf dem Cover als Co-Autor aufgeführt ist, bei der Entstehung des Buches gespielt hat, wird nicht so wirklich klar.

Josefine West hat gerade erst die aufreibende Scheidung von ihrem gewalttätigen Ehemann Michael hinter sich, die sie nur durch gute Freunde und eine Therapie überstanden hat, und wagt nun einen Neuanfang. Als sie während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Tierheim den IT-Sicherheitsbeauftragten Leon kennenlernt, kann sie sich sogar wieder vorstellen, einen neuen Mann in ihr Leben zu lassen. Doch dann bemerkt sie eines Nachts am Fenster der Wohnung, die ihrer genau gegenüber liegt und eigentlich gerade unbewohnt ist, die Gestalt einer Frau, die ihr auffallend ähnlich sieht und zudem den Eindruck erweckt, dass sie Hilfe braucht. Josefine verständigt die Polizei, die in der Wohnung aber niemanden antrifft. Leidet Josefine unter Wahnvorstellungen oder spielt hier jemand ein perfides Spiel mit ihr ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine überraschende, aber durchaus schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird komplett aus der Perspektive von Josefine erzählt, die hier auch die Rolle der Ich-Erzählerin übernimmt und uns hautnah an ihren Ängsten und Zweifeln teilhaben lässt. Allerdings fand ich Josefines Handeln nicht immer schlüssig, sondern eher etwas sprunghaft. Sie macht aber im Laufe der Geschichte durchaus eine Entwicklung durch, während der sie wächst und an Stärke gewinnt. Beim Showdown trägt die Autorin dann vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas dick auf, im Sinne der Spannung funktioniert das Ganze aber auf jeden Fall.

Wer auf spannende Psycho-Thriller steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Abgedrehte Thriller-Satire mir reichlich Blut und Gewalt

Liebe mit der Brechstange
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Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Krause eine ziemlich abgedrehte Thriller-Satire vor, in der Blut und andere Körperflüssigkeiten in Strömen fließen. Für Zartbesaitete ist dieses Buch daher eher ...

Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Krause eine ziemlich abgedrehte Thriller-Satire vor, in der Blut und andere Körperflüssigkeiten in Strömen fließen. Für Zartbesaitete ist dieses Buch daher eher weniger geeignet.

Als der erfolglose Schauspieler Roman nach einem missglückten One-Night-Stand plötzlich einem maskierten Einbrecher gegenübersteht, nimmt seine Leben eine unerwartete Wendung. Nach einer wilden Tortenschlacht kommen sich Roman und Jordan trotz aller Gegensätze schnell näher. Doch Jordans kriminelle Familie steht ihrem Glück entgegen und so geraten die beiden in eine Spirale aus Hass und Gewalt, in der auch ein übelriechender Serienkiller mitmischt.

Mit einem lockeren Schreibstil, viel Einfallsreichtum und einer ordentlichen Prise schwarzem Humor, der auch schon mal ziemlich derbe ausfallen kann, entwirft der Autor eine bunte Welt voller unerwarteter Wendungen, gelungener Anspielungen und abgedrehter Momente mit reichlich Situationskomik, durch die er seine gut gezeichneten und durchaus vielschichtig angelegten Protagonisten stolpern lässt. Auch wenn es zwischendurch schon ziemlich wild zugeht und es dadurch ab und an etwas unübersichtlich wird, fügt sich schlussendlich alles wunderbar zusammen und es ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Als Besonderheit bietet das Buch zwei unterschiedliche Enden, nach denen jeder Leser für sich entscheiden kann, ob ihm das Happy End oder das Bad End besser gefällt.

Wer Spaß an abgedrehten Thrillern findet und auch keine Probleme mit derbem Humor und Beschreibungen, die sich hart an der Ekelgrenze entlanghangeln, hat, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Gelungenes Horrormagazin mit 20 abwechslungsreichen Geschichten und 2 interessanten Artikeln

Zwielicht 21
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In der inzwischen bereits 21. Ausgabe der Reihe Zwielicht haben die beiden Herausgeber Achim Hildebrand und Michael Schmidt erneut eine abwechslungsreiche Sammlung an Kurzgeschichten und Artikeln aus den ...

In der inzwischen bereits 21. Ausgabe der Reihe Zwielicht haben die beiden Herausgeber Achim Hildebrand und Michael Schmidt erneut eine abwechslungsreiche Sammlung an Kurzgeschichten und Artikeln aus den Bereichen Horror und phantastische Literatur zusammengestellt.

In insgesamt 20 Kurzgeschichten wird ein gelungener Querschnitt der Möglichkeiten, den dieses Genre bietet, abgebildet, so dass jeder Liebhaber hier die eine oder andere Geschichte ganz nach seinem Geschmack finden sollte. Darunter befinden sich nicht nur neue Geschichten, sondern auch ein paar ältere Beiträge aus den Jahren 1893 bis 1950, die aber kein bisschen bzw. nur wenig angestaubt rüberkommen.

Meine persönlichen Favoriten waren die Geschichten von Charline Winter, Erik Hauser, Michael Tillmann und Karin Reddemann. Aber auch die übrigen Geschichten konnten mich gut unterhalten, echte Ausreißer nach unter gab es hier für mich nicht.

Neben den Geschichten befinden sich in dem Buch noch zwei Artikel von Karin Reddemann. Im ersten Beitrag beleuchtet sie ein besonders extremes Beispiel aus der Zeit der Hexenverfolgung. Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit dem Regisseur Sam Raimi und bietet interessante Einblicke, die sich vor allem auf seine Anfangsjahre beziehen. Und dann gibt es noch eine Auflistung aller Werke, die im Jahr 2023 mit dem Vincent- und dem Rein A. Zondergeld-Preis ausgezeichnet wurden. Weitere Informationen zu den an diesem Buch beteiligten Autoren dürfen am Ende des Buches natürlich nicht fehlen.

Das Coverbild von Björn Ian Craig ist auch diesmal wieder ein echter Blickfang. Und auch die Innenillustrationen von Frank G. Gerigk und Adrian van Schwamen sind sehr gelungen und werten das Buch optisch noch einmal deutlich auf.

Auch mein inzwischen fünftes Buch aus der Zwielicht-Reihe konnte mich wieder gut unterhalten und wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Auch der dritte Auftritt von Bernd Kastrup und seinem Team weiß wieder zu überzeugen

Die Schlange von Hamburg
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Ein toter Student in der S-Bahn führt Kommissar Bernd Kastrup und sein Team auf die Spur der mysteriösen Schlange von Hamburg, die ihre Morde scheinbar wahllos und ohne Motiv begeht. So beginnt ein Wettlauf ...

Ein toter Student in der S-Bahn führt Kommissar Bernd Kastrup und sein Team auf die Spur der mysteriösen Schlange von Hamburg, die ihre Morde scheinbar wahllos und ohne Motiv begeht. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem auch einige gute oder auch weniger gute Bekannte aus früheren Fällen kräftig mitmischen.

Dieser Thriller ist der inzwischen dritte Band der Reihe um Bernd Kastrup und seinem Team von der Hamburger Kriminalpolizei. Zwar lässt sich grundsätzlich jedes Buch der Reihe auch einzeln lesen, doch speziell in diesem Buch werden neben der spannenden Mördersuche auch noch relativ viele Stränge aus den Vorgängern weitergeführt und zum Ende gebracht, so das es sich hier empfiehlt, die beiden ersten Bücher zu kennen. Zudem geht ansonsten bei den Informationen aus diesem Buch auch noch einiges an Lesevergnügen und überraschenden Wendungen in den ersten beiden Bänden verloren.

Neben einer spannenden und gut konstruierten Krimihandlung, einem hohen Erzähltempo und überzeugenden Charakteren bietet das Buch auch wieder eine Menge Hamburger Lokalkolorit, man merkt jederzeit, das der Autor sich in seiner Stadt bestens auskennt und es versteht, dieses Wissen auch gut in die laufende Handlung einzubinden, ohne dabei von der Geschichte abzulenken oder gar zu langweilen.

Auch wenn die "Tier-Trilogie" mit diesem Band eigentlich zu Ende erzählt ist, hoffe ich doch auf weitere Fälle mit Bernd Kastrup und seinem sympathischen Team. Entsprechendes Potential ist in den gut gezeichneten Figuren durchaus noch vorhanden.

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