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Veröffentlicht am 09.01.2021

Freiheit um jeden Preis?

Der Nordseehof – Als wir der Freiheit nahe waren
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!4,5 von 5 Sterne!

Klappentext:
„1973: Die 18-jährige Adda träumt davon, die Enge des elterlichen Hofs an der Nordseeküste zu verlassen, um in der Großstadt eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen. ...

!4,5 von 5 Sterne!

Klappentext:
„1973: Die 18-jährige Adda träumt davon, die Enge des elterlichen Hofs an der Nordseeküste zu verlassen, um in der Großstadt eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen. Erst nach und nach wird ihr klar, dass Freiheit nur dem gehört, der wagt, sie zu leben …“

Die Fortsetzung zum ersten Teil des Nordseehofes nimmt nun weiter an Fahrt auf. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich der erste Band mehr gefesselt hat als dieser, blieb aber auch hier das Lesevergnügen auf hohem Niveau. Adda‘s Traum von Ferne und Freiheit lassen den Leser regelrecht anstecken und mitfiebern. Aber wir merken schnell, dass auch in der Großstadt nicht alles Gold ist was glänzt und dürfen auch hier wieder mit Adda mitleiden. Ich muss gestehen, ich konnte ihre “Flucht“ verstehen, dennoch tat es mir weh, das sie den Hof (ihre Heimat) verlassen wollte, was aber vielleicht daran liegt, dass ich in eben der selben Gegend wohne und Zuhause bin. Man denkt darüber nach....Kopf- und Gedankenkino entsteht. Das es nicht einfach wird für so ein „Landpflänzchen“ war klar, aber das es dann doch so fragwürdig wird, hatte ich nicht vermutet. Genau das hat mich wieder an dieser Geschichte gefesselt. Einige Parts waren dennoch etwas vorhersehbar aber die Gefühlswelt um Adda, um ihre Sehnsucht nach dem vertrauten platten Land und der Landluft, konnte ich nur zu gut verstehen. Aber sie sieht es als Chance und Erfahrung für ihr Leben....treffender geht es doch nicht!? Adda und auch Uwe merken in ihrem Innersten, wie wichtig ihnen doch der elterliche Hof ist und beginnen an einem Strang zu ziehen...auch wenn jeder seine Wege für die Zukunft anders sieht. Aber auch bei den Eltern Johanna und Eike tut sich etwas! Wir dürfen hier Zeuge werden, wie die beiden sich wieder finden....Sie merken schon, auch dieser Band fesselt ungemein, bringt das Nordseefeeling wieder perfekt rüber, es ist rauh, kühl und bedarf nicht vieler Worte und lässt uns Leser sehr gekonnt abtauchen. Der typische Kölpin-Schreibstil ist auch hier wieder unverkennbar flüssig, emotional und mitreißend. Alles in allem 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Die Zeit der Birken

Die Zeit der Birken
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!4,5 von 5 Sterne!



Klappentext:

„Schleswig-Holstein, 1977: Die Liebe zwischen Gesine und dem Pferdetrainer Grigori endet jäh, als er plötzlich spurlos verschwindet. Doch eines Tages stößt Gesine auf ...

!4,5 von 5 Sterne!



Klappentext:

„Schleswig-Holstein, 1977: Die Liebe zwischen Gesine und dem Pferdetrainer Grigori endet jäh, als er plötzlich spurlos verschwindet. Doch eines Tages stößt Gesine auf Hinweise über seinen Verbleib, die sie nicht nur tief in die Vergangenheit ihrer Familie, sondern auch in die Abgründe europäischer Geschichte führen.

Estland,1938: Charlotte verliebt sich Hals über Kopf in den jungen Esten Lennart. Doch ihre Eltern würden diese Verbindung niemals billigen, und so halten sie ihre Beziehung geheim. Als Charlotte ein Kind von Lennart erwartet, brechen die Wirren des Zweiten Weltkriegs über sie herein, und die Liebenden werden getrennt.“



Christine Kabus wagt sich mal auf anderes geografisches Terrain als sonst und lässt ihre Geschichte „Die Zeit der Birken“ in Schleswig-Holstein der 1970er sowie Estland spielen.

Ich war von der Autorin immer begeistert, aber diese Geschichte hier, übertrifft fast alle Storys von ihr um ein Vielfaches! Ab der ersten Seite ist man gefangen und kann einfach nicht anders als immer weiter lesen. Die Zeitenwechsel sind ihr äußerst gut gelungen und lassen den Leser abtauchen und mitfiebern. Die Geschichte baut sich langsam auf und verwebt sich immer mehr zu einer großen Decke die den Leser einhüllt.

Ja, es gibt hier und da ein paar Längen die nicht nötig gewesen wären. Mich haben sie nicht gestört oder gar gelangweilt. Ich fand es alles recht passend zusammen gesetzt und harmonisch. Gesines und Charlottes Gefühlschaos kommt unheimlich authentisch daher und lassen uns Leser mitfühlen. Gerade die Erkenntnis als Abschluss der Geschichte hat mich richtig gepackt und mitgenommen. Da waren die Emotionen nicht mehr aufzuhalten....Diese Geschichte erhält 4,5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 04.10.2020

4,5 Sterne für Teil 3

Die Fotografin - Die Welt von morgen
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!4,5 Sterne!



Klappentext:

„Nach dem Tod ihres Onkels Josef hat Mimi Reventlow Laichingen verlassen und ihre Arbeit als Wanderfotografin wiederaufgenommen. Sie ist nicht mehr allein unterwegs, denn ...

!4,5 Sterne!



Klappentext:

„Nach dem Tod ihres Onkels Josef hat Mimi Reventlow Laichingen verlassen und ihre Arbeit als Wanderfotografin wiederaufgenommen. Sie ist nicht mehr allein unterwegs, denn der Gastwirtsohn Anton hat sich Mimi angeschlossen. Gemeinsam bereisen die beiden das Land und wollen nach der dörflichen Enge Laichingens endlich großstädtischen Trubel erleben. Während ihres Aufenthalts in Berlin gelingt es Anton, einen florierenden Postkartenhandel aufzubauen – Mimi dagegen hat immer öfter Schwierigkeiten, eine Gastanstellung zu finden. Doch anstatt der Vergangenheit nachzutrauern möchte Mimi lieber die Welt von morgen mitgestalten! So wagt sie es, sich neu zu erfinden und dennoch treu zu bleiben. Auf ihrem Weg begegnen ihr auch alte Bekannte, wie Bernadette, die von der großen Liebe träumt. Was beide Frauen noch nicht wissen: Ihnen steht bald die größte Herausforderung ihres Lebens bevor …“



Der dritte Teil von Petra Durst-Bennings Mimi-Saga geht weiter. Wir durften im zweiten Teil bereits ein wenig Luft bzgl. dieses Teils schnuppern. Da ich alle Teile hintereinander weg gelesen habe, war die Fortstetzung wirklich gelungen und wir dürfen sofort mit Mimi weiter reisen. Die Zeiten für sie ändern sich gewaltig und sie verlässt das Dorf Laichingen um in die „große“ weite Welt zu gehen. Ich muss gestehen, dieser Werdegang und die Erzählung darüber, haben mir wirklich gut gefallen und mich unterhalten. Nachdem Band 1 und 2 doch etwas ermüdend waren, habe ich diesen Teil 3 wirklich genossen. Endlich kommt mal Schwung in die Geschichte und vor allem Emotionen und Gefühl! Es war wirklich schön, das man immer wieder alte „Bekannte“ aus den letzten Teilen wieder trifft und man hatte das Gefühl Mimi‘s Freude darüber zu fühlen.

Dennoch werde ich diese Geschichte hiermit beenden. Trotz Cliffhanger am Ende der Geschichte, was es nett, Mimi kennenzulernen, aber mehr muss ich nicht von ihr lesen.

Dennoch überraschte mich dieser 3. Teil und es gibt 4,5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 15.01.2020

Das Leben auf dem Land

Stallschwalben
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!4,5 Sterne!
Das Buch „Stallschwalben“ von Ulrike Siegel ist eine Art Revue-passieren-lassen ihrer eigenen Kindheit. Sie nimmt uns mit auf den elterlichen Hof und eben in ihre Kindheit die sie in Baden-Württemberg ...

!4,5 Sterne!
Das Buch „Stallschwalben“ von Ulrike Siegel ist eine Art Revue-passieren-lassen ihrer eigenen Kindheit. Sie nimmt uns mit auf den elterlichen Hof und eben in ihre Kindheit die sie in Baden-Württemberg verbrachte.
Die Schule war immer wichtig, wenn diese aber aus war, musste auf dem Hof geholfen werden. Jede Hand, egal wie groß oder wie klein, musste mit ran. Es war nicht immer schön, leicht oder lustig. Das merkt man an Siegels Schreibstil schnell. Sie beschreibt emotional und sehr bildhaft, was damals so in ihr vorging. Besonders berührend sind ihre Beschreibungen wie die 4 Schwestern jeden Spätsommer den Abzug der Schwalben beobachten. Ein Zeichen, denn der Sommer ist vorbei und sie ziehen in wärmere Gefilde. Einfach so ziehen sie davon. Wenn alles doch nur im Leben so einfach wäre.
Ulrike Siegel geht recht chronologisch vor und beschreibt neben ihrer Kindheit auch ihre Teenager-Zeit und auch ihren Eindruck jetzt, aus der jetzigen Zeit und eben auch den auf die Landwirtschaft. Man merkt schnell das Ulrike schnell selbstständig werden musste um mitzuhalten aber es hat auch ihre Persönlichkeit gestärkt. Sie hat Schicksalsschläge erlebt aber auch Schönes. Wir leben in diesem Buch mit Ulrike mit und sie gibt klar und unverblümt ihr Leben preis. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, umso erstaunlicher ist es, das sich Ulrike getraut hat. Sie nimmt uns regelrecht an die Hand und wir können lachen, manchmal auch weinen und auch wütend werden, über das was sie uns da erzählt....

Ulrike Siegel erzählt nicht nur in ihrem Buch ihre Geschichte, nein, sie erzählt auch dass alles im Leben Vor- und Nachteile hat. Auch das Leben auf dem Land oder sogar das Verständnis für das eigene Ich.
Ich fand dieses Buch sehr gelungen und vergebe deshalb 4,5 Sterne dafür!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Ein Genuss für die Sinne!

Der Garten von Emil Nolde
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Klappentext:

„Natur und Kunst vereinen sich im Garten von Emil Nolde in Seebüll zu einem Fest für Augen und Seele – eine Inspirationsquelle auch für das eigene Gärtnern!



Vor fast hundert Jahren, ab ...

Klappentext:

„Natur und Kunst vereinen sich im Garten von Emil Nolde in Seebüll zu einem Fest für Augen und Seele – eine Inspirationsquelle auch für das eigene Gärtnern!



Vor fast hundert Jahren, ab 1926, schufen Emil und Ada Nolde ein kleines Paradies. Im nordfriesischen Seebüll kauften sie eine Warft, ließen nach eigenen Vorstellungen Wohnhaus und Atelier erbauen und legten einen Garten an, dessen Farbenpracht und Blütenfülle den Künstler immer wieder zu Blumengemälden und Aquarellen inspirierten. Heute ist er Teil des Nolde Museums und zieht jährlich zehntausende Besucher an.

Der Garten von Emil Nolde präsentiert diesen malerischen Ort mit zahlreichen brillanten Fotografien. Neben einem reich bebilderten Essay zur Geschichte stellt die Kunsthistorikerin und Fotografin Magdalena M. Moeller ausgewählte Werke Emil Noldes ihren eigenen Pflanzenaufnahmen gegenüber und schafft so eine Symbiose aus Malerei und Fotografie, Kunst und Natur.

Im Kapitel „Emil Noldes Garten im Jahreslauf“ präsentiert Moeller nicht nur die schönsten Blüten und prächtigsten Stauden der Monate März bis Oktober. Sie wirft auch einen Blick hinter die farbenprächtigen Kulissen, begleitet die Gärtner bei ihrer Arbeit und gibt wertvolle Tipps, wie sich Leserinnen und Leser selbst ein wenig „Seebüll“ verwirklichen können. So lädt Der Garten von Emil Nolde nicht nur zum Schwelgen in Bildern ein, sondern ist auch Inspirationsquelle für das eigene Gärtnern.“



Als Kunstliebhaber kennt man Nolde sowieso aber auch als Sylt-Genießer ist Emil Nolde ein ganz fester Begriff. Man begegnet dem Künstler bereits auf der Insel mehr als reichlich und so liegt es sehr nah auch eben dieses wunderschöne und einmalige private Fleckchen Noldes auf dem Festland zu begutachten. Seebüll muss man erlebt haben! Ganz dicht an der dänischen Grenze, zwischen Niebüll und Klanxbüll liegt dieses kleine verwunschene Fleckchen, welches sich lohnt erobert zu werden.

In diesem Buch aus dem Hause Prestel werden wir durch diesen Garten geführt. Einerseits wird der künstlerische Aspekt Noldes beleuchtet aber auch seine Liebe zur Natur selbst die er mit seiner Frau Ada teilte. Der Künstler brachte u.a. jede Menge Blumen auf die Leinwand aber woher nahm er diese Inspiration? Eben aus seinem Garten! Das Buch betrachtet die Jahreszeiten und eben den Blühstand der Pflanzen und schnell ist sichtbar welche Pflanzen für Emil Nolde Modell standen. Seine Musen sind zuhauf auf diesem kleinen Natur-Erlebnis bis heute zu finden und werden durch die Stiftung besonders gepflegt. Autorin des Buches, Magdalena Moeller, hat ein feines Gespür bewiesen dem Leser die Symbiose zwischen Kunst und Natur dem Leser näher zu bringen. Kleines Manko für meine Begriffe: Es wird im Buch immer wieder darauf hingewiesen dieses Buch als Inspirationsquelle für den eigenen Garten zu nutzen. Das würde auch Sinn machen wenn die einzelnen Arten und Sorten genau bezeichnet werden könnten. Durch meinen Besuch im Nolde-Garten selbst weiß ich, dass Emil und Ada Nolde mit ganz viel Bedacht und Bewusstsein verschiedenste Arten und Sorten für ihren Garten ausgewählt haben. Eine exakte Bezeichnung dieser hier im Buch wäre das i-Tüpfelchen für meine Begriffe gewesen.

Dennoch ist dieses Buch ein echter Genuss für Garten- aber auch Kunstfreunde und ja, man darf mit diesem Buch noch tiefer in die Kunstwerke Noldes eintauchen und sich die eigenen Sinne für den privaten Garten schärfen lassen.

Das Buch ist optisch sowie haptisch wieder auf höchstem Niveau gearbeitet. Der feste Einband sowie die komplette Farbgestaltung zeigen ein perfektes rundes Bild. Die hochwertige Qualität spiegelt sich auch im feinen Druck sowie der griffigen Buchseiten wieder. Dieses Werk ist eine optimale Ergänzung zu den Kunst-Büchern Noldes und eine Beflügelung für die Sinne. 4 sehr gute Sterne hierfür!