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Chiralu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Gemütliche YA-Herbstlektüre

Falling Like Leaves
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Auch wenn ich (leider) nicht mehr zu der eigentlichen Zielgruppe gehöre, so greife ich doch immer wieder gerne zu Jugendbüchern und tauche in Geschichten, in denen es um die erste Liebe, die Selbstfindung ...

Auch wenn ich (leider) nicht mehr zu der eigentlichen Zielgruppe gehöre, so greife ich doch immer wieder gerne zu Jugendbüchern und tauche in Geschichten, in denen es um die erste Liebe, die Selbstfindung und generell das Erwachsen werden geht. Aus diesem Grund hat mich auch das Buch "Falling Like Leaves" natürlich sofort angesprochen und hinzukommt, dass das herbstliche Setting einfach perfekt zu der aktuellen Jahreszeit gepasst.

Also schnappte ich mir Buch, Decke und Kakao und machte es mir gemütlich, während ich in die charmante Kleinstadt abtauchte. Also in eben jene Kleinstadt, in der Ellis eigentlich gar nicht sein wollte. Als ihre Eltern ihr verkünden, dass ihre Mutter für eine gewisse Zeit nach Bramble Falls gehen und Ellis mitkommen wird, brach für sie eine Welt zusammen. Sie hatte nämlich ganz andere Pläne, die vorsahen, dass sie an der Columbia University Journalismus studiert und ihrem Vater so nacheifern könnte.

Daraus wurde jedoch nichts und sie fand sich plötzlich in dem Ort wieder, wo ihre Tante und Cousine lebten und zu denen sie für diese unbestimmte Zeit zog. Hier war sie früher schon öfters, doch wenn man wo partout nicht sein will, dann findet man es natürlich einfach nur schrecklich. Und ich konnte Ellis wirklich verstehen.

In einer Kleinstadt kennt jeder jeden und so kam es, dass Ellis ihren ehemals besten Freund Cooper, mit dem sie vor drei Jahren sogar ihren ersten Kuss hatte, traf, der jedoch rein gar nichts von ihr wissen wollte. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber ich mochte das leise Knistern zwischen den beiden sehr. Generell ist Cooper einfach ein absoluter Gewinn für die ganze Geschichte und ein absoluter "Good Guy" - so, wie man sich den perfekten ersten Freund vorstellt und wünscht.

Ellis hingegen handelte an einigen Stellen wirklich unüberlegt und war dadurch ziemlich anstrengend und mies, wobei man hier aber auch einfach ihr Alter berücksichtigen muss. Trotzdem hätte ich sie gerne hin und wieder geschüttelt. Doch gleichzeitig muss ich mir eingestehen, dass ich gar nicht weiß, ob ich "erwachsener" mit der Situation an ihrer Stelle umgegangen wäre. Hier muss man wohl einfach die Zielgruppe und das Alter der Protagonistin berücksichtigen.

Ihre Entwicklung an sich mochte ich allerdings sehr und ich hab mich so für sie gefreut als sie wieder mehr zu sich selbst fand.

Die Nebencharaktere runden die ganze Geschichte wundervoll ab und Sloane und Jake sind wirklich eine Bereicherung und zeigen noch einmal schön auf, was Freundschaft ist.

Ich mochte das Buch wirklich sehr und glaube, dass es auch vielen Jugendlichen so gehen wird. Es behandelt Themen, die für diese Altersgruppe unglaublich relevant sind, und die Autorin hat sie mit viel Feingefühl in die Geschichte eingewoben.

Veröffentlicht am 23.09.2025

Ein unterhaltsamer, humorvoller Wohlfühl-Krimi

Mrs Potts’ Mordclub und der Tote in der Themse
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Bereits nach dem ersten Teil der Reihe um "Mrs Potts’ Mordclub" war ich Feuer und Flamme und hab mit den drei Hobbydetektivinnen auch in den weiteren Teilen mitgefiebert und gerätselt. Dementsprechend ...

Bereits nach dem ersten Teil der Reihe um "Mrs Potts’ Mordclub" war ich Feuer und Flamme und hab mit den drei Hobbydetektivinnen auch in den weiteren Teilen mitgefiebert und gerätselt. Dementsprechend ist es bestimmt wenig verwunderlich, dass ich natürlich auch zu diesem Buch greifen musste.

Judith ist mittlerweile, nach drei gelösten Fällen, bekannt wie ein bunter Hund in ihrer Gegend und so kam es, dass sich eine Frau an sie wandte, weil ihr Ehemann verschwunden war. Kurze Zeit später wurde dieser tot gefunden und natürlich kann es Judith sich nicht nehmen lassen, mit ihren Freundinnen Becks und Suzie zu ermitteln - und das, obwohl es Detektivinspektor Malik ihnen verboten hatte.

Der ganze Fall warf ziemlich viele Fragen auf und ich hatte dieses Mal keine Idee, wer der Mörder gewesen sein könnte. Es könnte jeder der Verdächtigten sein und doch sprach wieder etwas gegen den jeweiligen Verdacht. Voller Eifer habe ich also mitgerätselt und wieder einmal hat der Autor den Mordfall mit viel Humor kombiniert, sodass ich des Öfteren wieder geschmunzelt habe.

Allerdings war dieser Fall im Vergleich zu den vorherigen Teilen doch etwas schwächer. Zum einen lag es meiner Meinung nach daran, dass die das Ermittlertrio eher als Einheit auftrat und somit der Charme der drei Damen als einzelner Charakter etwas verloren ging. Zum anderen fehlte mir etwas die Spannung und der Nervenkitzel. Die letzte Szene machte es dafür wieder wett und ich bin schon jetzt auf den nächsten Teil gespannt, aber diese Spannung hätte ich mir auch bei der Lösung des Mordes gewünscht.

Veröffentlicht am 11.09.2025

Tolle Sommerlektüre

Problematic Summer Romance – Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe
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Ich kannte die Bücher von Ali Hazelwood bisher nicht und war dementsprechend etwas unsicher, ob man eventuell Vorwissen benötigen würde. Ich hatte nämlich gehört, dass in diesem Buch bereits Charaktere ...

Ich kannte die Bücher von Ali Hazelwood bisher nicht und war dementsprechend etwas unsicher, ob man eventuell Vorwissen benötigen würde. Ich hatte nämlich gehört, dass in diesem Buch bereits Charaktere aus anderen Büchern auftauchen sollen. So war es dann auch, und ich war kurzzeitig etwas überfordert mit so vielen Personen und brauchte ein wenig, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden.

Das hat sich zum Glück schnell gelegt, und ich sympathisierte sofort mit Maya und Connor. Das lag einerseits an der tollen Ausarbeitung der Charaktere, war aber auch dem herrlichen Schreibstil der Autorin geschuldet. Ich musste an vielen Stellen wirklich herzlich lachen, besonders bei den Schlagabtauschen zwischen den beiden. Auch wenn es manchmal etwas (zu) viel Hin und Her zwischen Maya und Connor gab, steckte das Buch voller Leichtigkeit und Witz. Für mich war es definitiv eine schöne Sommerlektüre – natürlich auch dank der sommerlichen Atmosphäre und dem stimmigen Setting auf Sizilien.

Ein Kritikpunkt, den ich jedoch äußern muss, ist, dass Maya wirklich oft als Kind bzw. sehr kindlich dargestellt wurde. Ja, es gibt hier einen deutlichen Altersunterschied von 15 Jahren, aber diese Darstellung war letztlich etwas zu überzogen. Dabei geriet leider in den Hintergrund, wie stark – wenn auch manchmal etwas überdreht – Maya als Protagonistin eigentlich ist.

Veröffentlicht am 15.06.2025

Fantasy, Spannung, große Gefühle und geheime Identitäten - mochte ich sehr!

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Ich mochte den Schreibstil von Kristen Ciccarelli sehr, denn sie schaffte es gefühlt spielend leicht, die Geschichte vor meinem geistigen Auge heraufzubeschwören. Auch wenn man wirklich wenig von der Welt ...

Ich mochte den Schreibstil von Kristen Ciccarelli sehr, denn sie schaffte es gefühlt spielend leicht, die Geschichte vor meinem geistigen Auge heraufzubeschwören. Auch wenn man wirklich wenig von der Welt erfahren hat und das Worldbuilding ziemlich kurz kam, so stört dies in keinster Weise, denn die Story lebt von den Ereignissen und natürlich von den Protagonisten.

Während ich mit Rune leider zeitweise nicht so warm wurde und mir hier einen deutlich stärkeren Charakter gewünscht hätte, haben mich die Sharpe-Brüder verzaubert. Alex und Gideon sind so verschieden, unterschiedlicher geht es kaum. Und doch sind beide Charakter toll ausgearbeitet und dadurch greifbar. Während Alex einfach nur durch und durch lieb, sanft und fürsorglich ist, verkörpert Gideon natürlich den gefährlichen Feind, der aber auch eine verletzliche Seite hat und der geprägt ist von seiner Vergangenheit.

Rune hingegen konnte mich nicht vollständig überzeugen. Sie schlüpft nachts heimlich in die Rolle des Roten Nachtfalters, befreit andere Hexen und wird von den Hexenjägern gesucht und gejagt. Ein bisschen erinnerte mich dies an Robin Hood, nur dass sie kein Geld erbeutete, um es an den Armen zu verteilen, sondern andere Hexen, also ihresgleichen, befreite. Im Verlauf der Geschichte wurde dies jedoch nicht wirklich gut dargestellt und es wirkte zwischendurch so, als würde sie andere diesen Job erledigen lassen, während sie eigentlich nur Abseits am Spielrand steht. Und wenn sie sich im Geschehen befand, strahlte sie keine Selbstsicherheit aus, wie ich es erwartet hätte. Vielmehr handelte sie unvorsichtig und unüberlegt, weshalb ich sie irgendwie nicht mit dem berühmt-berüchtigten Roten Nachtfalter so hundertprozentig in Verbindung bringen konnte.

Die Liebesgeschichte hingegen nahm ich der Autorin absolut ab. Ich mochte, wie sich die Gefühle im Buch entwickelten. Ich fühlte die knisternde Spannung, schwärmte etwas mit und es war einfach schön. Nicht kitschig, zum Glück, denn das hätte hier auch einfach nicht gepasst, sondern berührend und bewegend. Tja, was soll ich sagen? Bei der genähten Blume schmolz ich dahin...

Außerdem konnte mich die Autorin mit einer Wendung sehr überraschen. Während ich eine Entwicklung nämlich schon erahnt hatte, hat mich das andere Ereignis nämlich komplett überrumpelt und sorgte für "Oh!"-Momente bei mir beim Lesen, aber auf die gute Art. Zum Ende hin nahm die Geschichte nämlich noch einmal besonders viel Fahrt auf, es wurde noch spannender, eventuell verdrückte ich auch eine kleine Träne, und ich klappte das Buch letztendlich mit dem Gefühl zu, dass ich den nächsten Teil auch auf jeden Fall lesen muss.

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und ich kann es definitiv empfehlen. Allerdings muss ich einen Stern abziehen, da mich Rune leider nicht ganz überzeugen konnte in der Rolle des Roten Nachtfalters. Aber vielleicht schafft sie es ja im nächsten Teil? Ich freue mich schon jetzt darauf und bin gespannt!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Spannend und emotional

Dynasty of Hunters, Band 2 - Von dir gezeichnet
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Ich hab mich sehr auf den zweiten Teil von Dynasty of Hunters gefreut und konnte wieder sofort gut in die Geschichte eintauchen. Wie bereits im ersten Buch hat mich auch der Schreibstil der Autorin in ...

Ich hab mich sehr auf den zweiten Teil von Dynasty of Hunters gefreut und konnte wieder sofort gut in die Geschichte eintauchen. Wie bereits im ersten Buch hat mich auch der Schreibstil der Autorin in diesem Buch wieder gefesselt - flüssig, bildlich und leicht poetisch. Kein Wunder also, dass ich das Buch nur so verschlungen habe!

Ich fand es toll, dass es nun einen weiteren Hauptcharakter gibt, aus deren Sichtweise erzählt wird. So bekam die Geschichte noch mehr Tiefe und die Person, die ich eigentlich nicht mochte, wurde mir nach und nach immer sympathischer. Generell fand ich die Charakterentwicklung faszinierend. Laurent war mir zum Beispiel bereits im ersten Teil sehr unsympathisch, aber ich hätte nie gedacht, was sich da noch für Abgründe auftun könnten. Seine Wandlung wurde großartig beschrieben und gesteigert, sodass man es beim Lesen vor dem geistigen Auge sehen konnte, wie er immer gewissenloser wurde.

Und dann gibt es da natürlich noch Amber. Ganz ehrlich? Sie ist zu meiner heimlichen Heldin der Geschichte geworden!

Nur mit Laelia war ich hier und da nicht ganz glücklich. Ihr Charakter wirkt im direkten Vergleich hier schwächer als im ersten Teil, was ich schade fand. Und damit meine ich nicht, dass sie zeitweise gebrochen und verzweifelt und dementsprechend schwach war, sondern dass mir bei ihrem Charakter teilweise etwas zu sehr an der Oberfläche gekratzt wurde. Zwischendurch konnte ich ihre Gefühle, die in ihr zweifellos tobten, nicht richtig mitfühlen, da sie mir persönlich nicht so 100%ig vermittelt wurden. Gleichzeitig gab es aber auch großartige Momente, wo mich ihre Emotionen total mitgerissen haben, zum Beispiel bei der Verlobungsfeier. Das war ganz großes Kino!

Nichtsdestotrotz hab ich die Geschichte inhaliert und war etwas traurig, als ich bei der letzten Seite angekommen war. Was für ein Ende! Wobei, so richtig glücklich war ich mit einem Ereignis am Ende allerdings nicht, doch vermutlich war es einfach nötig und wichtig. Denn es verdeutlichte, was bedingungslose Freundschaft bedeutet. Uff, vielleicht hab ich da ein Tränchen verdrückt.