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Veröffentlicht am 21.04.2025

Ungewöhnlich, fesselnd und stark: Die Verwandlung einer Frau

Chrysalis
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"Es war, als versuchte sie im wörtlichen Sinn über sich hinauszuwachsen.“

Eine junge Frau will sich verwandeln, ihr Ziel sind innere und äußere Stärke sowie absolute Unabhängigkeit. Grund hierfür ist ...

"Es war, als versuchte sie im wörtlichen Sinn über sich hinauszuwachsen.“

Eine junge Frau will sich verwandeln, ihr Ziel sind innere und äußere Stärke sowie absolute Unabhängigkeit. Grund hierfür ist eine traumatische Erfahrung mit ihrem Exfreund.

"Sie wiederholte mehrfach, er sei nie gewalttätig geworden, womit sie meinte, dass er sie nicht geschlagen, geschubst oder getreten hatte. Weder hatte er ihr Haare ausgerissen, noch hatte er Dinge zerstört. Er nahm er kein Geld weg und drängte sich ihr sexuell nie auf. Sie hatte viel über häusliche Gewalt gelesen und nicht den Eindruck, dass sie ein besonders schlimmes Beispiel dafür sei. Sie wusste nicht genau, was er tun würde, sollte sie Widerstand leisten, aber sie leistete keinen Widerstand und erfuhr es folglich nie."

Der Aufbau des Buchs ist ungewöhnlich. Man erlebt die Verwandlung der namenlosen Protagonistin aus drei Perspektiven: der eines Fremden (Elliot), der ihrer Mutter Bella und der einer ehemaligen Arbeitskollegin/Freundin (Susie).
Man mag skeptisch sein angesichts der Tatsache, dass man nie weiß, was in der Protagonistin selbst vorgeht, sondern immer nur aus der Perspektive von drei Außenstehenden auf sie blickt - doch unerwarteterweise funktioniert diese Art des Erzählens ganz hervorragend. Es macht das Buch sogar sehr vielschichtig und noch interessanter. Außerdem greift diese Art des Erzählens das inhaltliche Thema, also dieses von außen bewertet und beobachtet werden, bereits stilistisch auf.

Den ersten Teil der Erzählung übernimmt Elliot, ein schüchterner Einizelgänger, der sie zufällig im Fitnessstudio kennenlernt und sofort von ihr fasziniert ist:

"Aber sie war ohnehin nicht gekommen, um in einer fremden Aufführung mitzuwirken, denn sie hatte ihr eigenes Ziel vor Augen. Sie hat mich etwas über Fokus gelehrt: Wenn man seinem Lebensweg folgt und eine Mission hat, rückt alles andere in den Hintergrund. Für mich war das eine wertvolle Lektion, und seit ich sie verinnerlicht habe, fühle ich mich unbeschwerter."

Als nächstes kommt ihre Mutter zu Wort, hier erfährt man viel über die Kindheit der Protagonistin. Zuletzt kommt ihre Arbeitskollegin und Freundin Susie zu Wort.

Die drei Abschnitte greifen teilweise ineinander und zeigen so die Geschichte der Verwandlung aus mehreren Perspektiven. Das fand ich wirklich sehr gelungen, ein großes Lob an die Autorin.
Die Hauptperson mag mit ihrem rigorosen Handeln polarisieren und nicht bei allen Lesser*innen Sympathien hervorrufen. Auch das Vermarkten ihrer Transformation in den sozialen Medien kann (und sollte) man kritisch sehen.

"Einige Leute fühlten sich von ihren Ideen provoziert - sie wollten nicht allein leben. Sie nannten sie ein Symbol für alles, was in der Gesellschaft schieflief - das Konkurrenzdenken, die Priorisierung der eigenen Interessen, das Ausblenden fremder Bedürfnisse. Aber diejenigen, die ihre Videos mochten, schienen fürs Alleinsein einen guten Grund zu haben. Indem sie sich auf ein neues Leben in der Isolation vorbereiteten, bildeten sich selbst eine Art Gemeinschaft. Zusammen überlegten sie, auf wie viel Zivilisation man verzichten konnte und wie viel man behalten musste."

Ich fand ihre Zielstrebigkeit und Stärke jedoch auch faszinierend.

Auch den Titel „Chrysalis“ hat Anna Meltcalfe perfekt gewählt, denn damit ist ein Insekt in der Metamorphose gemeint.

Das Buch lässt viele Fragen offen, bietet so viel Raum zum Nachdenken und für eigene Interpretationen.

Für mich war dieser beeindruckende Debütroman (eine Zufallsentdeckung, über die ich sehr glücklich bin) ein unheimlich starkes Leseerlebnis und in gewisser Weise ein wahres Kunstwerk – unbedingt lesenswert!

"Vielleicht ist sie ein Vorbild, weil sie gelernt hat, sich von der Welt nicht mehr beeinflussen zu lassen."

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Léas Abenteuer in Paris geht spannend und magisch weiter

Birds of Paris – Der verborgene Turm
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Nachdem wir mit großer Begeisterung schon den ersten Teil von „Birds od Paris: Das magische Pendel“ gelesen hatten, konnten wir die Fortsetzung „Birds of Paris: Der verborgene Turm“ kaum erwarten!
Hier ...

Nachdem wir mit großer Begeisterung schon den ersten Teil von „Birds od Paris: Das magische Pendel“ gelesen hatten, konnten wir die Fortsetzung „Birds of Paris: Der verborgene Turm“ kaum erwarten!
Hier geht Léas Abenteuer in Paris genauso magisch und spannend weiter wie im ersten Teil.
Dieser endete ja mit einem Schock: ich ihrem Wohnzimmer saß bei ihrer Mutter Monsieur Janvier!
Und das ist noch nicht alles: ihre Mutter arbeitet für ihn und Léa soll ab sofort auf eine ganz besondere, magische Schule gehen. Ihre Mutter erzählt ihr etwas, was eine große Herausforderung für Léa ist. Denn diese Schule wurde von den Vogelfängern gegründet! Wie kann Léa es schaffen, auf diese Schule zu gehen, ohne ihre Freunde zu verraten?
Es warten wieder einige gefährliche und magische Abenteuer auf die Freunde, bei denen erneut ihr Mut und ihr Zusammenhalt gefragt ist.
Auch der zweite Band dieser außergewöhnlich spannenden Fantasy-Reihe für Kinder ist wieder rasant geschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann! Besonders gegen Ende steigert sich noch die Sogwirkung bis zum fulminanten Showdown!
Dabei bleiben zum Ende noch einige Fragen offen, die auf eine lesenswerte Fortsetzung hoffen lassen! Besonders was das jüngste Mitglied der Band angeht, Coralie, werden hier einige Andeutungen gemacht, die uns sehr neugierig auf die weitere Geschichte der Kinder machen.
Wir können es kaum erwarten, bis der dritte Band erscheint und freuen uns schon sehr darauf!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Léas Abenteuer in Paris geht spannend und magisch weiter

Birds of Paris – Der verborgene Turm
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Nachdem wir mit großer Begeisterung schon den ersten Teil von „Birds od Paris: Das magische Pendel“ gelesen hatten, konnten wir die Fortsetzung „Birds of Paris: Der verborgene Turm“ kaum erwarten!
Hier ...

Nachdem wir mit großer Begeisterung schon den ersten Teil von „Birds od Paris: Das magische Pendel“ gelesen hatten, konnten wir die Fortsetzung „Birds of Paris: Der verborgene Turm“ kaum erwarten!
Hier geht Léas Abenteuer in Paris genauso magisch und spannend weiter wie im ersten Teil.
Dieser endete ja mit einem Schock: ich ihrem Wohnzimmer saß bei ihrer Mutter Monsieur Janvier!
Und das ist noch nicht alles: ihre Mutter arbeitet für ihn und Léa soll ab sofort auf eine ganz besondere, magische Schule gehen. Ihre Mutter erzählt ihr etwas, was eine große Herausforderung für Léa ist. Denn diese Schule wurde von den Vogelfängern gegründet! Wie kann Léa es schaffen, auf diese Schule zu gehen, ohne ihre Freunde zu verraten?
Es warten wieder einige gefährliche und magische Abenteuer auf die Freunde, bei denen erneut ihr Mut und ihr Zusammenhalt gefragt ist.
Auch der zweite Band dieser außergewöhnlich spannenden Fantasy-Reihe für Kinder ist wieder rasant geschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann! Besonders gegen Ende steigert sich noch die Sogwirkung bis zum fulminanten Showdown!
Dabei bleiben zum Ende noch einige Fragen offen, die auf eine lesenswerte Fortsetzung hoffen lassen! Besonders was das jüngste Mitglied der Band angeht, Coralie, werden hier einige Andeutungen gemacht, die uns sehr neugierig auf die weitere Geschichte der Kinder machen.
Wir können es kaum erwarten, bis der dritte Band erscheint und freuen uns schon sehr darauf!

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Veröffentlicht am 29.03.2025

"Wenn du dir etwas so sehr wünschst, dass es einfach möglich sein MUSS?"

Wanda
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Wir haben schon die bisherigen tollen Bücher von Annika Scheffel geliebt, unter anderem die schöne „Solupp“-Buchreihe. Daher haben wir uns sehr auf ihre Neuerscheinung "Wanda" gefreut, die noch dazu als ...

Wir haben schon die bisherigen tollen Bücher von Annika Scheffel geliebt, unter anderem die schöne „Solupp“-Buchreihe. Daher haben wir uns sehr auf ihre Neuerscheinung "Wanda" gefreut, die noch dazu als hochwertige gebundene Ausgabe mit farbigem Buchschnitt daherkommt. Und genauso gut wie das Cover hat uns dann auch das Buch gefallen!

Zum Inhalt:
Die 13jährige Wanda ist ein Waisenkind und wünscht sich vor allem endlich eine richtige Familie. Als es mit ihrer aktuellen Pflegefamilie nach einer Woche auch wieder nicht klappt, beschließt sie abzuhauen. Sie hat genug vom Leben im Heim und der vergeblichen Suche nach einer Familie. Sie will ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Und während in der Stadt gerade eine Bärin entlaufen ist und alle nach ihr suchen, findet Wanda ausgerechnet an einem eigentlich sehr belebten Ort ein perfektes Versteck. Hier trifft sie nach und nach auf verschiedene Außenseiter*innen. Da ist zum Beispiel Sami, der irgendein Geheimnis mit sich herumschleppt. Außerdem die wundersame, alte Dora, die ihren Garten retten will. Dazu die schüchterne Peri, die gerne nicht mehr übersehen werden möchte von ihren Mitmenschen. Der liebenswerte Hotelportier Jo und die Straßenmusikerin Nino. Gemeinsam machen auch sie sich auf die Suche nach der entlaufenen Bärin. Denn wer sie findet, heißt es, hat als Belohnung einen Wunsch frei …

Annika Scheffel hat mit „Wanda“ einen wunderschönen Jugendroman geschrieben, den ich auch als Erwachsene sehr gerne gelesen habe (auch wenn sich manches aus Erwachsenen natürlich einigermaßen unrealistisch liest, aber egal!).
Die Autorin hat eine berührende und zugleich abenteuerliche Geschichte über Familie, Selbstbestimmung, Freundschaft und Zugehörigkeit geschrieben, in die sie sehr liebenswerte und authentische Charaktere gepackt hat.
Auch die "Nebenrollen" waren perfekt besetzt, ganz besonders liebenswert fand ich hier die Busfahrerin/Rikschafahrerin Janine!

Ein Buch, das Mut macht und Hoffnung gibt und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

"Wanda sieht zur Tür, guckt zum Fenster, man weiß ja nie. Und, kennst du das? Wenn du dir etwas so sehr wünschst, dass es einfach möglich sein MUSS? Auch, wenn alles dagegen spricht? So ist das. Deswegen das Warten."

"Das mit den Sternen war ihr Ding. Weil die überall sind. Und die niemand einfach wegmachen kann. Weil sie zwar riesig sind, aber von hier aus gesehen sehr klein und immer so schön glitzerig. Und weil sich in ihnen etwas unfassbar Großes, Wunderbares verstecken kann. Eine Bärin zum Beispiel."

"Was willst du? ", fragt Wanda leise und weiß nicht so genau, ob sie das die Bärin fragt oder vielleicht auch, ein bisschen, sich selbst." Wonach suchst du da draußen?"

"Leider ", sagt Jo leise und so ganz weiß Wanda nicht, was er meint, aber so ein bisschen dann schon: dass sie alle insgesamt vielleicht doch ein bisschen allein sind, mit ihrem geheimen Wünschen und Träumen und in ihren jeweiligen Welten, um die sich alles andere dreht."

"Manchmal ist Gerechtigkeit laut ", stellt Janine ruhig fest, "und manchmal ist sie ganz leise."

"Manche Geschichten haben ein gutes Ende ", flüstert Wanda." Auch im echten Leben."

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Hochaktuell und unbedingt lesenswert - für Jugendliche und Erwachsene!

Die Tasche
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"Wie merkwürdig. Man verbringt jahrelang täglich so viel Zeit im Klassenraum miteinander, dass man fast intuitiv spürt, wenn etwas nicht stimmt - und doch weiß keiner genau, was in den Köpfen und Herzen ...

"Wie merkwürdig. Man verbringt jahrelang täglich so viel Zeit im Klassenraum miteinander, dass man fast intuitiv spürt, wenn etwas nicht stimmt - und doch weiß keiner genau, was in den Köpfen und Herzen der anderen vorgeht."

Auf das Buch „Die Tasche“ von Kornelia Wald und Houssein Kahin bin ich durch eine Empfehlung aufmerksam geworden und bin hierfür sehr dankbar! Auch wenn das Buch offiziell als Jugendbuch eingestuft ist, würde ich es auch Erwachsenen unbedingt ans Herz legen. Es ist ein kluges Buch mit einer wichtigen Botschaft.

Zum Inhalt:
Ein ganz normaler Schultag gerät unerwartet völlig aus den Fugen. Eigentlich soll der 17jährige Mohammed als Vorzeigeschüler im Namen seiner Schule einen Integrationspreis entgegennehmen. Doch aufgrund eines kürzlichen Erlebnisses möchte er diese Ehrung nicht annehmen, da er sie für unehrlich hält. Also plant er gemeinsam mit seinen Freunden, der Preisverleihung fernzubleiben. Dummerweise hat er seine Sporttasche in der Aula vergessen. Also kehrt er zurück, um die Tasche zu holen. Er kann nicht wissen, dass ausgerechnet Emilia, in die er heimlich verknallt ist, einen bösen Plan hat. Und der Tag, der eigentlich ein Grund zum Feiern für die ganze Schule sein sollte, endet in einer Katastrophe.

In diesem Buch werden Themen wie gesellschaftliche Konflikte, Rassismus, Vorurteile, Integration, persönliche Krisen, Freundschaften, Familie geschickt miteinander verbunden, ohne überladen zu wirken.
Sehr gut gefallen hat mir die Erzählweise: Dadurch, dass alles im Rückblick geschildert wird, fügt sich erst nach und nach das ganze Bild zusammen.
Und durch die unterschiedlichen Perspektiven von Jugendlichen, einer Mutter, dem Rektor etc. wird die Spannung aufrechterhalten. Besonders gegen Ende entsteht eine regelrechte Sogwirkung, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Das Ende lässt dann einige Fragen offen, was ich zum teil unbefriedigend fand, andererseits regt es so auch stärker zum Nachdenken an und bietet Raum, eigene Antworten auf diese Fragen zu finden.
Obwohl man natürlich als Leserin schon gerne wüsste, was aus den wahren Schuldigen geworden ist. Auch über das jüngste der Opfer hätte ich gerne noch ein paar Worte mehr gelesen.

Dennoch ein wirklich ganz großes Lob an die Autor
innen Kornelia Wald und Houssein Kahin für dieses anspruchsvolle, kluge und hochaktuelle Buch!
Ganz klare Leseempfehlung von mir für Jugendliche ab 12 Jahren und auch für Erwachsene!
Meiner Meinung nach wäre das Buch auch sehr gut als Schullektüre geeignet.

"Dieser Stolz auf die eigene Herkunft. Als hätte man dafür irgendwelche Prüfungen machen müssen. Man kann doch nur stolz auf etwas sein, was man aus eigener Kraft geschafft hat. Man kann es sich nicht selbst aussuchen, wo und von wem man geboren wird. Ein Schicksal, das man erst mal akzeptieren muss. Und dann kann man sich überlegen, was man daraus macht. Ob man bleibt, wo man gelandet ist oder sein Leben selbst in die Hand nimmt."

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