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Veröffentlicht am 18.04.2025

Überwiegend witzige RomCom

The Unhoneymooners – Sie können sich nicht ausstehen und fliegen gemeinsam in die Flitterwochen
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„The Unhoneymooners“ ist eine gelungene RomCom vom Autorenduo Christina Lauren, die ich mir auch sehr gut als Film vorstellen könnte.
Der Plot ist komplett übertrieben und unrealistisch, was mir überhaupt ...

„The Unhoneymooners“ ist eine gelungene RomCom vom Autorenduo Christina Lauren, die ich mir auch sehr gut als Film vorstellen könnte.
Der Plot ist komplett übertrieben und unrealistisch, was mir überhaupt nichts ausgemacht hat, da ich die Geschichte einfach witzig fand.
Olive und Ami sind Zwillinge, haben jedoch völlig unterschiedliche Charaktere. Während Ami Optimistin ist und überdurchschnittlich viel Glück bei Gewinnspielen hat, fühlt Olive sich vom Pech verfolgt. Ständig scheint alles schief zu laufen, bis sie auch einmal Glück hat .
Da bei Amis Hochzeit fast alle Gäste an einer Lebensmittelvergiftung erkranken, tritt Olive stellvertretend für ihre Schwester die Hochzeitsreise an. Ein wunderbar luxuriöser Urlaub für lau liegt vor ihr. Alles könnte so schön sein, müsste sie nicht ausgerechnet Ethan, den Bruder ihres Schwagers mitnehmen.
Auch vor Ort kommt es immer wieder zu kuriosen (und komplett unrealistischen) Verwicklungen, die den Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre machen und mich immer wieder lachen ließen. Wie man sich von Anfang an denken konnte, ist Ethan doch kein Iditot und die Flitterwochen fühlen sich plötzlich ziemlich echt an. Olive und Ethan sind ein ausgesprochen süßes Paar und es war schön, ihnen beim Verlieben zuzuschauen.
Ich fand das Buch perfekt, bis der Urlaub zu Ende war und Ethan und Olive zurück nach England kamen. Plötzlich war die Geschichte gar nicht mehr so witzig sondern ziemlich ernste Themen und Probleme kamen auf den Tisch. Ich fand es schade, dass die Stimmung am Schluss so verdorben wurde. Außerdem sind Ami und ihr Mann einfach nervig und all das Drama um die beiden hätten ich nicht unbedingt gebraucht.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Zerstörerische Liebe

Wie Risse in der Erde
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„Wie Risse in der Erde“ ist ein auf verschiedenen Zeitebenen erzähltes Drama.
Beth und Gabriel sind Highschool-Sweethearts, bis die Liebesbeziehung ein abruptes Ende nimmt. Beth wirft ihre College-Pläne ...

„Wie Risse in der Erde“ ist ein auf verschiedenen Zeitebenen erzähltes Drama.
Beth und Gabriel sind Highschool-Sweethearts, bis die Liebesbeziehung ein abruptes Ende nimmt. Beth wirft ihre College-Pläne über Bord, heiratet jung den Farmer Frank und ist zufrieden mit ihrem Leben, bis Gabriel nach mehr als 10 Jahren wieder vor ihr steht und ein schreckliches Unglück alles auf den Kopf stellt.

Vom Klappentext und der Leseprobe her, hatte ich erwartet, dass der Gerichtsprozess einen wesentlich größeren Anteil an der Geschichte einnimmt. Ich hatte mir eine Mischung aus Roman und Krimi vorgestellt. Tatsächlich findet der angekündigte Todesfall erst gegen Ende des Buches statt. Davor erzählt die Autorin ausführlich die Geschichte von Beth, Gabriel, Frank und seinem Bruder Jimmy. Das Erzähltempo ist gemächlich, aber nicht langweilig. Die Sprache ist bildhaft und ermöglicht einen guten Lesefluss.

Eine Dreiecksgeschichte bringt meistens viele Verletzungen mit sich und auch hier bestätigt sich dies. Mit Beth bin ich nicht richtig warm geworden. Auf ihre Art liebt sie Frank aber es wird immer wieder klar, dass er für sie zweite Wahl ist. Eine Vernunftlösung. Frank ist ein herzensguter Mensch, der alles für seine Familie gibt und der deutlich mehr verdient hätte, als Beth ihm geben kann. Ihm, Jimmy und seiner Frau Nina galt mein ganzes Mitleid, denn sie sind die Verlierer der Geschichte.
Als die Gründe für Beths und Gabriels Trennung als Jugendliche herauskam, konnte ich nur den Kopf schütteln über diese Idiotie und generell über das Verhalten dieser beiden Erwachsenen, die emotional in der Vergangenheit hängen geblieben sind und die Gefühle der Menschen in der Gegenwart mit Füßen treten. Ich fand Beth und Gabriel gleichermaßen egoistisch.
Gut gefallen hat mir, dass die kurzen Sequenzen über den Prozess lange mysteriös blieben. Zunächst war nicht klar, wer überhaupt tot ist. Als es dann enthüllt wurde, war ich kurz überrascht, bevor ich die restliche Entwicklung der Geschichte ziemlich genau vorhersagen konnte.
„Wie Risse in der Erde“ ist eine überwiegend düsteres Buch, dass von schrecklichen Tragödien berichtet. Durch den wirklich guten Schreibstil der Autorin hat mir der Roman insgesamt gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Thriller für zwischendurch

Die Villa
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Der pinke Sonnenuntergang auf dem Cover von „Die Villa“ hat mich angesprochen. Die Autorin Jess Ryder entführt uns nach Marbella. Im Urlaubsziel der Schönen und Reichen möchte Aoife ihren Jungesellinnenabschied ...

Der pinke Sonnenuntergang auf dem Cover von „Die Villa“ hat mich angesprochen. Die Autorin Jess Ryder entführt uns nach Marbella. Im Urlaubsziel der Schönen und Reichen möchte Aoife ihren Jungesellinnenabschied feiern.
Die fröhliche Stimmung ist von Anfang an nur oberflächlich, denn die Mädels sind aufeinander eifersüchtig und auch die Freundschaft zu Aoife ist nicht so dick, wie es auf den ersten Blick scheint.
Ich bin froh, dass ich bei diesem Wochenende nicht dabei sein musste, denn ich hätte mich äußerst unwohl gefühlt in dieser nach außen freundlichen und hinterrücks gelästerten Atmosphäre. Die Einzige, die ich ganz gut leiden konnte, war Dani. Dani wird von Beth, Tiff und Celine gerne als Unruhestifterin und Partysüchtig dargestellt. Tatsächlich ist sie aber die Einzige, die wirklich an Aoifes Wohlergehen interessiert ist und eine ehrliche Freundin ist.
Beth ist prinzipiell auch ganz okay, aber Tiff und Celine sind dermaßen von Neid zerfressen, dass man zu ihnen definitiv keinen Kontakt haben möchte.
Die Braut in spe ist auch ein ziemlich schwieriger Charakter. Einerseits ist sie eine selbstbewußte Frau, andererseits ist sie mit dem Controllfreak Nathan verlobt. Mir war nicht ganz klar, wie sie in so eine Situation kommen konnte.
Aoife meint es generell gut, aber sie ist sehr Ich-bezogen und merkt dabei nicht, wenn sie die Gefühle von anderen verletzt.
Das Partywochenende endet mit einem Todesfall.
3 Jahre später lockt Dani Beth, Tiff und Celine unter Vorwand nach Marbella. Sie hofft, ihre Gedächtnislücken füllen zu können, um endlich mit der Tragödie abzuschließen.
Ich fand es unrealistisch, dass dieser Trip zu Stande kam. Dani hatte mit den anderen Dreien jahrelang keinen Kontakt und wird von ihnen abgelehnt. Warum hätten sie sich darauf einlassen sollen?
Zu Beginn stehen Dani nur 24 Stunden zur Verfügung, bis die Mädels wieder abreisen. Trotzdem unternimmt sie erstmal wenig bis gar keine Versuche, über alles zu reden.
In Rückblenden wird erzählt, was damals geschah.
Jess Ryder schreibt kurzweilig und überrascht gegen Ende mit einigen Enthüllungen, auf die ich nicht gekommen war. Ich war mir nämlich relativ von Anfang an sicher, ich wüsste, was passiert ist. Tatsächlich war es dann doch komplett anders
Eine Storyline, die als heiße Spur gehandelt wurde und viel Raum eingenommen hat, hat sich nachträglich im Todesfall Aoife als irrelevant herausgestellt, was mich unzufrieden zurück lässt.

„Die Villa“ ist ein leichter Thriller für zwischendurch. Den Plot fand ich rückblickend nicht so gut durchdacht.
Kann man lesen, es ist keine Zeitverschwendung, aber man verpasst auch nichts, wenn man das Buch auslässt.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Charaktere mit Ecken und Kanten

Schmerz
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Durch den beschrifteten Farbschnitt sticht Jon Atli Jonassons „Schmerz“ direkt ins Auge. Die ansonsten minimalistische Covergestaltung verleiht dem Buch eine edle Optik.
Ich mag es, wenn Charaktere Ecken ...

Durch den beschrifteten Farbschnitt sticht Jon Atli Jonassons „Schmerz“ direkt ins Auge. Die ansonsten minimalistische Covergestaltung verleiht dem Buch eine edle Optik.
Ich mag es, wenn Charaktere Ecken und Kanten haben und die beiden Hauptfiguren Dora und Rado sind alles andere als 08-15. Dora wurde bei einem Einsatz schwer verletzt. Seit dem arbeitet ihr Hirn in seiner eigenen Logik. Ihre Emotionen sind ständig over the top, sie schwankt zwischen Gleichgültigkeit und überlaufenden Emotionen. Gerade weil sie so speziell ist, habe ich Dora schnell ins Herz geschlossen. Ich mochte, wie ehrgeizig sie an Fällen arbeitet und wie sie hinterfragt, ob ihre Kollegen vielleicht Recht haben, in dem sie ihr Ermittlungen außerhalb des Schreibtisches nicht mehr zutrauen. Was Dora in der Vergangenheit widerfahren ist, ist schlimm, aber was ihr in „Schmerz“ passiert, war noch heftiger und ich war schockiert, welche Wendung der Autor sich hat einfallen lassen. Dadurch wurde Dora definitiv zu einem Charakter, den man so schnell nicht vergisst.

Am Anfang konnte ich mir nicht vorstellen, wie aus Dora und Rado ein Team werde soll. Denn obwohl Rado Dora nur vom sehen kannte, begegnet er ihr zunächst mit Vorurteilen und etwas abfällig. Dies ändert sich allerdings schnell, als etwas Einschneidendes passiert. Ich fand es schön, wie aus Schuldgefühlen echte Zuneigung wurde und wie Rado Dora unterstützt und ihr hilft, sich im Leben zu integrieren.

Was die beiden Hauptcharaktere anbelangt, fand ich diese neue Serie sehr gelungen und ungewöhnlich.
Hinsichtlich des Kriminalfalls hat mir der rote Faden gefehlt. Um was genau soll es gehen?
Um ein verschwundenes Kind oder um eine Drogenbande?
Die Sache mit dem Kind ist zwar das ganze Buch über präsent aber es geht bis kurz vor Schluss nie etwas vorwärts und die Handlung um Morgan nimmt generell sehr wenig Raum ein.
Außer Dora scheint sich sich niemand für das Verschwinden zu interessieren und aus gesundheitlichen Gründen kommt sie auch nicht groß dazu, an dem Fall zu arbeiten.

„Schmerz“ legt den Fokus zu 90 % darauf, dass wir die Charaktere dieser neuen Serie und deren Background kennenlernen. Dass es außerdem noch einen aktuellen Kriminalfall gab, habe ich teilweise sogar vergessen.
Macht aber eigentlich nichts. Ich fand es sogar gut, dass der Aufbau und die Protagonisten ganz eigenen Regeln folgen. An diesen Krimi kann ich mich sicherlich länger erinnern und ich freue mich, dass auf der Innenseite des Umschlags bereits eine Werbung für Band 2 „Gift“ abgebildet ist.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Unkonventionelle Ermittler

Dorn. Hotel der Angst
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„Dorn – Zimmer 103“ ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe von Jan Beck.
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Nach mehreren Schicksalsschlägen hat er sich komplett ...

„Dorn – Zimmer 103“ ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe von Jan Beck.
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Nach mehreren Schicksalsschlägen hat er sich komplett von der Außenwelt zurückgezogen und lebt in einem baufälligen leer stehenden Hotel. Seine einzige Kontaktperson außerhalb dieser Mauern ist die Kommissarin Karla Hofer, mit der er inoffiziell an Fällen arbeitet. Als diese ermordet wird und plötzlich deren Kollegin Lea Wagner vor seiner Tür steht, wird aus Dorns sorgsam eingerichteter Ordnung ein gefährliches Chaos.

Die Kapitel sind sehr kurz, wodurch man das Gefühl hat, die Geschichte sehr schnell zu lesen. Die Perspektive wechselt zwischen ca. 5. Charakteren hin und her. Da diese streckenweise namenlos bleiben, ist der Thriller sehr mysteriös und man weiß lange nicht genau, wie diese Menschen zusammenhängen.
Tatsächlich dauerte es fast bis zum Schluss, bis sich eine wage Idee in mir formte, womit wir es hier zu tun haben. Die Auflösung fand ich originell und hat mir gut gefallen.

Dorn fand ich als Charakter sehr speziell und dadurch interessant. Er hat eine grantige Art und ist auf den ersten Blick kein Sympathieträger. Auf jeden Fall bin ich neugierig, ob es ihm gelingen wird, sich aus seinem selbst gewählten Gefängnis zu befreien. Wie er und Lea ein Team werden sollen ist mir noch nicht ganz klar. In diesem Band sind beide eher Einzelkämpfer, deren Wege sich zufällig kreuzen. Auch scheint es keine große Sympathie zwischen den beiden zu geben. Lea und ihre engagierte Art mochte ich ganz gerne.
Beide zusammen könnten auf jeden Fall ein interessantes und unkonventionelles Gespann abgeben und so bin ich schon jetzt neugierig auf die Fortsetzung.

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