"Der Schatz Salomos" von Maria W. Peter ist der dritte Teil der Krimireihe um die römische Sklavin Invita.
Für mich war es der erste Teil der Reihe, ich hatte aber kein Problem alle Personen kennezulernen, alle Handlungsstränge und auch Invitas Vorgeschichte zu verstehen, obwohl ich die vorherigen Teile nicht kannte. Trotzdem wurde im Laufe der Geschichte nur so wenig verraten, wie gerade zum Verständnis nötig war. Ich kann also die vorherigen Teile noch lesen und das werde ich auf jeden Fall tun!
Im "Schatz Salomos" ist Invita im Haushalt des Statthalters zur Sekretärin und Vertrauten Marcellas, der einzigen Tochter des Statthalters aufgestiegen. Sie wird viel besser behandelt als bei ihrer früheren Familie, den Corneliern. Doch nun muss sie, zusammen mit der Familie des Statthalters wieder in die Stadt ihrer Kindheit zurück, in der sie so furchtbar behandelt wurde, nach Metz (Divodurum). Kaum sind sie hier angekommen werden sie auf ein großes Festmahl eingeladen. Dort wird Invita von einer anderen Sklavin bedrängt, die unbedingt mit dem Statthalter sprechen möchte - natürlich eine infame Anmaßung für eine Sklavin! Invita erklärt sich bereit ihm eine Botschaft zu überbringen, doch sie kann die seltsamen Schriftzeichen der Botschaft nicht entziffern. Am nächsten Tag ist Invita schon früh unterwegs und findet mitten auf der Straße eine leblose Gestalt - ausgerechnet diese Sklavin, die den Statthalter vor irgendetwas warnen wollte. Was steckt nur dahinter? Invitas Spürsinn ist geweckt. Es tauchen immer mehr Verwicklungen und Verstrickungen auf und es gefällt Invita sehr, dass die Familie, bei der sie als Sklavin aufgewachsen ist und so schlecht behandelt wurde, anscheinend tief in der Sache mit drin steckt.
Am Ende kommt es zu einem spannenden Showdown mit flammenden Reden vor Gericht, wie es sich für einen guten Krimi in der Antike gehört.
Das ganze Setting hat mir von Anfang an gut gefallen. Invitas Lebensumstände und die ihrer Familie werden genau geschildert, auch die Unterschiede zwischen Sklaven und Herren, aber ohne die Empörung, die wir heute dabei verspüren, sondern genau so selbstverständlich, wie es damals war. Außerdem werden auch Nebenthemen, wie z.B. die Tatsache, dass Marcella Christin ist und zur damaligen Zeit das Christentum verboten war und die Christen verfolgt wurden, detailliert und historisch korrekt dargestellt, ohne dabei den Erzählfluss der Geschichte zu stören.
Sprachlich und Stilistisch hat mir die Geschichte auch sehr gut gefallen. Die Sprache ist detailliert und anschaulich, aber dennoch mit viel Dialog und einer Spannung, dass man schnell lesen kann und auch unbedingt weiterlesen will.
Für einen historischen Roman wichtig, sind auch die Beigaben, die uns Lesern Hintergrundwissen vermitteln: Hier erhalten wir eine Karte von Divodurum mit den umliegenden Städten, aber auch ein Glossar, in dem man die wichtigesten Begriffe nachschlagen kann, wenn man sie noch nicht kennt und ein Nachwort, in dem die verschiedenen Ämter, die Christenverfolgung und weitere behandelte Themen noch in den historischen Kontext eingeordent und genauer erklärt und belegt werden.
Alles in allem ein spannender und trotzdem lehrreicher Krimi, der Lust macht, sich weiter mit der Antike zu beschäftigen, und der auf einen vierten Teil hoffen lässt! Ich werde hoffentlich, bevor dieser erscheint, auch den ersten und zweiten Teil schon gelesen haben, denn ich bin ein Invita-Fan geworden!
Eine 5-Steren-Bewertung von mir mit einer klaren Leseempfehlung für alle Krimi- und Römer-Fans!