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Veröffentlicht am 13.04.2025

Wenn sich mein innerer Teenie gesehen und verstanden fühlt.

The Lesbiana's Guide to Catholic School
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Handlungsüberblick:

Die 16-jährige Yamilet wechselt die Schule, weil ihr kleiner Bruder ein Stipendium bekommen hat, sie ihn auf der neuen Schule beschützen soll und sie sich an ihrer alten Schule ohnehin ...

Handlungsüberblick:

Die 16-jährige Yamilet wechselt die Schule, weil ihr kleiner Bruder ein Stipendium bekommen hat, sie ihn auf der neuen Schule beschützen soll und sie sich an ihrer alten Schule ohnehin nicht mehr wohl fühlt, seitdem ihre ehemalige beste Freundin und heimlicher Schwarm sie geoutet hat. Nun ist sie eines der einzigen beiden mexikanischen Kinder an einer sehr reichen katholischen Schule. Dort hat Yami zwei Ziele: Ihren Bruder vor Schwierigkeiten zu bewahren und um jeden Preis zu verheimlichen, dass sie queer ist. Allerdings hat sie nicht mit Bo gerechnet. Dem einzigen geouteten queeren Mädchen an der Schule, das auch noch so verdammt süß ist...

Mein Bucheindruck:

Ich bin ein großer Fan von dem farbenfrohen Buchdesign mit dem blumigen Farbschnitt. Die bunten Farben erinnern mich an den mexikanischen Días De Los Muertos und dessen Sugar Skulls und passt daher sehr gut zu der Nationalität von Yami. Ich liebe auch den kleinen Regenbogen und die Turnschuhe mit Regenbogenprint auf der Rückseite, die das Buch als queer ausweisen, allerdings hätte ich mir die Symbole auch auf dem Buchrücken und der Buchvorderseite gewünscht, damit es von seiner Zielgruppe besser im Buchladen gefunden werden kann. Dadurch, dass aber das Wort "Lesbiana" auf dem Cover steht, ist das Fehlen für mich auf der Buchvorderseite verschmerzbar.

Mein Leseeindruck:

»The Lesbiana's Guide To Catholic School« ist ganz klar eines meiner Lesehighlights 2025! Die Seiten flogen nur so an mir vorbei, weil ich Yami und Bo so süß-sympathisch fand, mich unfassbar gut in Yami hineinversetzen konnte und ich es so spannend fand, ihren Weg zu verfolgen.

Ich hätte mir gewünscht, dass es Bücher wie »The Lesbiana's Guide To Catholic School« schon zu einem früheren Zeitpunkt gegeben hätte. Die queere Schulwechselthematik hätte mir, während ich die neunte Klasse auf einer neuen Schule wiederholte, sehr dabei geholfen, mich weniger verloren zu fühlen. Ich empfand es als sehr heilsam, immerhin nachträglich darüber lesen zu können. Mein innerer Teenie, der ähnliche Erfahrungen machte, fühlte sich sehr gesehen und verstanden! Wir brauchen Bücher, die uns zeigen, dass wir nicht alleine sind. Repräsentation ist alles!📖🏳️‍🌈🥰

Es war mitunter schmerzhaft, aber auch so lebensnah, zu lesen, wie Yami versuchte, einen großen Teil der Persönlichkeit zu verbergen und einfach wunderschön, dass zum Ende des Buches gezeigt wird, dass das keine längerfristige Lösung sein kann. Ich denke, dass das Buch queeren Jugendlichen in ähnlichen Situationen eine große Unterstützung und Inspiration sein kann. Außerdem können durch »The Lesbiana's Guide To Catholic School« auch heterosexuellen Jugendlichen queere Lebensrealitäten näher gebracht werden, Verständnis für queere Menschen auf- und Vorurteile gegen sie abgebaut werden.

Dass ernste Themen auf eine solch einfühlsame Art und Weise jugendgerecht behandelt wurden, fand ich großartig. Sie geben dem Jugendbuch in meinen Augen sehr viel Tiefe, ohne zu überfordern, und setzen ein klares Zeichen gegen Rassismus und Homophobie. Es ist so wichtig, schon früh zu vermitteln, dass beides nicht vertretbar ist.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Ich mochte den Erzählstil von Sonora Reyes sehr gern. Durch sein schnelles Erzähltempo und seine Wortwahl ist er kurzweilig und jugendlich, was gut zur Geschichte passt.✏️💕

Außerdem wirkt das Geschriebene durch die in kursiv gesetzten spanische Wörter und Sätze authentisch. Dabei fehlen zwar die Übersetzungen, meistens lassen sich die spanischen Wörter und Sätze aber auch durch den Zusammenhang erschließen oder laden zum Nachschlagen ein. Darüber hinaus finden sich auch mexikanische Konzepte, die näher erklärt werden wie zum Beispiel das Maya-Gesetz in lak'ech. Ich fand es super, durch ein Jugendbuch ganz nebenbei etwas über die mexikanische Kultur zu lernen. Neben der Repräsentation von Queerness ist, meiner Meinung nach, auch die Repräsentation verschiedener Kulturen in der Literatur sehr wichtig, damit sich alle Kulturen gesehen fühlen und Vorurteile abgebaut werden können. In lak'ech bedeutet "Ich bin ein anderes Du und du bist ein anderes Ich." und Yami ist für mich genau das. 💜

Mein Abschlussfazit:

Durch »The Lesbiana's Guide To Catholic School« hat sich mein innerer Teenie so sehr gesehen und verstanden gefühlt, dass ich das Buch unbedingt jeder Person weiterempfehlen möchte! Lest es!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2025

Wenn Urlaubsidylle und Bedrohung ineinander fließen.

The Surf House
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Handlungsüberblick:

Bea wirft in Marokko ihre Model-Karriere hin und möchte noch einmal neu beginnen. Als sie allerdings in den engen Gassen überfallen wird, sind ihr Geld und ihr Reisepass weg. An eine ...

Handlungsüberblick:

Bea wirft in Marokko ihre Model-Karriere hin und möchte noch einmal neu beginnen. Als sie allerdings in den engen Gassen überfallen wird, sind ihr Geld und ihr Reisepass weg. An eine Ausreise ist erstmal nicht zu denken. Zum Glück wird sie von Marnie mit offenen Armen in ihr idyllisches Surfhotel direkt am Meer aufgenommen. Doch bald schon gerät Bea in Schwierigkeiten und auch Gerüchte über eine im letzten Jahr verschwundene Urlauberin trüben die Idylle...
Mein Bucheindruck:

Auch, wenn ich persönlich ein großer Fan der alten bunt gemusterten Lucy Clarke Cover bin, muss ich sagen, dass das Cover von »The Surf House« durch die unregelmäßige rote Schrift und die Blutspritzer vor der malerischen Strand-Szenerie die im Buch enthaltene Mischung aus Bedrohlichkeit und Idylle perfekt nach außen kehrt.

Mein Leseeindruck:

Beim Lesen konnte ich mich schon auf den ersten Seiten unfassbar gut in Bea hineinversetzen, weil ich seit 2012 in meiner Freizeit und seit 2022 nebenberuflich model. So oft habe ich schon überlegt, ob das für mich auch hauptberuflich in Frage käme, trotzdem hat mich immer wieder etwas zurückgehalten. Und das, was mich zurückhält, sind all die negativen Aspekte des Model-Daseins, die auch von Lucy Clarke auf den ersten Seiten von "The Surf House" verhandelt werden. Ich konnte total verstehen, was Bea zu viel und dass sie aus ihrem Arbeitsleben derart ausgebrochen ist, hat mir sehr imponiert. Sie ist eine starke Frauenfigur, mit der ich nur zu gern mitgefiebert habe!

»The Surf House« besitzt die für Lucy Clarke so typische in Wellen kommen und gehende Spannung, bei der sich Urlaubsidylle und Bedrohung abwechseln und ineinander fließen. So steht das gemütliche Surf House am Meer von Marnie in krassem Kontrast zu den Geschehnissen in den Gassen von Marrakesch. Ich liebte es!

Diese besondere Spannung hielt für mich bis zum Ende an. Ab irgendeinem Punkt verdächtigte ich so viele verschiedene Personen und war dennoch am Ende von der Auflösung überrascht. Meine Beziehungsperson kann bezeugen, wie ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte und ab dem letzten Drittel geradezu fieberhaft die Seiten umblätterte, laut Vermutungen anstellte und meiner Überraschung Luft machte. »The Surf House« war für mich ein echt intensives Leseerlebnis!

Ich fand es außerdem super interessant, dass sich Lucy Clarke in »The Surf House« einer neuen, so ganz anderen Stadt als in ihren bisherigen Büchern widmet, und ich so Marrakesch etwas näher durch die Buchseiten kennenlernen konnte.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Lucy Clarkes Schreibstil ist einfach wie ein Sog. Ich weiß nicht, wie man die Lektüre über mehrere Tage verteilen können sollte!

Mein Abschlussfazit:

»The Surf House« wartet mit einer für Lucy Clarke so typischen in Wellen kommen und gehenden Spannung auf, bei der Urlaubsidylle und Bedrohung ineinander fließen und das Geheimnis erst ganz zuletzt freigeschwemmt wird.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Kindlich-kribbelige Freude in erwachsenen Freundschaften finden ✏️📖💓

Books, Friends & Memories
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Als ich vor einigen Wochen durch das Bloggerportal der Verlagsgruppe HarperCollins stöberte, stieß ich auf »Books, Friends & Memories« und mein inneres Kind war ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Als ich vor einigen Wochen durch das Bloggerportal der Verlagsgruppe HarperCollins stöberte, stieß ich auf »Books, Friends & Memories« und mein inneres Kind war sofort Feuer und Flamme! Freund:innen-Bücher habe ich schon immer geliebt und wenn sie auch noch buchig sind, umso cooler! Vielen, vielen Dank für das Rezensionsexemplar, ich freue mich immer noch riesig darüber!

Mein Bucheindruck:

Das buchige Freund:innen-Buch hat ein Lesebändchen und ist sowohl außen als auch innen super süß designt. Mir gefällt das Cover mit dem orange-roten Farbverlauf und den weißen Zeichnungen und Buchstaben, die wirken, wie mit Kreide gezogen, richtig gut. Da ich Freund:innen-Bücher mit meiner Schulzeit assoziiere, finde ich das total passend!

Das Büchlein gliedert sich in drei Teile: Im ersten Teil gibt für jede Person vier Seiten mit kreativ-buchigen Fragen, die variieren. Daran schließen sich die »Zeit für uns«-Seiten an, welche buchige Aufgaben für alle Eintragenden enthalten, wie zum Beispiel gemeinsam eine Fortsetzungsgeschichte schreiben, Lieblingscover malen, Rainbowshelfs gestalten. Außerdem gibt es dort Platz für Fotos von Buch-Events. Darauf folgen die »Zeit für mich«-Seiten, auf welchen es Rätsel, Ausmalseiten, Platz für die Dokumentation von Buddy-Reads, eine Leseliste, eine Watchlist und eine Geburstagsübersicht gibt. Ein echtes Freund:innen-Buch für Bookies! 📚😍

Mein Lese- und Ausfüll-Eindruck:

Ich habe es sehr genossen, meine Seiten auszufüllen, das Buch zu verleihen und die ausgefüllten Seiten meiner Freund:innen zu lesen. Das Eintragen war für mich fast schon ein wenig meditativ und das Lesen von den Antworten der anderen spannend und unterhaltsam. Ich hatte das Gefühl, durch »Books, Friends & Memories« meine Freund:innen noch einmal besser und anders kennenzulernen, weil wir uns in dem Büchlein Fragen beantworteten, die wir uns in einem Gespräch vielleicht gar nicht gestellt hätten.

Außerdem kreiiert »Books, Friends & Memories« in meinen Augen Bindung! Heutzutage rechnet in der schnelllebigen Welt niemand mehr mit einem Freund:innen-Buch, weswegen es umso schöner ist, die überraschte Freude der Eintragenden zu erleben. Für jede Person war es bisher eine Ehre, sich in dem süßen Büchlein verewigen zu dürfen und für mich war es eine Ehre, dass sie sich die Zeit dafür namen. Ich fühlte mich sofort ganz verbunden mit meinen heutigen Freund:innen und fand gleichzeitig wieder zu der kindlich-kribbeligen Vorfreude zurück, die ich zu Schulzeiten hatte, als ich mein Poesie-Album oder mein Diddl-Freund:innen-Buch verlieh. So, so schön, dieses Gefühl durch das Büchlein auch in Erwachsenen-Freundschaften spüren zu können! 💓

Abschlussfazit:

Du und deine Freund:innen lieben Bücher? Dann ist dieses buchige Freund:innen-Buch perfekt für euch! »Books, Friends & Memories« gelingt es, auf bookish-kreative Art, kindlich-kribbelige Freude in erwachsene Freundschaften zu holen. 📖✏💓

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Ein Buch, das ich immer wieder lesen möchte, als wär's das erste Mal! 💜

You found me in Paris
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Handlungsüberblick:

Die Autorin Romina muss ihre Buchreihe beenden, steckt aber in einer Schreibkrise, weil sie die Geschichte nicht mehr richtig fühlt. Mit einer überstürzten Reise zum Schauplatz ihrer ...

Handlungsüberblick:

Die Autorin Romina muss ihre Buchreihe beenden, steckt aber in einer Schreibkrise, weil sie die Geschichte nicht mehr richtig fühlt. Mit einer überstürzten Reise zum Schauplatz ihrer Bücher hofft sie, wieder in den Schreibflow zu kommen. Doch schon am ersten Tag in Paris flirtet sich die Modedesignerin Fio in ihr Herz. Schon bald genießen die Beiden zusammen das malerische Paris und die schillernde Modewelt. Doch Fio scheint etwas zu verbergen. Kann Romina sich wirklich in diese zuckerwattige Liebe fallenlassen? Und wird sie es schaffen, ihre Schreibkrise zu überwinden?

Mein Bucheindruck:


Ich liebe das zuckrige Cover von »You found me in Paris« mit den selbstgezeichneten kleinen Symbolen von Lin. Durch sie werden die wichtigsten Aspekte des Buches nach außen gekehrt, was mir sehr gut gefällt. Außerdem ist Rosa ja auch die Farbe der Selbstliebe und daher besonders passend für den Roman, der eine Reise zu sich selbst beschreibt. Ich persönlich hätte mir durch den Handlungsschauplatz zwar einen französischen Titel gewünscht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau und leider sprechen in Deutschland ja auch viel weniger Menschen Französisch als Englisch, weswegen sich ein französischer Titel vielleicht schlechter vermarkten läss


Mein Leseeindruck:

Was habe ich mit Romina und Fio mitgefiebert! So viele prickelnd-aufheizende Momente gepaart mit sahne-weicher Romantik. Ein wlw-Couple zum Verlieben. Besonders der Kennlernmoment mit dem Ring hat es mir angetan und wird wohl noch lange in meinem Kopf herumschwirren. Haaaach! Ich bin bei der Lektüre fast geschmolzen und hätte ich Fio aus dem Buch herauslesen können, ich hätt's getan. So hot, die Frau....🤤

Durch Romina wird in meinen Augen Neurodivergenz in Verbindung mit Queerness authentisch repräsentiert. Ich bin selbst neurodivergent und queer und konnte mich hervorragend in Romina einfühlen, vielleicht manchmal sogar ein Bisschen zu gut.😃 Es kam mir mitunter vor, als hätte ich mich in ein Buch verirrt. Als hätte Lin über mich geschrieben. Was natürlich Quatsch ist, aber Lin hat auf jeden Fall ein Buch geschrieben, dass ich sehr brauchte. Ein großer Teil von mir konnte bei der Lektüre heilen und fühlte sich sehr verstanden. 🥰

Ich kenne kein anderes Buch, dass die Themen Neurodivergenz und Queerness in sich vereint. Und das auch noch auf so eine zugleich authentische, prickelnde und zuckerwattig-romantische Weise. 📖💕

Für mich als Paris-Liebhaberin war es einfach wunderschön, auf diese Weise in meine Lieblingsstadt zurückkehren zu können. Durch die Lektüre konnte ich mich bestens auf meine vier Wochen Paris-Catsitting-Zeit in zwei Wochen einstimmen. Lin hat den Paris-Zauber wirklich perfekt eingefangen. 🥐🇫🇷

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Ich habe Lins Schreibstil schon immer geliebt und hier vielleicht sogar noch ein Bisschen mehr. Er ist so zuckerwattig, wie das Cover vermuten lässt und ich habe so viele romantisch-zauberschöne Stellen markiert. So zum Beispiel diese drei:

Sie grinst mich an, und mein Blick bleibt an ihrem rechten Mundwinkel hängen, der sich kräuselt wie süßer Blätterteig.
(»You found me in Paris«, S. 52)

»Hey«, erwidere ich und Klinge so geschmolzen, wie ich mich fühle.(»You found me in Paris«, S. 285)

Ich bin voller wichtiger Versprechen, die alle wahr sind und die ich ihr alle in die Seele schreiben möchte. (»You found me in Paris«, S. 370)

Ihr seht, der Schreibstil ist einfach zum Dahinschmelzen! 💕


Mein Abschlussfazit:

Es gibt Bücher, die man immer wieder lesen möchte, als wär's das erste Mal. Für mich ist »You found me in Paris« so ein Buch! 💜

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Eine authentische Zeitreise an die dunklen Orte unser Vergangenheit aus Sicht einer Kinderheimleiterin, die mich in der Überzeugung zurückließ, dass sich die Geschichte auf keinen Fall wiederholen darf.

Die karierten Mädchen
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Handlungsüberblick:

»Die karierten Mädchen« ist der erste Band der Heimkehr-Trilogie.

Die 90-jährige und inzwischen erblindete Klara hält ihr bewegtes Leben auf Kassetten fest: Mit 20 Jahren tritt sie ...

Handlungsüberblick:

»Die karierten Mädchen« ist der erste Band der Heimkehr-Trilogie.

Die 90-jährige und inzwischen erblindete Klara hält ihr bewegtes Leben auf Kassetten fest: Mit 20 Jahren tritt sie mitten in der Weltwirtschaftskrise eine Stelle als Hauswirtschaftslehrerin in einem Kinderheim an, in dem bald darauf ein jüdisches Baby abgegeben wird, zu dem sie eine ganz besondere Bindung aufbaut. Während sich ein paar Jahre später die finanzielle Lage des Heims zusehends verschlechtert und sich die politischen Verhältnisse ändern, sucht Klara, die inzwischen Heimleiterin ist, Hilfe bei den neuen Machthabern. Viel zu spät erkennt sie, in welche Gefahr sie sich dabei begibt...

Mein Bucheindruck:

Das Cover schürt durch seine Uneindeutigkeit Neugier. Als Betrachter:in will man ergründen, was es genau mit dem Titel und dem auf dem Cover abgebildeten Kreuz auf sich hat. Auch nach der Lektüre lädt das Kreuz auf dem Buchcover noch zu vielen Überlegungen ein. Einerseits passt es zu dem Titel, andererseits könnte es auch einen Hinweis auf das Hakenkreuz sein, das zu der im Buch behandelten Zeit passt. Außerdem erinnert es auch an eine Kreuzung, an der man sich entscheiden muss, wie es weiter geht. Auch dort lässt sich eine Parallele zum Inhalt des Buches ziehen, da die Protagonistin im Laufe der Handlung mehrere schwerwiegende Entscheidungen zu treffen hat.

Mein Leseeindruck:

Mir fiel es super schwer, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn im Verlaufe des Buches zusehends Gefahr zwischen den Seiten lauerte. Ich war sehr gefesselt von der Erzählung und fühlte mich richtig in der Zeit zurückversetzt. Ich bin natürlich keine Zeitzeugin, empfand die Schilderungen aber als sehr authentisch und sehr viel nachfühlbarer, als es die Quellen in Lehrbüchern für mich im Geschichtsunterricht waren, was mit Sicherheit zu einem großen Teil an den großmütterlichen Zeitzeuginnenberichten liegt, auf die die Autorin zurückgreifen konnte, um sich mit ihrer Familiengeschichte literarisch auseinanderzusetzen. Die von Alexa Hennig von Langes Großmutter aufgenommenen Kassetten bilden den Ausgangspunkt für das Buch und sind ein wahrer Schatz.

Der Struggle zwischen persönlicher Überzeugung und finanziell-gesellschaftlichen Zwängen und wie schwer es manchmal ist, richtig und falsch auseinander zu halten, werden in dem Buch gut deutlich. Klaras Geschichte hat mich tief bewegt und mir noch einmal bewusst gemacht, dass sich so eine Schreckensherrschaft nicht wiederholen darf. In dieser Hinsicht leistet das Buch einen wichtigen politischen Beitrag.

Übrigens kann ich es kaum erwarten, mich zurück an Klaras Seite zu begeben und hoffe natürlich, dass die weiteren Bände ein Happy-End für uns bereithalten.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Die karierten Mädchen« wird durchgehend in der dritten Person erzählt, besitzt aber zwei Zeitebenen. Ich mochte die Zeitsprünge zwischen der Aufnahmesituation und dem Eintauchen in die Erinnerungen von Klara, die ein komplexes Bild von ihr zeichneten und ihre Vielschichtigkeit unterstrichen.
Auch fand ich es super spannend, wie unterschiedlich die junge Klara und die gealterte Klara auf mich wirkten. Auf diese Weise wurde sehr gut deutlich, wie prägend die geschichtlichen Ereignisse für die Menschen waren und wie sehr sie durch sie verändert wurden.

Mein Abschlussfazit:

»Die karierten Mädchen« ist eine authentische Zeitreise an die dunklen Orte unser Vergangenheit aus Sicht einer Kinderheimleiterin, die mich in der Überzeugung zurückließ, dass sich die Geschichte auf keinen Fall wiederholen darf.

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