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Veröffentlicht am 06.04.2025

Charmante Hobbyermittlerin

Mord in der Wiener Werkstätte
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Ein historischer Kriminalroman mit einer sympathischen und charmanten Hobbyermittlerin. Die junge Liliane wird bei einem Diebstahl erwischt. Sie möchte der Armut entfliehen und bekommt die Möglichkeit ...

Ein historischer Kriminalroman mit einer sympathischen und charmanten Hobbyermittlerin. Die junge Liliane wird bei einem Diebstahl erwischt. Sie möchte der Armut entfliehen und bekommt die Möglichkeit als Reinigungskraft in den Wiener Werkstätten, wo Künstler und Künstlerinnen ihre Ideen verwirklichen, zu arbeiten. Nach einem brutalen Mord an einer Künstlerin wird Liliane misstrauisch und entwickelt ein “neues Hobby”, nämlich ermitteln. Das passt dem Kommissar Max von Krause überhaupt nicht. Ein interessanter Fall beginnt. Liliane ist von Grund auf kein schlechten Charakter. Da sie aus der ärmsten Gesellschaftsschicht entstammt, hilft ihr das Stehlen, um ihren Hunger zu stillen. Sie ändert ihr Verhalten und versucht durch harte Arbeit ihr Überleben zu sichern. Dabei schafft sie es trotz ihrer gesellschaftlichen Stellung ein selbstbewusstes Handeln an den Tag zu legen.

Max von Krause wirkt auf den ersten Blick sehr streng doch im Laufe des Falles lernt man auch eine andere Seite von ihm kennen. Der Roman spielt in Wien im Jahre 1906 und ist gut zeitlich nachvollziehbar. Gut beschreibend erzählt die Autorin die Geschichte und ich konnte dieser fließend folgen. Sie prangert die gesellschaftlichen Stände der Zeit in der pulsierenden aber von sozialen Gegensätzen geprägten Stadt dabei gut an. Ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle noch mehr Detailtiefe in den Ermittlungen gewünscht, aber in Summe hat mich dieser Kriminalroman gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Wie Schokolade zu "Sport" wurde

Ritter Sport - Ein Traum von Schokolade
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Die junge Clara Göttle hat einen Traum. Als sie als junges Mädchen zum ersten Mal von einem Besucher ihrer Eltern ein Stück Schokolade kosten darf ist es um sie kulinarisch geschehen. Sie möchte selbst ...

Die junge Clara Göttle hat einen Traum. Als sie als junges Mädchen zum ersten Mal von einem Besucher ihrer Eltern ein Stück Schokolade kosten darf ist es um sie kulinarisch geschehen. Sie möchte selbst Schokolade herstellen. Es beginnt für sie ein steiniger Weg verbunden mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in Deutschland. Aber ihr Ziel verliert sie nie aus den Augen.

Clara Göttle ist ein ehrgeiziger, aber auch liebevoller Charakter. Sie liebt ihre Berufung über alles und versucht sich stetig zu verbessern. Ihr späterer Mann Alfred Ritter ist ihr dabei auch mental, sowie in der Weiterentwicklung des Unternehmens eine große Stütze. Für die damalige Zeit war Alfred Ritter ein moderner Mann, dem das Wohlergehen sowie die Entwicklung seiner Frau stets sehr wichtig war, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Geschichte streckt sich über eine lange Zeitebene was hier und dort natürlich Zeitsprünge nach sich zieht. Mir hat der Teil der Unternehmensentwicklung nach der Hochzeit von Clara am besten gefallen. Die Zeit des Weltkrieges ist ein schwieriger Teil und sorgt für Melancholie beim Lesen, was aber auch realitätsentsprechend ist.

Ich hätte mir im zweiten Teil der Erzählung noch etwas mehr detaillierte Darstellung der Produktion bzw. der unternehmerischen Tätigkeiten gewünscht. Der Schreibstil des Autorenduos ist gut erzählend und gut lesbar. Die vielen Dialogen sorgen für ein leichtes Leseerlebnis und die zahlreichen Nebencharaktere ermöglichen eine facettenreiche Charakterumgebung. Ein Personen- sowie Quellenverzeichnis sorgen zusätzlich für ein gutes Nachschlagewert. Als großer Fan der Ritter-Sport Schokolade hat mir die Geschichte um die Entstehung des Unternehmens gut gefallen.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Der Gesellschaftliche Wandel im Hotel

Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold
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“Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold” ist der Auftakt der Dilogie um das große Grandhotel am Hamburger Jungfernstieg. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Luise, ein Teenager, der zu Beginn der Erzählung ...

“Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold” ist der Auftakt der Dilogie um das große Grandhotel am Hamburger Jungfernstieg. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Luise, ein Teenager, der zu Beginn der Erzählung gerade einmal vierzehn Jahre alt ist. Sie wächst als Kostkind im Gängeviertel auf und lebt somit in Armut und muss für das tägliche Überleben kämpfen. Die Schule steht für sie nicht auf der Tagesordnung, sondern eher ihrer “Tante”, einer Weißwäscheflickerin, zur Hand zu gehen.

Und so kommt es, dass sie Kontakt zum Hamburger Hotel bekommt und dort in der Wäscherei anfangen kann.

Anja Marschall hat mit Luise eine Figur geschaffen, die man direkt ins Herz schließ. Man leidet und fiebert mit, ob sie es schafft, der Armut zu entkommen und auf die Glücksstraße des Lebens einzubiegen. Die Schatten des ersten Weltkriegs ziehen herauf und fordern von den Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles ab.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und man kommt in dem Roman rasch voran. Die Figurenzeichnung ist gut gelungen und man bekommt ein genaues Bild von dem Protagonisten und Nebenfiguren. Auch die Entwicklung von Luise ist in großen Teilen nachvollziehbar und glaubhaft. Der Schauplatz wird sehr ansehnlich beschrieben, sodass ein gutes Kopfkino einsetzt. Es war spannend einen Blick hinter die Kulissen eines so großen Hotels zu werfen. Denn man erfährt so manches mit dem man nicht gerechnet hätte, dass es so abläuft.

Ich bin nun sehr gespannt, wie es in Teil 2 weitergeht und ob Luise es schafft, ihr Glück zu machen. Nicht nur für Hamburg-Fans eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein Roman über die innere Zerrissenheit

Your Eyes on Me – Based on Alexa's True Story
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Ich war sehr gespannt auf das Buch von Leonie Lastella und musste es deshalb auch gleich lesen. Das Buch konnte meinen Erwartungen nicht ganz standhalten. Der Roman ist im neuen Imprint von Penguin erschienen, ...

Ich war sehr gespannt auf das Buch von Leonie Lastella und musste es deshalb auch gleich lesen. Das Buch konnte meinen Erwartungen nicht ganz standhalten. Der Roman ist im neuen Imprint von Penguin erschienen, welche Geschichten auf einer wahren Begebenheit erzählen.

Die Protagonistin des Romans heißt Alea, sie liebt ihren Plus-Size-Körper, aber manchmal hadert sie auch noch mit ihm. Einige Hass-Kommentare auf Social Media treffen sie immer noch. Diese innere Zerrissenheit und die damit verbundene Unsicherheit schildert die Autorin sehr gut. Die Zweifel von Alea konnte ich teilweise sehr gut nachvollziehen. Denn die andere Seite wird viel mehr im Internet gezeigt. Die Bewegung des Körperkults und der Sport-Fans nimmt einen großen Raum in Social Media ein. Und für diesen Gegenpol steht Titus, aus seiner Sicht wird der Roman ebenfalls erzählt. Titus benutzt Sport als Ventil zur Bewältigung seiner Traumata aus der Kindheit. Und so haben beide Protagonisten etwas gemeinsam. Sie sind beide verletzlich und dennoch geht es ihnen letztlich um Authentizität und Echtheit.

Der Roman ist von Aufbau her sehr gut gestaltet, da die beiden Protagonisten die Geschichte abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen. Der Name des Protagonisten und ein passendes Zitat finden wir vor jedem Kapitel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingänglich und man fliegt nur so durch die Seiten. Zudem ist der Roman dialogorientiert und dies fördert ein hohes Lesetempo.

Leider bin ich mit dem Ende des Romans nicht so richtig zufrieden. Für mich ist dies nicht unbedingt ein authentisches Ende, weil ich anders an Aleas Stelle gehandelt hätte. Aber dies ist meine persönliche Meinung. Ein Roman, der aber auf jeden Fall sehr schön erzählt ist und der zum Nachdenken anregt und wichtige Themen unserer Gesellschaft aufgreift.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Dorfflair in der Weltstadt mit kulinarischer Note

Die mysteriöse Tote vom Montmartre
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Mit viel Pariser Flair begleitet einen dieser Kriminalroman auf einer schönen buchtechnischen Reise in die Champagne. Auf dem berühmten Weinfest in Montmartre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, ...

Mit viel Pariser Flair begleitet einen dieser Kriminalroman auf einer schönen buchtechnischen Reise in die Champagne. Auf dem berühmten Weinfest in Montmartre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die als die diesjährige Weinkönigin das Fest begleiten sollte. Die junge Commissaire Geneviève Morel führt die Ermittlungen dabei in die malerische Champagne. Dabei lernt sie interessante Menschen kennen. Gleichzeitig hat sie als einzige ehrbares Familienmitglied ohne kriminelle Energie immer wieder mit ihrer eigenen Herkunft zu kämpfen. Ein spannender Fall beginnt.

Geneviève Morel ist eine Frau mit Prinzipien, die nichts anbrennen lässt. Sie liebt ihren Kater und hat ein eher lockeres Beziehungsverhältnis zu ihrem aktuellen Partner. Dabei hat sie immer die Gerechtigkeit und aufrichtiges Verhalten im Alltag im Blick. Die vielen Nebencharaktere sorgen für eine sehr lockere Leseatmosphäre. Dabei sticht ihre Großmutter Olivia Morel am deutlichstem heraus. Ihre matriarchische Art gepaart mit einer großen Portion Dreistigkeit und Kaltschnäuzigkeit hat mich öfters zum Schmunzeln gebracht. Außerdem sorgt die nette Nebengeschichte um die “Aktivitäten ihrer Familie” immer wieder für eine Abwechslung zum eigentlichen Fall.

Die Spannung der Geschichte ist gut temperiert und obwohl ich die Verantwortlichen richtig erraten konnte, fand ich die Herleitung des Falls richtig gut. Sehr gut hat mir der Schreibstil des Autors gefallen, der sehr humorvoll und leicht zu lesen war. Auch das Verhältnis von Ermitteln und Einblicken in das Privatleben der Protagonisten war gut gewählt. Der Lokalkolorit kommt gut zur Geltung und die Kulinarik, die in diesem Roman durchaus ihren Platz hat, sorgt für mehr als einmal Magengrummeln beim Lesen was mir gut gefallen hat. Ein gut geschriebener lokaler Krimi der mich überzeugt hat. Ich bin bereit für einen neuen Fall von Geneviève Morel.

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