“The One I Left Behind” ist der Start in eine neue Kleinstadt-Serie des Autorinnenduos Piper
Der ehemalige Football-Profi Ben zieht zurück in seine Heimatstadt und trifft dort auf seine große Jugendliebe ...
“The One I Left Behind” ist der Start in eine neue Kleinstadt-Serie des Autorinnenduos Piper
Der ehemalige Football-Profi Ben zieht zurück in seine Heimatstadt und trifft dort auf seine große Jugendliebe Gillian, die eigentlich nichts mehr von ihm wissen will. Die alten Gefühle sind aber noch vorhanden und Ben bemüht sich mit zunehmendem Erfolg um Gillian.
Ich habe schon einige Bücher der Autorinnen gelesen und mag ihren Schreibstil (oder jedenfalls den der deutschen Übersetzung). Dieses Mal war ich immer mal wieder irritiert von einigen Formulierungen, insbesondere auch in den Szenen mit etwas mehr Spice. Auf gut deutsch hab’ ich es nicht so gefühlt.
Die Figuren und das ganze Kleinstadt-Setting mochte ich dafür sehr. Ich bin auch mal wieder großer Nebenfiguren-Fan - in diesem Fall Brooks und Lauren.
Ich bin nicht völlig begeistert, habe das Buch aber gern gelesen und freue mich auch auf den nächsten Teil der Reihe.
Wenn ihr Fans von kleinen Städten, ihren Bewohnern und vor allem der ganz großen Liebe seid, dann wird euch dieses Buch bestimmt gefallen.
Der neue Italien-Krimi von Fabio Nola entführt uns in ein (vermutlich) ziemlich realistisch dargestelltes Neapel. Mitten in den chaotischen Zuständen rund um die Feierlichkeiten zu San Gennaro (dem Stadtpatron) ...
Der neue Italien-Krimi von Fabio Nola entführt uns in ein (vermutlich) ziemlich realistisch dargestelltes Neapel. Mitten in den chaotischen Zuständen rund um die Feierlichkeiten zu San Gennaro (dem Stadtpatron) taucht ein Turiner Geschäftsmann in der Questura auf und berichtet von seltsamen Erpressungsversuchen und Bedrohungen, die er Woche für Woche erhält. Commissario Gaetano ist leicht genervt von dem steifen Norditaliener und verspricht halbherzig, dass sich jemand darum kümmert. In der darauffolgenden Nacht wird eben dieser Norditaliener tot in seiner Wohnung aufgefunden. Es folgt eine fieberhafte Suche nach dem Mörder, begleitet von der drückenden Hitze, dem (vermeintlichen) neapolitanischen Hang zum Aberglauben und dem Chaos in einem Neapel nach San Gennaro.
Meiner Meinung nach ist Nola ein spannender und wendungsreicher Krimi gelungen. Die Story hat mich auf jeden Fall überzeugt und ließ ebenso wie sein Schreibstil keine Wünsche offen. Der Schauplatz Neapel wird wohl recht realistisch dargestellt und weckt damit mehr meine Neugier herauszufinden, wie es wirklich ist, als eine romantische Sehnsucht nach dem nächsten Italienurlaub. Wer einen Krimi erwartet, den man gemütlich mit Vino und Pizza auf dem Balkon genießen kann, der wird vermutlich enttäuscht. Gemütlich ist daran maximal die Einstellung von Gaetanos Kollege Pietro, der seine Ermittlungen lieber aus der nächsten Bar heraus führt als aus seinem stickigen Büro. Der Mord ist durchaus brutal und auch die Beschreibung der Zustände in der Stadt oder die beiläufige Erwähnung diverser Probleme kriecht einem geradezu unter die Haut.
Commissario Gaetano ist mir nicht sonderlich sympathisch, aber vermutlich durchaus authentisch dargestellt. Ich bin mit keiner der Figuren so richtig warm geworden und es hat mich auch immer wieder gestört, dass Kollegen respektlos behandelt oder verspottet wurden. Auch das entspricht wohl der Realität, hat für mich aber den Zugang erschwert.
Alles in allem steht für mich die Story im Vordergrund, und die ist wirklich gut. Also kann ich dieses Buch allen empfehlen, die nicht nach dem nächsten Cozy-Crime-Titel suchen.
“Wenn Ende gut, dann alles” - der Titel beschreibt meinen Eindruck von Volker Klüpfels erstem Solo-Roman eigentlich perfekt.
Tommi, ein (hoffentlich) werdender Schriftsteller möchte sich ganz auf seinen ...
“Wenn Ende gut, dann alles” - der Titel beschreibt meinen Eindruck von Volker Klüpfels erstem Solo-Roman eigentlich perfekt.
Tommi, ein (hoffentlich) werdender Schriftsteller möchte sich ganz auf seinen literarischen Durchbruch konzentrieren, aber versucht eigentlich mehr sein Leben in den Griff zu kriegen. Er wohnt im alten Wohnmobil seines Vaters (der aus unbekannten Gründen beschlossen hat, in eine Wohnanlage für Senior:innen zu ziehen) und befindet sich eigentlich auf ständiger Stellplatzsuche. Tatkräftig unterstützt wird er von Svetlana, einer ukrainischen Putzfrau, die ihm sein Vater mit dem Wohnmobil gleich mitvererbt hat. Unterstützung heißt in Svetlanas Fall, dass sie das Wohnmobil sauber hält, aber gleichzeitig nicht mit klugen Lebensweisheiten oder Ratschlägen zu Tommis Buch geizt. Als die beiden im Wald ein kleines Mädchen finden, beschließen sie, nicht nur zu helfen, sondern herauszufinden, was mit der Mutter des Mädchens passiert ist. Die Polizei ist keine große Hilfe, also nimmt vor allem Svetlana die Dinge selbst in die Hand.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Tommi erzählt, aber eigentlich ist Svetlana der Star des Buches. Während Tommi keinen richtigen Plan hat und in Gedanken immer an Formulierungen oder der Handlung seines Thrillers arbeitet, treibt Svetlana sowohl Tommi, als auch die Ermittlungen und die Geschichte voran. Sie verwendet ihre eigene Interpretation der deutschen Grammatik und hat für jede Gelegenheit ein ukrainisches Sprichwort parat und überrascht immer wieder durch ungeahnte Kenntnis von Polizeiarbeit und Ermittlungsmethoden.
Die Figuren haben mich von Anfang an überzeugt. Der Autor steckt viel Mühe in seine Nebenfiguren, die meiner Meinung nach das ganze Buch tragen. Tommi und Svetlana sind ein herrlich schräges Duo, aber alleine würden sie vermutlich schnell “too much” werden. Im ersten Teil des Buches habe ich es genossen, Tommi und Svetlana in ihrem Alltag zuzuschauen und mit ihnen die anderen Figuren kennenzulernen. Danach folgte allerdings eine kleine Durststrecke, als der Fall nicht so richtig vorwärts gehen wollte und auch die Wirkung der Situationskomik nachließ, beziehungsweise sich bestimmte Szenen beinahe wiederholten. Glücklicherweise bekommt das Buch aber rechtzeitig die Kurve. Gegen Ende konnte ich es kaum aus der Hand legen und war wirklich überzeugt von der Auflösung des Falls - eben “Wenn Ende gut, dann alles”!
Insgesamt ist das einfach eine runde Sache: grandiose Figuren, eine gut durchdachte Story mit steigender Spannung und ein sehr angenehmer Schreibstil mit viel Situationskomik. Der Buchumschlag verrät, dass es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe handeln soll und das stimmt mich hoffnungsvoll. Dieser erste Band verwendet recht viel Zeit für die Figuren und deswegen hoffe ich, dass in einem zweiten Band dann mehr vom Krimi-Aspekt im Vordergrund steht und freue mich schon darauf.
Zuallererst muss ich sagen, dass es mich wirklich freut, dass die Verantwortlichen keinen neuen Titel für die deutsche Ausgabe dieses Buches überlegt haben - und schon gar keinen anderen englischen Titel, ...
Zuallererst muss ich sagen, dass es mich wirklich freut, dass die Verantwortlichen keinen neuen Titel für die deutsche Ausgabe dieses Buches überlegt haben - und schon gar keinen anderen englischen Titel, der aber trotzdem vom Original abweicht.
Wenn man das Buch in den Händen hält, ist es schon ziemlich pink, aber der Farbschnitt mit der Silhouette von L.A. ist wirklich schön und macht die aufdringliche Farbe wieder wett.
Das Buch ist aus Sicht der Person geschrieben und nicht, wie bei so vielen anderen Büchern dieser Art, in wechselnden Ich-Perspektiven. Das ist zuerst etwas ungewohnt, hat dann aber meiner Meinung nach den Vorteil, dass man als Leser direkt in der Szene mit drin ist und teilweise unterschiedliche Sichtweisen derselben Situation präsentiert bekommt. Meistens steht eine Person im Vordergrund, deren Gedanken und Gefühle in kursiver Schreibweise eingeworfen werden. Ich mag diese Art von Unterbrechung des Leseflusses, weil ich dabei immer die Stimme im Kopf höre und sich das echter anfühlt.
Zur Handlung: Grant und Helen teilen ein tragisches Ereignis aus ihrer gemeinsamen Highschool-Zeit: Helens jüngere Schwester warf sich vor ein fahrendes Auto und beendete damit ihr Leben - und Grant war der Fahrer dieses Wagens. Besonders Helens Eltern betrachten Grant seitdem als ‘Mörder’ und wollen nichts mit ihm zu tun haben. Der Zufall will es aber, dass sich Helens und Grants Wege 13 Jahre später in L.A. kreuzen, weil Grant Teil des Teams ist, das die Drehbücher für die Serien-Adaption von Helens erfolgreicher Buchreihe schreiben soll.
Meine anfängliche Befürchtung, dass der Unfall von damals wie ein Damoklesschwert über der sich entwickelnden Beziehung zwischen Helen und Grant hängt, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Tatsächlich können beide nach anfänglichen Schwierigkeiten normal miteinander umgehen und ihr Handeln wird nicht von Vorwürfen dominiert.
Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und besonders die Szenen der ersten Annäherungen zwischen den beiden haben es mir angetan. Als sich die Handlung dem unvermeidlichen Showdown nähert, hat sie mich allerdings irgendwo verloren. Das Ende, beziehungsweise die Auflösung dahin, hätte besser sein können. Deswegen kann ich am Ende keine 5 Sterne vergeben.
Fazit: Ein schöner Liebesroman mit interessanter Erzählperspektive, der wirklich gut mit dem schweren Thema umgeht.
“Die Brandung - Leichenfischer” von Karen Kliewe ist der zweite Teil der Reihe um das dänisch-deutsche Ermittlerduo Fria Svensson und Ohlsen Ohlsen in der Flensburger Grenzregion. Vielleicht liegt es daran, ...
“Die Brandung - Leichenfischer” von Karen Kliewe ist der zweite Teil der Reihe um das dänisch-deutsche Ermittlerduo Fria Svensson und Ohlsen Ohlsen in der Flensburger Grenzregion. Vielleicht liegt es daran, dass ich den ersten Teil noch nicht gelesen habe, aber ich verstehe nicht, wieso die Reihe “Die Brandung” heißt. Das klingt zwar gut und die Krimis spielen direkt an der Ostsee, aber ansonsten steht da nichts in Bezug zu einem aufgewühlten Meer. Der Klappentext lockt mit dem unvollendeten Satz, dass Kommissar Ohlsen einen “verhängnisvollen Fehler” begeht - was auch gut klingt, aber sich auch nicht wirklich im Buch wiederfinden lässt.
Das Äußere des Buches gefällt mir eigentlich sehr gut, abgesehen von den oben genannten Problemen. Nun zum Inhalt: Die Geschichte wird in mehreren parallelen Handlungssträngen erzählt, bei denen man nach und nach versteht, ob und wie sie zusammenhängen. Von den Hauptfiguren mag ich besonders Fria und ihre Familie, die scheinen ziemlich chaotisch, impulsiv und liebenswert zu sein. Die private Beziehung zwischen Fria und Ohlsson konnte ich nicht ganz einordnen, aber da fehlt mir wohl das erste Buch. Für das Verständnis des Falles braucht man das jedoch nicht.
Die Autorin schreibt lebendig und angenehm und wirft immer mal wieder lokale Eigenheiten ein (oder zumindest, was ich so aus der Ferne als lokale Eigenheiten bezeichnen würde), wie zum Beispiel Flensburger Bier oder Ohlsens handballverrückte Kollegen. Der ständige Wechsel zwischen den Erzählsträngen und Sichtweisen der erzählenden Figuren war für mich kein Problem und ließ sich flüssig lesen. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und gipfelt in einem spannenden Ende. Nur die Auflösung kam mir etwas konstruiert vor, etwas zu bemüht, uns Leserinnen in die Irre zu führen. Und die eine oder andere Nebenhandlung hätte es für meinen Geschmack auch nicht gebraucht.
Fazit: Ich mag Ostsee-Krimis, und dieser hier reiht sich gut ein. Allerdings hat es mich nicht völlig vom Hocker gerissen.